Existenzgründungen sind ein wichtiger Motor für Wachstum und Wettbewerb

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    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie weist darauf hin, dass Existenzgründungen einen wichtigen Beitrag für das Wirtschaftswachstum in Deutschland leisten. Den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit wagen jedes Jahr ca. 400.000 Gründer, womit die volkswirtschaftliche Bedeutung zahlenmäßig konkretisiert wird. Mehr noch: Innovative Geschäftsmodelle schaffen neue Arbeitsplätze und sie helfen dabei, die wirtschaftliche Infrastruktur zu modernisieren. Durch den notwendigen unternehmerischen Mut für diesen selbstbestimmten Schritt werde die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in einer sozialen Marktwirtschaft nachhaltig gefördert.
     

    Zentrale Kennzahlen für eine aktuelle Einschätzung

    Seit langem weisen Arbeitsmarktexperten darauf hin, dass Geschäftsgründungen den Arbeitsmarkt entlasten bzw. neue Beschäftigungsverhältnisse schaffen können. Im Jahr 2015 sind durch Existenzgründungen über 600.000 neue Arbeitsplätze in Vollzeit entstanden. Gut ein Drittel aller Gründer ist dabei zwischen 25 und 34 Jahre alt. Knapp 70 % aller Existenzgründungen sind im aufstrebenden Dienstleistungsbereich anzusiedeln. Was die Geschlechtsverteilung angeht, so sind Frauen mit 29 % noch deutlich in der Minderheit, ihr Anteil wird aber nicht zuletzt durch Förderprogramme größer. Im Nebenerwerb liegt der Frauenanteil bei Existenzgründungen immerhin bei 29 %. 16 % aller Unternehmensgründer können den Markt mit Innovationen beleben.
     

    Wettbewerb belebt das Geschäft

    Insgesamt wächst durch Existenzgründungen die Zahl der Akteure auf den Märkten, wodurch der Wettbewerb angekurbelt wird. Junge und aufstrebende Unternehmen fordern eingesessene Konkurrenten heraus. Dabei können sich neue Produkte oder Verfahrenstechniken als treibende Kraft für Innovationen erweisen. Der in den letzten Jahren immer weiter voranschreitende Strukturwandel wird in diesem Sinne durch Geschäftsgründungen vorangetrieben.
     

    Die berufliche Selbstständigkeit begünstigt Innovationen

    In vielen Fällen sind es innovative Produkte oder Dienstleistungen, die Gründer zur Umsetzung der Geschäftsidee antreiben. Durch die Entwicklung und Platzierung solcher Innovationen auf dem Markt wird Fortschritt ermöglicht. Das Innovationspotenzial lässt sich deutlich daran ablesen, dass etwa jede fünfte Existenzgründung im digitalen Bereich anzusiedeln ist. In vielen Fällen sind digitale Technologien dafür notwendig, ein Geschäftskonzept voranzutreiben und es nachhaltig auf dem Markt zu platzieren. Etwa 15 % aller Existenzgründer sind in der Lage, Innovationen auf dem deutschen oder sogar weltweiten Markt zu platzieren.

     

    Welche Auswirkungen hat die berufliche Selbstständigkeit auf die Gesellschaft?

    Das Ministerium für Wirtschaft und Energie weist darauf hin, dass Selbstständige zur Stabilisierung der demokratischen Ordnung beitragen. Der unternehmerische Mut vieler Einzelner wirkt der Konzentration von Macht entgegen: wirtschaftliche Verantwortung kann so auf viele Schultern aufgeteilt werden. Die Gründerszene hierzulande präsentiert sich sehr vielfältig und auch Menschen mit ausländischen Wurzeln leisten einen wichtigen Beitrag in diesem Bereich.
     

    Der Unternehmergeist soll in Deutschland nachhaltig gestärkt werden

    Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Existenzgründungen zuletzt leicht rückläufig war, möchte das Bundeswirtschaftsministerium mit der Initiative ‚Neue Gründerzeit‘ den notwendigen Unternehmergeist stärken und Interessenten auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit gezielt unterstützen. Mit dem Förderprogramm EXIST sollen Existenzgründungen schon von der Hochschule aus konsequenter vorangetrieben werden. Da der Weg über die traditionelle Kreditfinanzierung eher schwierig geworden ist, präsentiert sich der INVEST-Zuschuss als attraktive Förderoption. Mit diesem Instrument ist es jungen Unternehmern möglich, leichter an Wagniskapital zu gelangen bzw. private Investoren für die eigene Geschäftsidee gewinnen zu können.

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