Mobile first! Das bedeutet Suchmaschinen-Marketing in Zukunft

Mann an Fenster Hochhaus mit Handy

Durch Smartphones und Tablets ist das Internet im Lebensalltag omnipräsent und eigentlich immer verfügbar. Für Unternehmen ergibt sich daraus die Chance, Kunden immer eine virtuelle Anlaufstelle bieten zu können bzw. bei jeder Suchanfrage Präsenz zu zeigen. Und diese Präsenz wird immer stärker im Bereich der mobilen Internetnutzung liegen. 2018 lag laut Statistik der Anteil der mobilen Internetnutzung bei knapp 70 %, Tendenz stark steigend. Zum Vergleich: 2015 lag dieser Wert erst bei 54 %. Damit wird schon angedeutet, warum der Suchmaschinenriese Google vor kurzem selber das Motto ‚mobile first‘ herausgegeben hat.
 

Was Existenzgründer in diesem Beitrag erfahren

In diesem Beitrag soll handlungsorientiert beleuchtet werden, welche Herausforderungen sich aus der mobilen Internetnutzung ergeben und welche Chancen sich durch welche Optionen nutzen lassen. Existenzgründer sollten in jedem Fall mit einer suchmaschinenoptimierten Internetpräsenz an den Start gehen, um für potenzielle Kunden auffindbar zu sein. Der Devise ‚mobile first‘ muss dabei in strategischer Hinsicht eine Schlüsselrolle zukommen. Experten für Suchmaschinenmarketing sind sich einig, dass der Mobile First Index von Google den Weg für neue SEO-Standards bereitet.
 

Was ist unter mobile first zu verstehen?

Generell handelt es sich um einen neuartigen Ansatz beim Webdesign, der nach der Ankündigung von Google im April 2018 als Rankingfaktor unmittelbaren Einfluss auf den Erfolg im Internet hat. Die eingangs genannten Zahlen zeigen eindeutig, dass das Internet immer mobiler wird. Google möchte dieser Entwicklung nun mit dem Mobile First Index das richtige Gewicht geben. Konkret heißt das, dass Suchergebnisse in Zukunft fast ausschließlich anhand von Informationen bewertet werden sollen, die sich auf einer mobilen Webseite finden. Wer eine solche Webseite gar nicht hat, lässt ein riesiges geschäftliches Potenzial liegen. Dasselbe gilt für eine Webseite, die nicht den technischen Anforderungen der mobilen Internetnutzung entspricht.
 

Der Kunde von morgen surft mobil…

Wer Inhalte und Webdesign in naher Zukunft nicht konsequent an die mobile Internetnutzung anpasst, wird erheblich an Sichtbarkeit einbüßen. Vor etwas mehr als 10 Jahren lag der Fokus noch eindeutig auf der Entwicklung von so genannten Desktopseiten. Da Bildschirme immer größer und die Auflösung immer höher wurde, konnten Webdesigner viel Platz nutzen. Beim mobilen Internetmarketing ist eher das Gegenteil der Fall: Auf wenig Raum muss das eigene Angebot überzeugend dargestellt werden, alle (entscheidungs)relevanten Informationen sollten sich mit wenigen Blicken nachvollziehen lassen. Auch Grafiken und Bildern dürfen mit Blick auf Ladezeiten und die Übersichtlichkeit (User Experience) nur sehr wohldosiert eingesetzt werden. Und letztlich ergibt sich auch die Herausforderung, für unterschiedliche mobile Bildschirmgrößen perfekte Ergebnisse sicherstellen zu können.

Google hüllt sich zu diesem Thema wie immer in Schweigen. Es war zunächst nur die Rede davon, dass nicht sofort alle Seiten auf die neue Indexierungsmethode umgestellt werden. Insofern kann der eine oder andere Webseitenbetreiber eine Art Übergangsfrist nutzen. Handlungsbedarf besteht aber mit Blick auf zukünftige Wachstumspotenziale definitiv!

 

Aktuelle Untersuchung von Google selbst

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass deutsche Webseiten einen erheblichen Nachholbedarf in Bezug auf die mobile Internetnutzung aufweisen. In der Untersuchung rücken die Ladezeiten in den Fokus, da diese immense Auswirkungen auf das Ranking haben können. Als Hauptergebnis lässt sich festhalten, dass nur acht der insgesamt 250 beliebtesten Internetseiten in weniger als einer Sekunde laden. Dies lässt vermuten, dass selbst große Unternehmen noch nicht wirklich auf die neue Mobile First Indexierung vorbereitet sind. In Fachkreisen wird diese Studie auch als Ausweis dafür gesehen, dass Deutschland als bedeutende Wirtschaftsnation bei der Digitalisierung immer noch hinterherhinkt. Lange Ladezeiten sind jedenfalls Gift für das Ranking und die potenziellen Besucher: Wer zu lange auf die Darstellung der Seite warten muss, wird sich schnell wieder von ihr abwenden.
 

Status quo: Wohin geht die Reise beim Suchmaschinenmarketing?

In wenigen Jahren schon könnte die mobile Internetnutzung die traditionelle Desktop-Nutzung so gut wie verdrängen. Bislang ist es aber so, dass viele Webseitenbetreiber Inhalte und Strukturen immer noch für die sinkende Desktop-Nutzung optimieren. Ist dies der Fall, so sollte eine strategische Kehrtwende eingeleitet werden, um das Verpuffen von Ressourcen und Wachstumschanen konsequent zu vermeiden. Bei der mobilen Internetnutzung bzw. beim darauf abgestimmten Suchmaschinenmarketing muss es neben technischen Fragen der Darstellung weiterhin um funktionale Keywords und einzigartige sowie thematisch relevante Inhalte gehen. Insofern handelt es sich nicht um einen vollständigen Bruch beim Suchmaschinenmarketing. Nur die Basis wird mobiler, was eine gewisse Anpassungsfähigkeit erfordert.
 

Responsive design: die aktuelle Antwort auf mobile first

Wer eine optimale mobile Darstellung der Internetseite sicherstellen möchte, kann aktuell vor allem diese drei Varianten nutzen:

  1. Separate mobile URL: beide Seiten können verknüpft werden. Von großem Nachteil ist, dass die Inhalte ggf. separat optimiert werden müssen. Aktuell ist es so, dass in vielen Fällen die mobile Variante darunter leidet

  2. Dynamic serving: Hierbei wird je nach Endgerät ein anderer Quellcode ausgeliefert. Die Optimierung erweist sich ohne fundierte Kenntnisse als ziemlich komplex

  3. Responsive design: Hierbei handelt es sich um die am weitesten verbreitete Option. Genutzt wird nur eine URL mit gemeinsamen Inhalten, sodass die Optimierung ganzheitlich und ressourcenschonend vollzogen werden kann. Der Crawler von Google ist in der Lage, die mobile Ansicht einer solchen Webseite zu analysieren. Von Vorteil mit Blick auf eine optimale Darstellung ist, dass das Design automatisch an das Endgerät angepasst wird.
     

Suchmaschinenmarketing: Aktuelle Befunde & anstehende Herausforderungen

Wie oben angedeutet, liegt in der Optimierung von Ladenzeiten ein großes Potenzial, um bei mobilen Internetanfragen mit einer guten Sichtbarkeit zu glänzen. Kein Surfer wird etliche Sekunden warten, bis sich eine Seite komplett darstellt. Die initiale Ansicht sollte daher im Idealfall in weniger als einer Sekunde geladen werden. Im Hintergrund können dann weitere Inhalte geladen werden. Wichtig ist, dass User schnell etwas zu sehen bekommen, das idealerweise die Aufmerksamkeit stark erregt. Auch wenn es nahe liegt, so sollten aus Gründen der Ladezeit und Usability nicht einfach Inhalte bei der mobilen Seite gestrichen werden. Dies bringt die Gefahr mit sich, dass wichtige Inhalte und Keywords auch für die mobile Ansicht nicht mehr funktionieren und die Seite deutlich messbar an Sichtbarkeit und Traffic verliert. Zudem kann das Streichen zur Folge haben, dass eine Webseite auch über den Desktop nicht mehr gut rankt. Optimieren darf also in diesem Zusammenhang nicht für Kürzen oder Weglassen stehen. Natürlich wird es auch weiterhin Webseiten geben, bei denen die Desktop-Nutzung ein höheres Gewicht hat. Zu denken ist an Ratgeberportale. Komplexe und längere Artikel werden nicht alle User unterwegs per Smartphone lesen. Ein Blick in Tracking-Daten für die eigene Webseite muss daher Klarheit bringen: Von welchen Endgeräten kommen die meisten Besucher? Die Klärung dieser wichtigen Frage ist der erste Schritt hin zur Ausarbeitung einer individuellen Strategie für das Suchmaschinenmarketing.
 

Inhalte ausblenden oder weglassen?

Für die Umsetzung eines zukunftsorientierten Konzeptes für das Suchmaschinenmarketing kommen aktuell vor allem ein responsive design und dynamic serving in Betracht. Die Verwaltung zweier unterschiedlicher Seiten erweist sich als nicht mehr wirklich zeitgemäß und ressourcenverschlingend. Unabhängig von der gewählten Umsetzung ist die Frage zu klären, welche Inhalte im Quelltext für den Googlebot präsentiert werden sollen. An dieser Stelle wird deutlich, warum eine professionelle externe Fachberatung in vielen Fällen sehr sinnvoll ist. Dies gilt vor allem dann, wenn im Unternehmen das nötige Knowhow nicht vorhanden ist. Kleine Fehler in diesem Bereich können große Auswirkungen auf Ranking und Sichtbarkeit haben. Daher ist es ohnehin empfehlenswert, durch regelmäßige Analysen zu klären, ob die Optimierungen in die gewünschte Richtung gehen. Was diese Option angeht, so lässt sich ein hohes Maß an Transparenz sicherstellen.
 

Worauf es im Kern ankommt…

Klar ist seit der Mobile First Indexierung durch Google aber eines: Sind relevante Inhalte auf der mobilen Seite nicht verfügbar, so kann kein Ranking erreicht werden. Wer sich für ein responsive design entscheidet, kann beispielsweise auf ein so genanntes Akkordeon-Design setzen. Im Quelltext können Elemente standardmäßig ausgeblendet werden. Ein Klick auf die entsprechende Navigation sorgt dann dafür, dass die Inhalte eingeblendet werden. Google heißt dieses Vorgehen ausdrücklich willkommen, da es für mobile Internetnutzer sehr funktional ist. Wer will denn auf einem kleinen 5-Zoll-Display sofort von langen Texten erschlagen werden? Haben Nutzer nicht die Möglichkeit, auf bestimmte Inhalte zuzugreifen, so wird Google diese mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ignorieren. Für das Ranking und die Sichtbarkeit einer Internetpräsenz kann dies durchaus messbare Konsequenzen haben.
 

Was sollte eine funktionale mobile Webseite können?

Grundsätzlich muss die technische Konzeption so sein, dass die Inhalte auf allen Endgeräten optimal darstellbar sind. Nur so wird Usern eine optimale Erfahrung möglich, die zum Verweilen und bestenfalls auch zum Interagieren einlädt. Die mobile first Devise erfordert in jeder Hinsicht ein ausgeprägtes Maß an Reaktionsfähigkeit: Die Seite selber muss sich anpassen können. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings, dass Webseitenbetreiber diese Notwendigkeit erkennen und konsequent in die Optimierung der mobilen Internetseite investieren. Wer bis dato überhaupt keine oder eine sehr veraltete Webseite nutzt, kann die neue Herausforderung direkt annehmen und sich optimal auf zukünftige Wachstumspotenziale bei der mobilen Internetnutzung einstellen. Mit Local SEO (https://www.selbststaendig.de/wissen/local-seo) wurde vor kurzem erst ein anderes wichtiges Handlungsfelder im Suchmaschinenmarketing behandelt, das exemplarisch für die zunehmende Bedeutung der mobilen Internetnutzung steht.
 

Übersicht: Erfolgsfaktoren für eine mobile Internetseite

  • Übersichtlichkeit/intuitive Navigation: optimale User Experience sicherstellen

  • kurze Ladezeiten sicherstellen

  • gute Sichtbarkeit durch ganzheitliche Optimierung sicherstellen (Onpage- und Offpage Maßnahmen, Linkstrategie, Aktivitäten in Social Media usw.)


Fazit: Die mobile Internetnutzung eröffnet neue Herausforderungen & Chancen

Die Ankündigung von Google, auf den Mobile First Index umzustellen, wird für Webseitenbetreiber ggf. viel Arbeit mit sich bringen. Jedenfalls dann, wenn eine Homepage ein wichtiges Mittel ist, um Kunden zu gewinnen und die eigene Bekanntheit mit großer Reichweite zu erhöhen. Eine individuelle Ausgangsanalyse muss zeigen, wie die aktuelle Technik für die Mobile First Indexierung geeignet ist und welche Verbesserungspotenziale sich finden lassen. Wer bereits ein modernes responsive design nutzt, ist ggf. schon technisch gut auf die immer wichtiger werdende mobile Internetnutzung vorbereitet. Es handelt sich unbestritten um ein wichtiges Thema mit strategischer und zukunftsorientierter Relevanz, denn die Chancen der steigenden mobilen Internetnutzung liegen auf der Hand. Da es sich um langfristige Wachstumsperspektiven handelt, erscheint die Investition in eine professionelle Beratung als alternativlos, sofern im eigenen Unternehmen nicht die notwendigen Ressourcen/Kenntnisse vorhanden sind. Einen konkreten Termin für die komplette Umstellung auf den Mobile First Index hat Google (noch) nicht genannt, womit sich eine gewisse Übergangsfrist ergibt. Diese sollte konsequent genutzt werden, um in puncto Suchmaschinenmarketing an einer optimalen Performance zu arbeiten.
 

Zusammenfassung zu aktuellen Tendenzen im Suchmaschinenmarketing: mobile first!

  1. In den letzten Jahren wird das Internet auf Smartphones und Tablets immer öfter mobil genutzt (2018 lag der Anteil bei knapp 70 %)

  2. Google will dieser ‚mobilen Revolution‘ mit der Mobile First Indexierung die notwendige strategische Bedeutung zumessen

  3. In Zukunft wird die mobile Webseite für das Ranking also eine Schlüsselrolle spielen

  4. Es ist daher notwendig, an funktionalen technischen Lösungen in diesem Bereich zu arbeiten, um zukünftige Wachstumspotenziale konsequent nutzen zu können (Stichwort responsive design)

  5. Eine Untersuchung von Google zeigt, dass deutsche Webseiten vor allem bei den Ladezeiten erheblichen Nachholbedarf haben. Lange Ladezeiten wirken sich negativ auf das Ranking aus und auch Webseitenbesucher werden durch dieses Ärgernis schnell vertrieben

  6. Um eine mobile Webseite in ihrer Performance zu verbessern, sollten nicht einfach wahllos Inhalte mit dem Ziel einer schlanken Struktur gestrichen werden. Durch dieses Vorgehen kann die Desktop-Ansicht beim Ranking deutlich an Sichtbarkeit einbüßen.

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Suchmaschinenoptimierung (SEO)

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