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Selbstständig machen? Grundlagen für Ihre Planung

Geschäftsmann denkt nach

Selbstständigkeit und Selbstständigkeit ist zweierlei. Im Grunde ist jeder Selbstständige Begründer einer ur-eigenen Selbstständigkeit, denn die Grundausstattung an Motivation, Intention und Know-how ist meist grundverschieden. Ein Beispiel: Wer buchstäblich Hals über Kopf seine Festanstellung an den Nagel hängt, im Handumdrehen ein Online-Portal zu Vergleichszwecken aufsetzt und glaubt, damit langfristig als Selbstständiger reich werden zu können, der landet sicherlich schnell auf dem Boden der Tatsachen. Wer monate- oder sogar jahrelang nebenberuflich selbstständig ist und erst dann den Sprung in die Selbstständigkeit wagt, wenn genug Reserven auf dem Sparbuch liegen, um einige Zeit ohne Festgehalt über die Runden zu kommen – der ist das sicherheitsliebende Pendant eines Selbstständigen. Dazwischen gibt es jede Menge unterschiedliche Gesichter der Selbstständigkeit. Ein paar grundlegende Basics, die jeder Selbstständige oder Pre-Selbstständige wissen sollte, hält dieser Beitrag vor.
 

Ist der Trend zum Gründen verebbt?

Laut KfW-Gründungsmonitor fällt die Anzahl der Existenzgründer von einem Tief ins Nächste. Im Jahr 2014 dokumentierte die KfW 915.000 Gründer. 2015 waren es 763.000 Gründer und im Jahr 2016 waren es 672.000 Gründer. Der Grund, warum sich Gründer heute zweimal überlegen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, sind vor allem die guten Jobofferten am Markt. Was das KfW-Team auch bemerkt hat, ist: Notgründungen, also die Unternehmensgründungen, die aus Mangel an Alternativen umgesetzt werden, sind deutlich zurückgegangen. Deutlich darüber liegt nach wie vor die Zahl derer, die mit einer ausgeklügelten Idee in der Tasche den Sprung zur Unternehmensgründung wagten.
 

Die Selbstständigkeit. Diese Faktoren müssen Sie bedenken

Die vielen Gesichter, die die Selbstständigkeit rein menschlich bedingt mit sich bringt, sind die eine Seite der deutschen Gründer- und Selbstständigen-Landschaft. Auf der anderen Seite stehen die folgenden Regularien, die Sie als Selbstständiger kennen sollten.
 

Status der Selbstständigkeit.

Wann genau ist jemand selbstständig? Wer seine angebotene Dienstleistung auf eigene Rechnung macht, nicht weisungsgebunden ist und seine Arbeitszeit und den Arbeitsort frei bestimmen kann, ist selbstständig. Selbstständige arbeiten nicht nach Anweisung eines Arbeitgebers, sondern im Auftrag der eigenen Kunden. Viele Selbstständige arbeiten allein und ohne weitere Mitarbeiter.
 

Nebenberuf oder Haupterwerbsquelle?

Je nachdem, wie hoch die Einkünfte aus der selbständigen Tätigkeit ausfallen, ergeben sich wirtschaftliche Unterscheidungsmerkmale. Wird der Großteil der Einkünfte aus der Selbstständigkeit bezogen, wird von einem selbstständigen Haupterwerb gesprochen. Eine selbstständige Nebentätigkeit besteht, wenn neben der regulären Beschäftigung in Festanstellung ein zusätzliches Einkommen entsteht – aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit.
 

Freiberufliche Tätigkeit oder Selbstständigkeit?

Nicht jeder, der seine Tätigkeiten selbstständig abrechnet, ist auch ein Freiberufler. Laut § 18 Einkommenssteuergesetz üben Freiberufler Tätigkeiten aus, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Somit zählen unter anderem folgende Berufsgruppen zu den Freiberuflern: Ärzte, Diplom-Psychologen, Anwälte, Steuerberater, Ingenieure, Architekten, Journalisten, Dolmetscher oder Sachverständige.
 

Kleingewerbe oder Gewerbe anmelden?

Das einfachste Geschäftsmodell ist, als Kleinunternehmer zu starten. Wer als Einzelunternehmer startet, fällt unter die Rubrik Kleingewerbe und hat damit gegenüber den Behörden einen Sonderstatus. Hier ist weder die Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt notwendig, noch der Eintrag im Handelsregister. Der Kleinunternehmer muss in der Regel nur eine einfache Buchführung nachweisen. Welche Rechtsform sich anbietet, hängt von diversen Faktoren ab. Einen Überblick dazu gibt es hier.
 

Durchhaltevermögen beweisen.

Als Existenzgründer oder Kleinunternehmer braucht es eine gute Portion Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen, um die Selbstständigkeit zum Erfolg zu bringen. Am Ende des Monats wartet kein festes Gehalt auf Ihrem Konto. Sie erhalten nur das, wofür Sie auch wirklich eine Leistung erbracht haben. Wer von den eigenen Leistungen leben will, kann eine längere Durststrecke erleben, bis die Auftragslage rentabel genug ist. Der eigene Idealismus und die Bereitschaft, sich auch von Widerständen und Rückschlägen nicht vom Weg abbringen zu lassen, sind wesentliche Eigenschaften eines jeden erfolgreichen Selbstständigen.
 

Chance zum Durchbruch.

Sehr viele Arbeitnehmer denken im Laufe ihres Berufslebens daran, sich möglicherweise einmal selbstständig zu machen. Kein Stress mehr mit dem Chef, die Leidenschaft zum Beruf machen zu können und die Arbeitszeiten freier einzuteilen – das erscheint vielen Menschen verlockend. Und dies sind in der Tat auch die großen Vorteile einer selbstständigen Tätigkeit. Wenn Sie ein besonderes Talent haben oder eine bestimmte Geschäftsidee endlich verwirklichen wollen, geht es fast nicht anders, als dies auf selbst- oder eigenständigem Weg zu tun. Wer sich mit seinem Unternehmenstraum durchsetzt und trotz der Hürden daran festhält, wird meist mit Erfolg belohnt. Das Gefühl, der eigene Chef mit einer eigenen Geschäftsidee zu sein, entschädigt dabei für vieles.
 

Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit abwägen

Sie spielen mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen? Dann machen Sie sich darauf gefasst, dass jeder Vorteil einen Nachteil birgt und jeder Nachteil mit einem Vorteil auszugleichen ist. Welche Gewichtung die einzelnen Faktoren erfahren, das können dabei nur Sie selbst entscheiden.
 

Die variable Arbeitszeit

Als Selbstständiger haben Sie – je nach Branche – die Chance, die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Das heißt aber auch, dass keine Überstunden-Regelung besteht. Beim Aufbau eines eigenen Unternehmens können in der Aufbauphase viele zusätzliche Stunden Arbeit entstehen – auch am Wochenende. Wer nicht der Nine-to-Five-Arbeitstyp ist, nimmt diese Herausforderung eher an. Wer Struktur und Ordnung schätzt, kann auch in der Selbstständigkeit bestehen, zumindest laufen Sie dann weniger Gefahr, am Zeitmanagement zu scheitern.
 

Variable Arbeitsplätze.

Tatsächlich funktioniert der Traum von einer ortsunabhängigen Arbeitsplatzwahl in vielen Branchen recht gut. Vor allem internetbezogene Jobs lassen sich via Laptop gut von zuhause oder von jedem internetfähigen Ort auf der Welt aus erledigen. Das funktioniert vor allem für viele Solo-Selbstständige gut. Sobald angestellte Mitarbeiter oder ein Laden dazu kommen, erhält die grenzenlose Ortsunabhängigkeit wieder physische Grenzen.
 

Finanzen und Versicherungen.

Als erfolgreicher Unternehmer und mit einer gefragten Geschäftsidee können Sie gutes Geld verdienen. Die Verdienstmöglichkeiten, die hier vorstellbar sind, übertreffen meist die eines Festangestellten. Allerdings muss sich ein Selbstständiger auch selbst versichern. Krankenversicherung, Rentenversicherung, Betriebshaftpflichtversicherung und diverse andere Versicherungen sind nötig.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

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