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Lohngerechtigkeit nun endlich per Gesetz?

Geldscheine

Seit vielen Jahren nun schon ist die Politik darum bemüht, eine die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit durchzusetzen. Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sollen demnach bald der Vergangenheit angehören. Noch aber sieht die Realität anders aus, denn immer noch verdienen Männer in vergleichbarer Position gut 20 % mehr. In diesem Kontext tritt nun das neue Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit in den Mittelpunkt, das seit dem 6. Juli 2017 in Kraft ist. Für Existenzgründer ist es in ihrer Funktion als Arbeitgeber relevant, da unterschiedliche Bezahlung zwischen Männern und Frauen nun zu Problemen führen kann. Generell besteht bei der vertraglichen Fixierung von Gehältern eine gewisse Gestaltungsfreiheit, solange Mindestlöhne oder Tarifverträge eingehalten werden.
 

Kurzer Überblick über die zentralen Inhalte des Gesetzes zur Förderung der Transparenz bei Entgeltstrukturen

In Deutschland herrscht generell Verschwiegenheit in Bezug auf den Verdienst, sodass Unterschiede in der Bezahlung oft gar nicht erst bemerkt respektive diskutiert werden. Kaum jemand wird seinen Kollegen freiwillig mitteilen wollen, welcher Bruttolohn für ihn vertraglich festgelegt wurde. Der gesetzliche Baustein des individuellen Auskunftsanspruches setzt genau hier an: Arbeitgeber, die mehr als 200 Beschäftigte haben, werden zukünftig angeben müssen, nach welchen Kriterien sie wen wie bezahlen. Dieser Mechanismus betrifft aber nur große Betriebe, Existenzgründer dürften hiervon nicht betroffen sein. Zudem sieht das Gesetz betriebliche Verfahren für die Herstellung und Überprüfung der Entgeltgleichheit vor. So sollen Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten dazu aufgefordert werden, die Entgeltstrukturen mit Blick auf das Gleichheitsgebot zu überprüfen. Für so genannte lageberichtspflichtige Unternehmen gilt ferner, dass sie für jeden einsehbar über die Herstellung der Entgeltgleichheit berichten müssen.
 

Existenzgründer können jenseits des Gesetzes aktiv werden

Im Grunde genommen wird der Anspruch der gleichen Bezahlung von Mann und Frau schon seit 50 Jahren diskutiert. Mit diesem Gesetz werden nun neue Instrumente geschaffen, um diesen durchzusetzen und insofern in erster Linie für mehr Transparenz zu sorgen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Instrumente wirklich zu einem Durchbruch führen, denn letztlich handelt es sich eher um Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz. Damit ist noch nicht sichergestellt, dass die Kluft der Bezahlung zwischen Männern und Frauen tatsächlich geringer wird. Die genannten Zahlen und Inhalte machen aber schon deutlich, dass eher Großbetriebe betroffen sind.

Kleine Unternehmen bzw. Start-ups haben die Chance, durch eine progressive Kommunikation und eine gelebte Kultur der gleichen Bezahlung für ein modernes Image zu sorgen, dass sie als attraktiven Arbeitgeber erscheinen lässt. Ein solches Image kann sich in Zeiten voller Auftragsbücher und des omnipräsenten Fachkräftemangels als wahrer Wettbewerbsvorteil entpuppen.

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