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Frühzeitig Krisen erkennen ist existentiell für Existenzgründer

Frau mit Regenschirm schützt sich vor Welle

Die Tinte auf dem Businessplan ist getrocknet, der Geschäftsbetrieb kann losgehen! Nun wird sich in wenigen Wochen oder Monaten zeigen, wie die Geschäftsidee eines Existenzgründers aufgehen bzw. am Markt ankommen wird.

Die Planung kann noch so gewissenhaft erfolgt sein: Eine hundertprozentige Erfolgsgarantie kann es nicht geben. Natürlich möchten sich Existenzgründer in ihrer Euphorie lieber mit möglichen Erfolgen befassen, aber zur notwendigen Ganzheitlichkeit gehört auch die Erkennung möglicher Gefahren für das gegründete Unternehmen. Daher sind Gründer gut beraten, von Beginn an zielführende Instrumente anzuwenden, mit denen sich eine Krise frühzeitig erkennen lässt.
 

Warum ein System zur Krisenerkennung wichtig ist

Ziel aller Bemühungen in diesem Bereich muss es sein, handlungsfähig zu bleiben und sich den ggf. geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Wenn die Finanzen schon gegen die Wand gefahren sind, dann bleibt meistens nur noch der Weg in die Insolvenz. Je nach Rechtsform und Haftungsbedingungen kann dies teuer für den Existenzgründer werden, ganz zu schweigen vom Imageschaden. Dieser geschäftliche worst case kann mit einem Frühwarnsystem verhindert werden. Im Mittelpunkt steht dabei ein Controlling System, das individuell an die spezifischen Strukturen des Geschäftsmodells angepasst wird.
 

Welche Faktoren sollte ein Frühwarnsystem erfassen?

Generell muss das Controlling von Beginn an die Aufgabe haben, die Kosten zu erfassen und bedenkliche Entwicklungen frühstmöglich anzuzeigen. Von großer Bedeutung wird es in der Startphase sein, die Finanzplanung des Businessplans als Referenz heranzuziehen. Werden die Ziele erreicht? Wie entwickeln sich die Umsätze und die finanziellen Polster des Unternehmens? Ist die Liquidität in den nächsten Wochen gesichert?

Die ersten Monate werden zeigen, wie realistisch der Businessplan wirklich ist. Natürlich handelt es sich um kein starres Gebilde! Wenn erkennbar ist, dass bestimmte Annahmen sich als eindeutig falsch erwiesen haben, so ist eine Kurskorrektur erforderlich. Auch dies kann ein Warnsystem für Krisen leisten. Was die konkrete Kontrolle angeht, so lassen sich die definierten Unternehmensziele (Umsätze) messen. Gleiches gilt für exogene Faktoren, die die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betreffen (man denke etwa an die Kaufkraft bzw. die generelle Kauflaune der Verbraucher). Natürlich kann es auch immer passieren, dass unvorhergesehene Geschehnisse die unternehmerischen Pläne stark gefährden (man denke an die weltweite Finanzkrise in den Jahren 2007/08).
 

Krisenerkennung: Je früher, desto besser!

Je mehr Zeit ein Unternehmer hat, um auf bedenkliche Entwicklungen zu reagieren, desto größer sind die Chancen auf Erfolg. Natürlich brauchen unternehmerische Entscheidungen immer auch eine gewisse Zeit, bis sie greifen und messbar werden. Insofern sollte ein Frühwarnsystem keine Panik verursachen, sondern die Grundlage für differenzierte und auf Nachhaltigkeit zielende Entscheidungen sein. Welche Strategien bieten sich kurzfristig an? Welche Lösungen sind eher mittel- oder langfristig erfolgversprechend? Es versteht sich von selbst, dass auch die Art/Qualität der Probleme durch ein Frühwarnsystem diskutiert werden sollte.
 

Besser früh gewarnt als schnell gescheitert…

In dieser Hinsicht ist genau zu hinterfragen, wodurch finanzielle Probleme entstehen: Ist die generelle Unternehmensstrategie nicht zielführend? Passt sie nicht zu geänderten Rahmenbedingungen? Liegt es an der Qualität/Beschaffenheit von Produkten? Kurz gesagt: Wenn ein Krisensystem anhand bedenklicher Zahlen Alarm schlägt, so sollten Unternehmer in verschiedene Richtungen denken und aktiv werden. Das Schlimmste wäre, aufkommende Krisensymptome auf die leichte Schulter zu nehmen und sie nur für kurzzeitig zu erklären.
 

Krisenkommunikation: Vertrauen sollte nicht aufs Spiel gesetzt werden

In der Vergangenheit gab es viele Beispiele von großen Unternehmen, die sich in einer akuten Krise befanden. Durch die mediale Präsenz sind Kunden natürlich stark verunsichert, was die Existenz von Unternehmen abgesehen von der eigentlichen Krise in Frage stellt. Ein aktuelles Paradebeispiel ist das Geschacher um die angeschlagene Fluglinie Airberlin. Insofern gilt es, je nach Ausmaß der Krise für Offenheit und Transparenz zu sorgen. Nur so kann das notwendige Vertrauen gegenüber Kunden aufrechterhalten werden. Sofern nur kleine strategische Korrekturen erforderlich sind, müssen Kunden natürlich nicht eingeweiht werden, wohl aber bei Entwicklungen, die das Unternehmen im Kern betreffen und somit auch einen unmittelbaren Einfluss auf kundenrelevante Leistungen haben.

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