Datensicherheit als Selbstständiger: Was ist zu beachten?

Der Schutz der eigenen Daten ist für Onlinenutzer bereits wichtig. Als Selbstständiger halten User aber nicht nur die eigenen, sondern auch die Daten von Kunden und Geschäftspartnern in den Händen. Das Thema Datensicherheit ist somit sehr wichtig, denn Geschäftsgeheimnisse, Kundendaten, Projekte oder auch Ideen müssen gesichert werden. Aber mit welchen Möglichkeiten funktioniert das?
 

VPN

Die Nutzung eines VPN kann Selbstständigen nur empfohlen werden, unabhängig davon, ob in der Firma oder zu Hause gearbeitet wird. Zuerst einmal erhält der Nutzer über das VPN eine neue IP-Adresse, die er sich mit vielen weiteren Nutzern ›teilt‹. Daten können bei der Übertragung zwar noch abgefangen werden, nicht aber dem eigentlichen Absender zugeordnet werden. Selbstständige sollten VPN in mehreren Versionen nutzen:

  • Unternehmen – das ganze Unternehmen sollte – muss – über ein VPN laufen. Nur so wird sichergestellt, dass auch Angestellte nicht versehentlich ausspioniert werden können. Zudem ist das VPN wichtig, um von unterwegs oder aus dem Homeoffice auf den Firmenserver zuzugreifen. Nur ein geschützter Server ist sicher. Dass sämtliche Arbeitsgeräte ebenfalls mit dem VPN verbunden sein sollten, ist natürlich wichtig.

  • Zuhause – wer von zu Hause aus arbeitet, der richtet seinen Arbeitsplatz so ein, wie den in einem Unternehmen. Sämtliche Firmendaten gehören wiederum in ein VPN, beziehungsweise auf einen über das VPN geschützten Server. Dies ist gerade bei Cloud-Lösungen wichtig.

  • Unterwegs – ob Smartphone, Tablet oder Laptop: Jeglicher Zugriff auf Unternehmensdaten darf nur über ein VPN erfolgen.

Für Selbstständige empfiehlt es sich, sich mit den einzelnen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und Anbieter miteinander zu vergleichen. Ein Einzelselbstständiger kann natürlich auf andere Lösungen (auch onlinebasiert) zurückgreifen, ein Unternehmer mit Betrieb benötigt eine gesamtbetriebliche Lösung.
 

Sichere Datenspeicherung

Datenschutz und Internetsecurity haben eine klare Gemeinsamkeit: Daten müssen gesichert werden. Dies ist schon aus dem Grund wichtig, dass ein Computer immer mal einen Defekt aufweisen oder ein Server in Rauch aufgehen kann. Die Datensicherung muss regelmäßig erfolgen und das natürlich sicher:

  • Datenschutz – wer Cloud-Lösungen für die Datenspeicherung wählt, der muss sich die Lösung genau anschauen. Ist sie sicher, wie geht sie mit Daten um? Es ist zu bedenken, dass in die Cloud wichtige und auch persönliche Daten Dritter geladen werden.

  • Manuelle Datensicherung – sie funktioniert über externe Festplatten. Grundsätzlich sollte sie in kurzen Abständen erfolgen. Früher war es in Unternehmen üblich, dass für jeden Wochentag eine eigene Sicherungsplatte vorhanden war, die jeweils in der nächsten Woche überschrieben wurde.

Abseits der Datensicherung müssen die Daten im Alltag sicher gespeichert werden. Werden sie auf dem Computer oder auf dem stationären Server gespeichert, greifen die Maßnahmen rund um das VPN. Da viele Programme heute aber onlinebasiert sind und es sich häufig um Cloud-Lösungen handelt, spielt wieder der Vertragspartner eine große Rolle. Wie sicher ist der Anbieter? Insbesondere bei der Wahl neuer Cloud-Lösungen muss der Fokus nicht ausschließlich auf der Programmfunktion, sondern auf der Sicherheit liegen. Dies beginnt bei einer Online-Adressverwaltung und endet bei Buchhaltungsprogrammen.
 

Weitere Maßnahmen

Einzelselbstständige haben es ungleich einfacher als Selbstständige mit einem größeren Betrieb. Warum? Weil sie in erster Linie auf sich selbst achten müssen. Viele Tücken der Datensicherheit hängen mit dem menschlichen Verhalten zusammen. Wer saß nicht schon einmal in einer Kaffee-Kette und wunderte sich darüber, wie offenherzig Geschäftsleute ihre Laptops zeigten und arbeiteten, obwohl das Display von zig Seiten aus einsehbar war? Unachtsamkeit ist eine der größten Gefahren rund um die Datensicherheit. Es gilt:

  • Achtsamkeit – Selbstständige müssen sich zu jederzeit darüber bewusst sein, dass sie mit Daten Dritter arbeiten. Wer unterwegs ist und noch schnell etwas via Smartphone nachschauen möchte, der sollte immer das VPN einschalten.

  • Schutzmaßnahmen – zusätzlich zum VPN ist ein guter Securityschutz notwendig. VPN sorgen dafür, dass gesendete und empfangene Daten nicht zuzuordnen sind, sie verhindern aber nicht, dass Trojaner oder andere Schadprogramme auf das Gerät gelangen. Es hilft nicht, wenn zwar das VPN aktiv ist, dafür aber ein Schadprogramm sämtliche Daten im Hintergrund auslesen kann.

  • Verhalten – das Kaffeebeispiel lässt sich auf unzählige Situationen anwenden. Auch bei sich im eigenen Heim, denn offene Arbeitsunterlagen dürfen niemals von Dritten eingesehen werden. Die Unterlagen aus dem Betrieb offen auf dem Esstisch liegen zu lassen, wenn Besuch kommt, ist gefährlich.

Wer als Unternehmer einen Betrieb führt, der kann nicht nur auf sein eigenes Verhalten achten. Die größte Gefahr für die Sicherheit der Daten befindet sich leider weiterhin vor dem Bildschirm. Daher:

  • Schulungen – gut geschulte und sensibilisierte Mitarbeiter helfen aktiv dabei, die Datensicherheit zu erhalten. Gerade Alltagsschulungen, die sich mit dem Öffnen von E-Mailanhängen, dem Klicken auf Links und allgemein den Gefahren des Internets befassen, sind zwischendurch mehr als sinnvoll. Fakt ist: Es gäbe kein Phishing, würde es niemanden geben, der darauf hineinfällt.

  • Ausstattungen – Mitarbeiter, die von unterwegs oder im Homeoffice arbeiten, müssen entsprechend mit Arbeitsgeräten ausgestattet werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, klar festzulegen, dass nur vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Geräte genutzt werden dürfen, nie aber ein Privatgerät. Selbst ein sorgsamer Mitarbeiter kann bei gemeinschaftlich genutzten Geräten nicht sagen, ob die Kinder eventuell einen Trojaner auf den PC gezogen haben.

  • Soziale Medien – sie sind von Arbeitsgeräten nicht zu nutzen. Zu viele Internetnutzer klicken in den sozialen Netzwerken alle möglichen Links und Spiele an oder melden sich gar via Facebook auf unsauberen Seiten an. Wer die Daten seines Betriebs schützen möchte, der unterbindet dies direkt. Zumal jeder Mitarbeiter ein eigenes Smartphone hat und dieses in der Pause ebenso nutzen kann.
     

Fazit – die Datensicherheit ist das Kapital

Die Sicherheit von geschäftlichen Daten, insbesondere von Kundendaten, ist ein hohes Gut, welches unbedingt geschützt werden muss. Selbstständige riskieren ihren Ruf, wenn Daten aus ihrem Betrieb auch nur in die Hände von Werbetreibenden geraten. Auch die eigenen Geschäftsgeheimnisse und Vorhaben sollten nie in fremde Hände geraten. Mittlerweile gibt es viele gute und günstige Lösungen, die bei der Datensicherheit helfen und vor allem auch das moderne Arbeitsleben mit Homeoffice und Zugängen von unterwegs unterstützen.

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