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Hamburg ist nun die neue ‘Gründerhauptstadt’

Neueste Zahlen des jährlich erscheinenden Gründungsmonitors der KfW Förderbank offenbaren, dass Hamburg erstmals mehr Gründer als Berlin aufweist und damit offiziell neue ‚Gründerhauptstadt‘ ist. Insgesamt weist Hamburg demnach 253 Gründer je 10.000 Einwohner auf, in Berlin sind es 238. Zum Vergleich: Die wenigsten Gründer finden sich in Sachsen-Anhalt, wo es nur 78 auf 10.000 Einwohner sind.
 

Die Anzahl an Existenzgründern erreicht einen neuen Tiefstand

Ein weiteres zentrales Ergebnis des aktuellen Gründungsmonitors ist, dass die Anzahl an Existenzgründungen insgesamt recht deutlich zurückgegangen ist. Waren es 2016 noch 672.000 Gründer, so ist im Jahr 2016 mit über 90.000 Gründern weniger zu rechnen. Begründet wird diese Entwicklung mit der sehr guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahl ist gerade unter die Marke von 2,5 Millionen gesunken, was dem tiefsten Wert seit 1991 entspricht. In Zeiten wie diesen ziehen viele Menschen die Sicherheit einer Festanstellung vor, denn jede Existenzgründung birgt finanzielle Risiken in sich. Gleichwohl betonen die Autoren des Monitors, dass die Entwicklung mit Blick auf die Volkswirtschaft kritisch gesehen werde sollte. Heute fehlende Gründer könnten demnach schon bald für eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit verantwortlich sein.
 

Not vs. Chancen: Ein näherer Blick auf die Art der Existenzgründungen

Ein Indiz für die gute wirtschaftliche Gesamtlage ist die Feststellung, dass die Anzahl an so genannten Notgründungen zurückgegangen ist. Seit 2010 hat sich ihr Wert fast halbiert. Gemeint sind solche Existenzgründer, die den Weg in die Selbstständigkeit wählen, weil sie keine andere Alternative sehen. Von 100 Gründern sind momentan nur noch 9 vorher arbeitslos gemeldet, im Jahr 2005 waren es zum Vergleich noch 22. Experten stellen mit Sorge fest, dass auch die Anzahl an so genannten Chancengründern abgenommen hat. Wirtschaftsexperten sind sich einig, dass Chancengründungen durch ihre Innovationskraft zur Erneuerung der Volkswirtschaft beitragen. Zudem beschäftigen Chancengründer in der Regel Mitarbeiter, sodass auch die Sozialsysteme nachhaltig davon profitieren.
 

Größer und besser: Zur Qualität der Neugründungen

Die Autoren des aktuellen Gründungsmonitors weisen darauf hin, dass abgesehen von einer zunehmenden Qualität auch die Größe der Gründungen zunimmt. Bemessen wird diese Entwicklung konkret am Startkapital, das Gründer mit einbringen. So hat sich die Anzahl an Unternehmen mit einem Startkapital von über 25.000 Euro seit 2013 fast verdoppelt. Gleichzeitig stellt die Untersuchung klar, dass Gründungen mit einem größeren finanziellen Polster deutlich bessere Erfolgschancen haben. Nach dem kritischen Zeitraum der ersten 3 Jahre sind 89 % der Unternehmen noch am Markt tätig, die mit mehr als 25.000 Euro gestartet sind.
 

Aktuelle Trends in Bezug auf Gründungsbereiche

Der Dienstleistungsbereich nimmt nach wie vor den unangefochtenen Spitzenplatz ein. Hier siedeln sich 63 % der Neugründer an, wobei so genannte wirtschaftliche Dienstleistungen leicht überwiegen. Auf den Handel entfallen 16 % der Gründungen, auf das produzierende Gewerbe 15 %. Bemerkenswert ist auch der zunehmende Innovations- bzw. Digitalisierungsgrad: So bietet jede 5. Unternehmensgründung ein Angebot, das nur noch mit digitaler Technologie genutzt werden kann (man denke hierbei an Apps als Paradebeispiel). Gerade in diesem digitalen Bereich ist ein schnelles Wachstum möglich, da binnen kurzer Zeit sehr hohe Verkaufszahlen erzielt werden können.

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