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Elektronische EÜR nun verpflichtend - Tipps und Hinweise

Tabelle Einnahmen Ausgaben mit grünem Bleistift

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, kurz EÜR, ist die einfachste Form der Gewinnermittlung. Bis zum steuerlichen Veranlagungsjahr 2016 gab es kaum formale Anforderungen zu dieser Art der Gewinnermittlung. Doch seit 2017 ist das anders: Fortan müssen alle Unternehmer ihre EÜR in digitaler Form (via Elster) ans Finanzamt übermitteln. Das heißt, dass alle Steuererklärungen, die ab 2018 auszufüllen sind, zusätzlich eine digitale Form der EÜR übermitteln müssen.
 

Das ist die EÜR

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist die vereinfachte Form der Buchführung, die einer simplen Grundformel folgt: Betriebliche Einnahmen minus betriebliche Ausgaben ergeben den zu versteuernden Gewinn. Wer eine EÜR erstellt, der unterliegt nicht der Bilanzierungspflicht und erstellt auch nicht auf freiwilliger Basis eine Bilanz.
 

Frei von der Pflicht eine Bilanz anzufertigen,

  • sind Selbstständige in freien Berufen.
  • sind Unternehmen mit einem Jahresgewinn unter 60.000 Euro.
  • sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 600.000 Euro.
  • sind Unternehmer ohne Eintrag im Handelsregister (UG und GbR).

Die sogenannte Anlage EÜR (ein Elster-Formular) ist ab sofort Pflicht für alle Unternehmer. Das steht bereits seit Ende März 2017 fest. Jetzt, kurz bevor die Steuererklärung für 2017 ansteht, wird das Thema wird aktuell.
 

Zum ersten Mal die Anlage EÜR. Das sollten Sie wissen

Was denjenigen bevorsteht, die die EÜR erstmals in formaler Form abgeben müssen, ist das Ausfüllen eines dreiseitigen Formulars, die Anlage EÜR. Darin sind die folgenden Daten zu vermerken:

  1. Daten zum Unternehmen: Art des Betriebs, Rechtsform, Art der Einkunft, Betriebsinhaber
  2. Betriebseinnahmen: Einnahmen als Kleinunternehmer oder umsatzsteuerpflichtige und umsatzsteuerfreie Betriebseinnahmen, erstattete Umsatzsteuer, Veräußerungen, Entnahmen, Kfz-Nutzung, Auflösung von Rücklagen
  3. Betriebsausgaben: Pauschalen, Freibeträge, Ausgaben für Waren und Rohstoffe, Fremdleistungen, Personalkosten
  4. Absetzung für Abnutzung: auf unbewegliche, immaterielle und bewegliche Wirtschaftsgüter, Aufwendungen und abziehbare Beträge
  5. Raumkosten und Grundstücksaufwendungen: Miete, Pacht, doppelte Haushaltsführung
  6. Unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben: Telekommunikation, Übernachtungs- und Reisekosten, Fortbildungskosten, Rechts-/Steuerberatung, Buchführung, Miete, Leasing, Werbekosten, Schuldzinsen, Vorsteuerbeträge, Umsatzsteuer und Rücklagen
  7. Beschränkt abziehbare Betriebsausgaben: Geschenke, Bewirtungskosten, Verpflegungsmehraufwand, Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, Gewerbesteuer
  8. Kraftfahrzeugkosten, Fahrtkosten: Leasing, Steuern, Versicherungen, Maut, Fahrtkosten, Nutzungseinlage, Geschäftsfahrten (u.a. zwischen Heimat und Geschäft)
  9. Gewinnermittlung, Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns/Verlusts: betriebliche Einnahmen minus betriebliche Ausgaben, korrigierter Gewinn/Verlust nach angegebenen Rechenschema
  10. Rücklagen und stille Reserven
  11. Entnahmen und Einlagen
     

Wichtig: Ab sofort ist diese Aufstellung in elektronischer Form zu übermitteln. Das regelt §40 Abs. 4 EStDV.
 

Die Härtefallregelung zur EÜR

Die magische Grenze von 17.500 Euro ist passé. Dennoch gibt es nach wie vor ein kleines Schlupfloch, um die digitale Übermittlung der formalen EÜR zu umgehen. Wer weder Internet noch PC hat, kann einen Antrag auf Befreiung an das zuständige Finanzamt stellen. Es is gut möglich, dass das Finanzamt Ihre Gründe billigt und Sie keine digitale Form der EÜR abgeben müssen.

Praxistipp: Auch wenn Ausnahmen vorgesehen sind, so werden diese nur eine geringe Anzahl aller Fälle ausmachen. Für alle anderen gilt: Es ist gut und sinnvoll, bereits während des laufenden Jahres die anfallenden Unterlagen zu ordnen. Wer dazu die bereits benannten Kategorien von 1 bis 11 nutzt, tut sich am Ende des Jahres leichter, die Summen zu addieren und die erforderlichen Gesamtsummen ins Dokument einzutragen.

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