Welche aktuellen Trends/ Entwicklungen beeinflussen die Selbstständigkeit?

und wie kann man sich darauf einstellen? Das wird dieser Ratgeber praxisorientiert zeigen. Zunächst stehen aktuelle Entwicklungen im Fokus, am Ende werden Maßnahmen für eine zukunftsorientierte Umsetzung konkretisiert. Nutzen Sie diesen Beitrag als Update für die mehr als 500 hier verfügbaren Geschäftsideen: Sie können damit jede Geschäftsidee zukunftsorientiert angehen und die wichtigsten Planungsaspekte fokussieren. In diesem Sinne: Ran an die Arbeit!
 

Update: Was tut sich in der deutschen Gründerszene?

Als grundlegende Einstimmung auf Trends und Rahmenbedingungen sei darauf hingewiesen, dass 70 % aller Existenzgründungen in Deutschland im Dienstleistungsbereich angesiedelt sind. Mit 65 % sehen zwei von drei Gründerteams ihr Geschäftsmodell als digital an. Mittlerweile erfolgen 40 % aller Existenzgründungen durch Frauen, dieser Wachstumstrend hält seit Jahren an. Mit 36 % ist ein Großteil der Existenzgründer zwischen 25 und 34 Jahren alt.
 

Was zeigt der KfW-Gründungsmonitor?

In der Ausgabe von 2022 ist mit 31 % digitalen sowie 41 % internetbasierten Gründungen ein neuer Rekord vorzufinden. Das zeigt, dass immer mehr Gründer die Chancen der digitalen Welt nutzen, zumal diese mit künstlicher Intelligenz nochmals einen Leistungs- und Effizienzschub bekommen hat. Mehr als 80 % aller deutschen Start-ups geben im Green Start-up Monitor 2022 an, ein digitales oder hybrides Geschäftsmodell umgesetzt zu haben.

Neben der Energieeffizienz liegt der Fokus auf der Optimierung von Arbeits- und Produktionsabläufen. Damit sind schon wichtige Handlungsfelder genannt, die Gründer im Businessplan mit Blick auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit angehen sollten. Grundsätzlich lässt sich aus den Daten der Trend ableiten, dass Gründer langfristig denken. So kann sich nur jeder zweite vorstellen, im Erfolgsfall zeitnah den exit zu vollziehen.

Werfen wir nun einen kompakten Blick auf Trends, die immer mehr Existenzgründungen prägen. Hintergrund ist, dass diese Themen für immer mehr Kunden kaufentscheidend sind. Es muss Existenzgründern gelingen, in diesen Bereichen glaubhaft ihre zukunftsorientierten Anstrengungen deutlich machen zu können.
 

Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Klimakrise und anhalte Diskussionen zeigen, dass keine Existenzgründung mehr an diesem wichtigen Thema vorbei kommt. Das ist auch in strategisch-finanzieller Hinsicht nicht mehr möglich, denn durch die CO2-Besteuerung wird der Umweltschutz zu einem wichtigen Faktor für die Unternehmenskosten. Hier schlagen hohe Energiepreise seit 2021 immer mehr zu Buche. Je energieintensiver ein Geschäftsmodell ist, desto wichtiger ist dieses Thema bereits bei der Ausarbeitung des Businessplans. Energiesparende Produktion und die Integration erneuerbarer Energien können nicht nur die Kostenbelastung nachhaltig senken, sondern vor allem auch positiv auf das Unternehmensimage wirken.

Wer nachhaltig als Existenzgründer denkt, muss auch neu entstehende Zweitmärkte erkennen. Mittlerweile hat sich etwa für den Verkauf von gebrauchten Elektrogeräten ein attraktiver Zweitmarkt entwickelt. Alleine aus den verbauten Materialien lässt sich angesichts zunehmender Ressourcenknappheit viel Kapital schlagen. Um welche Geschäftsidee es sich bei der Existenzgründung auch handelt: Nachhaltigkeitsdenken sollte ganz oben auf der Agenda stehen.
 

Regionalität ist voll im Trend

Dieses bedeutsame Handlungsfeld ist ebenfalls im Kontext der Nachhaltigkeit zu sehen. Gerade im Handel legen immer mehr Kunden Wert darauf, dass Erzeugnisse keine weiten Wege hinter sich haben. Was vor Ort oder ganz in der Nähe erwirtschaftet wird, ist für viele Kunden ein starkes Kaufmotiv. Dabei muss es sich nicht nur um Lebensmittel handeln: Auch innovative Produkte können aus Kundensicht punkten, wenn kurze Wege gut für das Klima sind. Jede Geschäftsidee sollte stärker auf Regionalität setzen, sofern der Geschäftsfokus nicht von vorneherein international ausgelegt ist. So schaffen Gründer ein hohes Identifikationspotenzial, das für den Aufbau einer Marke sehr wichtig ist.
 

Gebraucht oder teilen sind im Trend

Na klar, die Zahlen müssen stimmen! Es stimmt aber längst nicht mehr, dass nur reine Verkäufe zählen. Immer mehr Kunden interessieren sich für Sharing-Geschäftsmodelle, vor allem im Bereich der Mobilität. Warum ein teures Elektroauto oder einen E-Roller kaufen, wenn er zu günstigen Konditionen an fast jeder Kreuzung verfügbar sein kann? Der Besitz ist für Kunden in Zukunft nicht mehr das einzige Ziel. Insofern sollten auch Gründer je nach Geschäftsmodell Verkaufsziele und -möglichkeiten neu definieren.

Apropos neu: Wir sprachen schon von einem Zweitmarkt. Dieser wird auch für gebrauchte Alltagsgegenstände wie Kleidung immer größer, was den Megatrend Nachhaltigkeit eindrucksvoll belegt. Es gibt immer mehr Plattformen, die sich mit der Vermittlung oder auch der Vermietung von Alltagsgegenständen befassen. Hier liegt in Zukunft ein enormes Wachstumspotenzial, zumal sich immer wieder neue Nischen und Trends ergeben werden. Viele Geschäftsmodelle, die auf schnelllebige Wegwerfprodukte setzen, werden sich angesichts dieser Entwicklung neu erfinden müssen.
 

Stationäre Geschäftsmodelle neu denken

Viele der hier vorgestellten Geschäftsideen diskutieren auch die Option, ein Ladenlokal zu eröffnen. Beim Blick in viele Innenstädte wird schnell klar, dass der stationäre Handel in den letzten Jahren sehr unter dem Internet gelitten hat. Mittlerweile ist es zur völlig normalen Lebensgewohnheit geworden, im Internet zu shoppen.

Diese omnipräsente Konkurrenz muss jeder Gründer auf dem Bildschirm haben. Zu überlegen ist, welche Vertriebswege in Frage kommen bzw. von Kunden vorausgesetzt werden. Ein Ladenlokal kann nach wie vor gut funktionieren. Das Internet muss für die Vermarktung und für zusätzliche Vertriebsreichweite aber eine immer stärkere Rolle spielen. Sehr im Trend sind auch Pop-up-Stores, die durch zeitliche Begrenzung und ein exklusives Angebot für starke Kaufanreize sorgen.

Auch der Wocheneinkauf verlagert sich ins Internet …

Wie stark das Internet Einkaufsgewohnheiten verändert hat, zeigt vor allem der Einkauf von Lebensmitteln im Internet. Der Umsatz hat sich in den letzten 10 Jahren verfünffacht und macht 2022 etwa 4 Milliarden Euro Umsatz aus. Hierbei handelt es sich um einen starken Wachstumsmarkt, der auch durch den demografischen Wandel befeuert wird. Immer mehr Menschen werden darauf angewiesen sein, sich Lebensmittel nach Hause liefern zu lassen. Beim Angebot können Nachhaltigkeit (emissionsfreie Zustellung), regionale Produkte und umfassender Service aus Kundensicht für überzeugende Mehrwerte sorgen.

Künstliche Intelligenz (KI): Neue Chancen für Existenzgründer

Selbst Experten staunten nicht schlecht, was Chat GPT als bekanntes Beispiel Ende 2022 als künstliche Intelligenz alles konnte: Texte schreiben, Grafiken und Präsentationen erstellen und vieles mehr ist nun mit wenigen Worten und Klicks möglich. Das Potenzial von KI ist längst noch nicht erschlossen geschweige denn wird es konsequent genutzt.

Existenzgründer sollten aber prüfen, inwiefern KI-basierte Lösungen den Arbeitsalltag leichter machen können. Und sei es „nur“ für die Erledigung der Buchhaltung, wodurch Tag für Tag wertvolle Zeitressourcen für andere Aufgaben verfügbar sein können. Bereits im Businessplan sollten Gründer erläutern, welche Potenziale KI für das Geschäftsmodell hat und wie diese gezielt genutzt werden können. Vor allem bei der Automatisierung des Kundenservices lassen funktionale Lösungen umsetzen, die für einen ständig verfügbaren Ansprechpartner sorgen.


Wie sollten Gründer diese Trends umsetzen?

Viele wichtige Themen sind nun im Fokus. Sie sollten bereits im Businessplan mit dem notwendigen strategischen Gewicht deutlich werden: Inwiefern ist das Geschäftsmodell nachhaltig? Was macht die Produkte aus Kundensicht attraktiv und zukunftstauglich? Gründer tun gut daran, trotz Businessplan strategisch flexibel und somit anpassungsfähig zu bleiben. In diesem Sinne sollten Sie einen Trendmonitor installieren und den relevanten Zielmarkt genau analysieren. Auch das Kaufverhalten, Feedback und Bewertungen von Kunden sollten in dieses Monitoring einfließen, um neue Chancen oder auch Optimierungspotenziale schnell umsetzen zu können.
 

Netzwerken ist nach wie vor wichtig!

Auch wenn vieles neu erscheint, bleiben einige Instrumente nach wie vor erfolgreich. Sie werden immer digitaler, was aber durch eine höhere Reichweite als Vorteil zu sehen ist. Trotzdem spielen für viele Produkte persönliche Empfehlungen und Mund-zu-Mund-Propaganda immer noch eine wichtige Rolle.

Angehende Gründer sollten sich bereits im Vorfeld ein Netzwerk aufgebaut haben. Kontakte daraus sind gerade in der Startphase wichtig, um das Geschäftsmodell ans Laufen zu bringen. Durch ein reichweitenstarkes Netzwerk lassen sich immer wieder neue Partnerschaften und im Idealfall Synergieeffekte nutzen.
 

Schutz der eigenen Innovativen ist elementar

Bei allem Entwicklungseifer vergessen Gründer manchmal, ihre Ideen bzw. Produkte ausreichend zu schützen. Damit sind nicht nur Patente und Gebrauchsmuster gemeint. Bereits Informationen rund um den Entwicklungsprozess müssen so gut wie möglich als Betriebsgeheimnis geschützt werden. Cyberangriffe werden in Zukunft immer öfter vorkommen. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, welche verheerende Wirkung diese haben können. Es geht auch um Vertrauen: Kunden müssen sich darauf verlassen, dass sensible Daten bei einem Unternehmen sicher sind. Je digitaler das Geschäftsmodell ist, desto wichtiger wird der Schutz der IT-Infrastruktur sein. Investitionen in diesem Bereich sind unentbehrlich.
 

Neue Wege bei der Unternehmensfinanzierung

Für den Erfolg einer Unternehmensgründung spielt die Finanzierung erfahrungsgemäß eine Schlüsselrolle. Die Mehrheit aller Gründer scheitert an einer unzureichenden Finanzierungsstrategie. Besonders Start-ups, die einen hohen Kapitalbedarf aufweisen, sollten alle verfügbaren Optionen nutzen und dabei auch über den „klassischen“ Rahmen (Bankkredit oder Gründerdarlehen) hinausgehen.

Venture Capital hat sich in den letzten Jahren als Trend zu einem wichtigen Instrument für die Unternehmensfinanzierung entwickelt. Der Vorteil ist zweifacher Natur, denn neben Geld bekommen Gründer oft auf diesem Weg nicht weniger wertvolles Knowhow. Aktuelle Daten zeigen, dass nur etwa mehr als 10 % der Existenzgründungen auf dieses Instrument für die Unternehmensfinanzierung zugreifen.

Mit 78 % und 48 % spielen Eigenkapital und staatliche Fördermittel immer noch eine prägende Rolle in der deutschen Start-up-Szene. Insgesamt zeichnet sich der Trend ab, dass die Risikobereitschaft bei der Unternehmensfinanzierung mit der Innovationskraft und Skalierbarkeit wächst.

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