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Können Selbstständige Elterngeld beziehen?

Würfel auf Geldscheinen mit Schriftzug Elterngeld

Im Strudel der deutschen Bürokratie. Hier geht es um Sozialleistungen für Selbstständige. Ein Beispiel dafür ist das Elterngeld. Der Weg dorthin ist gespickt mit zahlreichen Hürden. Möglich ist der Bezug von Elterngeld für Selbständige dennoch. Allerdings sollte man nichts dem Zufall überlassen. Einige Tipps sollen Ihnen dabei helfen, den Durchblick zu bekommen.
 

Selbstständige und Elterngeld: Planen und gut vorbereiten

Wenn Selbstständige Elterngeld beantragen, sollten sie gut vorbereitet sein. Das Prozedere ist komplex. Nur wer sich gut informiert, erwirkt ein Maximum an Unterstützung. Wer umgekehrt seinen Antrag unvorbereitet einreicht, wird vermutlich viel Geld verlieren.

Um sich einen Überblick über das Elterngeld zu verschaffen, lohnt eine Betrachtung der wichtigsten Abschnitte. Dazu zählen

  • Ausschließungsgründe
  • Berechnung der Bemessungsgrundlage
  • Bezugsdauer
  • Elterngeld Plus
  • Partnerschaftsbonus
  • Form der Antragstellung
  • Zeitpunkt, ab dem Elterngeld ausbezahlt wird
  • Steuerliche Behandlung
     

Ausschließungsgründe bei der Beantragung von Elterngeld

Kein Elterngeld beantragen können selbstständige Ehepaare, wenn sie im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes mehr als 500.000 Euro brutto verdienten. Bei Alleinerzieher darf der Verdienst 250.000 Euro nicht überschreiten. Wer sich als Selbständiger in diesem Bereich bewegt, hat in der Regel keine Chance, Elterngeld zu bekommen.
 

Berechnung und Bemessungsgrundlage

Als Bemessungsgrundlage dient das Nettoeinkommen, das sich aus dem Gewinn abzüglich Steuern ergibt. Zur Ermittlung dient der Steuerbescheid. Ist dieser nicht verfügbar, können alternativ der Steuervorauszahlungsbescheid, eine Bilanz oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung herangezogen werden. Sobald der Steuerbescheid verfügbar ist, muss er nachgereicht werden.

Da die Gewinne bei Selbstständigen schwanken, wird zur Berechnung das letzte abgeschlossene Wirtschaftsjahr, also das Kalenderjahr vor der Geburt herangezogen. Ausnahmen sind möglich. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Mutter schwangerschaftsbedingt nicht voll arbeiten konnte und daher weniger verdient hat.

Viele Selbstständige können während des Bezugs von Elterngeld das Geschäft nicht stilllegen. Weiterarbeiten ist möglich, jedoch nicht mehr als 30 Wochenstunden. Werden 31 Wochenstunden gearbeitet, entfällt die Unterstützung für den betreffenden Monat. Die Einkünfte aus Teilzeit müssen mit dem Elterngeld verrechnet werden.
 

Elterngeld Plus bei Teilzeitarbeite bis maximal 30 Stunden

Wer maximal 30 Stunden in der Woche arbeitet bekommt einen reduzierten Satz des Elterngeldes. Als Ausgleich wird die Bezugsdauer verdoppelt. Aus einem Monat Bezug werden somit zwei Monate Elterngeld Plus.
 

Bezugsdauer von Elterngeld

Grundsätzlich besteht Anspruch auf eine Bezugsdauer von 12 Monaten. Bei Alleinerzieher werden ausnahmsweise 14 Monate bewilligt. Teilen sich die Ehepartner die Elternzeit, werden für beide gemeinsam ebenfalls 14 Monate bewilligt. Dabei steht es den Elternteilen frei, wie sie die 14 Monate unter sich aufteilen. Um die vollen 14 Monate auszuschöpfen, muss jeder Elternteil mindestens zwei Monate konsumieren.
 

Partnerschaftsbonus

Zusätzlich zum Elterngeld Plus kann der Bezug um vier Monate verlängert werden. Dazu müssen sich beide Ehepartner Kinderbetreuung und Teilzeit gleichmäßig untereinander aufteilen. Diese Regel gilt für alle Erwerbstätigen.
 

Form und Zeitpunkt der Antragstellung für Elterngeld

Auch diese Termine sind für sämtliche Erwerbstätigen verbindlich. Der Antrag auf Elterngeld muss schriftlich bei der Elterngeldstelle eingereicht werden. Der frühestmögliche Zeitpunkt ist der Tag der Geburt. Bei Eheleuten muss jeder Elternteil für sich einen Antrag einreichen.
 

Elterngeld: Zeitpunkt der Auszahlung

Wird kein Muttergeld ausbezahlt, beginnt die Auszahlung des Elterngelds sofort nach der Geburt. Da die Geburt der frühestmögliche Termin für die Antragstellung ist, kommt es bei der Auszahlung regelmäßig zu Verzögerungen. Die versäumten Monate werden rückwirkend ausbezahlt, allerdings höchstens für drei Monate. Daher sollten die Anträge schnellstens eingebracht werden.
 

Steuerliche Behandlung von Elterngeld: Progressionsvorbehalt beachten

Das Elterngeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass das Finanzamt das Elterngeld dem Einkommen virtuell hinzurechnet, wodurch sich ein höherer Steuersatz ergeben kann. In diesem Fall drohen Steuernachzahlungen.

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