In diesen Bereichen profitiert Selbstständigkeit vom Bau- und Sanierungs-Boom

Bauboom Statistik

Deutschland baut und renoviert. Zwar nicht so extrem, wie es in früheren Jahrzehnten der Fall war, aber durchaus in einem Maß, das sich sehr stark von den vergangenen 20 Jahren unterscheidet. Primär profitieren davon alle Gewerbe, die klassisch am Bau vertreten sind – zwischen Tiefbauer und Dachdecker. Das allerdings sind in weiten Teilen Gewerke, in denen ein Meisterzwang existiert – oder zumindest mit Begin des Jahres 2020 wieder eingeführt wurde.

Bedeutet das also, dass alle, die kein (Handwerks-)Meister sind, außenvorbleiben müssen? Mitnichten. Denn es ist auch auf andere Weise möglich, als Selbstständiger diese Boom-Phase, deren Ende noch nicht abzusehen ist, mitzunehmen. Der folgende Artikel gibt Anregungen, auf welche Weisen das möglich ist.
 

1. Als Makler

Wo finde ich einen schönen Altbau, den es sich zu renovieren lohnt? Wo gibt es noch bezahlbare Baugrundstücke? Mit solchen Fragen tragen sich zu jeder Zeit zehntausende Menschen. Und auch wenn zahllose Immobilien-Webseiten sich auf die Fahnen geschrieben haben, die Antwort auf direktem Wege zu verraten, so führt doch nach wie vor häufig kein Weg an einem Makler vorbei.

Ja, dieses Metier ist von harten Konkurrenzkämpfen geprägt. Aber es ist auch ein Feld, in dem man nach wie vor mit eisernem Leistungswillen weit kommen kann – und das ohne weitergehende Hürden, denn es braucht nur eine Anmeldung nach § 34c der Gewerbeordnung. Danach darf man sich, Erfolg vorausgesetzt, pro verkauftem Objekt auf zwischen drei und fünf Prozent des Kaufpreises als Courtage freuen.
 

2. Als Küchenstudio-Betreiber

Von allen Installationen in einem Haus ist die Küche die mit Abstand teuerste Einzelmaßnahme – noch weit vor teurer Heimelektronik, umfangreichen Badinstallationen etc. Aber gerade die Kochzeile ist auch durch große Fluktuation bei den Trends gekennzeichnet – gestern Hochglanz, heute totalmatt, übermorgen?

Rechnet man dann noch die Vielzahl von möglichen Variationen bei den Einbaugeräten, den Arten und Zahlen von Schränken, Schubladen und dergleichen hinzu, stehen viele Hausbauer und Sanierer vor einem großen Problem – welches der Betreiber eines Küchenstudios mit Geschmack, Stil und Kenntnis der Branche völlig aus der Welt schaffen kann.

Dieses Metier eignet sich dabei besonders, um Franchisenehmer zu werden, da man im Vergleich zum Wert eines derartigen Studios nur einen niedrigen fünfstelligen Betrag als Eigenkapital benötigt, statt es mit riesigen Summen aus dem Boden stampfen zu müssen. Allerdings sollte man einschlägige (Berufs-)Erfahrungen in diesem Bereich mitbringen, denn die Konkurrenz ist groß und Franchisegeber wählerisch.
 

3. Als Einrichtungsberater

Deutschland kennt (Innen-)Architekten und Raumausstatter – letzterer einer jener Berufe, für die neuerdings wieder Meisterzwang gilt. Oftmals wird angesichts dieser zwei mächtigen Berufsbezeichnungen der Dritte im Bunde vergessen, der Einrichtungsberater.

Er orientiert sich in die feine Nische zwischen diesen beiden Berufen. Der Einrichtungsberater entwirft, berät, erstellt Konzepte. Oftmals wird das nur mit Arbeit in Möbelhäusern in Verbindung gebracht; das ist jedoch an der vollen Wahrheit vorbei. Dabei handelt es sich nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung – Einrichtungsberater kann also im Prinzip jeder werden. Allerdings ist es für erfolgreiche Selbstständigkeit von zentraler Wichtigkeit, felsenfest in diesem Metier zu stehen.

Dazu bietet es sich an, sich zum Staatlich geprüften Einrichtungsfachberater weiterbilden zu lassen. Das offerieren mehrere Fachschulen, in Vollzeit dauert es zwischen einem dreiviertel und einem Jahr, auch hier sind die Anforderungen vergleichsweise gering. Ein mittlerer Schulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung sind meist Grundvoraussetzung, teils auch Berufspraxis.

Als Staatlich geprüfter Einrichtungsfachberater kann man sich mit guten Erfolgschancen selbstständig machen. Interessant auch deshalb, weil gerade im privaten Hausbau viele auf einen Innenarchitekten verzichten, aber dennoch von fachlicher Expertise profitieren möchten.
 

4. Als Feng Shui Berater

Was ist Feng Shui? Nein, es ist sehr viel mehr als das, was einem online meist erklärt wird – es genügt nicht, im Wohnzimmer einen runden Teppich in die Raummitte zu legen oder keine Spiegel gegenüber von Türen aufzuhängen.

Echtes Feng Shui ist ein sehr ganzheitlicher Ansatz, der das Ich eines Menschen mit seiner Umwelt harmonisieren soll. Kein Hokuspokus und auch nichts, was man durch einige Gänge ins Einrichtungshaus beheben könnte.

Zwar dürfte sich prinzipiell jeder Feng Shui Meister nennen, diese Bezeichnung ist nicht geschützt. Doch auch hier gibt es rechtsgeschützte Begriffe, welche für Kunden die Spreu vom Weizen trennen. Wer dementsprechend ein Diplom Feng Shui Berater werden will, muss dazu eine – meist einjährige – Ausbildung an einer Akademie absolvieren. Hier taucht er in die umfassenden Grundlagen ein, die ihm das nötige Wissen vermitteln, um Kunden bei einer echten Feng Shui Gestaltung ihres Lebensumfelds beraten zu können – etwas, das sehr häufig nachgefragt wird.
 

5. Als Bau- / Gartenmarkt-Betreiber

Bauen, Sanieren und Renovieren ist eine immens teure Angelegenheit – marktwirtschaftliches Prinzip, in einer Zeit, wo das Angebot an Fachleuten so knapp ist. Kein Wunder also, dass das Selbermachen innerhalb (und außerhalb) der eigenen vier Wänden enorme Erfolge feiert; ganz gleich ob es sich um einfache Arbeiten handelt oder die berühmte „Muskelhypothek“.

Dazu sei eine Zahl genannt: 18,75 Milliarden Euro – der Umsatz, den 2018 alle Baumärkte Deutschlands gemacht haben. Wohlgemerkt nur diejenigen ab 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Insgesamt hat der Selbermacher-Markt hierzulande ein Volumen von rund 50 Milliarden Euro, für das Thema Garten kommen weitere 19 Milliarden hinzu. Eine kontinuierliche Umsatzsteigerung seit Jahren. Und das, obwohl die Zahl der Märkte seit der Weltwirtschaftskrise geschrumpft ist.

Abermals bietet sich hier der Einstieg über ein Franchise-System an, da der Selbermacher-Markt (europaweit) praktisch komplett von einigen großen Namen beherrscht wird. Zudem gibt es hier die Sicherheit, auch nach dem (unabsehbaren) Ende des Booms weiterhin gute Umsätze generieren zu können. Denn Selbermachen ist nach Ansicht der meisten Experten ein Trend, der gekommen ist, um zu bleiben.
 

6. Als Gartenplaner / Gartenberater

Abermals haben wir es mit einem Beruf zu tun, der auf die Grenze zwischen dem Landschaftsarchitekten auf der einen Seite und dem Landschaftsgärtner auf der anderen zielt. Gartenplaner und -berater sind keine geschützten Berufsbezeichnungen. Unter beiden Begriffen finden sich aber sehr viele Fachleute. Viele Landschaftsarchitekten nennen sich so, um Kontakt-Hemmnisse abzubauen. Gartenplaner sind auch oft Landschaftsarchitekten, die nicht bei ihrer Kammer eingetragen sind.

Aber: Es bleibt genügend Raum für Menschen, die Spaß und vor allem viel Wissen darüber mitbringen, wie man aus dem, was nach dem Bau vor und hinter einem Haus übrigbleibt, ein wohnliches, ökologisches und möglichst pflegeleichtes grünes Kleinod machen kann.

Fachkenntnisse in der Botanik sind Pflicht für erfolgreiche Selbstständigkeit. Auch ein landschaftlich geschultes Auge, um Stärken und Schwächen eines Stück Gartens zu erkennen. Tatsächlich sind die meisten Gartenberater / Gartenplaner Universaltalente im Grünen, sodass Erfolgsmöglichkeiten auch für diejenigen bestehen, die keine einschlägige Ausbildung mitbringen.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

 

Sie möchten Ihr Haus verkaufen?

Auf unserem neuen Portal hausverkauf.de finden Sie alle wichtigen Informationen, die Sie bei einem Verkauf mit oder ohne Immobilienmakler beachten müssen.