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Jeder zweite Beschäftigte erhält Weihnachtsgeld

Weihnachtsgeld

Alle Jahre wieder stellt sich die Frage, wie viele Arbeitnehmer überhaupt noch Weihnachtsgeld erhalten. Diese freiwillige Sozialleistung scheint in der Wahrnehmung vieler Menschen zu einem seltenen Luxus geworden zu sein, zumal gerade auch im öffentlichen Bereich in den letzten Jahren erhebliche Einbußen bei der Auszahlung des Weihnachtsgeldes hingenommen werden mussten. Nun zeigt eine aktuelle Analyse der renommierten Hans-Böckler-Stiftung, dass immer noch deutlich mehr als die Hälfte (55 %) aller Arbeitnehmer Weihnachtsgeld erhält.
 

Faktor Tarifbindung

Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt aber, dass die Auszahlung des Weihnachtsgeldes sehr ungleich verteilt ist. Der wesentliche Einflussfaktor in dieser Hinsicht ist die Tarifbindung. Sofern ein Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist, erhalten 75 % der Beschäftigten Weihnachtsgeld. In Betrieben ohne Tarifbindung sind es dagegen nur gut 44 %. Der Grund hierfür ist auch im geltenden Recht zu sehen: So haben die meisten Mitarbeiter in tarifgebundenen Betrieben einen Rechtsanspruch auf diese Sonderzahlung. Ohne eine tarifliche Organisation des Betriebes handelt es sich um eine Sonderzahlung auf freiwilliger Basis.
 

Welche Faktoren begünstigen den Erhalt des Weihnachtsgeldes?

Die Tarifbedingung repräsentiert den Hauptfaktor, aber es lassen sich noch andere Aspekte benennen. So bekommen im Westen der Republik 57 % der Mitarbeiter Weihnachtsgeld, im Osten sind es dagegen nur 43 %. Oft wird über die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen diskutiert. Dies gilt auch für das Weihnachtsgeld, das Männer mit 58 % öfter erhalten als Frauen (49 %). Auch spielt die Art des Arbeitsvertrages eine Rolle. Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen erhalten in 55 % der Fälle Weihnachtsgeld. Im Falle der Befristung sind es hingegen 42 %. Auch offenbart sich ein Ungleichgewicht beim Erhalt des Weihnachtsgeldes zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten (55 % vs. 39 %).
 

Und wie steht es um die Höhe des Weihnachtsgeldes?

Die höchsten Sonderzahlungen erhalten Beschäftigte im Bankenwesen, in der Chemie- und Druckindustrie sowie in der Süßwarenindustrie. Hier kann die Sonderzahlung bis zu 100 % des Monatseinkommens betragen. Zum Vergleich: Im ebenfalls angesprochenen öffentlichen Dienst liegt diese Sonderzahlung nur noch zwischen 53 und 82 %, wobei die Vergütungsgruppe eine wichtige Rolle spielt.
 

Welche Bedeutung haben diese Zahlen für Existenzgründer?

In ihrer Rolle als Arbeitgeber werden sich Existenzgründer mit der Frage beschäftigen müssen, ob sie Weihnachtsgeld zahlen wollen bzw. überhaupt können (und wenn ja, in welcher Höhe)? Die hier genannten Zahlen und Einflussfaktoren ermöglichen insofern eine aussagekräftige Orientierung. Um sich als attraktiver Arbeitgeber im Kampf um begehrte Fachkräfte zu platzieren, werden solche freiwilligen Sonderleistungen eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Abgesehen von der Tarifbindung ist diese Sonderleistung zwar freiwillig, aber nicht beliebig änderbar. Insofern handelt es sich bei der Bewilligung von Weihnachtsgeld um eine nachhaltige Entscheidung. Zahlreiche Gerichtsurteile zeigen, dass das Weihnachtsgeld im Sinne des Gewohnheitsrechts in vielen Fällen nicht einfach sofort ersatzlos gestrichen werden kann.

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