Zielgruppe 60+: So punkten Sie bei Senioren

Senior mit Tablet

Laut Bundeszentrale für politische Bildung ist der Anteil der Menschen, die jünger als 20 Jahre sind, zwischen 1960 und 2005 um 8,4 Prozent gesunken. Der Anteil liegt nur noch bei 20 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Menschen, die über 60 Jahre alt sind, um 7,5 Prozent. Er beträgt 25 Prozent. Überdies ist auch das Durchschnittseinkommen der über 60-Jährigen interessant, das bei 113 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in Deutschland liegt. Die Generation der über 50-Jährigen konsumiert jährlich für mehr als 120 Milliarden Euro. Diese Zahlen zeigen, dass Senioren eine lukrative Zielgruppe sind und es sich lohnt, über entsprechende Geschäftsideen nachzudenken.
 

Aktive Senioren als Zielgruppe definieren

Heutige Rentner sind aktiv. Sie buchen Erlebnisreisen, gehen zu Tanzveranstaltungen und ins Kino. Sie sind keine strickenden Omas oder mit Modelleisenbahnen beschäftigten Opas mehr. Dabei wünschen sie sich teilweise spezielle Dienstleistungen, die ihnen den Alltag erleichtern. Doch ältere Menschen sind sehr kritisch. Sie haben in ihrem langen Leben viele Erfahrungen gemacht und Enttäuschungen erlebt. Sie wollen einen klaren Nutzen und transparente Kosten. Außerdem sind viele Veränderungen ebenfalls unerwünscht. Ältere Menschen haben im Lauf ihres Lebens gelernt, dass Veränderungen oft Verschlechterungen bedeuten. Sie benötigen Sicherheit, Kontinuität sowie einfache und praktische Lösungen. Zudem erwartet diese Generation vor allem eines: Respekt. Wenn Sie eine Dienstleistung für Senioren entwerfen, sollten Sie diese Faktoren bedenken.
 

Senioren sind vielseitig interessiert

Ältere Menschen brauchen nicht immer medizinische und Pflegedienstleistungen. Oft verlangen sie etwas völlig anderes. Sie wünschen sich:

  • Soziale Kontakte, Unterhaltung, Abwechslung und Gesellschaft

  • Trainings, Beratung und Know-how in den verschiedensten Bereichen

  • Unterstützung bei speziellen Ereignissen

  • Hilfe bei kleinen Reparaturen

  • Lebenssinn

  • Erhaltung der Aktivität

  • Erhaltung der Mobilität

Diese Liste spiegelt wider, was in der modernen Welt verloren gegangen ist: der Sinn für die Familie. Heute fehlt die Großfamilie, in der immer jemand da ist, der sich um die älteren Familienmitglieder kümmert.

Wenn Sie über eine Dienstleistung für Senioren nachdenken, berücksichtigen Sie dabei unbedingt, dass die Menschen in die Dienstleistung eingebunden werden möchten. Jüngere Menschen suchen jemanden, der ihnen Aufgaben abnimmt. Ältere Menschen suchen jemanden, der sie begleitet, integriert und unterstützt. Solche Dienstleistungen zeichnen sich dadurch aus, dass die Senioren integriert bleiben. Sie unterstützen die Senioren in ihrem Wunsch, aktiv zu sein.
 

Beispiele für Seniorendienstleistungen

Eine mögliche Dienstleistung oder Teil eines ganzen Paketes kann es sein, die Senioren beim Einkaufen zu begleiten oder einen Lieferservice für die Einkäufe anzubieten. Mit dem Älterwerden schwinden die Kräfte, tägliche Besorgungen oder Kleiderkaufen wird zur Herausforderung. Die Begleitung beim Einkaufen gibt den Menschen die Möglichkeit, selbst auszuwählen, in den Läden zu bummeln, zu erzählen und selbst zu bezahlen. Das große Problem kommt erst nach dem Einkaufen: Wie kommt nun alles nach Hause?

Ein anderes Beispiel aus den USA könnte in Deutschland Schule machen: der sogenannte „Downsizer“. Diese Dienstleister helfen älteren Menschen dabei, ihre Wohnung zu entrümpeln, zu entleeren sowie seniorenfreundlich zu gestalten. Sie beraten Interessierte und helfen aktiv bei der anschließenden Durchführung. Sie unterstützen beim Verkauf von Sammlungen, bei der Reduzierung der Einrichtung, bei der Umgestaltung der Wohnung oder der seniorengerechten Einrichtung des Badezimmers. Für ältere Menschen sind solche „Mammutaufgaben“ kaum zu bewältigen. Als Dienstleister können Sie hier für mehr Lebensqualität sorgen und den Menschen mit Ihrem Know-how helfen, Ballast loszuwerden.

Computerdienstleistungen sind ebenfalls sehr beliebt bei älteren Kunden. Es ist zwar nicht möglich, alle zu einem Computerexperten zu machen. Denkbar ist jedoch eine Dienstleistung, die dabei hilft, spezielle Auskünfte im Internet zu finden. Eine Art Agentur kann dabei helfen, eine Reise zu buchen, ein Digitalfoto der Enkelkinder zu bearbeiten oder Unterlagen auszudrucken.

Tipp: Durch täglichen Kontakt mit den Senioren können sich noch viele weitere Ideen entwickeln, wenn Sie sich mit ihnen unterhalten und aktiv zuhören.
 

Wichtiger Dienstleister für die ältere Generation: der Frisör

Für ältere Menschen ist der Frisör ein wichtiger Dienstleister. Dabei geht es beim Frisörbesuch bei vielen nicht um eine Verschönerung, sondern um den sozialen Kontakt. Doch es gibt auch viele, die nicht gerne in den Frisörsalon kommen, aber dennoch gepflegt aussehen möchten. Sie benötigen vielleicht Hilfe, weil das Haar nicht mehr so üppig wächst. Andere freuen sich auf eine Kopfmassage. Da diese Dienstleistung erschwinglich sein sollte, bieten sich Hausbesuche an. Ohne die Kosten, die ein Salon mit sich bringt, lassen sich die Preise moderater gestalten. Ein weiteres Preismodell könnte niedrige Preise für Senioren vorsehen, die am Vormittag in den Salon kommen, wenn ohnehin nicht viel los ist. Eine nette Unterhaltung, eine Tasse Kaffee und eine gute Qualität der Dienstleistung sorgen dafür, dass die Senioren gerne wiederkommen.

Als Seniorencoiffeur kennen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kunden besser als jeder andere. Sie haben eine Kundenkartei mit dem Haarschnitt jedes Kunden. Sie wissen, dass die Haut im Alter empfindlicher wird, dass sie dünner ist. Außerdem kürzen Sie diskret die vielen Haare, die Senioren häufig aus Nase und Ohren wachsen, insbesondere bei älteren Männern. Sie können bei Hausbesuchen auch auf Sonderwünsche eingehen. Beispielsweise wünschen sich viele Senioren, die Haare nach dem Schneiden zu waschen, ganz entgegen der üblichen Vorgehensweise – einfach um die vielen kleinen Härchen schnell wieder loszuwerden, die beim Schneiden in den Haaren bleiben.
 

Wellness für Senioren

Eine weitere Geschäftsidee ist Wellness für Senioren. Die Menschen möchten vital und gesund alt werden. Das lassen sich viele etwas kosten. Dabei muss es nicht gleich ein Wellness-Hotel für Senioren sein. Massagen, entspannende Bäder, aromatische Kuren oder Sportangebote speziell für die ältere Generation können lohnende Geschäftsideen sein. Spezielle Beauty- und Kosmetikangebote nehmen die Senioren ebenfalls gerne an.
 

Der Seniorenshop

Eine weitere Geschäftsidee ist ein Shop mit Produkten, die sich speziell an Senioren richten. Heutzutage gibt es viele Hilfsmittel, die Senioren den Alltag erleichtern sollen, wenn sie verschiedene Handgriffe nicht mehr alleine vornehmen können. Zu solchen Produkten zählen:

  • Einfach zu bedienende Telefone und Smartphones mit großen Tasten

  • Bedienerfreundliche Elektrogeräte mit einer verständlichen Anleitung in ausreichend großer Schrift

  • Hilfen für das Treppensteigen

  • Rollatoren

  • Spezielle Sitzkissen

  • Gehstöcke

  • Verstärker für die Türklingel mit Funk

  • Funkkopfhörer, damit die Nachbarn vom lauten Fernseher nicht belästigt werden

  • Sicherheitsleitern

  • Fußwärmer

  • Personenwaagen, die das Ergebnis laut nennen

  • Bettschuhe

  • Hilfsmittel für das Öffnen von Drehverschlüssen an Flaschen oder Konservengläsern

Wenn Sie einen Shop für Senioren einrichten, sollten Sie Ihre Zielgruppe stets im Blick haben. Die wenigsten sprechen Englisch, deshalb ist es wichtig, dass Gebrauchsanleitungen auf Deutsch vorhanden sind. Andere Produkte, die Senioren immer wieder nachfragen, sind Batterien für Hörgeräte. Diese sind im Fachhandel sehr teuer. Mit der richtigen Einkaufsquelle können Sie diese Batterien günstiger anbieten und dennoch daran verdienen. Die Kunden haben dabei keine Qualitätseinbußen zu befürchten.
 

Kooperieren Sie mit anderen Unternehmen

Wenn Sie eine Dienstleistung für die über 50-Jährigen anbieten, können Sie Ihr Angebot sehr leicht durch eine oder mehrere Kooperationen erweitern. Kooperieren Sie mit einem Reisebüro, das Ihnen für jede vermittelte Reise eine Provision bezahlt. Bieten Sie zusätzliche einfache Dienstleistungen an, die den älteren Menschen das Leben erleichtern. Das könnte beispielsweise ein Installationsservice für elektrische oder elektronische Geräte sein, das Programmieren der Fernbedienung oder Hilfe beim Anbringen der Weihnachtsdekoration oder bei der Vorbereitung eines Geburtstagsfestes.
 

Rentnershop realisieren

Einen solchen Shop können Sie online wie auch offline eröffnen. Dabei ist zu bedenken, dass Senioren gerne zu Stammkunden werden. Sie brauchen dazu nur einen netten Laden in der Nachbarschaft, in der Nähe des Hausarztes oder der Apotheke. Der Laden sollte dann allerdings etwas mehr bieten als nur Produkte für Senioren. Ein netter Plausch sollte stets möglich sein. Dabei können Sie schrittweise herausfinden, welche anderen Bedürfnisse die älteren Menschen haben, für die es noch keine entsprechende Dienstleistung gibt und Ihr Angebot mit der Zeit ausbauen.
 

Machen Sie Werbung

Auch Rentner möchten umworben werden. Sie müssen sie durch ansprechende Maßnahmen für Ihre Dienstleistung oder Ihr Geschäft begeistern. Dazu eignen sich Anzeigen in Seniorenblättern, Aushänge in Senioreneinrichtungen, beim Arzt oder in der Apotheke. Sie können Flyer verteilen. Wenn Ihr Ladenlokal groß genug ist, können Sie auch zu verschiedenen Events einladen:

  • Seniorenabende, die Sie ähnlich wie eine Tupperparty gestalten können

  • Tage der offenen Tür oder Hausmessen, an denen auch Zeit für nette Unterhaltung ist

Auch Gratisleisten, wie das kostenlose Sortieren der Fernsehsender oder Einrichten der Fernbedienung, bieten sich an. Bei all den Maßnahmen sollten Sie kreativ sein, um skeptische Senioren von Ihrer Geschäftsidee zu überzeugen.

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