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Bei der Existenzgründung sollten auch Finanzierungsalternativen bedacht werden

Die Finanzen entscheiden in vielen Fällen über den Erfolg einer Existenz- bzw. Unternehmensgründung. Wer nicht nachhaltig im Businessplan rechnet und auf zu geringe finanzielle Ressourcen zurückgreifen kann, wird in wirtschaftlichen Krisensituationen schnell an die Grenzen stoßen. Generell kommt bei Firmengründungen der Eigenkapitalquote eine wichtige Rolle zu, auch in Bezug auf die Kreditwürdigkeit bzw. die Verhandlungsposition gegenüber Banken. Untersuchungen zeigen, dass die durchschnittliche Eigenkapitalquote in Deutschland nur bei etwa 20 % liegt, was deutlich unter dem europäischen oder amerikanischen Standard liegt. Existenzgründer mit einer geringen Kapitaldecke haben es weitaus schwerer, an Kredite bzw. langfristige Finanzierungsmöglichkeiten zu gelangen. Aufgegeben werden muss aber der Traum von der Existenzgründung nicht, denn es gibt alternative Finanzierungsformen. Mit dem Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit wurde hier bereits eine mögliche Form der finanziellen Unterstützung vorgestellt.
 

Ganzheitlich denken und alle strategischen Optionen in Betracht ziehen: Factoring zur Unternehmensfinanzierung

Diese Art der Finanzierung bezieht sich eher auch die kurzfristige Umsatzfinanzierung im Bereich des mittelständischen Handels, des Dienstleistungsbereiches und der Industrie. Konkret handelt es sich um den Ankauf von kurzfristen Forderungen. Im Zuge dessen tritt ein Unternehmen seine Forderungen ab, sodass diese an anderer Stelle eingetrieben werden können. Factoring ist also ein kurzfristiges Finanzierungsmittel, um Liquidität und somit unternehmerische Handlungsspielräume zu sichern. Da so Forderungsausfällen wirksam entgegengetreten werden kann, profitiert auch die Bonitätsbewertung eines Unternehmens.
 

Die finanzielle Kraft der Masse nutzen: Crowdfunding oder Crowdinvesting

Diese moderne Finanzierungsmöglichkeit wird von immer mehr Start-up Unternehmern genutzt, wobei das Internet bzw. soziale Medien eine wichtige Rolle spielen. Alle, die sich für ein Projekt bzw. Unternehmensmodell interessieren, können sich durch mehr oder wenige große Geldbeträge beteiligen, bis eine bestimmte Summe erreicht ist. Für diese Form der Finanzierung gibt es mittlerweile online zahlreiche Plattformen, auf denen Projekte dargestellt und eine große Community erreicht werden können. Die Art der Gegenleistung kann variieren, wobei Zinsen bzw. Unternehmensbeteiligungen eigentlich nicht gemeint sind. Vielmehr geht es um Vorteile und Vergünstigungen, die mit dem unternehmerischen Projekt in Verbindung stehen. Insofern sollten die Geldgeber auch ein gewisses Interesse an der Idee hegen. Durch diese moderne Art der Finanzierung können auch größere Summe aufgebracht werden.
 

Unternehmerischer Mut zahlt sich aus: Es lohnt sich, neue Wege zu gehen

Natürlich können und sollten Existenzgründer zunächst alle gängigen Fördermittel und Finanzierungsmöglichkeiten ausschöpfen. Sollte hier nicht viel zu holen sein, sollten auch alternative Wege wie die hier vorgestellten geprüft werden. Ist nämlich zu einem späteren Zeitpunkt eine gewisse Kapitalbasis gegeben und ein Geschäftserfolg vorhanden, so eröffnen sich meistens auch diejenigen Wege, die zu Beginn noch nicht begehbar waren. Alleine aufgrund des notwendigen unternehmerischen Mutes sollten Existenzgründer nicht sofort aufgeben, wenn ihnen der Zugang zu ‚klassischen‘ Formen der Finanzierung zunächst versagt bleibt.

Titelbild: contrastwerkstatt – fotolia.com

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