Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf die Wirtschaft?

Zu Beginn der sich anbahnenden Corona-Krise Anfang März war unklar, ob und inwiefern sich die Pandemie auf die Wirtschaft in Deutschland auswirken würde. Von einem leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) war zunächst die Rede. Die neuesten Zahlen zeigen nun, dass sich die Corona-Krise in historischen Dimensionen auf die Konjunkturentwicklung in Deutschland auswirken wird.
 

Düstere wirtschaftliche Aussichten für 2020

Update: 13.5.2020 - Im am 29. April 2020 vorgestellten Frühjahrsgutachten der Bundesregierung stellt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier einen Einbruch des Bruttoinlandproduktes um 6,3 % in Aussicht. Das würde die Ausmaße des Krisenjahres 2009 noch übertreffen. Damit zeichnet sich immer verlässlicher ab, dass das Coronavirus die deutsche Wirtschaft in die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg stürzt.

Coronavirus-Krise trifft den Arbeitsmarkt mit voller Wucht

Auf dem Arbeitsmarkt schlägt die Coronavirus-Pandemie nun nach ersten Zahlen Ende April 2020 ebenfalls mit voller Wucht durch: Unternehmen in Deutschland haben für mehr als 10 Millionen Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, sodass fast jeder vierte (!) Arbeitnehmer betroffen sein könnte. Klar ist aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, wie viele Unternehmen tatsächlich in welchem Umfang darauf zugreifen werden. Stark gestiegen um deutlich um fast 400.000 ist auch die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland. Für April 2020 handelt es sich laut Experten um einen historischen Anstieg, denn normalerweise setzt um diese Zeit die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt ein. Im Gegensatz zu mehr als 30 Millionen Arbeitslosen in den USA binnen weniger Wochen ist die Lage in Deutschland aber vergleichsweise gut. Die Zahlen zeigen, dass Kurzarbeitergeld für Unternehmen ein wirksames Mittel sein kann, um Mitarbeiter zu halten.

Pleitewelle in vielen Bereichen von Experten befürchtet

Und auch der Geschäftsklimaindex verheißt nichts Gutes, denn er ist ebenfalls auf einen historischen Tiefstand gestürzt. In vielen Unternehmen wird die Lage als katastrophal gesehen. Die Konsumlaune der Deutschen ist auf einen Tiefpunkt gefallen. In den Innenstädten herrschte vielerorts trotz wieder geöffneter Geschäfte gähnende Leere. In vielen Bereichen, vor allem in der Gastronomie, in der Hotellerie, aber auch im Handwerk, rechnen Experten mit einer massiven Pleitewelle, falls der Lockdown noch über einen längeren Zeitraum andauern sollte. Die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen für Selbstständige (https://www.selbststaendig.de/corona-staatliche-hilfsgelder-beantragen) und Unternehmen werden nicht reichen, um einen allzu langen Zeitraum ohne nennenswerte Einnahmen überbrücken zu können.


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Update: 30.3.2020 - Mittlerweile steht das öffentliche Leben seit 14 Tagen mehr oder weniger still. Viele Geschäfte sind geschlossen, in der Wirtschaft mehren sich die Anzeichen für einen dramatischen Einbruch bzw. für eine Pleitewelle. Anfänglich optimistische Einschätzungen, dass Wachstum werde nur geringfügig unter dem Coronavirus leiden, scheinen sich nicht zu bewahrheiten. Zu diesem Ergebnis kommen nun auch die Wirtschaftsweisen in einem aktuellen Sondergutachten angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise.
 

Sondergutachten der Wirtschaftsweisen zur Corona-Krise

Aus dem am 30.3.2020 veröffentlichten Gutachten geht hervor, dass Deutschland vor einer schweren Rezession steht bzw. diese sich nun nicht mehr vermeiden lässt. Je länger der Shutdown der Wirtschaft anhalte, desto gravierender werden die Auswirkungen. Unter der Annahme eines günstigen V-Szenarios würde das Bruttoinlandsprodukt nur um 2,8 % schrumpfen. Dafür müsste die Wirtschaft aber sofort wieder anspringen, was angesichts der tiefen Krise in vielen Ländern eher unwahrscheinlich ist.

Tritt jedoch das U-Szenario ein und springt die Wirtschaft über einen längeren Zeitraum nicht an, so rechnen die Wirtschaftsweisen mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von 5,3 %. Zum direkten Vergleich: 2009 war das BIP in Folge der weltweiten Finanzkrise um 5,7 % eingebrochen.

Abgesehen von den Wirtschaftsweisen haben sich andere Experten zum Teil mit noch düsteren Prognosen gemeldet und einen Einbruch der Wirtschaftsleistung in historischem Ausmaß zwischen 8 und 20 % prognostiziert . Der Begriff ‚Mutter aller Rezessionen‘ ist in diesem Kontext gefallen. Verlässliche Zahlen werden sich erst in einigen Monaten projizieren lassen. Dann steht auch fest, welchen Effekt die jetzt von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen haben, um die Auswirkungen der Krise insgesamt abzufedern.

Strukturelle Veränderungen durch das Coronavirus (COVID-19) wahrscheinlich

Letztlich, so betonen die Experten, bieten sich in der Krise auch Chancen für Verhaltensanpassungen in Unternehmen. So wird aktuell deutlich, dass Videokonferenzen eine echte Alternative zu teuren und zeitintensiven Dienstreisen sein können. Problematisch ist allerdings, dass gerade im Hotelgewerbe Nachfrageausfälle nicht nachgeholt werden könnten.

Welche staatlichen Hilfen Selbstständige, Existenzgründer und Kleinunternehmer zur Wahrung ihrer Liquidität in Anspruch nehmen können, lässt sich hier ( https://www.selbststaendig.de/corona-staatliche-hilfsgelder-beantragen ) in übersichtlicher Form nachvollziehen.

 

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Update: 10.3.2020 - Auch wenn niemand das konkrete Ausmaß des wirtschaftlichen Abschwungs zum jetzigen Zeitpunkt bemessen kann, so mehren sich die Krisenanzeichen ganz deutlich. In den letzten Tagen hat die Entwicklung eine neue Dynamik erreicht. Es zeichnet sich ab, dass das Coronavirus vielen Branchen stark zusetzen dürfte.

In Deutschland ist Zahl der am Coronavirus erkrankten Menschen auf über 1.000 gestiegen (Stand 9. März 2020). Der Dax ist am genannten Tag so stark wie seit 2001 nicht mehr eingebrochen und auch der Ölpreis hat aufgrund der sinkenden Nachfrage um gut 30 % nachgegeben. Zuletzt hat der Ölpreis zu Zeiten des Golfkriegs 1991 derart stark nachgegeben. Der Handel wurde an der Wall Street aufgrund massiver Verluste zwischenzeitlich ausgesetzt.

Angesichts dieser Entwicklungen wird deutlich, dass sich das Coronavirus und die unsichere Wirtschaftslage deutlich auf die Börsenkurse weltweit auswirken. Viele Ökonomen gehen mittlerweile davon aus, dass das Coronavirus zu einer weltweiten Rezession führen wird. In Deutschland sollen bis auf weiteres Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt werden. Für den bedeutenden Messestandort Deutschland kann das zu massiven Problemen führen. Der Konjunkturindex in der gesamten Eurozone ist um 22,3 % eingebrochen.
 

Welche Branchen sind besonders vom Coronavirus betroffen?

Da viele Messen abgesagt wurden/werden, stehen Messebauer in Deutschland vor einer immensen Herausforderung. In vielen Betrieben sind die Aufträge storniert worden, die Nachfrage ist stark eingebrochen. Auch bei Airlines schlägt das Coronavirus voll durch, tausende Flüge sind bereits gestrichen worden. In der gesamten Reisebranche ist mit erheblichen Einbrüchen zu rechnen, zumal die Verunsicherung viele potenzielle Kunden vom Buchen abhalten wird. Ebenfalls im Hotel- und Gaststättengewerbe melden sich erste Betriebe und beklagen Umsatzeinbrüche von bis zu 70 %. Letztlich hängen die Sektoren auch zusammen, denn ausfallende Messen und Großveranstaltungen führen zwangsläufig zu Stornierungen im Hotelgewerbe.

Kritisch in diesen Bereichen ist, dass es keine Nachholeffekte bei solchen Dienstleistungen gibt. Ein nicht vermietetes Zimmer bringt kein Geld rein: Diese Tatsache lässt sich später nicht mehr ausgleichen. Wer eine Geschäftsidee in einem dieser Dienstleistungsbereiche betreibt, sollte sich mit den Beschlüssen der Bundesregierung vom 8.2.2020 befassen und neue Handlungsspielräume prüfen. Fest steht: Viele Betriebe wollen Mitarbeiter nicht entlassen, zumal sie durch den Fachkräftemangel bei wieder anziehender Konjunktur Probleme haben könnten, neues Personal einzustellen.

Maßnahmen der Bundesregierung zur Entschärfung der Corona-Krise

Angesichts der sich mehrenden Krisenanzeichen hat die Bundesregierung mit einem Maßnahmenpaket reagiert, das Unternehmen in Deutschland bei der Bewältigung der Corona-Krise helfen soll. Im Wesentlichen sind Erleichterungen bei der Kurzarbeit sowie ein milliardenschweres Investitionsprogramm beschlossen worden. In erster Linie soll es darum gehen, Mitarbeiter in Unternehmen halten zu können und für Liquidität zu sorgen, bis die Konjunktur wieder anspringt.
 

Diese Optionen können Selbstständige zur Krisenbewältigung nutzen:

Antrag auf Kurzarbeit prüfen, um Fachpersonal zu halten

Wer ein Geschäft in den genannten Bereichen betreibt oder die Auswirkungen des Coronavirus anderweitig in der Wertschöpfungskette bereits deutlich spürt, kann einen Antrag auf Kurzarbeitergeld prüfen. Es ist vorgesehen, dass die Arbeitsagentur 60 % des Nettolohns ausgleicht und für die Betroffenen die Sozialbeiträge übernimmt. Zudem soll der Zugang generell unbürokratisch gestaltet werden. Ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld ist prüfbar, wenn 10 % der Beschäftigten in einem Unternehmen von Arbeitsausfällen betroffen sind. Diese Maßnahmen haben sich bereits 2008 bewährt und dürfen daher als praxiserprobt gelten.
 

Überbrückungskredite zur Sicherstellung der Liquidität

Falls es zu Lieferkettenausfällen kommt, können Unternehmen auf staatliche Überbrückungskredite zurückgreifen. So ist gewährleistet, dass Liquidität und somit Handlungsfähigkeit in akuten Krisenzeiten gewahrt bleiben. Die Bundesregierung betont, Unternehmen unterstützen zu wollen, die dringend Hilfe benötigen. Diese Maßnahme ist also nicht im Sinne des Gießkannenprinzips gedacht. Selbstständige, die in nächster Zeit Liquiditätsprobleme befürchten, sollten prüfen, ob und unter welchen Bedingungen sie diese staatliche Unterstützung nutzen können. Für alle Selbstständigen/Unternehmer ist in akuten Krisenzeiten ein ganzheitliches Liquiditätsmanagement essentiell. Es gilt, Entwicklungen zu antizipieren und Hilfen nicht erst anzufordern, wenn das Unternehmen quasi schon insolvent ist.

Als dritte Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus ist ein Investitionspaket von gut 12 Milliarden Euro bis 2024 vorgesehen. Dieses zielt u.a. auf die Infrastruktur ab.

 

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2.3.2020 - Angesichts der ersten deutlichen Börsenverluste fragen sich viele Selbstständige und Existenzgründer nun: Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf die Weltwirtschaft? Mit welchen wirtschaftlichen Effekten und welchen Hilfestellungen aus der Politik ist zu rechnen, damit stabilisierend auf eine sich eventuell verschärfende Wirtschaftskrise eingewirkt werden kann? Bis jetzt gehen Wirtschaftsexperten davon aus, dass das Corona-Virus (COVID-19) zumindest eine deutliche Delle im ersten Quartal 2020 hinterlassen wird. Aber auch eine Rezession in der Weltwirtschaft scheint nicht ausgeschlossen, da China als global wichtiger Handelspartner stark vom Ausbruch des Coronavirus betroffen ist. Der Bundesfinanzminister hat indes durchblicken lassen, dass ein Konjunkturpaket zur Krisenbewältigung durchaus im Bereich des Möglichen ist.
 

Übersicht: Auf folgende Themen/Fragen geht dieser Beitrag ein

  • Welche Folgen hat das Coronavirus für die Weltwirtschaft?

  • Mit welchen wirtschaftlichen Folgen ist in Deutschland zu rechnen?

  • Coronavirus: Welche Maßnahmen plant die Politik?

  • Aktuelle Befragung: Welche Folgen sehen unmittelbar betroffene Unternehmen?

  • Fazit zur möglichen Krise: Gefahr & Chance in einem!


Coronavirus & wirtschaftliche Folgen: aktuelle Auswirkungen

Generell sollten Selbstständige bzw. Existenzgründer in ihrem Aktionsradius die Lage regelmäßig beobachten und bewerten. In einer sich womöglich anbahnenden Krise ist es wichtig, Ordnung in den Zahlen zu haben bzw. auf ein aussagekräftiges Controlling zurückgreifen zu können. So wird etwa schnell deutlich, wenn Aufträge wegbrechen oder es aber zu massiven Verzögerungen in der Wertschöpfungskette kommt. Klar ist, dass das Coronoavirus (Covid-19) oder besser gesagt die Angst vor dessen Ausbreitung jetzt schon in China massive Folge hat. Da Deutschland regen Handel mit dem Reich der Mitte betreibt, sind wirtschaftliche Folgen als wahrscheinlich anzusehen.

Deutlich zu spüren sind die Auswirkungen an der Börse, denn der Dax hat bis Ende Februar 2020 so stark an Wert verloren wie zuletzt in der akuten Schuldenkrise. Mit der bekannten Reisemesse ITB ist eine wirtschaftlich wichtige Veranstaltung mit globaler Bedeutung abgesagt worden. Da internationale Lieferketten mittlerweile teils unterbrochen sind, beklagen erste kleinere und mittelständische Unternehmen Auswirkungen der Coronakrise. Erste Unternehmen spielen bereits mit dem Gedanken, im Falle einer deutlich reduzierten Nachfrage Kurzarbeit als Instrument zur Überbrückung einzusetzen. Dieses Instrument hatte bereits in der globalen Wirtschaftskrise 2008/09 in Deutschland gute Dienste geleistet.
 

Wie analysiert das Bundeswirtschaftsministerium die Lage?

Bundeswirtschaftsminister Altmaier betont, dass Panik fehl am Platz ist und niemand Stand Anfang März 2020 abschätzen kann, sich die das Coronavirus konkret auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft auswirken wird. Insgesamt geht das Bundeswirtschaftsministerium bisher davon aus, dass sich noch keine signifikanten gesamtwirtschaftlichen Effekte ableiten lassen. Produktion, Handel und Tourismus dürften aber am stärksten die Folgen der Coronakrise zu spüren bekommen. Selbstständige in diesen Bereichen sind dazu aufgerufen, die Lage genau zu verfolgen und mehr denn je mit strategischer Flexibilität handlungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Geplant ist die Einrichtung einer Corona-Hotline für Unternehmen, um Fragen und das konkrete Vorgehen in bestimmten Szenarien zu klären. Auch Kurzarbeitergeld sowie Kredite zu kurzfristigen Unternehmensfinanzierung wurden auf einer Pressekonferenz ins Spiel gebracht. Sollten sich die wirtschaftlichen Auswirkungen zuspitzen, werde auch über die Option eines Konjunkturpaketes nachgedacht.
 

Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF)

Auch wenn die konkreten Auswirkungen auf die Weltwirtschaft bis jetzt nur schwer abzuschätzen sind, so hat der IWF seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft um 0,1 % gesenkt. Für das laufende Jahr ist demnach ein Plus von 3,2 % vorgesehen, von einem gravierenden Einschnitt kann angesichts dessen keine Rede sein. Sollte sich das Coronavirus jedoch stärker auf andere Länder in Asien ausbreiten, so könnte das Wachstum zwischen 0,5 und 1,3 % geringer ausfallen. In Deutschland zeigen ifo-Umfragedaten bislang keine nennenswerten Effekte des Coronavirus. Sollte sich die Situation in China jedoch zuspitzen, so könnte das nennenswerte Effekte auf die deutsche Exportwirtschaft haben. Für Geschäftsideen in diesem Umfeld sollten also Notfallmaßnahmen und ggf. eine krisenfeste Finanzierungsstrategie erarbeitet werden, falls es zu Liquiditätsengpässen kommt.
 

Umfrage der Europäischen Handelskammer in China

Eine aktuelle Umfrage mit 577 Firmen, die in China produzieren, zeigt ein düstereres Bild. Demnach gehen mehr als 25 % der Unternehmen davon aus, dass der Umsatz um mehr als 20 % einbrechen wird. 23,3 % gehen von einem Rückgang zwischen 10 und 20 % aus. 23,6 % der Unternehmen geben an, dass es noch zu früh für eine konkrete Einschätzung sei. Chinesische Unternehmen und deutsche, die dort produzieren, sind von den unmittelbaren Auswirkungen stärker betroffen.
 

Beispiele für konkrete Folgen des Coronavirus

Was die konkreten wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise angeht, so nennen fast 55 % der befragten Unternehmen Nachfragerückgänge für Dienstleistungen oder Produkte. 46 % beklagen einen Engpass bei Arbeitskräften. Weitere 44 % betonen die Schwierigkeit/Unsicherheit, richtige Geschäftsentscheidungen treffen zu können. Knapp 43 % sehen sich mit einem Produktionsrückstand wegen Lieferengpässen konfrontiert. Das sind freilich alles Probleme, die über kurz oder lang auch in deutschen Unternehmen je nach Standort und internationaler Verflechtung akut werden können. Da die Probleme aber benannt sind, lassen sich für das eigene Geschäftsmodell frühzeitig Lösungen bzw. Krisenstrategien erarbeiten.
 

Wie sieht die Situation im Corona-Epizentrum aus?

In Wuhan, dem Entstehungsort des Coronavirus, steht das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben so gut wie still. In diesem besonders betroffenen Ort sind die wirtschaftlichen Auswirkungen drastisch. Wie sehr das Coronavirus dort auf die Wirtschaft einwirkt, verdeutlichen aktuelle Satellitenaufnahmen. Diese zeigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, dass die Luftverschmutzung deutlich zurückgegangen ist. Das ist einer eindeutiger Beleg für die Reduzierung der wirtschaftlichen Produktion. Positiv ist, dass der Coronavirus in China zwischenzeitlich die Luftqualität in der besonders betroffenen Provinz Wuhan verbessert hat. Das nutzt den Infizierten in Quarantäne allerdings wenig. Deutsche Firmen bzw. Selbstständige, die mit dieser Region wirtschaftlich eng verwoben sind, müssen kurzfristig mit starken Auswirkungen rechnen.
 

Coronavirus: Positives Szenario und Signale der Entspannung

Da momentan noch Vieles im Unklaren ist und Wissenschaftler noch nicht alles über das Coronavirus wissen, ist Vorsicht, aber keine Panik geboten. Die Tatsache, dass die Zahl der Neuinfektionen in China deutlich zurückgeht und dass die Sterblichkeitsrate insgesamt sehr gering ist, stimmt viele Experten optimistisch. In Deutschland sorgt das nahende Frühjahr, das Prognosen zufolge überdurchschnittlich warm werden soll, für Zuversicht: Denn je wärmer es wird, desto schwerer haben es Coronaviren mit der Ausbreitung. Dieser Effekt lässt sich auch in den Sommermonaten mit der normalen Grippe beobachten. Mit gebotenem geschäftlichen Optimismus ist daher davon auszugehen, dass es nach einer Delle im ersten Quartal mit Nachholeffekten im Rest des Jahres besser läuft. Sollte es tatsächlich ein Konjunkturprogramm geben, so könnte dieses für doppelte Schubkraft sorgen und die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus in engen Grenzen halten.

Hauptproblem: ein von Angst vergiftetes Konsumklima

Sich abzeichnende Hamsterkäufe in Supermärkten und Panikverkäufe an der Börse weisen auf das eigentliche psychologische Problem hinter dem Coronavirus hin: Angst! Hierin besteht abgesehen von den konkreten Auswirkungen die größte Gefahr für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Denn ist das Konsumklima durch Angst vergiftet, kann es zu stärkeren und nachhaltigeren Auswirkungen kommen. Selbstständige und angehende Existenzgründer sind gut beraten, nicht impulsiv zu handeln und alle Maßnahmen langfristig zu denken. 2008 haben wir gesehen, wie Staaten mit gigantischen Ausgaben und später auch Schutzschirmen den für die Wirtschaft überlebenswichtigen Finanzsektor gestützt haben.
 

Fazit: Deutschland ist seit 2008/09 krisenerprobt

Konjunkturprogramme und Kurzarbeit haben sich in Deutschland als wirksame Maßnahmen erwiesen, um sogar gestärkt durch die Krise zu kommen. Das kann gelingen, indem Maßnahmen mit einer hohen Zukunftsorientierung umgesetzt werden. Es muss in der Krise gelingen, vorhandene geopolitische Unsicherheiten und nationalistischen Protektionismus nicht weiter aufkeimen zu lassen. Verstärkt das Coronavirus diese Entwicklungen, können globale Wertschöpfungsketten gefährdet werden. Das wäre fatal für die exportstarke deutsche Wirtschaft.
 

Mutige Gründer/Geschäftsführer nutzen Krisen, um noch stärker zu werden…

Mit Mut und Zukunftsvisionen können Gründer die aktuelle Coronakrise auch als Chance für eine wachstumsstarke Zukunft nutzen. Das Virus könnte (auch mit Blick auf weitere Bedrohungsszenarien in der Zukunft) die Virtualisierung vorantreiben und somit die Wachstumspotenziale der Digitalisierung noch stärker zum Vorschein bringen.

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