Aufgaben und Funktionen der Betriebshaftpflichtversicherung

Mann mit Regenschirm

Die Betriebshaftpflichtversicherung ist die Versicherung mit der höchsten Priorität für Selbstständige. Sie ist das Pendant zur privaten Haftpflichtversicherung, die traditionell den Fall absichert, dass einer Sache oder einer Person ein Schaden zugefügt wird, der vom Verursacher zu bezahlen ist. Die „kleine Schwester“ der Betriebshaftpflichtversicherung ist die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die vor allem Selbstständigen in beratenden Berufen empfohlen wird. Erst nach diesen beiden wichtigsten Versicherungskomponenten folgen die Inventarversicherung und die Firmen-Rechtschutzversicherung. Welche privaten Absicherungen für Selbstständige sinnvoll sind, ist Thema in diesem Beitrag; detaillierte Informationen rund um die Betriebshaftpflichtversicherung hält der folgende Beitrag vor.
 

Das sind die Aufgaben einer Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung ist die „Nummer sicher“ für jeden Selbstständigen. Zum einen fungiert diese Versicherung als Wächter des Rechts. Das bedeutet, dass – im Fall eines Schadensersatzanspruchs – die Versicherungsagentur zunächst einmal prüft, ob die Ansprüche überhaupt berechtigt sind. Ist das der Fall, kommt die Versicherung für die Entschädigung berechtigter Ansprüche auf; ist dies nicht der Fall, wiegelt die Versicherung die unberechtigten Ansprüche ab. Ggf. vertritt die Versicherung den Selbstständigen auch vor Gericht, was im Fachjargon der Versicherungsbranche als „passiver Rechtschutz“ bezeichnet wird. Eine Firmen-Rechtschutzversicherung kann diese Versicherung allerdings nicht ersetzen.
 

Die wichtigsten Details zur Betriebshaftpflichtversicherung im Überblick

  • Versichert sind in der Betriebshaftpflichtversicherung alle Mitarbeiter im Unternehmen – und zwar für den Zeitraum ihrer aktiven Tätigkeit im Betrieb. Je nach Versicherer umfasst die Regelung Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte, Praktikanten, Werkstudenten, Subunternehmer und Reinigungskräfte.

  • Unterhält der Selbstständige eine Betriebsimmobilie, eigene Betriebsstätten oder befindet sich ein solches Objekt aktuell im Bau, greift auch hier im Bedarfsfall die Betriebshaftpflichtversicherung.

  • Die Deckungssumme der Betriebshaftpflichtversicherung sollte zwischen drei und fünf Millionen liegen. Detailplanungen sollten mit Blick auf die Branche erfolgen, denn jede Branche birgt unterschiedliche Risikofaktoren.

  • Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist für Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler gleichermaßen eine gute Investition. Sie schützt den Betrieb unabhängig von der Größe davor, im Schadensfall in eine finanzielle Schieflage zu geraten.

  • Was für Freiberufler und Selbstständige sinnvoll ist, ist für Schausteller, Baustatiker, Jäger, Fachkräfte der Abfallwirtschaft, Akteure im Bewachungsgewerbe, Betreiber von Schießstätten sowie für das Bodenpersonal von Flugplatzbetreibern sogar Pflicht.

Tipp: Hiscox hat sich als Versicherungsanbieter auf Unternehmer und Selbstständige spezialisiert und bietet online die Möglichkeit, direkt den Versicherungsbeitrag einer Betriebshaftpflichtversicherung zu kalkulieren. Auszuwählen ist dazu zunächst die Branche. Verfügbar sind IT-Berufe, Berufe der Dienstleistungsbranche, handwerkliche Berufe, Unternehmensberater, Online-Shop-Betreiber, Heilnebenberufe, Berufe aus Marketing und Werbung sowie andere Berufe. Um den Beitrag errechnen zu können, muss der Nettoumsatz der letzten 12 Monate angegeben werden. Eine Tätigkeitsbeschreibung sowie einige Daten, die als Berechnungsgrundlage dienen, sind ebenfalls online einzutragen, bevor die Beitragsberechnung starten kann.
 

Betriebshaftpflicht und Berufshaftpflicht. Wie gut ist die Kombi?

Die Kombination der Betriebshaftpflichtversicherung und der Berufshaftpflichtversicherung stellt das Rundum-Sorglos-Paket dar, denn: Während in der Betriebshaftpflichtversicherung Sach- und Personenschäden abgedeckt sind, liegt der Fokus der Berufshaftpflichtversicherung auf Vermögensschäden. Das bedeutet: Entsteht durch fehlerhaftes Handeln des Unternehmers oder eines Mitarbeiters einem Dritten ein Vermögensschaden, wäre dieser ebenfalls im Rahmen der Versicherung abgedeckt. Diese Komponente bildet die eingangs erwähnte „kleine Schwester“ der Betriebshaftpflichtversicherung, die sogenannte Vermögensschadenshaftpflichtversicherung.

Deutlich wird der Unterschied der zwei Versicherungsvarianten in diesen direkten Beispielen:

  • Die Betriebshaftpflichtversicherung kümmert sich um die Regulierung des Schadens, wenn ein Handwerker damit beauftragt wurde, einen neuen Fußboden zu verlegen. Während dieser handwerklichen Tätigkeit unterläuft ihm ein Fehler, der die Fußbodenheizung zerstört. Da der Fehler nicht sofort aufgefallen ist, kam es zum Wasserschaden – in der Wohnung, in der der Boden verlegt wurde, und in der Wohnung darunter. Das ist ein klarer Fall für die Betriebshaftpflichversicherung.

  • Die Berufshaftpflichtversicherung kümmert sich um die Regulierung des Schadens, wenn ein Übersetzer mit der Übersetzung einer IT-Anleitung betraut wurde, diese Aufgabe aber nicht fehlerfrei umgesetzt hat. Die Versicherung übernimmt dann den Schaden, wenn durch die Übersetzungsfehler Daten im System gar nicht oder falsch erfasst wurden. Der Grund: Dem Endkunden wurde mit dieser Fehlfunktion ein Vermögensschaden zugefügt, deswegen bezahlt die Berufshaftpflichtversicherung (= die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung).

Ein fehlerhaftes Produkt bzw. die Haftung für ein fehlerhaftes Produkt steht auf einem anderen Versicherungsblatt. Das heißt: In aller Regel greift hier die sogenannte Produkthaftpflichtversicherung. Bei manchen Versicherern ist sie Teil der Betriebshaftpflichtversicherung. Ein Blick in die Vertragspolice lässt diesen Punkt schnell klären.

Vor dem Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung sollte überprüft werden, welche Tätigkeitsschäden in der Versicherungspolice berücksichtigt sind. Auch Folgeschäden, eine Absicherung im Ausland, Internetrisiken, Umweltschäden und Allmählichkeitsschäden, die nicht sofort, sondern zeitlich versetzt auftreten, sind wichtige Faktoren, die es bei der Wahl der Versicherung zu beachten gilt.

Tipp: Die Deutschen Versicherer halten online eine Reihe von Haftpflichtbedingungen zum Nachschlagen vor. Diese können dabei helfen, einen Versicherungsvergleich zu unternehmen.

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