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Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf einem 23-Jahres-Tief

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Die wirtschaftlich gute Lage, die jüngst mit einem Wachstum von deutlich über 2 % für das Jahr 2017 von Experten zahlenmäßig konkretisiert wurde, spiegelt sich nun auch in der Zahl der Unternehmensinsolvenzen wider. Und zwar ist diese wichtige Kennzahl zum siebten Mal in Folge gesunken, sodass der seit 2003 niedrigste Stand vermeldet werden kann.
 

Zahlen zur Einschätzung der Lage

Creditreform gibt für das Geschäftsjahr 2017 insgesamt eine Zahl von 116.000 Insolvenzen an. Im Bereich der Unternehmensinsolvenzen lässt sich ein Minus von 6,3 % verbuchen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging von 21.560 auf 20.200 zurück. 1994 wurde letztmalig eine niedrige Anzahl an Insolvenzen gemessen (18.820). Zu berücksichtigen ist allerdings, dass zur damaligen Zeit noch eine andere Konkursordnung herrschte. Zum Vergleich: Im wirtschaftlichen Krisenjahr 2003 lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen noch bei knapp 40.000. Ähnlich sieht die Entwicklung übrigens im Privatbereich aus, denn auch hier lässt sich mit 6,7 % ein noch stärkerer Rückgang feststellen.
 

Gründe für die positive Entwicklung

In erster Linie sind hier die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzuführen, die sowohl Unternehmen als auch Verbraucher betreffen. Die Einkommen sind in den letzten Jahren wieder gestiegen, sodass sich die Kaufkraft und Binnennachfrage positiv entwickeln konnten. Hinzu kommt, dass durch die Niedrigzinsen-Politik der Europäischen Zentralbank die finanziellen Belastungen für Kreditnehmer insgesamt recht niedrig waren. Unternehmen können günstigere Finanzierungsformen in Anspruch nehmen und auch bei der Umschuldung bessere Rahmenbedingungen nutzen.
 

Welcher finanzielle Schaden entsteht durch Insolvenzen?

Der gesamte Schaden durch Unternehmensinsolvenzen wird mit 26,6 Milliarden Euro beziffert. Der Vorjahreswert lag noch bei 27,5 Milliarden. Berechnet man zur Orientierung eine mittlere Schadenssumme, so liegt diese mit Blick auf private Gläubiger bei etwa 1 Million Euro. Was die betroffenen Arbeitsplätze angeht, so sind bei insolventen Unternehmen knapp 200.000 Arbeitsplätze weggefallen oder stark bedroht. Im Jahr 2016 lag diese Zahl noch bei 221.000.
 

Existenzgründungen und Unternehmenspleiten

An dieser Stelle wurde schon darüber berichtet, dass die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen das Gründungsgeschehen nicht wirklich ankurbeln, da viele Interessenten in solchen Zeiten eher die vermeintlich sicherere Variante einer Festanstellung bevorzugen. Was die Zahlen angeht, so nehmen ältere Unternehmen zwangsläufig aufgrund der Entwicklung ein größeres Gewicht ein. Fast 45 % aller Insolvenzen betreffen Unternehmen, die 10 Jahre oder älter sind. Dies entspricht einem Anstieg von 3 %. Im Gegenzug nahm die Zahl der Insolvenzen mit Blick auf junge Unternehmen ab. Ein Blick auf die Größe der von Insolvenz betroffenen Unternehmen zeigt, dass mit über 80 % vor allem kleine Betriebe mit weniger als 5 Mitarbeitern betroffen sind. Überdurchschnittlich stark betroffen sind dabei das Dienstleistungsgewerbe und der Handel.
 

Wissen für Existenzgründer: Insolvenzrecht und Rechtsform

Die Zahlen gerade mit Blick auf kleine Unternehmen verdeutlichen, wie wichtig eine nachhaltige und ganzheitliche Planung für Existenzgründer ist. Hier auf selbststaendig.de finden Existenzgründer dementsprechend kompakte Hilfestellungen in vielen relevanten Bereichen. Zu bedenken ist, dass auch die Rechtsform finanzielle Auswirkungen im Falle einer Insolvenz haben wird. Die Haftung kann sich nur auf das eingebrachte Kapital beziehen (etwa bei einer GmbH) oder aber auch auf das gesamte Privatvermögen (dies ist für eingetragene Kaufleute der Fall). Um eine Insolvenz zu vermeiden, sollte die Liquidität immer im Blick gehalten werden. Existenzgründer sollten sich auch mit dem Insolvenzrecht beschäftigen, um etwaige Tatbestände frühzeitig erkennen bzw. noch rechtzeitig handeln zu können. Wer eine Insolvenz verschleppt, macht sich unter Umständen strafbar. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte auf jeden Fall ein Frühwarnsystem genutzt werden, dass auf aussagekräftigen Controlling Daten beruht. In diesem Sinne sollte auch der ausgearbeitete Businessplan von Existenzgründern immer wieder angepasst werden, wenn klar wird, dass sich bestimmte Ziele nicht erreichen lassen bzw. sich Annahmen als falsch erweisen.

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