Zielumsatz-Rechner: Wie viel Umsatz brauchen Sie als Selbstständiger wirklich?

Zuletzt aktualisiert: 23.04.2026

Unser Rechner zeigt Ihnen in Sekunden, welchen Monats- und Jahresumsatz Sie als Selbstständiger anpeilen müssen, damit am Ende Ihr gewünschtes Netto-Einkommen übrig bleibt – nach allen Sozialabgaben, Steuern und Rücklagen.

Viele Gründer vergleichen ihr bisheriges Angestellten-Netto mit dem Umsatz, den sie als Selbstständige erzielen müssen – und kommen dabei zu gefährlich niedrigen Zahlen. Der Grund: Als Angestellter zahlt Ihr Arbeitgeber die Hälfte Ihrer Sozialversicherungsbeiträge, Sie sehen nur Ihre Hälfte auf der Gehaltsabrechnung. Als Selbstständiger tragen Sie die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung vollständig selbst. Dazu kommen Rücklagen für Urlaub, Krankheit und auftragsfreie Zeiten, die Einkommensteuer auf den gesamten Gewinn und – bei Gewerbetreibenden – die Gewerbesteuer. In Summe müssen Sie als Selbstständiger je nach Ausgangslage das 2,3- bis 3,2-fache Ihres alten Nettos als Umsatz erzielen, um denselben Lebensstandard zu halten. Der Zielumsatz-Rechner ermittelt diese Zahl mathematisch sauber für Ihre individuelle Situation.

Rechner für Selbstständige

Wie viel Umsatz brauchen Sie wirklich?

Viele Gründer unterschätzen, wie viel Umsatz nötig ist, um ihr gewohntes Netto-Einkommen als Selbstständiger zu ersetzen. Der Rechner zeigt Ihnen die ehrliche Zahl – inklusive Krankenversicherung, Altersvorsorge und Steuern.

70 %
Beeinflusst nur den Tagessatz, nicht den Gesamtumsatz – Ihre Kosten bleiben gleich.
Ihr notwendiger Monatsumsatz
Das entspricht einem Tagessatz von 0 €.
Jahresumsatz
0 €
Tagessatz
0 €
Multiplikator

So setzt sich Ihr Umsatz zusammen

Umsatz (monatlich)0 €
– Betriebskosten (10 %)0 €
– Rücklagen für Urlaub & Leerlauf (15 %)0 €
Gewinn vor Abgaben0 €
– Krankenversicherung0 €
– Altersvorsorge (15 %)0 €
– Einkommensteuer0 €
= Ihr Netto0 €
Haftungsausschluss
Dieses Tool ist ein unverbindliches Rechenbeispiel und ausdrücklich keine belastbare finanzielle, steuerliche oder rechtliche Orientierung. Die Berechnung arbeitet mit stark vereinfachten Annahmen (10 % Betriebskosten, 15 % Rücklagen, 15 % Altersvorsorge, 400 % Gewerbesteuer-Hebesatz, 220 Arbeitstage à 8 Stunden, keine Kirchensteuer, Soli nur in hohen Einkommensbereichen). Steuer- und SV-Werte 2025; Änderungen durch Gesetzgebung möglich. Das Ergebnis kann inhaltliche und rechnerische Fehler enthalten. Keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität. Treffen Sie auf Basis dieses Rechners keine finanziellen oder beruflichen Entscheidungen – ziehen Sie für eine verlässliche Kalkulation einen Steuerberater oder eine zugelassene Gründungsberatung hinzu. Haftung für Schäden aus Nutzung oder Nicht-Nutzung ausgeschlossen.

So verwenden Sie den Rechner

Geben Sie Ihr aktuelles oder gewünschtes Netto-Gehalt als Angestellter ein – das ist Ihre Zielgröße. Ergänzen Sie dann Ihre Familiensituation, die Zahl der Kinder, Ihre Krankenversicherungsform und die geplante Rechtsform (Freiberufler oder Gewerbe). Mit dem Schieberegler legen Sie fest, welcher Anteil Ihrer Arbeitszeit tatsächlich abrechenbar ist – der Rest entfällt auf Akquise, Buchhaltung, Weiterbildung und Leerlauf. Erfahrungswerte: Im ersten Jahr oft nur 50 bis 60 Prozent, bei etablierten Selbstständigen 70 bis 85 Prozent.

Nach einem Klick auf Umsatz berechnen sehen Sie den nötigen Monatsumsatz, den resultierenden Tagessatz und eine Aufstellung, wohin jeder Euro Ihres Umsatzes fließt.
 

Welche Ergebnisse liefert der Rechner?

  • Monats- und Jahresumsatz, den Sie tatsächlich erzielen müssen
  • Notwendiger Tagessatz bei der von Ihnen angegebenen Auslastung
  • Stundensatz auf Basis von 8 Arbeitsstunden pro Tag
  • Multiplikator: Um welchen Faktor Ihr Umsatz Ihr bisheriges Netto übersteigen muss – eine Kennzahl, die Sie sich merken sollten
  • Detailaufstellung: Betriebskosten, Rücklagen, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Einkommensteuer und – bei Gewerbetreibenden – Gewerbesteuer
     

Warum der Umsatz sich nicht ändert, wenn Sie die Auslastung verschieben

Eine häufige Frage: Warum bleibt der Gesamtumsatz gleich, obwohl ich den Auslastungsregler bewege? Weil Ihre Fixkosten unabhängig davon sind, wie viele Tage Sie im Monat tatsächlich abrechnen. Wenn Sie 8.000 Euro Umsatz im Monat brauchen, brauchen Sie diese 8.000 Euro – egal ob Sie dafür 14 Tage zu 570 Euro oder 10 Tage zu 800 Euro abrechnen. Die Auslastung ist also eine Preis-Frage, keine Umsatz-Frage. Genau das macht der Rechner sichtbar: Eine niedrigere Auslastung verlangt einen höheren Tagessatz. Punkt.
 

Die Annahmen hinter der Berechnung

Damit Sie die Ergebnisse korrekt einordnen können, hier die pauschalen Annahmen, mit denen der Rechner arbeitet:

  • 10 Prozent Betriebskosten vom Umsatz – pauschal für Software, Equipment, Weiterbildung, kleinere Büroausgaben. Realistisch für Dienstleister ohne Warenlager oder Personal. Wer Ladengeschäft, Lager oder Angestellte hat, liegt deutlich darüber.
  • 15 Prozent Rücklagen vom Umsatz – entsprechen sechs bis acht Wochen einnahmefreier Zeit im Jahr (Urlaub, Krankheit, Auftragsflauten). Konservativer Richtwert.
  • 15 Prozent Altersvorsorge vom Gewinn – Mindestwert für eine solide private Rentenvorsorge, wenn Sie nicht gesetzlich rentenversichert sind. Wer weniger vorsorgt, spart auf Kosten des Alters.
  • Krankenversicherung: Bei freiwilliger GKV nach aktuellem Beitragssatz (ca. 19,3 bis 20,2 Prozent je nach Kinderzahl) mit Mindest- und Höchstbemessungsgrundlage 2025. Bei PKV ein frei wählbarer Festbeitrag.
  • Einkommensteuer nach der amtlichen Formel gemäß § 32a EStG (2025), inklusive Grundfreibetrag, Kinderfreibeträgen und Sonderausgabenabzug für Vorsorgeaufwendungen. Bei Verheirateten wird der Splittingtarif angewendet.
  • Gewerbesteuer (nur bei Gewerbe): Messbetrag 3,5 Prozent, durchschnittlicher Hebesatz 400 Prozent, Anrechnung auf Einkommensteuer nach § 35 EStG.
  • Arbeitstage: 220 pro Jahr, 8 Stunden pro Tag.

Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag (außer in hohen Einkommensbereichen) und individuelle Sonderausgaben sind bewusst nicht einkalkuliert. Wer diese berücksichtigen will, sollte den ermittelten Zielumsatz um 5 bis 10 Prozent nach oben korrigieren.
 

Für wen der Rechner besonders hilfreich ist

Angestellte vor dem Schritt in die Selbstständigkeit. Bevor Sie kündigen, ist dies die wichtigste Zahl, die Sie kennen sollten. Wenn das Ergebnis Sie erschrickt, ist das kein Grund aufzugeben – sondern ein Grund, die eigene Preisstruktur gründlich zu überdenken.

Junge Selbstständige mit zu niedrigen Preisen. Der häufigste Grund, warum Gründungen nach zwei bis drei Jahren scheitern, ist nicht fehlende Nachfrage, sondern ein zu niedrig angesetzter Stunden- oder Tagessatz. Wer einmal mit Dumping-Preisen startet, kommt davon schwer wieder weg.

Freelancer in Preisverhandlungen. Wer die eigenen Kosten sauber durchgerechnet hat, verhandelt souveräner – und kann begründen, warum ein bestimmter Tagessatz nicht verhandelbar ist.
 

Häufig gestellte Fragen


Ist der berechnete Umsatz brutto oder netto?

Brutto – also inklusive Umsatzsteuer, wenn Sie umsatzsteuerpflichtig sind. Kleinunternehmer nach § 19 UStG rechnen ohne Umsatzsteuer und können die Zahl direkt als Rechnungssumme verstehen.


Warum fällt der Multiplikator bei höheren Ziel-Nettos noch weiter nach oben?

Wegen der progressiven Einkommensteuer. Je höher Ihr Gewinn, desto höher Ihr Grenzsteuersatz – ein zusätzlicher Euro Umsatz landet zu einem geringeren Anteil bei Ihnen. Wer ein hohes Netto anstrebt, muss überproportional mehr Umsatz machen.


Ich bin nebenberuflich selbstständig – kann ich den Rechner trotzdem nutzen?

Nur eingeschränkt. Bei nebenberuflicher Selbstständigkeit läuft Ihre Krankenversicherung meist weiter über den Hauptarbeitgeber, und Ihre Einkommensteuer berechnet sich aus dem Gesamteinkommen aus Job und Selbstständigkeit. Der Rechner geht von einer hauptberuflichen Selbstständigkeit aus und würde Ihre Situation zu pessimistisch darstellen.


Kann ich die Ergebnisse für eine Bank oder die Arbeitsagentur verwenden?

Nein. Der Rechner liefert eine Orientierung, kein belastbares Zahlenwerk. Für einen Businessplan, einen Kreditantrag oder den Antrag auf Gründungszuschuss brauchen Sie eine vollständige, individuelle Kostenplanung – idealerweise mit Unterstützung eines Steuerberaters oder einer anerkannten Gründungsberatung.


Wie aktuell sind die Steuerwerte?

Die Berechnung basiert auf den Werten für das Veranlagungsjahr 2025 (Grundfreibetrag 12.096 Euro, Beitragsbemessungsgrenze GKV 5.512,50 Euro monatlich, Kinderfreibetrag 9.312 Euro). Gesetzesänderungen für 2026 werden nachgepflegt, sobald sie offiziell in Kraft sind.

Selbstständig und gesetzlich versichert? So können Sie Nachzahlungen vermeiden

Viele Selbstständige kennen die Situation: Jedes Jahr kommt Post von der Krankenkasse. Die Beiträge werden zunächst auf Basis geschätzter Einkünfte festgesetzt. Fällt der Gewinn später höher aus, erfolgt eine rückwirkende Anpassung – Nachforderungen können die Folge sein.

Doch es gibt eine Möglichkeit, Beiträge unabhängig vom Einkommen kalkulieren zu lassen und langfristig mehr Planungssicherheit zu gewinnen. 

Jetzt prüfen, welche Alternative für Sie sinnvoll ist

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