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Wirtschaftliche Bilanz: Rückblick & Ausblicke auf 2018

Mann balanciert zwischen Felsen mit Jahreszahlen

Das Geschäftsjahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Daher ist es geboten, einen Rückblick zu wagen und eine Bilanz zu erstellen, was ja auch zur formalen Pflichtaufgabe von Existenzgründern bzw. Selbstständigen gehört. Zugleich soll ein Ausblick auf 2018 gewagt werden, damit interessierte Existenzgründer Chancen erkennen bzw. besser im wirtschaftlichen Kontext einordnen können. Wer als vorausschauender Existenzgründer die Entwicklungen verfolgt und die eigene Strategie dementsprechend zielorientiert anpasst, sieht den entworfenen Businessplan keinesfalls als starres Konstrukt. Das ist auch gut so, denn es gilt flexibel zu bleiben und auf Gefahren, aber auch Chancen am Markt zeitnah zu reagieren.
 

Die zentrale Rolle des E-Commerce

Endgültige Daten für 2017 liegen noch nicht vor, aber für das Jahr 2016 gibt das Statistische Bundesamt an, dass fast jedes vierte Unternehmen E-Commerce betriebt bzw. Waren über eine Homepage oder App verkauft hat. Es ist mit Blick auf die gesamtwirtschaftlich positive Entwicklung und das Konsumverhalten davon auszugehen, dass dieser Wert 2017 noch höher ausfällt. Unternehmen, die das Internet als Vertriebskanal nutzen, erzielen damit fast 20 % des gesamten Umsatzes. Interessant vor allem für Existenzgründer ist, dass dieser Anteil mit zunehmender Unternehmensgröße abnimmt. Kleinstunternehmen, also solche mit weniger als 10 Mitarbeitern, erzielten 2016 auf dem Online Weg 26 % der gesamten Umsätze. Bei Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern waren es zum Vergleich nur 18 %.
 

Das Internet muss im Businessplan eine strategische Rolle spielen

Es wird deutlich, dass die Rolle des Internets als wichtiger Vertriebskanal im Businessplan nicht zu kurz kommen darf. Immer mehr Verbraucher nutzen das Internet, um sich Informationen über Produkte und Dienstleistungen vor der finalen Kaufentscheidung einzuholen. Insofern gilt es 2018 mehr denn je, real und virtuell Präsenz zu zeigen. Was die virtuelle Präsenz angeht, so spielen Smartphones eine wachsende Rolle. Immer mehr Verbraucher kaufen auch via Smartphone oder Tablet ein. Daher muss eine Seite auf jedem Endgerät optimal dargestellt werden können (Stichwort responsive design). Interessant ist auch, dass 2016 mehr als 80 % der Unternehmen den größten Umsatz mit einer eigenen App oder Webseite erzielten. Auf scheinbar florierenden Internet-Marktplätzen sind es hingegen nur knapp 20 %.
 

Zahlen zur Einschätzung der Entwicklungen im Jahr 2018

Nach wie vor ist es so, dass das mit Qualität in Verbindung gebrachte Prädikat made in Germany weltweit ein hohes Ansehen genießt und sich als Verkaufsmotor erweisen kann. Auch wenn in den Medien häufig diskutierte Firmenpleiten wie jene von Air Berlin ein anderes Bild vermitteln mögen, so befindet sich die Zahl der Firmenpleiten aktuell auf einem recht niedrigen Niveau. Im Vergleich zum bedenklichen Höchststand aus dem Jahr 2003 ist der Wert mit knapp 20.000 Firmenpleiten nur etwa halb so hoch.

Experten gehen davon aus, dass die Zahlen an Firmenpleiten auch 2018 rückläufig sein wird. In der Praxis zeigt sich, dass neben einer fehlgeleiteten Strategie vor allem schlecht geplante Finanzen bei Existenzgründungen keinen langfristigen Erfolg ermöglichen. Der deutsche Industrie- und Handelskammertag geht davon aus, dass auch 2018 die Zahl der Beschäftigten weiter steigen wird, wobei immer mehr Unternehmen Probleme damit haben werden, freie Stellen adäquat zu besetzen (Stichwort Fachkräftemangel).

Kritisch und als mögliche Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung hierzulande sehen Experten den teils hohen Verschuldungsgrad deutscher Unternehmen. Gerade im Mittelstand sind nicht selten bis zu 66 % der finanziellen Mittel durch Fremdkapital gedeckt. Sobald die aktuell sehr niedrigen Kreditzinsen wieder steigen, können schnell bedrohliche finanzielle Engpässe entstehen.
 

Die Zukunft ist digital: Trends erkennen und Chancen nutzen

Egal, in welcher Branche Existenzgründer 2018 aktiv werden wollen: ein hoher Innovationsgrad ist mittlerweile eine Grundvoraussetzung, um Produkte oder Dienstleistungen erfolgreich auf den Markt bringen zu können. Daher sollte das Internet nicht nur für Marketing und Vertrieb zielfokussiert eingesetzt werden. Zu prüfen ist auch, inwiefern technische bzw. digitale Innovationen zu betrieblichen Mehrwerten oder solchen aus Kundensicht beitragen können. Ein zukünftiges Handlungsfeld, das jetzt schon greifbar ist, wird die Digitalisierung des Handels sein. So startet Amazon Fresh einen Lieferdienst, der dem Einzelhandel zusetzen könnte. Der Handelsriese real,- startet ein Projekt für Werbung mittels Gesichtserkennung im Kassenbereich. Mit so genannten Chatbots ist es möglich, schnell und flexibel eine Probefahrt bei einem Autohändler zu vereinbaren.
 

(Digitale) Innovationen müssen sich im Geschäftsalltag erst beweisen

Insofern gilt es, traditionelle Strukturen bzw. Geschäftsprozesse mit Blick auf Optimierungspotenziale konsequent zu prüfen. Wer beispielsweise neue Formen der Kontaktaufnahme bzw. Kundenberatung anbietet, muss auf traditionelle Angebote nicht zwangsläufig verzichten, zumal diese für ältere Zielgruppen durchaus sehr relevant sein können.

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