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Selbstständig machen mit einem Handyshop

Handyshop

Wer das Angestelltendasein oder eine Phase der Arbeitslosigkeit hinter sich lassen will, hat vielleicht schon mit dem Gedanken gespielt, sich mit einem Handyshop selbstständig zu machen. Eine solche Geschäftsidee liegt mehr oder weniger auf der Hand, denn Smartphones sind omnipräsent und nicht mehr aus dem Lebensalltag wegzudenken. Doch wie sind die Chancen in diesem Bereich? Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen, welche strategischen Weichenstellungen zu bedenken? In diesem Beitrag sollen mögliche Entscheidungen für eine solche Geschäftsgründung in ihren Zusammenhängen praxisorientiert beleuchtet werden.
 

Selbstständig machen und Handyshop eröffnen: Worüber dieser Beitrag informiert

  • Chancen beleuchten: Analyse der Ausgangslage
  • Leistungsspektrum/Angebot bestimmen
  • Vertriebswege auswählen
  • formale Startvoraussetzungen
  • mögliche strategische Alternativen frühzeitig beleuchten


Orientierung für das Geschäftsvorhaben: kurze Analyse der Ausgangslage

Wer einen Handyshop eröffnen will, sollte sich zunächst mit den Chancen und Wachstumsaussichten auf dem relevanten Markt befassen. Und diese scheinen sehr gut und profitabel zu sein, denn der Mobilfunkmarkt wächst seit Jahren kontinuierlich, zumal rasante Technikinnovationen immer wieder die Nachfrage ankurbeln. Besonders interessant in diesem anfänglichen Analysekontext dürfte sein, dass es hierzulande aktuell etwa 120 Millionen Mobilfunkverträge gibt. Es gibt demnach deutlich mehr Verträge als Einwohner und viele potenzielle Kunden, die sich nach einer gewissen Zeit für ein neueres Modell interessieren könnten. Und obwohl diese Zahlen auf einen gesättigten Markt hinweisen könnten, kann hiervon keine Rede sein. Durch kürzere Vertragslaufzeiten und flexible Vertragsformen kommt immer wieder Bewegung in den Markt. Und nicht zu vergessen ist die Zielgruppe, die nicht auf Verträge, sondern Prepaid-Tarife setzt. Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen auch, dass es sich beim Mobilfunkmarkt um einen krisenfesten Markt handelt, denn an so etwas Essentiellem wie Kommunikation/Unterhaltung wird selten gespart.
 

Leistungsspektrum und Spezialisierung des zu gründenden Handyshops

Die wirtschaftlichen Umfeldvariablen scheinen vielversprechend, doch für den anvisierten Geschäftserfolg bedarf es einer ganzheitlichen Planung, die mit dem Standort beginnen sollte, sofern ein Ladengeschäft eröffnet wird. Gibt es genügend Laufkundschaft? Wie gestaltet sich die Konkurrenzsituation? Für zusätzliche Auslastung kann gesorgt werden, indem das Internet als weitere Verkaufsplattform eingebunden wird. Für den Erfolg wird das Leistungsspektrum eine zentrale Rolle spielen: Sollen allen gängigen Hersteller verkauft werden oder soll eine Spezialisierung auf eine bestimmte Marke erfolgen? Soll neben Smartphones auch ein breites Zubehörspektrum angeboten werden? Soll für Kunden durch einen Reparaturservice ein zusätzlicher Mehrwert geschaffen werden? Sind die eigenen Kenntnisse so fundiert, dass ein entsprechender Service auf professionellem Niveau angeboten werden kann? Für die Eröffnung eines Ladengeschäfts sind natürlich auch finanzielle Mittel aufzubringen. Zu beachten ist, dass Gründer in Vorkasse gehen, indem sie das Lager mit Smartphones etc. füllen. Schließlich wollen Kunden nicht lange warten müssen. Insofern wird hier gerade in der finanziell heiklen Startphase viel Kapital gebunden, ganz zu schweigen von den monatlichen Fixkosten für Miete und eventuelles Personal. Mit einem gewissenhaft ausgearbeiteten Businessplan können Gründungswillige an ihrer Geschäftsidee im Detail feilen und letztlich eine überzeugende Visitenkarte auf Papier bringen. Diese spielt in der Praxis eine große Rolle, um Banken bzw. andere Geldgeber von der nachhaltigen Profitabilität des Geschäftsmodells zu überzeugen.
 

Virtuelle und/oder reale Präsenz des Handyshops?

Hierbei handelt es sich um eine grundlegende strategische Entscheidung, die enorme finanzielle Auswirkungen haben kann. Verkauf und Reparatur von Smartphones müssen nicht zwangsläufig in einem Ladengeschäft erfolgen. Viele Kunden suchen ohnehin online nach guten Produkten und professionellen Dienstleistungen. Insofern macht es gerade in diesem Bereich Sinn, ‚nur‘ eine virtuelle Präsenz zu zeigen. Hierfür wären dann nur Lagermöglichkeiten und eine Werkstatt von Nöten. Auch Handyzubehör wird in der großen Mehrheit der Fälle bequem über das Internet bezogen. Wenn also kein Ladengeschäft in attraktiver Lage vorhanden ist, so bietet sich die Option eines Onlineshops immer an. Eine Differenzierung kann dann über das Angebot, die Preise und den Kundenservice geschehen.
 

Die Erfolgschancen steigen durch eine kundenwirksame Differenzierungsstrategie

Denkbar wäre es auch, eine Nische zu besitzen, indem z.B. gebrauchte Smartphones zu exzellenten Preisen in bestem Zustand an kostenbewusste Kunden verkauft werden. Es zeigt sich also, dass die konkrete Geschäftsausrichtung viele Formen annehmen kann. Sie sollte nur zum Profil des Geschäftsgründers passen und in sich stimmig sein, um auf Kunden überzeugend zu wirken. Wenig Sinn würde es machen, teure iPhones mit Billigsmartphones unbekannter Hersteller gleichzeitig zu verkaufen. Langfristig gesehen ist eine Spezialisierung mit Blick auf eine klar definierte Zielgruppe sicher die bessere Lösung. Wer sind meine Kunden und was brauchen sie? Wer diese Fragen konkret beantworten kann, weiß, was in das Produkt- und Servicespektrum des Handyshops gehört.
 

Kooperationen, Einkauf, Konditionen: von Anfang an profitable Rahmenbedingungen setzen

Die wichtigsten Entscheidungen sind getroffen, doch woher und vor allem zu welchen Konditionen kommen die benötigen Produkte? An dieser Frage wird sich die Spreu vom Weizen trennen, denn genau hier werden die Weichen langfristig auf Erfolg gestellt. Es gilt, sich möglichst nicht nur von einem Lieferanten abhängig zu machen. Engpässe und Preissteigerungen können die Folgen sein. Wer die Wahl zwischen mehreren Lieferanten hat, kann seinerseits bei Preisverhandlungen mehr Druck ausüben. Die Einkaufskonditionen sollten so gestaltet sein, dass die anvisierten Verkaufspreise zufriedenstellende Gewinnmargen erlauben. Gleiches gilt für einen etwaigen Reparaturservice, bei dem neben Materialkosten vor allem der Arbeitseinsatz angemessen zu kalkulieren ist. Letztlich müssen Preise immer ein guter Kompromiss aus dem sein, was Kunden zahlen wollen und dennoch eine attraktive Marge eröffnet. Es versteht sich von selbst, dass die Kooperationen mit Lieferanten vor der eigentlichen Geschäftseröffnung unter Dach und Fach sein sollten, schließlich werden auch externe Geldgeber auf diesen Aspekt im Businessplan sicherlich genau schauen.


Option Franchisesystem als Alternative prüfen

Wer einen Handyshop eröffnen möchte, selber aber recht orientierungslos ist, kann auf das Franchisesystem bekannter Anbieter zurückgreifen. Wer nach dem Begriff ‚Handyshop eröffnen‘ sucht, kann sich diesbezüglich schnell einen ersten Überblick verschaffen. Der Vorteil dieser Option besteht darin, dass eine starke Marke mit funktionierenden Produkten sofort genutzt werden kann. Auch ein funktionierendes Netzwerk inklusive Marketing und Vertrieb kann ohne Vorlaufzeit genutzt werden. Der klare Nachteil besteht darin, dass Franchisesysteme die eigentlich ja angestrebte unternehmerische Freiheit deutlich einschränken. Zudem können mitunter hohe Franchisegebühren die eigene Gewinnsituation deutlich schmälern. Die genannten Vorteile sollte jeder Gründer aus seiner eigenen Perspektive und Zielvorstellung heraus gewichten.
 

Formale Voraussetzungen für die Eröffnung eines Handyshops

Vor der eigentlichen Geschäftseröffnung ist eine Gewerbeanmeldung erforderlich. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Geschäft oder ein Onlinehandel betrieben wird. Auch für geschäftliche Tätigkeiten im Nebenerwerb ist die Gewerbeanmeldung vorzunehmen, sofern es sich um eine dauerhaft auf Gewinn ausgerichtete Tätigkeit handelt. Die Gewerbeanmeldung ist beim örtlichen Gewerbeamt vorzunehmen. Die Kosten variieren von Stadt zu Stadt, sie halten sich aber in sehr überschaubaren Grenzen. Es versteht sich von selbst, dass fundierte Technikkenntnisse vorhanden sein sollten, um Kunden einen überzeugenden (Reparatur)service anbieten zu können. Wer selber Defizite in diesem Bereich sieht, kann qualifiziertes Personal einstellen oder aber sich mit einem erfahrenen Geschäftspartner zusammenschließen. So lassen sich auch die unternehmerischen Risiken auf mehreren Schultern verteilen. Was die genannten Risiken angeht, so spielt die Rechtsform als formales Gerüst für das Geschäft eine wichtige Rolle. Natürlich sollte auch eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung von Beginn an vorhanden sein, um sich vor finanziellen Risiken zu schützen (etwa wenn teure Geräte bei der Reparatur beschädigt werden).
 

Fazit und Ausblicke zur Selbstständigkeit mit einem Handyshop

Die Chancen auf diesem Markt sind langfristig gesehen gut, wenn Gründungswillige ihre Hausaufgaben machen. Zentrale Inhalte und zu bedenkende Entscheidungen wurden diesbezüglich hier angesprochen. Grundsätzlich bieten sich mit einem Onlinehandel in diesem Bereich sehr flexible Optionen, die das Problem von realen Standorten durch eine bundesweite Verfügbarkeit ausschalten. Wer sich für ein Ladengeschäft entscheidet, wird in den Genuss von mehr oder weniger geregelten Arbeitszeiten kommen, was längst nicht bei jedem Weg in die Selbstständigkeit der Fall ist.


Selbstständig machen mit einem Handyshop: kompakte Zusammenfassung der strategischen Schlüsselaspekte

  • Der Mobilfunkmarkt verspricht auch in Zukunft durch ständige Innovationen neue Nachfrageschübe und somit profitable Wachstumsaussichten
  • Grundsatzentscheidung: Ladenlokal und/oder Onlinehandel?
  • Das Leistungs- und Servicespektrum muss sich an der anvisierten Zielgruppe sowie an relevanten Mehrwerten orientieren
  • Da der Mobilfunkmarkt hart umkämpft ist, kann eine Differenzierungsstrategie durchaus sinnvoll sein, um sich in der Kundenwahrnehmung abzuheben
  • Die Option Franchisesystem ist als Alternative zu prüfen
  • Lieferkooperationen und Bedingungen sind im Vorfeld der Geschäftseröffnung vorteilhaft zu gestalten, einseitige Bindungen sind zu vermeiden
  • Für die Eröffnung eines Handyshops ist eine Gewerbeanmeldung erforderlich, dies gilt auch für einen Onlinehandel (selbst im Nebenerwerb).

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