Selbstständig machen als Bestatter

Das Berufsbild des Bestatters wird immer noch von vielen Menschen mit Argwohn betrachtet. Junge Menschen, die sich für eine Berufsausbildung in diesem Bereich entscheiden, werden oft verwundert nach ihren Motiven gefragt. Dabei erscheint eine Tätigkeit und insbesondere die Existenzgründung in diesem Bereich aus wirtschaftlicher Sicht sehr sinnvoll und nachhaltig, denn in einer stark alternden Gesellschaft werden Bestatter in der Zukunft volle Auftragsbücher haben (so makaber sich dies auch anhören mag). Und abgesehen davon hat sich der Beruf des Bestatters auch deutlich gewandelt, sodass eine selbstständige Berufsausübung neue Chancen und Perspektiven eröffnet. In diesem Beitrag sollen die Branche und wesentliche Voraussetzungen kompakt beleuchtet werden, um sich als Bestatter selbstständig zu machen.
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Zur wirtschaftlichen Einordnung: Kostenaspekte einer Beerdigung
In früheren Jahren war es noch üblich, Sterbegeldversicherungen abzuschließen. Nicht ohne Grund, denn selbst bei einer vermeintlich einfachen Beerdigung im kleinen Familienkreis kommen schnell Summen im vierstelligen Bereich zusammen. Neben dem Sarg sind es vor allem die Kosten für das Grab und die Beisetzung, die die Rechnung schnell in die Höhe treiben. Eine einfache Feuerbestattung beginnt derzeit bei etwa 6.000 Euro, eine einfache Erdbestattung bei rund 7.800 Euro; nach oben ist die Spanne weit offen und reicht bei aufwendigen Beisetzungen in den fünfstelligen Bereich. Zahlungskräftige Kunden, die eine ganz besondere Beisetzung wünschen (z.B. eine Seebestattung), werden auch noch tiefer in die Tasche greifen. Das heißt aber noch nicht, dass der selbstständige Bestatter automatisch hohe Gewinnmargen einfährt. Ein erheblicher Teil dieser Summe sind Fremdkosten, die der Bestatter lediglich durchreicht: Friedhofsgebühren, Krematorium, Grabnutzungsrecht, Steinmetz, Trauerredner. Was am Ende beim Unternehmen hängen bleibt, ist deutlich weniger als der Rechnungsbetrag vermuten lässt. Dies liegt in seiner persönlichen Verantwortung, die mit einer sorgfältigen Geschäftsplanung zielorientiert vorangetrieben werden sollte. Der folgende Beitrag nimmt angesichts dessen zu diesen Themen praxisorientiert Stellung:
- Trends und Entwicklungen im Bestattungsgewerbe
- Anforderungsprofil: aus dem Berufsalltag von Bestattern
- Ausbildungsoptionen
- formale Voraussetzungen für selbstständige Bestatter
- außergewöhnliche Geschäftsideen: Vom Bestatter zum Eventmanager?
Das Bestattungsgewerbe: Trends und Branchenumfeld
Der Bundesverband Deutscher Bestatter bezeichnet den Bestatter als außerordentlich anspruchsvollen Beruf, der sich immer mehr Richtung Eventmanager entwickelt. Hintergrund ist, dass viele Menschen nicht mehr aktiv in der Kirche sind, sodass Bestatter im Rahmen ihrer Arbeit auch eine gewisse rituelle Begleitung anbieten müssen. Obwohl es erstaunlicherweise für das Bestattungsgewerbe keine großartigen Einstiegshürden bzw. Qualifikationserfordernisse gibt, setzen Beerdigungsunternehmen auf Fachwissen. Auch wenn das Bild des Bestatters in der Öffentlichkeit und Wahrnehmung eher negativ geprägt ist, so handelt es sich um einen stark nachgefragten Beruf. Ausbildungsplätze zur Bestattungsfachkraft sind regelmäßig deutlich überzeichnet – eine Situation, von der viele andere Branchen nur träumen können, die händeringend nach Fachkräften suchen. Insgesamt lässt sich der Trend festhalten, dass selbstständige Bestatter ihren Serviceumfang und somit letztlich auch ihre Verdienstmöglichkeiten ausweiten. Neben dem Kerngeschäft ‚Organisation von Beerdigungen' werden immer öfter auch Trauerredner vermittelt und eigene Trauerhallen wirkungsvoll eingerichtet.
Über sinkende Gewinnmargen im Bestattungsgewerbe
Zu beachten ist aber auch die gefährliche Entwicklung, dass die Gewinnmargen generell eher geringer werden. Dies liegt vor allem daran, dass Urnenbestattungen einen immer größeren Anteil ausmachen. Laut den Erhebungen der RAL-Gütegemeinschaft Feuerbestattungsanlagen liegt der Anteil der Feuerbestattungen bundesweit inzwischen bei rund 80 Prozent, in einigen östlichen Bundesländern sogar deutlich darüber. Für diese Form wählen nur noch die wenigsten ein teures Sargmodell. Teure Eichensärge, die mitunter gute Gewinnmargen in Aussicht stellen, werden nur noch selten gewünscht. Insofern verschiebt sich der Verdienst weg vom Produktverkauf hin zur Dienstleistung – Organisation, Beratung, Formalitäten, Trauerbegleitung. Wer seine Kalkulation weiterhin auf die Marge beim Sarg stützt, rechnet an der Realität vorbei.
Was verdient ein selbstständiger Bestatter?
Eine seriöse Pauschalzahl gibt es nicht, weil der Verdienst fast vollständig von der Fallzahl und vom Anteil der Fremdkosten abhängt. Die belastbare Rechengröße ist deshalb nicht das Gehalt, sondern die Frage, wie viele Bestattungen im Jahr nötig sind, um die eigenen Fixkosten und den gewünschten Unternehmerlohn zu decken. Genau das lässt sich vorab durchrechnen, statt es zu schätzen.
Fünf kurze Fragen – danach wissen Sie, welchen Umsatz Sie brauchen, damit am Monatsende Ihr Wunschbetrag übrig bleibt. Gemeint ist der Betrag, der nach allen Steuern und Beiträgen auf Ihrem privaten Konto ankommt – so wie das Nettogehalt bei Angestellten. Bitte einen Betrag zwischen 500 und 20.000 € eingeben. Das ist nach der Steuer Ihr größter Posten – und der einzige, der sich je nach Antwort um mehrere Hundert Euro im Monat unterscheidet. Wenn Sie den Beitrag nicht kennen: 550 € sind ein üblicher Wert für Selbstständige mittleren Alters. Beides wirkt sich aus: Verheiratete zahlen weniger Steuern, und mit Kindern sinkt der Pflegebeitrag – dazu kommt das Kindergeld. Keine Kinder? Dann lassen Sie die 0 stehen. Der Unterschied kostet Geld: Auf Gewerbe fällt zusätzlich Gewerbesteuer an. Freie Berufe sind zum Beispiel Ärzte, Anwälte, Architekten, Journalisten, Dolmetscher, Programmierer und beratende Ingenieure. Ein Monat hat rund 20 Arbeitstage. Davon geht Zeit ab für Angebote schreiben, Buchhaltung, Kundensuche und Leerlauf. Schätzen Sie, wie viele Tage übrig bleiben, für die Sie tatsächlich Geld bekommen. Pro Jahr ca. – Tagessatz ca. – Stundensatz ca. –
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Nur zur Orientierung. Die Zahlen beruhen auf Pauschalen und Durchschnittswerten – Ihre tatsächlichen Betriebskosten, Ihr Krankenkassenbeitrag und Ihre Steuerlast weichen davon ab. Rechnen Sie mit einem Spielraum nach oben und lassen Sie Ihre Kalkulation fachlich prüfen, bevor Sie Preise festlegen.
Ihre Angaben Kosten, Rücklagen und Vorsorge Büro, Software, Fahrten, Versicherungen, Steuerberatung. Urlaub, Krankheit, auftragsschwache Monate. Ohne Pflichtversicherung sorgen Sie selbst vor. 15 % des Gewinns gelten als realistischer Mindestwert – der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt bei 18,6 %. Arbeitszeit Ändert nur Tages- und Stundensatz – der nötige Umsatz bleibt gleich, denn Ihre Kosten sinken ja nicht. Vom Umsatz zum Netto – pro Monat Unverbindliches Rechenbeispiel – keine Steuer- oder Rechtsberatung. Gerechnet wird mit Pauschalen und dem Rechtsstand 2026: ESt-Tarif nach § 32a EStG, GKV zum ermäßigten Satz (14,0 % + 2,9 % Zusatzbeitrag, ohne Krankengeld), Pflege 3,6 bzw. 4,2 %, Kindergeld 259 €, bei Gewerbe 400 % Hebesatz. Nicht enthalten: Kirchensteuer, Soli, weitere Einkünfte, Einkünfte des Partners und Kinderfreibeträge. Rücklagen mindern die Steuer nicht. Zurückgelegtes Geld bleibt steuerpflichtiger Gewinn – deshalb fällt der nötige Umsatz höher aus, als viele erwarten. Für Ihre konkrete Situation fragen Sie bitte eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Die größte freie Sammlung an Tools und Rechnern für Selbstständige. Kostenlos. Ohne Anmeldung. © selbststaendig.de · Stand: September 2026Wie viel Umsatz brauchen Sie wirklich?
Was soll Ihnen monatlich zum Leben bleiben?
Wie sind Sie krankenversichert?
Wie sieht Ihre Familiensituation aus?
Sind Sie freiberuflich oder gewerblich tätig?
Wie viele Tage im Monat können Sie Ihren Kunden in Rechnung stellen?
Wer den Deckungsbeitrag je Bestattung kennt, kann daraus den nötigen Jahresumsatz ableiten. Für die persönliche Steuerlast auf den daraus resultierenden Gewinn ist eine getrennte Betrachtung sinnvoll.
Zur besseren Orientierung: Struktur der Bestattungsbranche in Deutschland
Damit Interessenten sich ein besseres Bild zur Beurteilung der Ausgangslage machen können, sei an dieser Stelle die Bestattungsbranche in ihren wesentlichen Zügen kurz skizziert. Der Beruf des Bestatters ist frei und ungeregelt. Seit 2003 gibt es allerdings den bundesweit einheitlichen Ausbildungsberuf zur Bestattungsfachkraft. Es ist möglich, den Beruf des Bestatters ohne eine Ausbildung oder Prüfung selbstständig auszuüben. In Deutschland sind mittlerweile deutlich über 6.000 Bestattungsunternehmen am Markt; die Branche erwirtschaftet nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen Umsatz im Bereich von rund 2,3 Milliarden Euro. Ein großer Teil der Bestattungsunternehmen ist im Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. organisiert. Die daraus resultierende Konkurrenzsituation lässt eine Standortanalyse zu Beginn als alternativlos erscheinen. Wie viele Bestattungsunternehmen gibt es bereits? Welcher Aktionsradius soll bedient werden? Welcher Standort erscheint für Geschäftsräume sinnvoll?
Die demografische Entwicklung stützt die Nachfrage: In Deutschland sterben derzeit rund eine Million Menschen im Jahr, und dieser Wert liegt spürbar über dem Niveau des vergangenen Jahrzehnts. Der Markt wächst also – er wird aber gleichzeitig preissensibler.
Berufsbegleitende Ausbildungsoption: geprüfter Bestatter
Für Quereinsteiger ist es auch möglich, eine berufsbegleitende Ausbildung zum geprüften Bestatter zu absolvieren. Dabei wird praxisrelevantes Wissen in den folgenden Bereichen erworben, sodass eine ganzheitliche Geschäftsführung ermöglicht wird:
- Rechtsaspekte
- Betriebswirtschaftslehre
- Kundenberatung und Betreuung
- hygienische Versorgung
- Warenkunde/Grabtechnik
- Trauerpsychologie
Formale Voraussetzungen für die Selbstständigkeit als Bestatter
Grundsätzlich ist es in Deutschland relativ einfach, sich als Bestatter selbstständig zu machen. In erster Linie muss ein Gewerbe angemeldet werden, um die Tätigkeit offiziell ausüben zu dürfen. Eine Eignungsprüfung oder gar ein Meistertitel sind für Bestatter auf dem Weg in die Selbstständigkeit nicht vorgesehen. Bei der Gewerbeanmeldung muss das konkrete Leistungsspektrum möglichst exakt und umfassend angegeben werden. Hieraus können sich Nachweispflichten ergeben. Wer eine Leichenkühlkammer in den eigenen Geschäftsräumen aufstellen will, braucht dazu eine Genehmigung vom Gesundheitsamt. Was die formal korrekte Ausübung des Berufs anbelangt, so müssen zentrale Gesetze und Bestimmungen beachtet werden. In Bezug auf den Bestatter sind das insbesondere…
- das Grabnutzungsrecht
- das Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes
- geltende Friedhofsordnungen
Das Bestattungsrecht ist Ländersache. Fristen für die Überführung, Vorgaben zur Kühlung und die Anforderungen an Leichenräume unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Wer über Landesgrenzen hinweg arbeiten will, muss sich zwangsläufig mit mehreren Bestattungsgesetzen befassen.
Existenzgründer in diesem Bereich sollten sich also frühzeitig erkundigen, welche Nachweise für ihre Geschäftsidee in Betracht kommen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Gewerbeanmeldung nicht unnötig in die Länge gezogen wird.
Persönlichen Gewerbeanmeldungs-Plan erstellen
In puncto Rechtsform beginnen die meisten Bestatter als Einzelunternehmen. Wer allerdings mit Kühlräumen, Fahrzeugen und angestelltem Personal arbeitet, sollte die Haftungsfrage nicht auf die leichte Schulter nehmen und die Wahl bewusst treffen.
Gründungsfahrplan: Schritt für Schritt zum eigenen Bestattungsunternehmen
Die folgende Übersicht dient als unverbindliche Orientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall.
- Bestehende Bestattungsunternehmen im geplanten Einzugsgebiet erfassen.
- Aktionsradius festlegen und Fahrzeiten zu den relevanten Friedhöfen prüfen.
- Geeignete Geschäftsräume mit Platz für Beratung, Ausstellung und Kühlung suchen.
- Leistungsspektrum definieren: Erd-, Feuer-, See- oder Baumbestattung.
- Fremdkosten und eigene Dienstleistung sauber voneinander trennen.
- Nötige Fallzahl pro Jahr für den gewünschten Unternehmerlohn berechnen.
- Gewerbe mit exakt beschriebenem Leistungsspektrum anmelden.
- Bestattungsgesetz des Bundeslandes und Friedhofsordnungen durchgehen.
- Genehmigung des Gesundheitsamtes für Kühlräume einholen.
- Betrieb bei der zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden.
- Businessplan mit realistischer Investitionsrechnung aufstellen.
- Staatliche Förderprogramme und Zuschüsse prüfen.
- Finanzierung für Fahrzeug, Kühltechnik und Einrichtung klären.
- Netzwerk zu Krematorien, Steinmetzen, Trauerrednern und Floristen knüpfen.
- Erreichbarkeit rund um die Uhr organisieren.
- Homepage mit klarer Preisübersicht und Kontaktmöglichkeit aufsetzen.
Planung und Finanzierung der Anfangskosten für ein Bestattungsunternehmen
Die anfänglichen Investitionskosten können schnell sechsstellig werden, wenn Geschäftsräume umgebaut und eingerichtet werden müssen. Auch ein gewisses Inventar an Särgen und Urnen sollte vorhanden sein, damit Kunden es begutachten können. Da nur wenige angehende selbstständige Bestatter derart viel Eigenkapital mit einbringen können, werden externe Geldgeber mit einem professionellen Businessplan überzeugt werden müssen.
Unabhängig davon können und sollten angehende selbstständige Bestatter ebenfalls alle staatlichen Fördermöglichkeiten prüfen. Das gilt besonders für Gründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus starten.
Kostenlosen Fördermittelcheck starten
Wer aus dem Bezug von Arbeitslosengeld I gründet, sollte zusätzlich den Anspruch auf einen Gründungszuschuss abklopfen, bevor das Gewerbe angemeldet ist.
Anspruch auf Gründungszuschuss prüfen
Auch die laufenden Kosten sind gerade in der Startphase stets fest im Blick zu halten. Ein eigenes Geschäftskonto trennt dabei von Beginn an Privates von Betrieblichem und erspart später Aufwand bei der Buchführung.
Spätestens wenn die erste Mitarbeiterin oder der erste Mitarbeiter dazukommt – im Bestattungsgewerbe oft früh, weil eine Überführung selten allein zu bewältigen ist –, verändert sich die Kostenstruktur grundlegend.
Anforderungen ehrlich prüfen: Was bedeutet der Berufsalltag als selbstständiger Bestatter?
Die Arbeit mit Menschen in einer schwierigen Lebenssituation wird Tag für Tag im Mittelpunkt stehen. Bestatter müssen diskret und verständnisvoll vorgehen und sich schnell auf unterschiedliche Menschentypen einstellen können. Schließlich gilt es, die Wünsche des Verstorbenen und der Hinterbliebenen mit einer perfekten Organisation würdevoll umzusetzen. Ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen ist daher eine wichtige Grundvoraussetzung für diesen Beruf. Zudem sind gewisse psychologische Grundkenntnisse erforderlich, auch um zum Teil bewegende Schicksalsschläge nicht zu nah an sich heranzulassen. Buchstäbliche Berührungsängste mit dem Tod sind in diesem Beruf fehl am Platze.
Hinzu kommt ein Punkt, den Gründer regelmäßig unterschätzen: Ein Sterbefall richtet sich nicht nach Geschäftszeiten. Die Rufbereitschaft an Wochenenden und nachts gehört zum Geschäftsmodell und ist im Ein-Personen-Betrieb auf Dauer kaum durchzuhalten.
Tücken und häufige Fehler in der Gründungsphase
Aus der Praxis heraus sind es meist dieselben Punkte, an denen es hakt:
- Fremdkosten als Umsatz verbucht: Friedhofsgebühren und Krematoriumskosten laufen nur durch. Wer sie in die Ertragsplanung einrechnet, hält seinen Betrieb für rentabler, als er ist.
- Zahlungsausfälle unterschätzt: Der Bestatter tritt in Vorleistung, die Erben zahlen mitunter spät oder gar nicht. Bonität und Vorschuss sind deshalb ein legitimes Thema.
- Landesrecht übersehen: Wer das Bestattungsgesetz des Nachbarbundeslandes nicht kennt, riskiert Fristverstöße bei der Überführung.
- Zu große Ausstellung: Kapital in einem umfangreichen Sarglager zu binden, passt nicht mehr zu einem Markt, der überwiegend Urnenbeisetzungen nachfragt.
Vermarktung mit Alleinstellungsmerkmalen: Außergewöhnliche Geschäftsideen können auch im Bestattungsgewerbe erfolgreich sein
Was die Vermarktung des Bestattungsunternehmens angeht, so spielt die Mund-zu-Mund-Propaganda sicher immer noch eine große Rolle. Auch wenn man in diesem Kontext schwer von Zufriedenheit reden kann: zufriedene Kunden sind auch unaufgefordert dazu bereit, das Bestattungsunternehmen weiterzuempfehlen. Gerade in diesem Bereich spielen persönliche Empfehlungen eine große Rolle. Zeitungsannoncen sollten ebenso zu den Marketingaktivitäten wie eine moderne Homepage gehören. Hier können sich Kunden in aller Ruhe mit den Leistungen und Hilfestellungen befassen und Kontakt aufnehmen. In erster Linie gilt es, online und offline Präsenz zu zeigen und so für potenzielle Kunden auffindbar zu sein. Was die bereits angesprochenen Trends angeht, so hat sich auch im Bestattungsgewerbe viel getan. Beispielsweise erobern immer mehr Discountangebote den Markt. Doch Vorsicht: wer sich in diesem Bereich unternehmerisch beweisen möchte, sollte wirklich alle Kosten und Gewinnmargen fest im Blick haben.
Abgesehen davon bietet sich die strategische Option an, sich durch Alleinstellungsmerkmale wirksam in der Kundenwahrnehmung zu platzieren. In diesem Sinne muss eine Beerdigung durchaus nicht mehr nur trist und schwarz daher kommen. Bunte Elemente erleben ebenso wie individuell gestaltete Särge (z.B. mit Bildern oder Fotomotiven) eine hohe Nachfrage. Insofern sollten selbstständige Bestatter mit Blick auf die Konkurrenz ihr Leistungsspektrum mit Bedacht aufstellen. Neben den traditionellen Erd- und Feuerbestattungen sollte auch geprüft werden, inwiefern am gewählten Standort eine Nachfrage für moderne Bestattungsarten vorhanden ist. Hier ist etwa an eine Baumbestattung zu denken, in Rahmen welcher die sterblichen Überreste symbolträchtig an einer Baumwurzel beigesetzt werden.
Kurzzusammenfassung auf einen Blick: selbstständig machen als Bestatter
- Aufgrund der demografischen Entwicklung handelt es sich um einen sehr zukunftssicheren Beruf. In Deutschland sterben derzeit rund eine Million Menschen pro Jahr, das Bestattungsgewerbe erwirtschaftet mit über 6.000 Unternehmen einen Umsatz im Milliardenbereich
- Auch wenn das öffentliche Image etwas anderes vermuten lässt, so sind Ausbildungsplätze zum Bestatter sehr gefragt
- Die Einstiegshürden sind auch für Quereinsteiger recht gering, eine Berufsausbildung ist nicht zwingend erforderlich
- Eine sorgfältige Kalkulation ist von Beginn an unabdingbar, da die Gewinnmargen in den letzten Jahren gesunken sind. Dies liegt vor allem daran, dass inzwischen rund vier von fünf Beisetzungen Feuerbestattungen sind
- Etwaige Nachweispflichten ergeben sich aus dem konkreten Leistungsspektrum, das im Rahmen der notwendigen Gewerbeanmeldung angegeben werden muss
- In den letzten Jahren werden Bestatter immer mehr auch zu Eventmanagern. Dies liegt an der abnehmenden Bindung zur Kirche und daran, dass immer mehr Menschen sich eine sehr individuelle Zeremonie für den letzten Lebensweg wünschen.
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Als Selbstständige/r oder Freiberufler/in sind Sie nicht mehr automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) pflichtversichert. Sie müssen sich nun aktiv für eine Form der Krankenversicherung entscheiden. Die Beitragshöhe in der GKV orientiert sich am Einkommen. Die Kosten für Selbstständige betragen in diesem Jahr zwischen ...









