Zeit für das Wesentliche: Welche Faktoren sind in der Praxis entscheidend?

Wer sich selbstständig machen will, um sein eigener Chef zu sein, kommt vor allem in der Startphase nicht an langen Arbeitszeiten vorbei, da an vielen Fronten gleichzeitig gearbeitet werden muss. Schnell kommen unerfahrene Existenzgründer so an die Grenzen ihrer zeitlichen Ressourcen, sodass im schlechtesten Fall sogar der Blick für das Wesentliche verloren geht. Daher sollte von Beginn an darüber nachgedacht werden, sich für bestimmte Felder professionelle Hilfe ins Boot zu holen und wegweisende strategische Entscheidungen zu treffen. Unternehmensberater vertreten die Ansicht, dass beim Aufbau der Selbstständigkeit das eigentliche Kerngeschäft und somit die Fachkompetenz im Mittelpunkt stehen sollte. Wer sich zu viel mit Dingen beschäftigt, von denen er (noch) wenig Ahnung hat, riskiert wertvolle Zeit zu verlieren. Obendrein kann es sein, dass die eigenen Anstrengungen keine wirklich fruchtbaren Ergebnisse hervorbringen. Ein klassisches Problemfeld diesbezüglich ist die Buchhaltung, mit der sich Existenzgründer wohl oder übel befassen müssen.
 

Ein professionelles Zeit- und Aufgabenmanagement hilft weiter

Wer es versteht, das Hauptgeschäft in den strategischen Mittelpunkt zu rücken und seine Ressourcen dementsprechend wohldosiert einzusetzen, legt einen nachhaltigen Grundstein für eine positive Geschäftsentwicklung. Zeit ist nicht nur sprichwörtlich Geld: Wer seine Aufgaben und Aufträge geschickt verwaltet und sein Zeitmanagement optimiert, kann auch die Einnahmesituation verbessern. Um anvisierte Budgets und Umsatzziele stets fest im Blick zu haben, bedarf es einer guten Selbstorganisation. Diesbezügliche Schwächen sollten Existenzgründer ehrlich benennen und abschalten, um ihre Arbeitskraft so gezielt wie nur möglich produktiv einzusetzen.
 

Buchhaltung auslagern: eine überlegenswerte Option

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich der organisatorische Aufwand vergrößert, je mehr Aufträge/Kunden angenommen werden. Die Buchhaltung will trotzdem ordnungsgemäß erledigt werden. Wer es hier schleifen lässt, riskiert am Jahresende ins sehr zeitintensive Chaos zu laufen. Insofern sollte geprüft werden, ob es sich lohnt, diesen Teil auszulagern und von Profis übernehmen zu lassen. Entsprechende Serviceleistungen bietet etwa die Deutsche Verrechnungsstelle. Auch das für die Liquidität nicht außer Acht zu lassende Mahnwesen/Forderungsmanagement kann auf diesem Wege stringent gestaltet werden. Natürlich entstehen hierdurch zusätzliche Kosten, auf der Habenseite ist aber die Zeitersparnis zu bedenken, die für andere umsatzrelevante Anstrengungen genutzt werden kann.
 

Das liebe Geld: die Sicherung der Liquidität muss immer im Mittelpunkt stehen

Direkt anknüpfend an das Forderungsmanagement sei erwähnt, dass nicht bezahlte Rechnungen gerade in der Startphase schnell einen starken Einfluss auf die Liquidität nehmen können. Wer nicht liquide ist, minimiert Handlungsspielräume oder läuft in der Startphase sogar Gefahr, Pleite zu gehen. Viele Existenzgründer finden aber nicht die Zeit, sich jeden Tag mit dem Forderungsmanagement auseinanderzusetzen, was aber bei einem wachsenden Auftragsvolumen der Fall sein sollte. Insofern sollte die strategische Option des Auslagerns der Buchhaltung ernsthaft in Erwägung gezogen werden, da auch die erfolgskritische Liquidität hiervon profitieren kann.

Titelbild: adam121 – fotolia.com

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

 

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