Kfz-Betrieb - So steigern Sie Ihren Gewinn

Handwerker hinter Buttons

Für eine Kfz-Werkstatt gibt es zahlreiche Geschäftsmodelle, die mit ihren Leistungen bestimmte Zielgruppen ansprechen. Das Angebot muss gar nicht breit gefächert sein. Wichtig ist, dass Sie sich von er Konkurrenz abheben und einen anderen Service bieten als der Mitbewerber drei Straßen weiter. Die Möglichkeiten sind vielfältig: freie Werkstatt, Mietwerkstatt für Bastler, Kfz-Innenreinigung und kleine Servicedienstleistungen, wie Öl oder Scheibenwischwasser nachfüllen, Tuning, Lackierarbeiten, Reifenservice und vieles mehr sind möglich. Eines haben alle Möglichkeiten gemeinsam: Sie müssen Materialien einkaufen.

Ein altes Sprichwort sagt: „Der Gewinn liegt im Einkauf.“ Das ist tatsächlich so. Mit jedem gesparten Euro im Einkauf machen Sie einen Euro mehr Gewinn, wenn sich an Ihren Preisen sonst nichts ändert. Aber in vielen Kfz-Werkstätten ist der Einkauf alles andere als optimal. Nicht selten fehlen Standardteile, die eigentlich vorrätig sein sollten. Die Folge: Jede Woche kommt es zu ungeplanten Einkaufsfahrten, die nicht nur Zeit, sondern vor allen Dingen auch mehr Geld kosten. Außerdem machen eine umständliche Suche nach den gewünschten Produkten, veraltete Genehmigungsprozeduren, mehrfach erfasste Daten und eine mangelhafte Logistik den Einkauf teuer. Selbst wenn nur eine Tüte Schrauben fehlt, lassen sich durch Planung die Kosten reduzieren, nicht selten um mehr als 50 Prozent.
 

Mehr Material für weniger Geld

Die Einkaufspreise im Großhandel sind nicht der einzige Punkt, mit dem Ihr Kfz-Betrieb sparen kann. Wenn Sie sich auf eine kleine Anzahl an Lieferanten konzentrieren, haben Sie am Ende eine größere Verhandlungsmacht. Die weitläufig verbreitete Meinung, dass ohnehin nur die Großunternehmen die guten Preise beim Einkauf bekommen, ist schlichtweg falsch. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sind attraktive Kunden für die Großhändler, machen sie doch mehr als 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland aus. Sie sind der wichtigste Kunde Ihres Lieferanten und das sollten Sie sich zunutze machen.
 

Mit durchdachten Strategien können Sie Ihre Beschaffungskosten verringern


Durchleuchten Sie den Markt

Machen Sie intensive Preisvergleiche und suchen Sie ganz gezielt nach alternativen Lieferanten. Hier liegt ein enormes Einsparpotenzial, das viele Betriebe einfach verschenken, weil Sie sich nicht die dafür notwendige Zeit nehmen.
 

Schließen Sie Rahmenverträge ab

Sie wissen natürlich im Detail nicht, wie viel von welchen Ersatzteilen Sie über das Jahr brauchen werden. Dennoch gibt es Standardmaterialien und Komponenten, die Sie bündeln können. Schließen Sie einen Jahresvertrag mit Ihrem Lieferanten für diese Teile ab, das zahlt sich am Jahresende aus.
 

Nur wenige Lieferanten

Sie müssen nicht mit jedem Lieferanten verhandeln, der zu Ihnen in die Werkstatt kommt. Es kostet unglaublich viel Zeit, bei jedem Einzelnen die Kataloge zu wälzen und Angebote einzuholen. In vielen Kfz-Betrieben ist es meistens so, dass sie viele Lieferanten haben, von denen sie jedoch nur sehr wenige Produkte beziehen. Decken Sie Ihren Bedarf mit weniger Zulieferern. Damit sparen Sie Verwaltungskosten und haben eine bessere Verhandlungsposition bei den verbleibenden Lieferanten. Und wenn Sie Pakete mit Produkten aus einer Materialgrupp schnüren können, haben Sie zudem die Möglichkeit, bessere Preise zu verhandeln.
 

Für kleinere Betriebe gibt es Beschaffungsalternativen

Größere Unternehmen setzen häufig auf individuelle Softwarelösungen, die Ihnen dabei helfen, die Einkaufsprozesse effizienter zu gestalten und ihre Marktmacht zu stärken. Für kleinere Unternehmen bieten sich mehr und mehr Möglichkeiten, auch Spezialbedarfe über das Internet zu beziehen, beispielsweise über Ausschreibungen.
 

Einkaufsportale sind eine gute Möglichkeit beim Einkauf zu sparen

Eine andere Möglichkeit ist der Einkauf in Business-to-Business-Portalen (B2B-Portal). Diese Megastores für Geschäftskunden, wie beispielsweise Mercateo, vereinen viele hundert Lieferanten und mehrere Millionen Artikel auf ihrer Plattform. Dort finden sich viele große Namen, wie beispielsweise Würth, Bosch oder Hella und es gibt auch weniger gängige Materialen sowie Bürobedarf und Hygieneartikel, die auch in Ihrer Firma nicht fehlen dürfen.

Der große Vorteil dieser Plattform: Sie können Ihren Warenkorb nach verschiedenen Kriterien optimieren, beispielsweise Anzahl der Sendungen, Lieferzeit oder Versandkosten. Auch die Abwicklung, insbesondere wenn Sie Spezialbedarf bestellen müssen, den Sie sonst bei mehreren Lieferanten bestellen, ist sehr benutzerfreundlich. Sie arbeiten mit nur einer Oberfläche, haben einen Kreditor und einen Ansprechpartner. Besonders hilfreich ist, dass Sie Freigabeprozesse definieren können. Das heißt, Sie legen fest, welcher Mitarbeiter für Sie bei diesem Portal einkaufen dürfen. Dabei können Sie Einkaufshöchstgrenzen festlegen. Dadurch arbeiten Ihre Mitarbeiter selbstständig und Sie haben weniger Aufwand, weil Sie sich nicht mehr um alles selbst kümmern müssen, aber dennoch die Kontrolle über die Kosten behalten.

Eine weitere B2B-Plattform ist Cartool Experts. Diese Plattform verfügt ebenfalls über ein breit gefächertes Angebot. Sie hat sich auf die Werkstattausstattung spezialisiert, bietet zum Beispiel Hebetechnik, Reifentechnik, Bremsen- und Fahrwerktechnik sowie Kfz-Werkzeuge aller Art an.

Tipp: Sehen Sie sich um und vergleichen Sie die Stores miteinander. Der Preis allein ist nicht das einzige Kriterium, sich für oder gegen eine Plattform zu entscheiden. Auch die Bedienerfreundlichkeit, der Kundenservice und die Lieferzeiten spielen eine Rolle. Testen Sie verschiedene Shops und entscheiden Sie sich für den, der Ihren Anforderungen am besten entspricht und mit dem Sie am Rechner beim Bestellprozess am gut zurechtkommen.
 

So verbessern Sie Ihre Einkaufsstrategie

Sie brauchen zunächst keine technische Lösung, um Ihren Einkauf und damit Ihren Gewinn zu optimieren. Überlegen Sie, für welche Dienstleistungen und Warengruppen und bei welchen Lieferanten Sie das meiste Geld ausgeben. Danach suchen Sie nach Alternativen auf dem Markt. Durch die Bündelung von Bestellungen, eine bessere Planung oder die Kooperation beim Einkauf mit anderen Kfz-Betrieben stärken Sie die Verhandlungsposition gegenüber Ihren Lieferanten.

Im nächsten Schritt analysieren Sie Ihre Einkaufsprozesse. Schauen Sie genau hin, welche Einkäufe den größten Aufwand bei der Abwicklung verursachen. Erfassen Sie Bestell- oder Rechnungsdaten mehrfach? Sind Ihre internen Strukturen auf der Höhe der Zeit? Haben Sie Lieferanten, die Ihre Erwartungen nicht mehr erfüllen? Gibt es Dienstleister, die Ihre Prozesse vereinfachen können?

Die Reduzierung der Anzahl Ihrer Lieferanten stärkt ebenfalls Ihre Verhandlungsposition. Lassen Sie nicht für jede Schraube eine Rechnung schreiben. Wenn Sie turnusmäßig abrechnen, beispielsweise alle zwei Wochen oder einmal im Monat, vereinfachen Sie die Abwicklung und gleichzeitig verbessern Sie Ihre Liquidität. Neben den Einkaufspreisen sind noch weitere Faktoren von Belang: Services mit Zusatznutzen, Flexibilität und Zuverlässigkeit.
 

Spartipps für den Kfz-Betrieb

Als Handwerksbetrieb überzeugen Sie in erster Linie mit der Qualität Ihrer Arbeit. Daran hat die Qualifikation Ihrer Mitarbeiter einen großen Anteil, aber auch die verwendeten Materialien. Deshalb ist der Einkauf nicht nur ein Faktor, mit dem Sie viel Geld sparen können. Mit dem Einkauf der richtigen Materialien halten Sie auch die Qualität in Ihrem Betrieb hoch. Wenn Sie dann noch sparen können, verbessern Sie den finanziellen Spielraum Ihres Unternehmens erheblich.
 

So sparen Sie Zeit beim Einkauf

Wenn Sie zwischendurch immer wieder einen Mitarbeiter in den Ersatzteilladen oder den Baumarkt schicken müssen, weil Kleinteile fehlen, kostet das nicht nur Arbeitszeit. Die Preise sind dann auch meistens höher als bei Ihrem Lieferanten. Planen Sie Ihre Arbeit mindestens für mehrere Tage im Voraus.
 

Vergleichen Sie Preise

Wenn Sie Ersatzteile, Verschleißteile kaufen und bevorraten, gehen Sie immer in Vorleistung bei diesen Materialien. Denn bevor Sie die Rechnung an Ihren Kunden stellen können, müssen Sie schon längst die Teile bezahlen und den Auftrag erledigen. Vergleichen Sie im Internet die Preise mit Ihrem Computer. So können Sie Lieferanten finden, die sich nicht in Ihrer unmittelbaren Umgebung befinden. Außerdem können Sie dort Herstellerangaben und Produktdetails finden.
 

Achten Sie auf Qualität

„Geiz ist geil“, diese Aussage war eine Zeitlang die Parole, aber billig ist nicht alles. Als Profi im Handwerk brauchen Sie im Service Ihrer Lieferanten gute Leistungen und Mitarbeiter, die Ihnen Fachfragen beantworten können. Darüber hinaus ist eine pünktliche und zuverlässige Lieferung sehr wichtig. Denn ohne Material können Sie den Reparaturauftrag Ihres Kunden nicht bewerkstelligen.
 

Vereinbaren Sie individuelle Rahmenverträge

Viele Einzelteile brauchen Sie immer wieder. Das können Sie aufgrund Ihrer Erfahrungswerte aus der Vergangenheit abschätzen und deshalb einigermaßen vorausplanen. Vereinbaren Sie mit den Lieferanten einen Jahresvertrag. So kann auch Ihr Zulieferer seine geschäftliche Tätigkeit besser planen. Diese Planungssicherheit, die dadurch auf beiden Seiten entsteht, macht sich oft durch günstigere Preise bemerkbar.
 

Konzentrieren Sie sich auf wenige Lieferanten

Wenn Sie sich mit jedem einzelnen Lieferanten auseinandersetzen müssen, kostet das nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Konzentrieren Sie sich lieber auf wenige Lieferanten. Dabei nehmen Sie diese allerdings besonders gründlich unter die Lupe. Sie investieren dabei sehr viel Ihrer wertvollen Zeit. Achten Sie nicht auf die vielen Sonderangebote bei vielen verschiedenen Lieferanten. Das ist langfristig der teurere Weg.
 

Durch Ihre Erfahrung verbessern Sie die Qualitätssicherung

Wenn Sie gezielt bei nur wenigen Lieferanten einkaufen, sparen Sie langfristig bei den Verwaltungskosten. Sie steigern die Qualität, was sich am Ende auf die Qualität Ihrer Arbeit auswirkt.
 

Zuverlässigkeit beruht auf Gegenseitigkeit

Eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung bauen Sie zu einem Lieferanten nur dann langfristig auf, wenn Sie nicht nur auf Zuverlässigkeit bestehen, sondern selbst zuverlässig sind. Dazu ist es erforderlich, dass Sie pünktlich Ihre Rechnungen bezahlen, die bestellte Ware annehmen und auch beständig und über einen längeren Zeitraum bei Ihrem Lieferanten einkaufen. Dadurch profitieren Sie langfristig von günstigen Konditionen, zuverlässiger Lieferung und gleichbleibend hoher Qualität.
 

Planen Sie langfristig und organisieren Sie gut

Wenn Sie viel Material über einen längeren Zeitraum vorhalten, hat das Auswirkungen auf Ihre Liquidität. Mit dem Einkauf großer Materialmengen verschaffen Sie sich möglicherweise günstige Rabatte. Hier gilt es abzuwägen, ob die Ersparnis groß genug ist, um die Lagerkosten abzudecken und noch eine Ersparnis einzufahren. Dabei ist ebenfalls zu bedenken, dass nicht nur der Preis geringer ist, sondern auch die Kosten für die Lieferung. Eine genaue Lagerorganisation ist sinnvoll, damit der laufende Bedarf sinnvoll gedeckt ist und Sie effektiv Geld beim Einkauf sparen.

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