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Berufserfahrung vs. Bildungsabschluss: Vor- und Nachteile

Junge Mitarbeiterin belehrt erfahrenen Kollegen

Die Suche nach passendem Personal für Ihr Unternehmen kann einer Suche nach der sprichwörtlichen Stecknadel im Heuhaufen gleichen. Doch das muss sie nicht. Wichtig ist, dass Sie wissen, wen Sie in Ihrem Unternehmen brauchen. Schreiben Sie ein Anforderungsprofil, auf dem fachliche Kompetenzen und Berufserfahrung gleichermaßen dokumentiert sein werden. Welche Punkte letztlich stärker wiegen, das können Sie nur selbst entscheiden. Welche Vor- und Nachteile Berufserfahrung und/oder ein Bildungsabschluss mit sich bringen, das soll dieser Beitrag deutlich machen.
 

Berufserfahrung. Was sie Ihnen nützt und worin die Gefahren liegen.

War ein Bewerber bereits in mehreren Unternehmen tätig, dann spricht man im Allgemeinen davon, dass dieser Bewerber Berufserfahrung mitbringt. Eben diese Erfahrungen, die potentielle Mitarbeiter mit in Ihr Unternehmen einbringen, können dieses sowohl bereichern als auch gehörig auf den Kopf stellen.
 

Bewerber mit Berufserfahrung sind ein Gewinn,

  • wenn sie Erfahrungen im Betrieb einbringen, ohne dabei besserwisserisch zu sein.
  • wenn sie verstehen, das in jedem Betrieb eigene Gesetze und Strukturen gelten.
  • wenn sie sich ihrem jeweiligen Arbeitgeber gegenüber zu 100 Prozent loyal und integer verhalten.
     

Bewerber mit Berufserfahrung sind ein Problem,

  • wenn sie glauben, Ihr Unternehmen „umbauen“ zu müssen – nach dem Vorbild des vorherigen Arbeitgebers.
  • wenn sie die Anstellung in zu kurzen Abständen wechseln. Das sollte Sie in jedem Fall stutzig machen.
  • wenn sie Informationen sammeln und nicht verschwiegen sind.

Berufserfahrung bedeutet nicht nur Fachkenntnisse in der Praxis angewandt zu haben. Berufserfahrung bedeutet auch, in einem unternehmerischen Gefüge gearbeitet zu haben. Dort sind nicht nur berufliche Fähigkeiten gefragt, sondern auch die Fähigkeit, mit verschiedenen Menschen zu interagieren. Verhaltensweisen im Team und Vorgesetzten gegenüber konnten so in der Realität trainiert werden.
 

Der Bildungsabschluss. Was er Ihnen nützt und was keinen Effekt hat.

Natürlich ist der Bildungsabschluss eines Bewerbers ganz grundsätzlich ein Indiz dafür, für welchen Posten er "gemacht" ist. So ist eine Kauffrau für Bürokommunikation in der Regel für Sachbearbeiter-Tätigkeiten ausgebildet. Der Bilanzbuchhalter ist am Empfang deplatziert und sollte tunlichst in der Finanzbuchhaltung arbeiten. Allerdings ist es dabei vor allem entscheidend, welche inhaltliche Prägung die schulische Ausbildung hatte. Auf die einzelnen Noten sollten Sie vor allem bei jungen Mitarbeitern achten. Sprich: Sie planen einen Azubi einzustellen, dann werfen Sie natürlich einen Blick auf die Noten in den Fächern, die berufsrelevant sind. Grundsätzlich gilt auch: Je älter der Bewerber ist, das heißt je länger die Schulzeit zurückliegt, desto unwichtiger werden die Schulnoten. Nun zählen Weiterbildungsabschlüsse, die meist auch inhaltlich bedeutender sind.
 

Bewerber mit einem guten Bildungsabschluss sind ein Gewinn,

  • weil Sie wissen, dass sich Engagement und Leistung in Form von guten Noten auszahlt.
  • weil Sie meist auch gewillt sind, sich im Betrieb weiterzubilden.
  • weil Sie für künftige Auszubildende ein Vorbild darstellen.
     

Bewerber mit keinem Bildungsabschluss sind ein Problem,

  • weil ihnen oftmals die Grundlagen fehlen, die eine Schulbildung fachlich mit sich bringt.
  • weil es ihnen manchmal an einer grundlegenden Struktur und Disziplin fehlt, die während der Ausbildung geschult wird.
     

Praxisbeispiel: Darauf kommt es bei Ihnen an!

Sie sind sich unsicher, ob Sie die Berufserfahrung oder den Bildungsabschluss Ihres Bewerbers höher gewichten sollen? Dann gibt es ein einfaches Praxisbeispiel, das nun hilft: Richten Sie den Spiegel doch einmal auf sich selbst. Womit punkten Sie? Mit Berufserfahrung oder mit einem hohen Bildungsabschluss? Woran scheitern Sie? An der Erfahrung oder an fehlenden Ausbildungsinhalten?

Wenn Sie darauf eine Antwort geben können, kann dies ein wichtiger Hinweis darauf sein, welche Messlatte Sie bei Ihren Bewerbern anlegen sollten. Häufig ist die Entscheidung auch branchenabhängig. In klassischen Lehrberufen ist eine solide, versierte Ausbildung das A und O. Wenn es hingegen um einen Job oder eine Branche geht, in der es wichtig ist, Menschenkenntnis zu beweisen, sind Lebens- und Berufserfahrung deutlich entscheidender.

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