Kosmetikstudio - Umsatzsteigerung durch nachhaltige Produkte

Kaum ein Thema prägt die Gesellschaft derzeit so wie die Nachhaltigkeit. Während die einen damit vor allem den Klimaschutz verbinden, betonen die anderen, dass die Nachhaltigkeit weit umfassender und tiefgehender ist. Die wachsende Präsenz der Nachhaltigkeit beeinflusst immer häufiger Kaufentscheidungen der Verbraucher. So suchen gerade junge Konsumenten bewusst nach Anbietern, Produkten und Lösungen, die nachhaltig und in ihren Augen damit zukunftsfähig sind. Für die Unternehmen stellt das immer wieder neue Herausforderungen dar. Gerade die Kosmetikbranche befindet sich im Umbruch. Gelang es Kosmetikstudios früher mit frischen Farben, innovativen Techniken und kleinen Kunstwerken auf Nägeln und Co die Aufmerksamkeit der Generation Y auf sich zu lenken, braucht es heute weit mehr.

Immer intensiver müssen sich die Studios mit der Frage auseinandersetzen, ob sie nachhaltig sind, aber auch wie das eigene Unternehmen von einer nachhaltigen Strategie profitieren kann.
 

Chancen erkennen und Unternehmen zukunftsfähig machen

Nachhaltigkeitsexperten betonen immer wieder: Es geht bei der Nachhaltigkeit nicht nur darum, vorhandene Potenziale zu nutzen, Ressourcen zu schonen und Chancen zu erkennen. Es geht vielmehr darum, den Planeten durch eigenes Tun und Handeln zukunftsfähig zu machen. Auch in einem Kosmetikstudio kann konsequent umgesetzte Nachhaltigkeit vor allem dazu beitragen, dass ein Betrieb zukunftsfähig wird. Agiert das Studio umweltbewusst und nachhaltig, wird eine vollkommen neue Zielgruppe angesprochen, denn auch wenn die jüngere Generation viel Wert auf Umweltbewusstsein und Klimaschutz legt, bleibt das Interesse an kosmetischen Behandlungen nicht aus.

Umfragen und Studien zeigen zudem: Verbraucher sind dazu bereit, für Nachhaltigkeit mehr Geld auszugeben. Sie akzeptieren dadurch deutlich höhere Preise. Diese Akzeptanz können sich Kosmetikstudios zu Nutze machen und selbst auf höhere Preise setzen. Ein weiterer Punkt, der in Kosmetikstudios für die konsequente Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie spricht, ist die Distanzierung von der Konkurrenz. Doch was heißt das? Kosmetikstudios sind einem enormen Konkurrenzkampf ausgesetzt. Häufig ähneln sich die Studios im Angebot, den angewandten Techniken und auch in den Preisen. Die bewusst nachhaltige Ausrichtung bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzuheben.
 

Naturkosmetik bildet wichtigen Grundstein

Selbstredend geht die nachhaltige Ausrichtung eines Kosmetikstudios zunächst mit erheblichen Investitionen einher. Bislang verwendete Produkte sind so nicht mehr brauchbar, weil sie beispielsweise gegen Naturkosmetik getauscht werden. Gerade Naturkosmetik hat sich zu einem Indikator für Nachhaltigkeit entwickelt. Von 2012 bis 2018 ist der Umsatz in der Naturkosmetik erheblich gestiegen. Insgesamt 1,3 Millionen Euro Umsatz hat die Branche im vergangenen Jahr erwirtschaften können. Marken wie Kneipp, Lavera und Weleda liegen auf Seiten der Verbraucher im Trend. Aber auch junge Marken wie beispielsweise die Labels “naturmädchen” und “Gretel” finden bei den Verbrauchern Anklang.

Um das eigene Kosmetikstudio nachhaltig aufzubauen, wird also zunächst ein Produktwechsel erforderlich. Die Studios können nach dem Wechsel auf die Biokosmetik auch bewusst damit werben. Naturkosmetik bringt vor allem dem Verbraucher erhebliche Vorteile, denn sie ist besser verträglich, löst weniger Allergien aus und verzichtet auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie Parabene und Mineralöle.

Bereits die erste Aufmerksamkeit der Zielgruppe kann einen positiven Effekt auf den Studioumsatz haben. Naturkosmetik kann von den Studios ergänzend zum Kauf angeboten werden. Viele Verbraucher kaufen lieber beim Profi und lassen sich dabei beraten.
 

Nachhaltigkeit muss belegbar sein

Kosmetikstudios sollten nur dann mit Nachhaltigkeit und Naturkosmetik werben, wenn Beides auch belegbar ist. Gerade hier spielen Zertifizierungen und Bio Gütesiegel eine wichtige Rolle. Bei der Auswahl der Naturkosmetik müssen Betreiber darauf achten, dass solche Siegel vorhanden sind. Gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht, sind viele Verbraucher skeptisch und möchten genau wissen, was ein Produkt nachhaltig macht. Hier gilt es als Betreiber Transparenz zu gewähren und zu informieren.

Gleichzeitig sollten die Mitarbeiter geschult werden, sodass sie umfassend Auskunft über die Siegel geben können. Hintergrundwissen muss bei einer nachhaltigen Ausrichtung vorhanden sein, da den Betrieb sonst schnell sogenanntes Greenwashing vorgeworfen wird. Es kann ratsam sein, an einem zentralen Punkt im Studio auf die Nachhaltigkeit der ausgesuchten Produkte aufmerksam zu machen, in dem in einem Flyer oder auf einem größeren Posten über die vertretenen Siegel und deren Eigenschaften informiert wird.

Nicht nur die Labels, sondern auch die Produkte und ihre Besonderheiten sollten den Mitarbeitern bekannt sein. So ist es wichtig, dass lückenlos über Inhaltsstoffe, Wirkweisen und Besonderheiten aufgeklärt werden kann.
 

Wiederverwendbar und plastikfrei

Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei der Verwendung von natürlichen Inhaltsstoffen in Cremes, sondern auch bei der Abfallproduktion eines Kosmetikstudios. Will sich ein Studio nachhaltig präsentieren, gilt es angefangen von Verbrauchsmaterialien über Werkzeuge bis hin zu Verpackungslösungen darauf zu achten, dass diese entweder wiederverwendbar sind oder aus biologisch abbaubaren Materialien bestehen. Ein wichtiger Punkt ist hier Kunststoff. Plastik steht in vielerlei Hinsicht in der Kritik. Die Herstellung vernichtet unnötig viele Ressourcen. Zudem ist es nicht abbaubar. In Form von Mikroplastik landet es wiederum in den Meeren und an den Küsten und sorgt dort für eine beinahe beispiellose Umweltverschmutzung.

Um das eigene Kosmetikstudio nachhaltig aufzustellen und das auch vermarkten zu können, sollte so gut wie möglich auf Plastik verzichtet werden. So können beispielsweise Naturhaarpinsel solche ersetzen, die mit synthetischen Härchen versehen sind. Kunststoffschälchen, die der Aufbewahrung und dem Anmischen von Produkten dienen, werden durch kleine Schälchen aus Glas und Porzellan ersetzt. Diese sind nicht nur langlebiger, sondern auch hygienischer, da sich die verschiedenen Produktreste leicht entfernen lassen.

Weiterhin bedarf es einem konsequenten Verzicht von Plastiktüten. Gerade diese stehen immer wieder in massiver Kritik. Hier gibt es viele Alternativen, die sich für ein Kosmetikstudio empfehlen. Am einfachsten ist natürlich der Griff zu Papiertragetaschen, die sich individuell mit dem Logo des eigenen Studios gestalten lassen. Weiterhin können aber auch Stoff- und Jutebeutel eingesetzt werden. Sie sind mehrfach verwendbar und können dadurch rasch zum Werbeträger für das Studio werden. Weiterhin sind sie um einiges robuster als es bei den normalen Papiertüten der Fall ist.

Werden Produkte im Kosmetikstudio verkauft, sollte auch auf die Auspreisung geachtet werden. Kunststoffschilder oder Aufsteller aus Plastik lassen den Kunden schnell am Nachhaltigkeitsansatz zweifeln und sorgen dafür, dass Zweifel an der Glaubwürdigkeit entstehen. Auch hier gibt es eine gute Alternative, die aus Papier besteht und selbstklebend ist – die Etiketten sind damit recycelbar. Sie lassen sich meist nach Belieben beschriften und bedrucken, sodass einer einfachen Handhabung nichts im Weg steht. Sie können direkt auf die Verpackungen und Flaschen geklebt werden, sodass weitere Verpackungslösungen vermieden werden.

Plastikfrei sollte aber nicht nur die Ausstattung des Studios sein. Gleiches gilt für die Produkte, die Verwendung finden. Auch hier muss die Aufmerksamkeit bewusst auf die Verpackungen gelenkt werden. Wichtig ist bei der Auswahl der Naturkosmetik beispielsweise auf umweltfreundliche Verpackungen wie Glas und Plastik zu achten. Deo kann so beispielsweise gegen eine Creme getauscht werden. Diese Creme wird in Glastiegeln angeboten und ist damit auch frei von Mikroplastik. Bei Peelings, die bei den Behandlungen eingesetzt werden, gilt es zu prüfen, dass diese frei von Mikroplastik sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie trotzdem der Peelingeffekt herbeigeführt werden kann. So setzen geprüfte Naturkosmetikhersteller auf zermahlene Mandeln und Aprikosenkerne.
 

Verwendung von Zero-Waste-Kosmetik

Nachhaltige Kosmetikstudios sollten sich auf die Verwendung sogenannter Zero-Waste-Produkte besinnen. Die Zero-Waste-Kosmetik zielt darauf ab, keinen zusätzlichen Abfall zu produzieren. Stattdessen wird darauf geachtet, dass alle Komponenten recycelbar sind. Die Kosmetikbranche hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Zero-Waste-Produkten auf den Markt gebracht. Dazu gehören Zahnbürsten mit Holzgriff ebenso wie sogenannte Pflanzenhaarfarben. Hier wird durch den Einsatz natürlicher Stoffe ein Färbemittel bereitgestellt. Das Wichtigste ist hierbei aber, dass auf die Verwendung von Parabenen und Silikonen verzichtet wird. Für nachhaltig arbeitende Kosmetikstudios gibt es außerdem Bürsten mit Naturborsten, die wesentlich umweltschonender sind und darüber hinaus sowohl die Haare als auch die Kopfhaut schonender behandeln.

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