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Auswirkung des Mindestlohns: Betriebe erhöhen Preise

Als der gesetzliche Mindestlohn in der Großen Koalition beschlossen wurde, befürchteten nicht wenige Experten, dass es zu einem mehr oder weniger massiven Abbau von Arbeitsstellen kommen würde. Mehrere Untersuchungen und ein Blick auf die Entwicklungen am Arbeitsmarkt jedoch offenbaren, dass dieser Effekt bis dato nicht eingetreten ist. Nun belegen aktuelle Zahlen des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dass der Mindestlohn eher eine andere Folge habe: Vom Mindestlohn betroffene Betriebe erhöhen eher die Preise, anstatt Personal zu entlassen. Bei der aktuellen Untersuchung handelt es sich um eine repräsentative Befragung, an der 16.000 Betriebe teilgenommen haben. Existenzgründer sind vom Mindestlohn immer dann betroffen, wenn sie ihrerseits Personal einstellen. In vielen Fällen ist auch eine vorliegende Tarifbindung zu prüfen. Neben dem Kostenfaktor sind auch die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumentationspflichten in der unternehmerischen Praxis zu beachten.
 

Ein Blick auf aktuelle Auswirkungen des Mindestlohns

Natürlich kann nicht geleugnet werden, dass es durch den Mindestlohn partiell auch zu Personalabbau gekommen ist. Dieser drückt sich gemäß der aktuellen Zahlen aber eher durch eine Zurückhaltung bei der Einstellung und weniger durch Entlassungen aus. Insgesamt geben aber nur etwa 10 % der vom Mindestlohn direkt betroffenen Betriebe an, bei Einstellungen mit größerer Zurückhaltung zu agieren. Weniger als 5 % aller befragten Betriebe geben an, durch den Mindestlohn Entlassungen durchführen zu müssen. In diesen Fällen handelt es sich aber mehrheitlich um Minijobs, die teilweise zu sozialversicherungspflichtigen Verhältnissen zusammengelegt worden sind. In der Untersuchung wird davon ausgegangen, dass es ohne die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes 60.000 Beschäftigungsverhältnisse mehr geben könnte. Nicht genau beziffert werden kann jedoch, wie viele dieser Beschäftigungsverhältnisse Minijobs gewesen wären. Insgesamt zeige sich der Arbeitsmarkt in einer stabilen und absolut robusten Verfassung. Die Arbeitsmarktforscher betonen insgesamt, dass der Mindestlohn nicht zu großen negativen Auswirkungen auf den hiesigen Arbeitsmarkt geführt hätte.
 

Weitere Effekte des Mindestlohns in der unternehmerischen Praxis

In einigen Unternehmen kann beobachtet werden, dass der gesetzliche Mindestlohn zur Verdichtung oder Reduzierung von Arbeitszeiten geführt hat. Dies gaben gemäß der hier angeführten Untersuchung knapp 20 % der Betriebe an, die zumindest zu einer der beiden Maßnahmen gegriffen haben. Bei rund 6 % der vom Mindestlohn betroffenen Unternehmen kann beobachtet werden, dass Investitionen reduziert oder hinausgezögert werden. Dagegen gab nur 1 % der befragten Unternehmen an, dass in Folge des Mindestlohns menschliche Arbeitskraft durch Maschinen rationalisiert wurde. Zudem zeigt die Untersuchung, dass vorhandene Ausnahmeregelungen in Bezug auf Beschäftigte und 18 Jahren oder für Langzeitarbeitslose nur von 1% der Betriebe genutzt werden.

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