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Selbstständig machen als Logopäde

Logopädin

Der Bereich der Logopädie hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, da immer mehr Menschen deren Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Ein Logopäde behandelt vor allem Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- oder Hörbeeinträchtigungen, die sehr häufig schon im Kindesalter auftreten und dann auch möglichst zügig mit fachmännischer Unterstützung korrigiert werden sollten. Aktuell gehen verschiedene Studien davon aus, dass rund ein Viertel aller Erstklässler Sprachbeeinträchtigungen hat. Diese Zahl zeigt, dass also ein sehr großer Markt an möglichen Patienten vorhanden ist. Ein nicht zu unterschätzender Teil der Logopäden arbeitet selbstständig in einer eigenen Praxis. Wer selbst diesen Schritt wagen möchte, um als eigener Chef durchzustarten, der sollte allerdings ein paar Grundvoraussetzungen erfüllen.
 

Ausbildung und Startkapital

Wer eine eigene Logopädie-Praxis eröffnen möchte, der muss zunächst eine drei Jahre andauernde Ausbildung durchlaufen, in der das Handwerkszeug gelernt wird. Benötigt wird dazu in der Regel mindestens ein Fachabiturabschluss, und man muss wissen, dass die Ausbildung nicht vergütet wird. In diesen Jahren wird also Erspartes als Überbrückungsgeld oder familiäre Förderer benötigt. Die Ausbildung erfolgt wechselweise in therapeutischen Einrichtungen und in der Berufsschule. Am Ende der dreijährigen Ausbildung steht eine Abschlussprüfung, und wer diese besteht, kann sich dann als Logopäde bezeichnen. Ist diese Grundvoraussetzung erfüllt, dann bedarf es für eine Existenzgründung auch jeder Menge an Startkapital. Im Idealfall ist dieses vorhanden, aber mit einem überzeugenden Business-Plan in der Tasche können auch Banken als Darlehnsgeber gewonnen werden. Das Startkapital wird für die Einrichtung der eigenen Praxis benötigt, für die Anschaffung von Büroequipment, für Werbemaßnahmen und vor allem auch dafür, um die erste Zeit, in der vielleicht noch nicht ausreichend Kundschaft vorhanden ist, finanziell zu überstehen.
 

Die ersten Schritte in die Selbstständigkeit

Gemäß Paragraph 124 SGB V besteht für Logopäden die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen. Die Formalitäten dafür werden beim Gewerbeamt geregelt. Daneben ist es wichtig, eine Kassenzulassung zu erlangen, um Leistungen über die Krankenkassen der Patienten abrechnen zu können. Diese Zulassung wird von den Landesverbänden der Krankenkassen erteilt. Für den Antrag muss eine ganze Reihe an Anträgen eingereicht werden. Zu den wichtigsten Dokumenten gehört hier eine Skizze der Praxisräume. Aus ihr muss hervorgehen, dass die Räume über eine bestimmte Mindestgröße verfügen, und neben dem Sprechzimmer ein Wartezimmer sowie eine Patiententoilette vorhanden sind. Auch der Mietvertrag muss vorgelegt werden. Weiter wird eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Gesundheitsamt sowie ein Gesundheitszeugnis benötigt. Außerdem muss die Praxis bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege angemeldet werden. Nicht zuletzt wird ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis sowie eine Berufshaftpflichtversicherung benötigt. Wer sich mit einem Geschäftspartner zusammen tun möchte, muss weiter einen aussagekräftigen Gesellschaftervertrag vorlegen.
 

Maßnahmen zur Selbstvermarktung

Jeder Selbstständige sollte heute mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten sein, um auf dieser auf seine Angebote aufmerksam zu machen und sich selbst vorzustellen. Wichtig ist, dass diese Keyword-optimiert ist, so dass möglichst eine lokale Kundschaft online angesprochen wird. Wer beispielsweise als Logopäde in Frankfurt tätig ist, sollte seine Internetseite so ausrichten, dass Menschen, die die Keywords Logopäde und Frankfurt in die Suchmaschine angeben, möglichst weit oben in den Ergebnislisten die eigene Praxis angezeigt bekommen. Wer sich mit diesem Thema nicht so genau auskennt, kann auch für kleines Geld Experten über das Internet finden und diese für die optimale Webseiten-Gestaltung beauftragen. Neben der Homepage empfiehlt sich auch ein Eintrag in den Gelben Seiten, sowohl im Onlinebereich als auch im gedruckten Buch. Kleine Anzeigen in der lokalen Presse oder das Aufhängen von Flyern können ebenfalls erfolgreich sein. Das Veranstalten von einem Tag der offenen Tür kann eine sehr sinnvolle Maßnahme sein, um insbesondere sich der Nachbarschaft vorzustellen. Auch die Zusammenarbeit mit Haus- und Kinderärzten, die eine Empfehlung aussprechen, kann sich als Schlüsselfaktor für die Kundengewinnung erweisen. Da die meisten Kundenkontakte über die Mund-zu-Mund-Propaganda zustande kommen, bedarf es dennoch ein wenig an Durchhaltevermögen bis die Praxis läuft. Wer aber gute Arbeit leistet und seine Patienten zufriedenstellt, der kann damit rechnen, dass im Laufe der Jahre der Kundenstamm stetig anwachsen wird.
 

Was kann ein selbstständiger Logopäde verdienen?

Was ein selbstständiger Logopäde verdienen kann, lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Angestellte Logopäden verdienen im Schnitt zwischen 1600 und 2900 Euro brutto im Monat. Selbstständige Logopäden verdienen deutlich mehr, nicht selten sogar mehr als das Doppelte. Die abzurechnenden Leistungen geben die Kassen vor, wobei sich bei Privatpatienten deutlich mehr verdienen lässt. In jedem Fall wächst das Einkommen mit der Anzahl der Patienten, so dass jeder Logopäde, der neu beginnt, bemüht sein sollte, seinen Patientenstamm kontinuierlich auszubauen.

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