Neue Rechtsprechung zur gemeinsamen Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers

Arbeitszimmer

Für viele Selbstständige bzw. Freiberufler dürften die aktuellen Urteile des Bundesfinanzhofes (BFH) von Interesse sein, wird doch in nicht wenigen Haushalten ein Arbeitszimmer für die berufliche Tätigkeit genutzt. Mit seinem Urteil vom 15.12.2016 hat der Bundesfinanzhof die geltende Rechtsprechung in puncto häusliches Arbeitszimmer deutlich zugunsten des Steuerpflichtigen geändert. Sofern mehrere Steuerpflichtige ein häusliches Arbeitszimmer zusammen nutzen, hat eine personenbezogene Anwendung der Höchstgrenze von 1.250 Euro zu erfolgen. In dieser Hinsicht kann jeder Nutzer des häuslichen Arbeitszimmerns Aufwendungen bis zur genannten Grenze in Einkünfte mindernder Weise zur Geltung bringen.
 

Rechtliche Neuerung zur steuerlichen Absetzbarkeit eines häuslichen Arbeitszimmers

Bis dato war die Rechtslage so, dass ein objektbezogener Abzug der jeweiligen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer vorgenommen wurde. Dementsprechend war der maximale Betrag von 1.250 Euro unabhängig von der Anzahl der darin arbeitenden Personen anzusetzen. Jetzt ist eine personenbezogene Ermittlung möglich, sodass jeder steuerpflichtige Nutzer des Zimmers den Höchstbetrag geltend machen kann. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass kein anderes Zimmer für die berufliche Tätigkeit zur Verfügung steht.
 

Nach der objektbezogenen Zuordnung ist nun die "personenbezogene" eine Option

Diesem Urteil war eine Klage vorausgegangen, im Zuge derer es um ein zur Hälfte gemeinsam genutztes häusliches Arbeitszimmer ging. Vom Finanzamt und auch Finanzgericht wurde nur der Höchstbetrag von 1.250 Euro für beide Nutzer gewährt. Der BFH hat diese Entscheidung aufgehoben und jedem Steuerpflichtigen die Aufwendungen in der genannten Höhe zugesprochen. Im Falle von Ehepartnern ist es so, dass die Kosten jedem zur Hälfte zuzuordnen sind, sofern bei hälftigem Miteigentum ein Arbeitszimmer gemeinsam genutzt wird. Ganz grundsätzlich hat der Bundesfinanzhof darüber hinaus klargestellt, dass für den steuerlichen Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer feststehen muss, dass das Zimmer mit Blick auf Art und Umfang der Tätigkeit tatsächlich für berufliche Zwecke genutzt wird.

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