Können sich Selbstständige persönlich gegen das Corona-Virus versichern?

Die Nachrichtenlage wird derzeit vom weltweiten Ausbruch des Coronavirus (Covid-19) beherrscht. In Deutschland halten sich die Auswirkungen und Infektionsfälle noch in überschaubaren Grenzen. Mit dem Ziel, eine hohe Planbarkeit und Sicherheit für die nächsten Wochen/Monate zu erreichen, fragen sich aktuell nicht wenige Selbstständige:

  • Kann ich mich gegen das neuartige Coronavirus versichern?

  • Was ist für Selbstständige bei Corona eigentlich zu versichern?

  • Quarantäne: Welche Absicherungen sieht der Gesetzgeber bei einer Epidemie vor?

Dieser Beitrag wirft einen Blick auf die wichtigsten Fragen, die sich für Selbstständige in der Corona-Krise stellen.

Was ist für Selbstständige in puncto Coronavirus eigentlich zu versichern?

Generell sei darauf verwiesen, dass es nun für den Abschluss einer Versicherung zu spät ist, um akute Auswirkungen zu managen. Langfristig jedoch sind Maßnahmen prüfbar, denn erfahrungsgemäß bleiben solche Viren über einen längeren Zeitraum eine potenzielle Gesundheitsgefahr.

Das Coronavirus ist als Bedrohung bekannt und es wird keine spezielle Versicherung dagegen geben können. In erster Linie zielt die Frage nach einer Versicherung auf die eigene Arbeitskraft ab, denn diese ist für Selbstständige von essentieller Wichtigkeit. Es gilt also, für den Fall einer Infektion und somit Arbeitsunfähigkeit Vorkehrungen zu treffen. Das gilt aber freilich auch für jede andere Form Krankheit. Insofern stellt die aktuell ohnehin sehr geringe Infektionsgefahr keinen Grund für Aktionismus dar. Der normale Schutz sollte und kann auch für diese potenzielle Gesundheitsgefahr greifen. Hier kommt das Stichwort ‚Krankentagegeld‘ in Spiel. Die gesetzliche und private Krankenversicherung leistet Zahlungen, wenn Selbstständige krankgeschrieben werden. Aber zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung gibt es teils deutliche Unterschiede.
 

Der wichtigste Basis-Schutz ist als Krankenversicherung bereits vorhanden!

Eine banale Tatsache sollten Selbstständige nie vergessen, auch wenn sie in diesen Tagen in Vergessenheit zu geraten scheint: Mit einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung sind sie vollumfassend vor Kosten geschützt, die durch die Behandlung einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus entstehen können.
 

Privates Krankentagegeld als flexibler & leistungsstarker Schutz

Wer sich mit der Wahlerklärung als Selbstständiger freiwillig gesetzlich krankenversichert, kann im Falle einer akuten Erkrankung auf das Krankentagegeld als ausgleichenden Baustein setzen. Es wird für gewöhnlich in einer Höhe von 70 % des Bruttolohns gewährt, wobei bei Selbstständigen die Umsätze der letzten Monate maßgeblich sind. Standardmäßig erfolgt die Auszahlung aber erst ab dem 43. Tag der Erkrankung. Bis zum 42. Tag fließt kein Cent. Da die Krankheit im Allgemeinen wohl sehr mild verläuft, würde dieser Schutz nicht greifen. Aus dem am stärksten betroffenen Land China ist bekannt, dass es Patienten mit schwereren Verläufen nach 6 Wochen wieder gut geht. Zwar gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung auch die Option, dass Krankentagegeld früher ausgezahlt wird. Aber das hat natürlich seinen Mehrpreis.

Angesichts dessen ist es für viele Selbstständige eine flexiblere und bedarfsgerechtere Alternative, eine private Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Diese kann Bestandteil einer privaten Krankenversicherung sein oder zusätzlich zu einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen werden. Eine private Krankentagegeldversicherung bietet teils schon einen Schutz ab dem 4. Krankheitstag, wobei sich die Tagessatzhöhe individuell festlegen lässt. Natürlich darf das Krankentagegeld nicht höher als der eigentliche Verdienst ausfallen. Falls Selbstständige einen solchen Schutz nutzen, würden sie von der Krankenversicherung im Falle der Krankschreibung Zahlungen erhalten.
 

Kann ich jetzt noch eine private Krankentagegeldversicherung abschließen?

Das ist prinzipiell jederzeit möglich, aber nicht mit Blick auf eine eventuell vorhandene oder kurzfristig ‚wahrscheinliche‘ Corona-Erkrankung. Zu beachten ist, dass es sich bei einer Krankentagegeldversicherung um einen langfristigen Schutz handelt. Denn beim Abschluss einer solchen Versicherung sind Gesundheitsfragen üblich, die wahrheitsgemäß zu beantworten sind. Zudem ist in vielen Tarifen eine Wartezeit von 3 Monaten vorgesehen. Diese gilt nicht bei Unfällen. Wer akut am Coronavirus erkrankt ist, kann also nicht sofort auf das Leistungsspektrum einer privaten Krankentagegeldversicherung bauen, wenn diese bis dato noch nicht bestanden hat.
 

Ist Quarantäne wegen Coronavirus wahrscheinlich?

Im Falle einer tatsächlichen Infektion und eines sehr milden Verlaufes ist es denkbar, dass Selbstständige dennoch mehr oder weniger normal ihrer Arbeit nachgehen können. Das kann sich ändern, denn das Gesundheitsamt offiziell Quarantäne anordnet. Dieser Anordnung wäre Folge zu leisten, da ansonsten die gerichtliche Vollstreckung drohen kann (bis hin polizeilichen Abholung).
 

Verdienstausfall bei Selbstständigen durch Coronavirus (Covid-19)?

Das Infektionsschutzgesetz regelt ganz genau, was in einem solchen Szenario passiert. Sollten Selbstständige unter Quarantäne gestellt werden, sieht das Gesetz eine finanzielle Entschädigung vor. Diese muss beim Gesundheitsamt beantragt werden. Sie bemisst sich am letzten Jahreseinkommen. In einem solchen Fall würden Selbstständige auch ohne Krankentagegeldversicherung nicht leer ausgehen.
 

Geschäftliche Risiken präventiv frühzeitig absichern

Abgesehen von der eigenen Arbeitskraft rücken bei einer sich verschärfenden Corona-Krise auch geschäftliche Aspekte in den Vordergrund. Zu prüfen ist, inwieweit in Bezug auf das konkrete Geschäftsmodell ein Versicherungsschutz für Epidemien vorgesehen ist. Letztlich lassen sich aber nicht alle Risiken versichern, zumal dies mit hohen Kosten verbunden wäre. Ein ganzheitliches Liquiditätsmanagement und kurzfristige strategische Anpassungen können helfen, falls das Geschäftsmodell unmittelbar vom Coronavirus betroffen sein sollte. Zwar handelt es sich nicht um eine Versicherung, aber die Bundesregierung hat für den Notfall schon finanzielle Hilfen für kleinere Unternehmen in Aussicht gestellt (Stichwort Notkredite). Erfahrungsgemäß sind es vor allem die Finanzen, die Selbstständige schnell in eine Schieflage bringen. Falls der Betrieb sehr personalintensiv ist, kann die Nutzung von Kurzarbeitergeld ein flexibler Weg sein, um wegfallende Aufträge und eine heruntergefahrene Produktion abzufedern.
 

Ist Betriebsinventar gegen Coronavirus versichert?

Sollte das Betriebseigentum in irgendeiner Weise vom Coronavirus betroffen sein und das Gesundheitsamt die Zerstörung/Beschlagnahmung anordnen, so bekämen Selbstständige hierfür ggf. eine finanzielle Entschädigung. Ansonsten ist zu prüfen, ob eine vorhandene Versicherung für den Betrieb auch bei einer Virusepidemie aufkommen würde. In der Regel leistet eine Inventarversicherung jedoch nicht.
 

Geschäftsreise geplant: Wegen Coronavirus stornieren?

Selbstständige, die viel Reisen und das vor allem in besonders betroffene Länder, sollten die Planungen in der nächsten Zeit sehr kurzfristig durchführen unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung. Falls eine Reise storniert werden soll, da das Risiko zu hoch erscheint, zeigen sich die meisten Airlines oder auch Veranstalter sehr kulant. Gute Karten für eine kostenlose Stornierung sind dann gegeben, wenn es eine offizielle Reisewarnung durch das Auswärtige Amt gibt. Generell sollten Selbstständige zwecks Risiko- und letztlich Kostenmanagement immer hinterfragen, ob der Abschluss einer speziellen Reiserücktrittsversicherung sinnvoll ist.
 

Todesfall durch Corona absichern

Tritt aufgrund einer Virus-Infektion ein Todesfall ein, leisten in aller Regel die üblichen (Risiko-) Lebensversicherungen bzw generelle Verträge und Policen mit Todesfallschutz. Auch der jetzige Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung ist - sofern noch keine Corona-Infektion eingetreten ist, möglich.
 

Stornierungen, Produktionsausfälle & Absagen: Sind Unternehmen gegen Corona-Schäden versichert?

In Hotellerie und Gastronomie brechen die Umsätze durch das Coronavirus dramatisch ein. Öffentliche Veranstaltungen sind in den nächsten Wochen untersagt, sodass sich die finanzielle Situation noch verschärfen könnte. Auf die Frage vieler Selbstständiger, ob sie wegen des Coronavirus auf Ausgleichzahlungen von Versicherungen hoffen dürfen , gibt eine aktuelle Mitteilung des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft folgende Antwort:

Epidemiebedingte Umsatzverluste sind in aller Regel kein Bestandteilteil von standardmäßigen Versicherungsverträgen. Ob abgesagte Veranstaltungen oder eine stillstehende Produktion im verarbeitenden Gewerbe: In den meisten Fällen wird der Staat mit seinen Hilfsnahmen für Ausgleich sorgen müssen. Im Einzelfall ist je nach Geschäftsmodell und Versicherungsumfang zu prüfen, ob irgendwelche Bestandteile doch versichert sind.
 

Ein Blick auf das Kleingedruckte…

Natürlich sind die meisten Veranstaltungen und auch Betriebe versichert. Alles andere wäre aus unternehmerischer Sicht fahrlässig. Da aber bei einer Viruspandemie kein Sachschaden im engeren Sinne vorliegt, greifen die allermeisten Versicherungspolicen von Selbstständigen und Freiberuflern nicht. Bei Veranstaltungen, die jetzt wohl für mehrere Wochen ausfallen werden, sind Epidemien bzw. übertragbare Krankheiten sogar meistens vertraglich explizit ausgeschlossen. Solche branchenüblichen Vertragsbedingungen erlangen normalweise kaum Bedeutung geschweige denn Beachtung. Nun, im akuten Krisenfall durch das Coronavirus, kommt diesen kleinen Vertragsbedingungen eine enorme finanzielle Bedeutung zu ! Nicht auszuschließen ist, dass sich dies durch die Erfahrungen mit dem Coronavirus bzw. der Lungenkrankheit Covid-19 in Zukunft ändern könnte.

Fazit: Vorsorge ist für Selbstständige besser als Nachsicht!

Angesichts der skizzierten Möglichkeiten und gesetzlichen Regelungen besteht trotz Ausbruch des Coronavirus in Deutschland für Selbstständige keinerlei Grund zur Panik. Sofern sie für den Krankheitsfall ohnehin vorgesorgt haben, ist auch in einer gesundheitlichen Krise nicht mit tiefen finanziellen Einschnitten zu rechnen. Bei einer verordneten Quarantäne käme der Staat mit Ersatzleistungen auf.

Selbstständige sollten die aktuelle Krise ruhig und besonnen nutzen, um den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen: Bin ich gut aufgestellt bzw. abgesichert? Hat die Entwicklung bis dato gezeigt, dass an der einen oder anderen Stelle noch mehr finanzielle Sicherheit nötig wäre? Falls ja, so kann eine unabhängige Fachberatung schnell zum Gefühl einer sichereren Zukunft beitragen. Ein generelles Risiko besteht zu jeder Zeit, weshalb der Abschluss einer recht kostengünstigen Risikolebensversicherung eine Option der Vorsorge für die Familie sein kann.
 

Zusammenfassung zur Frage ‚Können sich Selbstständige persönlich gegen Corona versichern‘?

  1. Eine spezielle persönliche Versicherung kann und wird es nicht geben, zumal sich Viren in ihrer Gestalt und Auswirkung immer wieder ändern.

  2. Für bereits eingetretene Tatsachen kann im Nachhinein ohnehin rein formal keine Versicherung mehr abgeschlossen werden.

  3. Um die für Selbstständige so wichtige Arbeitskraft abzusichern, spielt das Krankentagegeld eine Schlüsselrolle auch im Falle einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Für notwendige Behandlungen greift ohnehin die in Deutschland verpflichtende Krankenversicherung, sodass in dieser Hinsicht alle Risiken versichert sind.

  4. Eine private Krankentagegeldversicherung bietet hinsichtlich der Festlegung der Höhe von Tagessätzen und dem Beginn der Auszahlung wesentlich flexiblere Möglichkeiten als die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung.


Tipp: Private Krankenversicherung inkl Krankentagegeld kostenlos vergleichen!

Anders als Angestellte sind Selbstständige von der Versicherungspflicht befreit, und können zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen. Nicht nur aufgrund der günstigen Beiträge sind viele Selbstständige hierzulande bereits privat krankenversichert: Die Leistungen unterscheiden sich teils drastisch von denen der gesetzlichen Krankenversicherung. Privatpatient beim Arzt, Facharzt oder im Krankenhaus zu sein ist hierzulande und besonders in Zeiten von "Corona" ein wertvolles Privileg.

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