Weniger Minijobs seit Einführung des Mindestlohnes

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Erst kürzlich wurde an dieser Stelle darüber berichtet, dass der Mindestlohn einen Einfluss auf Praktikumsplätze ausübt. Generell legen aktuelle Zahlen des Arbeitsmarktes nahe, dass die befürchteten negativen Konsequenzen für Arbeitsplätze bis dato ausgeblieben sind. Nun deutet eine Untersuchung darauf hin, dass der Mindestlohn in einigen Branchen zu einer Beschäftigungsanpassung geführt hat. Demzufolge sind zahlreiche Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt worden. Die folgenden Angaben beziehen sich auf eine Studie des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung).
 

Was hat sich konkret seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes verändert?

Seit seiner Einführung im Jahr 2015 ist die Zahl der so genannten Minijobs um insgesamt 125.000 gesunken. Die hier zitierte Studie aber hebt hervor, dass diese Jobs mehrheitlich nicht einfach weggefallen sind, sondern quasi durch eine Umwandlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse ausgeglichen wurden. Insofern legen auch diese Zahlen nahe, dass der gesetzliche Mindestlohn nicht zu einem nennenswerten Abbau von Arbeitsplätzen geführt hat. Schaut man auf die betroffenen Zielgruppen, so wurden insbesondere Minijobs von Ostdeutschen, älteren Arbeitnehmern und Frauen umgewandelt. Was die Arbeitgeber angeht, so scheinen besonders mittelgroße Betriebe von dieser Entwicklung betroffen zu sein. Interessant ist auch ein weiterer Blick auf Details: Überdurchschnittlich stark von der Umwandlung von Minijobs sind laut Studie die Branchen Verkehr, Lagerwesen, Handel sowie Reparatur von Kraftfahrzeugen betroffen.
 

Auch die Anzahl der Minijobs in einem Betrieb scheint eine Rolle zu spielen

Die besagten Umwandelungen sind vermehrt in solchen Betrieben zu finden, in denen vielfach auf Minijobbasis gearbeitet wird. In solchen Betrieben fanden geringfügige Beschäftigungsverhältnisse auch eher ein Ende. Insgesamt scheint der gesetzliche Mindestlohn vor allem in den hier genannten Branchen dazu zu führen, dass weniger Minijobs angeboten werden. Die aktuelle Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Umwandlung von Minijobs keine weiteren Effekte auf den Abbau der geringfügigen Beschäftigung in Betrieben hat.
 

Was bedeutet der gesetzliche Mindestlohn für Existenzgründer/Selbstständige?

In ihrer Rolle als Arbeitgeber sind Selbstständige im Falle der Beschäftigung von Mitarbeitern an den gesetzlichen Mindestlohn und seine Bestimmungen gebunden. Falls eine tarifliche Bindung sowie ein Tarifvertrag vorliegen, so kann der tatsächliche Lohn je nach Branche aber noch deutlich höher ausfallen. In diesem Kontext sei darauf hingewiesen, dass der Mindestlohn Anfang 2017 auf 8.84 Euro pro Stunde angehoben wurde. Was den operativen Geschäftsbetrieb angeht, so sollten Selbstständige vor allem die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumentationspflichten sorgfältig erfüllen. Zu diesem Thema finden Interessenten auf diesem Portal nützliche Informationen mit Praxisbezügen.

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