Die 10 sinnvollsten, legalen Steuertipps für Selbstständige

In einem unserer älteren Beiträge haben wir schon einmal näher erläutert, welche Steuern Sie als Freiberufler tatsächlich zahlen müssen und welche nicht. Denn das Ganze ist noch einmal etwas komplizierter, als bei 'normalen' Selbstständigen. Was das Sparen rund um die Steuer angeht, profitieren Freiberufler und Selbstständige aber von den gleichen legalen Tricks und Kniffen. Die in unseren Augen zehn sinnvollsten Steuertipps wollen wir Ihnen deshalb nicht vorenthalten.
 

1. Der Firmenwagen

Bei all unseren Tipps geht es darum, dass bestimmte Ausgaben, die im Rahmen Ihrer Selbstständigkeit entstehen, als Betriebsausgaben angegeben werden können. Sie können somit Ihren Gewinn und dadurch folglich auch die Steuerlast dauerhaft und vollkommen legal senken. Und mit nichts funktioniert das so gut, wie mit einem Firmenwagen, weshalb wir ihn auch auf den ersten Platz setzen.

Natürlich macht das Ganze nur Sinn, wenn Sie in Ihrer Arbeit auch auf einen solchen Firmenwagen angewiesen sind. Sich nur einen zulegen, um dann Steuern zu sparen, macht keinen Sinn. Denn er muss viel beruflich genutzt werden.

Ab einer Nutzung von 50-100% zu beruflichen Zwecken kann das Fahrzeug als Betriebsvermögen geltend gemacht werden. Sie können dann sämtliche entstehenden Kosten absetzen. Wichtig ist, dass für die privaten Fahrten ein Fahrtenbuch geführt wird oder die sogenannte 1-%-Regelung eingehalten wird.

Auch Fahrten zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem Betrieb können gelten übrigens als dienstliche Fahrten. Sie werden mit 0,30 Euro pro Kilometer als Betriebsausgaben abgegolten
 

2. Die Fahrtkosten

Passend zum Firmenwagen, allerdings noch einmal von diesem zu trennen, landen auf Platz 2 der Steuerspartipps die Fahrtkosten. Hier lässt sich zwischen tatsächlich entstandenen Kosten und pauschalen Kosten unterscheiden.

Tatsächlich entstandene Kosten können Sie dann bei der Steuer angeben, wenn Sie ein Fahrzeug zu mehr als zehn Prozent für Ihre beruflichen Tätigkeiten nutzen. Egal, ob Sie mit einem Privat- oder Firmenwagen unterwegs sind oder etwa mit dem Zug oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren – wichtig ist, dass die die Belege für Kraftstoff oder Tickets aufheben, um darüber die entstandenen Kosten nachweisen zu können.

Nutzen Sie ein Fahrzeug nur gelegentlich lassen sich die Kosten pauschal absetzen. Die Reisekostenpauschale wird mit den bereits erwähnten 30 Cent pro Kilometer abgerechnet.

Da sich rund um das Thema Firmenwagen und Fahrtkosten oftmals die meisten Kosten sparen lassen, sollten Sie hier besonders akribisch sein. Auch kann es sich aus Gründen der Komplexität hier durchaus lohnen, sich im Zweifelsfall Rat von einem Experten einzuholen. Dieser weiß genau, worauf Sie zu achten haben und kann ihnen noch einmal detailliertere Tipps geben.


3. Die Miete für Ihr Arbeitszimmer/ Büro

Arbeiten Sie als Selbstständige_r von Zuhause aus, sollten Sie Ihren Wohnbereich und Ihren Arbeitsbereich klar voneinander abtrennen. Denn ein häusliches Arbeitszimmer, das für die berufliche Tätigkeit benötigt wird, lässt sich mit all den Kosten, die damit zusammenhängen, voll steuerlich absetzen. Das heißt: Miete, Nebenkosten und Ausstattung können angegeben werden. Entscheidend ist in diesem Fall aber, dass das Arbeitszimmer auch wirklich den Mittelpunkt der Selbstständigkeit darstellt. Existiert abseits davon eine Betriebsstätte, können nur Kosten mit einem Höchstbetrag von 1250€ geltend gemacht werden.
 

4. Computer und Zubehör

Heutzutage fällt ähnlich viel Geld, wie für die Büromiete noch einmal für die Ausstattung an – mitunter sogar mehr. Gerade, was die Hardware angeht, entstehen nicht selten immens hohe Kosten.

Computer, Drucker, Faxgerät, Scanner, all diese Dinge können, betrieblich genutzt, auch als Betriebsausgabe angegeben werden. Dabei müssen Teile, wie ein Monitor, ein Scanner, eine Maus und ähnliches, die sich nicht selbstständig nutzen lassen, über drei Jahre hinweg einzeln abgeschrieben werden. Geräte, wie Notebooks oder Tablets dagegen, die sich selbstständig nutzen lassen, können im Sammelposten abgeschrieben werden.

Hier hängt es dann vom Anschaffungsbetrag ab, welche Abschreibungsvariante Sie wählen können. Übrigens zählen auch Reparaturen und Nachrüstungen zu den betrieblichen Kosten. Sie können diese direkt als Erhaltungsaufwand angeben.
 

5. Software

Auf Platz 5 landet die Software, die zwar irgendwie zum Computer dazugehört, steuerlich aber getrennt davon behandelt werden muss. Außer in dem einen Fall, in dem PC und Software gemeinsam im Paket erworben werden – dann müssen sie den Preis für die Software nicht rausrechnen und die Abschreibung erfolgt gemeinsam mit der Hardware. Andernfalls aber wird Software separat folgendermaßen abgeschrieben:

  • Software im Wert von bis zu 150€ netto kann sofort abgeschrieben werden

  • Bei Software über 150€ netto kann eine Abschreibung als immaterielles Wirtschaftsgut vorgenommen werden

  • Bei Standard-Software gelten die drei Jahre Abschreibungsdauer

  • Bei betriebswirtschaftlichen Software-Systemen gelten fünf Jahre Abschreibungsdauer

  • Kosten für Updates lassen sich, wie Software unter 150€, ebenfalls sofort und unabhängig vom Rechnungsbetrag absetzen. Sie sind als neue Software zu betrachten und unterliegen somit den Regelungen der Abschreibung immaterieller Wirtschaftsgüter
     

6. Alle sonstigen Arbeitsmittel

Wie schon angedeutet können Sie nicht nur ein Arbeitszimmer, sondern auch alles, was Sie zum Arbeiten benötigen und was das Zimmer somit ausstattet, als Betriebskosten absetzen. Dazu gehören die üblichen Büroutensilien von Stiften, über Lochern und Aktenordner, bis hin zu Druckerpatrone und sogar Topfpflanze für das gesündere Raumklima.

Gerade praktisch ist auch, dass laufende Kosten, wie Internet- und Telefonanschluss, ebenfalls dazuzählen. Wenn keine separaten Anschlüsse für die private Nutzung vorhanden sind, muss die private Nutzung allerdings natürlich anteilig angegeben werden.

Haben Sie lediglich einen privaten Anschluss und nutzen Sie diesen ab und an auch betrieblich, können sie die Gebühren als Pauschale von bis zu 20% absetzen. Bei intensiver Nutzung hingegen lässt sich auch eine nachvollziehbare Schätzung von 30-40% vornehmen.
 

7. Die Website

Eine eigene Internetpräsenz ist für Sie als Selbstständige_n mitunter essentiell. Über sie stellen sie sich und ihre Tätigkeit dar und finden schneller passende Kunden. Je professioneller und aktueller die Website und alles, was dazugehört, gehalten wird, desto teurere kann es werden. Nicht selten vergessen Selbstständige aus irgendwelchen Gründen, die Kosten für die Website bei der Einkommensteuererklärung mit anzugeben. Allerdings sind auch sie vollständig als Betriebsausgaben absetzbar. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass die Website rein beruflich genutzt wird.
 

8. Fortbildungen und Fachliteratur

Wenn Sie sich fachlich immer weiterbilden möchten, um langfristig in ihrer Selbstständigkeit flexibel und erfolgreich zu sein, müssen Sie vermutlich Kosten für Literatur und Fortbildungen aufwenden. All diese Kosten lassen sich ebenfalls anrechnen. Stellen Sie hierbei unbedingt sicher, dass Ihr berufliches Interesse und der Bezug zum Betrieb erkennbar ist. Je nach Branche kommt etwa auch unterschiedliche Literatur infrage.
 

9. Geschenke an Mitarbeiter und Kunden

Auch bei Geschenken, die Sie Mitarbeiter_innen machen, haben Sie die Möglichkeit, die Kosten dafür als Betriebskosten anzugeben. Beachten Sie dabei allerdings unbedingt die 44€-Freigrenze, die besagt, dass Sachbezüge im Wert von bis zu 44 Euro je Monat und Mitarbeiter abgabenfrei sind sowie einige weitere Richtlinien.

Bei Kunden und Kundinnen und grundsätzlich Nichtmitarbeiter_innen sieht es anders aus. Hier gilt: Das Geschenk darf nur bis zu 35€ kosten.
 

10. Bewirtungskosten

Und schließlich stehen hin und wieder auch geschäftliche Treffen an, bei denen Sie einem Kunden oder Geschäftspartner ein Abendessen oder auch nur Kaffee und Kuchen zahlen. Dient dieses Essen dem Erwerb, dem Erhalt oder der Sicherung einer Einkommensquelle, können Sie auch dieses steuerlich absetzen. Wichtig ist, den Beleg vorzuweisen und darauf zu achten, dass dort auch das Datum sowie der Grund der Bewirtung vermerkt sind. Damit sind Sie auf der sicheren Seite!

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

 

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