Aktuelle Zahlen zur Schwarzarbeit von Putzhilfen in Privathaushalten

Einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge arbeiten 80 % aller Putzhilfen schwarz. Bei einem großen Teil davon handele es sich um eine eigens getroffene Entscheidung. Der Studie zufolge werden demnach etwa 3 Millionen Menschen illegal beschäftigt. Die daraus geschätzte Summe an Einkommen wird auf 25 bis 30 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Die so entgangenen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge verdeutlichen den daraus resultierenden gesamtwirtschaftlichen Schaden. Neben der Putzhilfe sind auch solche Dienstleistungen gemeint, die sich um die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen oder Kindern drehen. Insofern handelt es sich um Beschäftigungsverhältnisse, die weder einem Angestelltenverhältnis, noch einer beruflichen Selbstständigkeit gleichen. Dieser Entwicklung gegenüber stehen die Bemühungen der Minijob-Zentrale, solche Beschäftigungsverhältnisse in legale umzuwandeln.

Die Vorteile der Schwarzarbeit werden als Problem gesehen

Die Schwarzarbeit nimmt immer noch einen zentralen Stellenwert ein, da sie für beide Seiten Vorteile mit sich bringe. So sei es für private Haushalte billiger, Hilfen schwarz zu beschäftigen. Und natürlich ist es auch für die Hilfskräfte selber steuerlich günstiger, den (Hinzu)verdienst nicht offiziell anzugeben. Es versteht sich von selbst, dass auch der notwendige bürokratische Aufwand für beide Seiten so geringer ausfällt.
 

Bezüge zur möglichen beruflichen Selbstständigkeit in diesem Bereich

Ein struktureller Grund für die Schwarzarbeit sei darin zu sehen, dass es sich oft nur um wenige Wochenstunden in Teilzeit handele. Der IW verweist darauf, dass die bürokratischen Hürden für den Weg in die Selbstständigkeit oftmals zu hoch seien. In jedem Falle wäre es aber möglich, sich als Putzhilfe selbstständig zu machen oder sogar ein eigenes Reinigungsunternehmen zu gründen. Schwierig gestaltet sich neben der Konkurrenzsituation aber dann natürlich auch der fehlende Wille vieler potenzieller Auftraggeber, auf solche professionellen Dienstleistungen auf Rechnung zurückzugreifen. Das perspektivenreiche Potenzial in diesem aufstrebenden Dienstleistungsbereich zeigt sich alleine dadurch, dass in knapp 10 % aller deutschen Haushalte eine Hilfskraft beschäftigt wird. Generell besteht bei Wirtschaftsexperten Einigkeit darüber, dass ein zu hohes Maß an Bürokratie die Selbstständigkeit hierzulande bremst, da viele Ressourcen so an den falschen Stellen eingebracht werden müssen. Gerade für frischgebackene Existenzgründer ist es in der Startphase von existenzieller Wichtigkeit, sich auf das eigentliche Kerngeschäft zu fokussieren.
 

Genereller Trend der letzten 10 Jahre zur Schwarzarbeit in Deutschland

Betrachtet man jedoch die Entwicklung über die letzten 10 Jahren, so ist das Volumen der Schwarzarbeit hierzulande in Privathaushalten um etwa 20 % gesunken. Ein Grund hierfür ist, dass die Anzahl der Haushaltshilfen auf Minijob-Basis sich seit dem Jahr 2005 fast verdreifacht hat.

Titelbild: Sergey – fotolia.com

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