Förderprogramm: Städtebau und Stadterneuerung

Fassade vorher nachher

Im Förderbereich Städtebau und Stadterneuerung geht es in erster Linie um Denkmalschutz, Schaffung von sozialen Wohnraum die Entwicklung von Stadtteilen. Bundesweit nutzbare Programme in der speziellen Form von Zuschüssen gibt es nicht. Stattdessen gibt es eine Reihe von Landesmitteln, wobei der Umfang im Vergleich zu allen anderen Förderbereich extrem begrenzt ist. Lediglich 13 Programme sind in sämtlichen Bundesländern aufgelegt. Das bedeutet auch, dass nicht alle Bundesländer von Zuschüssen in diesem Bereich profitieren.

Die meisten Programme hat Berlin. Hier sind vier verschiedene Zuschüsse zu haben. Danach folgt Hamburg mit drei Programmen. Die restlichen sechs teilen sich auf die Bundesländer Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf. Wenn Sie selbst in einem anderen Bundesland leben, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, dann heißt das nicht unbedingt, dass Sie keine öffentlichen Fördermittel erhalten können. Das bedeutet nur, dass es keine reinen Zuschussprogramme gibt. Es ist durchaus möglich, dass in Ihrem Land Bundesland Finanzierungsprogramme (öffentliche Darlehen) zu haben sind, in denen zum Beispiel ein Tilgungserlass eingebaut ist. Ob und in welcher Form das für Sie gilt lässt sich im Rahmen eines Textbeitrags wie diesem nicht klären. Wir empfehlen Ihnen bei Investitionen im Bereich Städtebau und Stadterneuerung ein Gespräch mit der Wirtschaftsförderung sowie der Stadtverwaltung vor Ort.
 

Ein Beispiel: Ein Programm aus Hamburg – Modernisierung von Mietwohnungen in Gebieten der integrierten Stadtteilentwicklung

Stellvertretend für die unten aufgelisteten 13 Zuschussprogramme der Länder soll hier kurz das Programm „Modernisierung von Mietwohnungen in Gebieten der integrierten Stadtteilentwicklung“ vorgestellt werden, das in Hamburg verfügbar ist.
 

Ziel des Programms

Hamburg möchte mit Zuschüssen aus diesem Programm bestimmte Wohngebäude in Sachen Energieeinsparung, Modernisierung und Instandsetzung unterstützen. Dabei hat Hamburg besonders die Reduzierung der Wärmeverluste, die Optimierung der technischen Gebäudeausrüstung, die verbesserte Ausstattung der Wohnungen, verbesserte Sicherheit im Wohnumfeld sowie Instandsetzungsmaßnahmen ins Auge gefasst. Die zu fördernden Gebäude müssen in einem Gebiet integrierter Stadtteilentwicklung liegen.
 

Antragsteller

Als Antragsteller kommen Grundeigentümer und Erbbauberechtigte infrage. Die Rechtsform des Unternehmens spielt keine Rolle. Auch Privatpersonen können Anträge stellen.
 

Förderbedingungen

Hamburg verfolgt ein bestimmtes Fassadenkonzept, welches unter dem Schlagwort Qualitätssicherung Backstein zu finden ist. Zuschussempfänger müssen sich an die Vorgaben im Fassadenkonzept halten. Für die Immobilie müssen Antragsteller den speziellen Hamburger Energiepass anfertigen lassen. Zudem werden bestimmte energetische Anforderungen gestellt. Diese werden von einem Qualitätssicherer überprüft, der von der IFB Hamburg autorisiert sein muss. Technische Vorgaben sind grundsätzlich einzuhalten. Die Mieter müssen mit dem geplanten Modernisierungsvorhaben einverstanden sein. Auch macht die Stadt Vorgaben hinsichtlich der Belegung und Mietpreisbindung, an die sich Antragsteller halten müssen.

Abgesehen von diesen inhaltlichen Vorgaben müssen Unternehmen nachweisen, dass sie wirtschaftlich stark genug sind, um das Vorhaben umzusetzen. Das bedeutet, dass die Gesamtfinanzierung gesichert und nicht vom Zuschuss abhängig sein darf. In der Praxis müssen Antragsteller mindestens einen Eigenanteil von 15 % finanzieren.

Während des Bindungszeitraums, der im Förderbescheid festgelegt wird, dürfen die Wohnungen nicht in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Sie müssen in diesem Zeitraum Mietwohnraum bleiben.
 

Zuschüsse

Die Höhe der Zuschüsse orientiert sich an der Gesamtmaßnahme. Festgelegt im Förderprogramm sind aber Beträge für eine Pauschalförderung. Diese beträgt 417 € pro Quadratmeter, wenn die förderfähigen Kosten pro Quadratmeter mindestens 595 € betragen.
 

Antragstellung

Anträge nimmt die Hamburgische Investitions- und Förderbank mit Sitz in Hamburg entgegen.
 

Besondere Hinweise

Dieses Förderprogramm kann mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden. Insbesondere kommen dazu die Förderprogramme aus den Bereichen Erneuerbaren Wärme (Solarthermie und Heizungsmodernisierung, Bio Energie, Wärmepumpen, Wärmeverteilnetze und Wärmespeicher) und Barrierefreier Umbau sowie Zuschüsse für Einzelmaßnahmen zum Beispiel für Fotovoltaik oder energieeffiziente Gebäudetechnik in Betracht.
 

Landesprogramme für die Förderung von Städtebau und Stadterneuerung

Die folgende Auflistung zeigt die verfügbaren Landesprogramme in der Übersicht. Sie sind nach Bundesland von A bis Z sortiert.
 

Zuschüsse für Städtebau und Stadterneuerung in Berlin

  • Erhaltung, Unterhaltung und Wiederherstellung von Denkmalen, Landesdenkmalamt Berlin 

  • Soziale Stadt (VV SozStadt 2014), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen; ARGE Programmdienstleister GbR 

  • Stadterneuerung (AV-Stadterneuerung 2014), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen 

  • Städtebaulicher Denkmalschutz, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen 

 

Zuschüsse für Städtebau und Stadterneuerung in Hamburg

  • Modernisierung von Mietwohnungen in Gebieten der integrierten Stadtteilentwicklung, Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) 

  • Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE), Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen 

  • Städtebaulicher Denkmalschutz, Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) 

 

Zuschüsse für Städtebau und Stadterneuerung in Hessen

  • Denkmalförderrichtlinie, Landesamt für Denkmalpflege Hessen 

 

Zuschüsse für Städtebau und Stadterneuerung in Mecklenburg-Vorpommern

  • Erhaltung von Denkmalen, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege 

 

Zuschüsse für Städtebau und Stadterneuerung in Rheinland-Pfalz

  • Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt), Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD); Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz (FM) 

Zuschüsse für Städtebau und Stadterneuerung in Saarland

  • Erhaltung und Instandsetzung von Kulturdenkmälern (Denkmalförderrichtlinie - DFRL), Ministerium für Bildung und Kultur 

 

Zuschüsse für Städtebau und Stadterneuerung in Sachsen-Anhalt

  • Erhaltung, Pflege und Erschließung von Kulturdenkmalen (Denkmalpflegerichtlinie Sachsen-Anhalt), Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt; zuständige untere Denkmalschutzbehörde 

 

Zuschüsse für Städtebau und Stadterneuerung in Thüringen

  • Denkmalförderrichtlinie, zuständige untere Denkmalschutzbehörde 


 

Quellen:

http://www.foerderdatenbank.de

https://www.bmi.bund.de

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