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Erneute Anhebung des Mindestlohns seit Januar 2017

Schild Mindestlohn

Bereits 2015 hat die schwarz-rote-Koalition mit Einführung des Mindestlohns die Grundlage für ein bundesweites Existenzminimum für Arbeitnehmer ins Rollen gebracht. Nun, zwei Jahre später, wurde die Lohnuntergrenze von 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde angehoben, um die Lebenssicherung für Angestellte zu gewährleisten. Rund vier Millionen Menschen profitieren von dieser Maßnahme. Da sich aus Unternehmensgründern irgendwann Arbeitgeber entwickeln, ist es wichtig, dass diese über die gesetzlichen Regelungen Bescheid wissen.
 

Die Zusammensetzung des Mindestlohns

In einem Turnus von zwei Jahren findet sich die eigens für diese Thematik entstandene Mindestlohnkommission zusammen, um über eine neue Lohnuntergrenze zu entscheiden. Die Kommission besteht aus neun Mitgliedern, die ehrenamtlich agieren und für fünf Jahre gewählt werden. Sie orientieren sich bei ihrer Entscheidung in der Regel an den Tarifentwicklungen der letzten anderthalb Jahre, wobei alle wirksamen Tarifbeschlüsse mit einbezogen werden. Ist dann ein Plus zu verzeichnen, wird dieses in der Entwicklung des Mindestlohns berücksichtig. So kam es in diesem Fall zu einer Erhöhung von 0,34 Cent, die für einen Gewinn von rund 55 Euro in den Taschen der Arbeitnehmer sorgt. Damit sollen vor allem Geringverdiener unterstützt werden.
 

Wer profitiert vom Mindestlohn?

In erster Linie wurde der Mindestlohn eingeführt, um Arbeitnehmer aus dem Niedriglohnsektor zu unterstützen. Von niedrigen Gehältern waren besonders Menschen ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung ebenso wie Minijobber sowie Angestellte in der Landwirtschaft und im Dienstleistungsgewerbe betroffen. Um ihnen eine adäquate Lebensgrundlage zu bieten, entschloss sich die Regierung zur Einführung des Mindestlohns von damals 8,50 Euro.

Obwohl der Mindestlohn bundesweit eingeführt wurde, gibt es einige Ausnahmen von der Regelung:

  1. Langzeitarbeitslose erhalten in den ersten sechs Monaten eines neuen Beschäftigungsverhältnisses keinen Mindestlohn. Ist der Zeitraum verstrichen, haben auch sie einen Anspruch auf die Lohnuntergrenze.
  2. Praktikanten, die im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum absolvieren, sind von der Regelung ausgenommen. Dazu zählen ebenfalls freiwillige Praktika, die nicht länger gehen als drei Monate. Arbeitgeber sind erst danach zur Zahlung des Mindestlohns verpflichtet.
  3. Für Auszubildende sowie Jugendliche unter 18 Jahren gilt der Mindestlohn ebenfalls nicht.

Problematisch wird es bei Arbeitnehmern, für die ein Tarifvertrag besteht. Für diese gilt teilweise aktuell noch immer die Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde. Erst ab dem ersten Januar 2018 tritt der bundesweite Mindestlohn von 8,84 Euro ohne Ausnahmen in Kraft.
 

Dennoch hatten Arbeitgeber zunächst Bedenken

Obwohl selbstverständlich in den meisten Fällen nicht der Sinn und Zweck des Mindestlohns angezweifelt wurde, befürchten viele Unternehmen weiterhin sowohl einen erhöhten bürokratischen als auch buchhalterischen Aufwand. Nach jeder Anhebung des Mindestlohns müssen schließlich die Kosten neu kalkuliert werden, was zu einem größeren Mehraufwand in den Buchhaltungsabteilungen führt – so zumindest die Angst der Arbeitgeber. Was sich allerdings durch eine Buchhaltungssoftware auf ein Minimum reduzieren lässt. Für Start-ups und kleine Unternehmen bietet beispielsweise der Hersteller Lexware spezielle Lohnprogramme an, mit denen sich sehr schnell das neue Gehalt berechnen lässt.

Weitere Bedenken gab es im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit sowie einen befürchteten Stellenabbau. Sicherlich gibt es Unternehmen, die Kosten einsparen müssen, um ihre Arbeitnehmer mit dem neuen Mindestlohn bezahlen zu können – das sind jedoch in den meisten Fällen Ausnahmen und nicht die Regel. Stattdessen hat sich der Anstieg des Mindestlohns positiv auf das Konsumverhalten der deutschen Bevölkerung ausgewirkt.

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