Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige

Was bleibt vom Gewinn als Selbstständiger wirklich übrig? Unser Rechner berechnet Ihre tatsächliche Steuer- und Abgabenlast – mit allen Besonderheiten der Selbstständigkeit, die in klassischen Brutto-Netto-Rechnern fehlen. Dazu zählt auch die Gewerbesteuer für gewerblich Tätige: Der Rechner ermittelt sie samt der Anrechnung auf die Einkommensteuer nach § 35 EStG – ein Schritt, den kaum ein anderer Brutto-Netto-Rechner mitgeht und der über den tatsächlichen Netto-Unterschied zwischen Freiberuflern und Gewerbetreibenden entscheidet.
Was bleibt vom Gewinn wirklich übrig?
Anders als Angestellte zahlen Selbstständige Steuern und Sozialabgaben nach eigenen Regeln. Dieser Rechner ermittelt aus Ihrem Jahresgewinn das tatsächliche Netto – mit Einkommensteuer 2026, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge und – bei gewerblicher Tätigkeit – der Gewerbesteuer. Speziell für Selbstständige, ohne Lohnsteuerklassen und mit den aktuellen Werten für 2026.
Was unser Rechner anders macht
Selbstständigkeit statt Lohnsteuer
Bei Selbstständigen gibt es keine Lohnsteuerklasse und keine Sozialabgaben, die automatisch über einen Arbeitgeber abgeführt werden. Sie zahlen Einkommensteuer auf Ihren Jahresgewinn und tragen Ihre Sozialversicherung selbst. Der Rechner bildet genau diese Situation ab – ohne die Vereinfachungen, die Angestellten-Rechner voraussetzen.
Echte GKV-Berechnung mit Beitragsbemessungsgrenze
Selbstständige zahlen einen Prozentsatz auf ihren Gewinn, gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro monatlich (69.750 Euro im Jahr 2026). Nach unten greift eine Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro monatlich. Der Rechner berücksichtigt beide Grenzen und die aktuellen Beitragssätze für 2026.
Wahlfreiheit zwischen GKV und PKV
Anders als bei Angestellten ist die Krankenversicherung für hauptberuflich Selbstständige frei wählbar. Der Rechner berechnet beide Varianten – gesetzlich und privat – und zeigt im Ergebnis, wo für Ihre Situation Vorteile liegen können.
Vorsorge-Aufwendungen korrekt abgezogen
Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge sind als Sonderausgaben absetzbar und mindern das zu versteuernde Einkommen – innerhalb der geltenden Höchstgrenzen. Der Rechner zieht die absetzbaren Anteile automatisch und in der richtigen Höhe ab.
Gewerbesteuer inklusive Anrechnung nach § 35 EStG
Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer, Gewerbetreibende dagegen ab einem Gewinn von 24.500 Euro schon. Unser Rechner unterscheidet beide Fälle und berechnet die Gewerbesteuer mit dem Freibetrag von 24.500 Euro, der Steuermesszahl von 3,5 Prozent und dem Hebesatz Ihrer Gemeinde. Entscheidend ist der zweite Schritt: Die gezahlte Gewerbesteuer wird über § 35 EStG mit dem 3,8-fachen des Steuermessbetrags wieder auf die Einkommensteuer angerechnet. Dadurch ist die Belastung bei einem Hebesatz bis rund 400 Prozent fast vollständig ausgeglichen, während bei höheren Hebesätzen eine echte Mehrbelastung bleibt. Genau diesen Unterschied macht der Rechner sichtbar – die meisten Standard-Rechner ignorieren die Gewerbesteuer komplett und zeigen für Gewerbetreibende ein zu optimistisches Netto.
So funktioniert der Rechner
In wenigen Schritten zum Ergebnis:
- Jahresgewinn, Art der Tätigkeit (freiberuflich oder gewerblich), Familienstand, Kinder und Kirchensteuerstatus eingeben. Bei gewerblicher Tätigkeit ergänzen Sie den Hebesatz Ihrer Gemeinde.
- Zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) wählen.
- Optional Ihre Altersvorsorge-Beiträge angeben.
Danach zeigt der Rechner Ihr Netto-Einkommen pro Jahr und pro Monat, eine detaillierte Aufschlüsselung aller Abzüge, Ihre Abgabenquote und den Grenzsteuersatz.
Häufige Fragen zum Brutto-Netto bei Selbstständigen
Was ist „Brutto" bei Selbstständigen?
Bei Selbstständigen ist der Jahresgewinn das Brutto, also Einnahmen minus Betriebsausgaben – nicht der Umsatz. Ein Beispiel: 100.000 Euro Umsatz minus 30.000 Euro Betriebsausgaben ergeben 70.000 Euro Jahresgewinn. Auf diesen Gewinn werden Steuern und Sozialabgaben berechnet.
Warum ist mein Netto so viel niedriger als bei Angestellten?
Weil Selbstständige ihre Sozialversicherungsbeiträge komplett allein tragen – Angestellte zahlen nur die Hälfte, die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber. Außerdem entfallen der Werbungskostenpauschbetrag und die Vorteile der Lohnsteuerklassen. Als grobe Faustregel entspricht ein Brutto von 50.000 Euro als Angestellter etwa 100.000 bis 125.000 Euro Umsatz als Selbstständiger.
Wie hoch ist meine Einkommensteuer als Selbstständiger?
Sie zahlen den normalen Einkommensteuer-Tarif wie Angestellte. 2026 liegt der Eingangssteuersatz bei 14 Prozent (ab 12.349 Euro zu versteuerndem Einkommen), der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent (ab 69.879 Euro) und der Reichensteuersatz bei 45 Prozent (ab 277.826 Euro). Der Grundfreibetrag beträgt 12.348 Euro – bis zu diesem Betrag bleibt Ihr Einkommen steuerfrei.
Muss ich Solidaritätszuschlag zahlen?
Seit 2021 gilt eine hohe Freigrenze. Der Soli fällt erst an, wenn Ihre Einkommensteuer über 20.350 Euro (Ledige) beziehungsweise 40.700 Euro (Verheiratete) liegt. Für die meisten Selbstständigen entfällt der Soli damit vollständig. Wer darüber liegt, zahlt 5,5 Prozent – innerhalb einer Milderungszone zunächst nur anteilig.
Wie hoch sind GKV-Beiträge für Selbstständige?
Hauptberuflich Selbstständige in der GKV zahlen rund 14,6 Prozent allgemeinen Beitrag plus den krankenkassenindividuellen Zusatzbeitrag (2026 durchschnittlich 2,9 Prozent). Dazu kommt die Pflegeversicherung mit 3,6 Prozent, für Kinderlose ab 23 Jahren 4,2 Prozent. In der Summe sind das etwa 21 bis 22 Prozent vom Gewinn – allerdings gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro monatlich (69.750 Euro im Jahr 2026). Nach unten gilt eine Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro monatlich, sodass auch bei geringem Gewinn ein Mindestbeitrag anfällt.
Wann lohnt sich PKV statt GKV für Selbstständige?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Als Faustregel gilt: Bei einem Gewinn über 60.000 Euro, jungem Eintrittsalter (unter 45), ledig oder mit einem Partner mit eigenem Einkommen und ohne Kinder kann die PKV deutlich günstiger sein – eine monatliche Ersparnis von 100 bis 300 Euro ist realistisch. Mit Kindern und mittlerem Einkommen ist die GKV wegen der beitragsfreien Familienversicherung dagegen meist günstiger.
Was sind Vorsorgeaufwendungen?
Das sind Ihre Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, die Ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Bei Selbstständigen ist der weit überwiegende Teil der Basis-Krankenversicherungsbeiträge als Sonderausgabe absetzbar. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu berufsständischen Versorgungswerken oder zur Rürup-Rente sind seit 2023 zu 100 Prozent absetzbar – 2026 bis zu einem Höchstbetrag von 30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für zusammenveranlagte Paare.
Muss ich als Selbstständiger Gewerbesteuer zahlen?
Das hängt von der Art Ihrer Tätigkeit ab. Freiberufler – etwa Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Ingenieure, Journalisten oder beratende Betriebswirte – sind von der Gewerbesteuer befreit. Gewerbetreibende, zum Beispiel im Handel, Handwerk oder in der Gastronomie, zahlen Gewerbesteuer, sobald ihr Gewinn den Freibetrag von 24.500 Euro übersteigt. Die Höhe richtet sich nach dem Hebesatz der Gemeinde, der je nach Standort stark schwankt. Wichtig für die Netto-Rechnung: Als Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft rechnen Sie die Gewerbesteuer über § 35 EStG zum großen Teil wieder auf Ihre Einkommensteuer an. Bei einem Hebesatz bis etwa 400 Prozent bleibt unterm Strich kaum eine Zusatzbelastung, bei höheren Hebesätzen kann sie spürbar werden. Unser Rechner bildet beide Stufen ab, sodass Sie Ihr echtes Netto sehen. Für eine exakte Gewerbesteuer inklusive Hinzurechnungen und Kürzungen nutzen Sie unseren Gewerbesteuerrechner.
Brauche ich als Selbstständiger eine Steuerberatung?
Bei einfachen Verhältnissen können Sie Ihre Steuererklärung selbst erledigen. Sobald es komplexer wird – etwa bei einem Gewinn über 60.000 Euro, mehreren Einkunftsarten, größeren Investitionen, Mitarbeitern oder einer Kapitalgesellschaft – ist ein Steuerberater meist eine lohnende Investition.
Wie viel sollte ich monatlich zur Seite legen?
Eine bewährte Faustregel: 30 Prozent vom ersten Euro auf ein separates Steuerkonto legen. Das deckt Einkommensteuer-Vorauszahlungen und mögliche Nachzahlungen. Dazu kommen 10 bis 15 Prozent für Krankheits- und Liquiditätsrücklagen. Gerade in den ersten Jahren der Selbstständigkeit ist diese Disziplin entscheidend.
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Fazit
Der Brutto-Netto-Wert ist für Selbstständige eine grundlegend andere Rechnung als für Angestellte. Standard-Rechner liefern hier verzerrte und meist zu optimistische Ergebnisse, weil sie die Sozialabgaben-Struktur, die Vorsorge-Aufwendungen und – bei Gewerbetreibenden – die Gewerbesteuer nicht abbilden. Dieser Rechner bildet die Realität für 2026 ab und ermöglicht Ihnen damit eine belastbare Planung.
Selbstständig und gesetzlich versichert? So können Sie Nachzahlungen vermeiden
Viele Selbstständige kennen die Situation: Jedes Jahr kommt Post von der Krankenkasse. Die Beiträge werden zunächst auf Basis geschätzter Einkünfte festgesetzt. Fällt der Gewinn später höher aus, erfolgt eine rückwirkende Anpassung – Nachforderungen können die Folge sein.
Doch es gibt eine Möglichkeit, Beiträge unabhängig vom Einkommen kalkulieren zu lassen und langfristig mehr Planungssicherheit zu gewinnen.









