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Gründer sehen steuerliche Komplexität als große Belastung

Gründer sitzt belastend am Arbeitsplatz

Vor kurzem erst wurde hier darüber berichtet, dass hierzulande die Gründungstätigkeit aktuell eher gering bzw. in einigen Bereichen sogar rückläufig ist. Als Grund dafür wird oft die sehr gute wirtschaftliche Gesamtlage angegeben, in der viele Menschen ein risikoärmeres Angestelltenverhältnis vorziehen würden. Nun offenbaren aktuelle Zahlen des renommierten KfW-Gründungsmonitors, dass es noch einen anderen gewichtigen Grund geben könnte: So zeigt der Monitor, dass ca. 33 % aller Gründer die steuerlichen Pflichten bzw. bürokratische Hürden generell als Belastung wahrnehmen.
 

Welche weiteren Faktoren bewerten Gründer als Belastung?

Um eine Belastung handelt es sich, da diese Aufgaben zeitliche, personelle und somit letztlich auch finanzielle Ressourcen binden, die an anderer Stelle besser gebraucht werden könnten. Überraschend sind diese Zahlen nicht, denn das deutsche Steuersystem gilt als eines der komplexesten weltweit. Weitere bedeutende Belastungsfaktoren für Gründer sind familiäre Herausforderungen und die Auftragsakquise. Diese beiden Themen werden immerhin von 27 bzw. 26 % der Gründer genannt. 22 % sehen in den finanziellen sowie konjunkturellen Risiken eine grundsätzliche Belastung.
 

Was macht die Steuermaterie aus Gründersicht derart komplex?

Die aktuellen Zahlen des KfW-Gründungsmonitors legen nahe, dass vor allem die Prozesse für die Anmeldung und Registrierung rund um die Besteuerung als komplex angesehen werden. Gut die Hälfte aller Gründer gibt an, in der Startphase vor allem in diesem Bereich große Belastungen auf sich nehmen zu müssen. Nach der Gründung rücken dann im operativen Geschäftsbetrieb Probleme mit dem komplexen Steuersystem in den Vordergrund, da die doppelte Buchführung zu den täglichen Aufgaben gehört. Ein weiteres bedeutendes Problemfeld für viele Gründer ist die Einstellung von Personal. Gerade in Bezug auf die pünktliche Abführung der Sozialversicherungsbeiträge sind viele Aspekte zu beachten.
 

Bürokratische Hürden werden in den Branchen unterschiedlich bewertet

Auch wenn fast alle Gründer steuerliche Komplexität als Belastung angeben, so lassen sich deutliche Unterschiede innerhalb der Branchen finden. Während im Bausektor 43 % hohe administrative Hürden bemängeln, sind es im Handel nur etwa 28 %. 45 % aller Gründer mit Fremdfinanzierung sprechen über administrative Belastungen, während es bei solchen ohne Fremdkapital nur gut 25 % sind. Auch Altersunterschiede sind feststellbar, wobei sich ältere Existenzgründer seltener über Hürden im bürokratisch-administrativen Bereich beschweren. Hier dürfte die Erfahrung eine wesentliche Rolle spielen.
 

Wie kann die Komplexität in der unternehmerischen Praxis beherrscht werden?

Neben einer ganzheitlichen Planung gehört eine gewissenhafte Vorbereitung zu den Pflichtaufgaben für alle Gründer. Defizite im Bereich der Unternehmens- bzw. Buchführung sollten ehrlich benannt und frühzeitig abgebaut werden. Auch sollte das Beratungs- und Weiterbildungsangebot der IHK oder Handwerkskammer genutzt werden (je nach Art der Unternehmensgründung). Um zeit- und kostenintensive Verzögerungen zu vermeiden, sollten sich Gründer immer frühzeitig mit den konkreten Hürden und Aufgaben auseinandersetzen. Eine externe Gründungsberatung kann sicherstellen, dass keine wesentlichen Aspekte übersehen werden. Zudem bietet eine solche neutrale Sichtweise immer die Chance, mögliche Risiken und Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. In vielen Fällen kann eine solche Beratung auch finanziell bezuschusst werden.

Hier auf selbststaendig.de finden Gründungswillige viele praxisorientierte Tipps und Hilfestellungen, um zu jeder Zeit die Übersicht in der zum Teil in der Natur der Sache liegenden Komplexität zu bewahren. Im Bereich ‚Wissen‘ werden alle wesentlichen Unternehmensbereiche übersichtlich und kompakt behandelt.

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