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Ranking: Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen weltweit

Unternehmerin lehnt an Schreibtisch

Aktuelle Untersuchungen des MIWE (Mastercard Index of Women Entrepreneurs) zeigen, dass es weltweit gesehen sehr ungleiche Bedingungen für Unternehmerinnen gibt. Deutschland befindet sich mit Platz 23 nur im Mittelfeld. Insofern gibt es hierzulande noch Handlungsbedarf, um das Unternehmertum ganzheitlich zu fördern. Erst kürzlich wurde an dieser Stelle darüber berichtet, dass Gründerinnen in Deutschland vermehrt über den Nebeneinstieg die berufliche Selbstständigkeit wagen.
 

Trends: weltweite Bedingungen für Unternehmerinnen

Generell belegen die aktuellen Zahlen, dass Unternehmerinnen in den so genannten entwickelten Volkswirtschaften mehr Erfolg haben. Im Gegensatz zu wirtschaftlichen Schwellenländern besteht die Möglichkeit, auf mehr Ressourcen zurückzugreifen, was insbesondere mit Blick auf den Zugang zu Kapital gilt. Akademische Ausbildungsmöglichkeiten und ein breites Spektrum an Finanzdienstleistungen verbessern ebenfalls die Rahmenbedingungen für Gründerinnen.
 

Deutschland belegt Platz 23 von 57 Ländern

Das erstellte Ranking weist für den Wirtschaftsstandort Deutschland Platz 23 aus. Insgesamt wurden in der Untersuchung Daten von 57 Volkswirtschaften ausgewertet. Insofern kann Deutschland ‚nur‘ das obere Mittelfeld im Hinblick auf gute Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen für sich reklamieren. Die besten Rahmenbedingungen bietet übrigens Neuseeland. Auf Platz 2und 3 folgen Schweden und Kanada. Auf dem letzten Platz des Rankings landet Bangladesch. Ein Blick auf die Nachbarländer in Europa zeigt, dass die Rahmenbedingungen in Portugal und Großbritannien den Zahlen zufolge deutlich besser sind als hierzulande.
 

Ghana als Vorreiter für unternehmerische Frauen

Betrachtet man nur den Anteil an Frauen in Bezug auf unternehmerische Tätigkeiten, so landet Ghana auf dem ersten Platz. Daraus lässt sich folgern, dass die Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmerinnen nicht alleine von der Geschwindigkeit des Wirtschaftswachstums im jeweiligen Land abhängen. Zu diesem Trend passt die Beobachtung, dass auch Länder wie Vietnam oder Uganda einen höheren Anteil an Unternehmerinnen im Vergleich zu entwickelten Industrienationen aufweisen. Diese Quoten sind umso bemerkenswerter, da es in diesen Ländern an Finanzierungsmöglichkeiten fehlt und Frauen oft nicht als gleichwertige Partner im Geschäftsleben angesehen werden.
 

Gender Bias: Was hemmt Unternehmerinnen eigentlich?

Insgesamt zeigt die Studie die erfreuliche Entwicklung, dass das weibliche Unternehmertum weltweit auf dem Aufmarsch ist. Allerdings könnte das Wachstum noch weitaus stärker ausfallen. Hinderungsgründe werden meistens unter dem Stichwort Gender Bias zusammengefasst. Gemeint ist damit eine generell geringere soziale und kulturelle Akzeptanz von weiblichem Unternehmertum, was Frauen an der Umsetzung ihrer Pläne und Ambitionen hindert. Hinzu kommt, dass Frauen die Unternehmerrolle anders interpretieren. Studien aus dem Bereich der Psychologie deuten darauf hin, dass Männer die besseren bzw. intensiveren Netzwerker sind. Gerade ein reichweiten- und ressourcenstarkes Netzwerk ist unverzichtbar, um in der Startphase der Existenzgründung auf möglichst viele strategische Optionen zurückgreifen zu können.

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