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Selbstständig machen als Holzbildhauer

Holzbildhauer bei der Arbeit

Wer aus dem richtigen Holz geschnitzt ist und handwerkliches Geschick mit Kreativität kombiniert, kann sich hier mit einer interessanten Geschäftsidee auseinandersetzen: selbstständig machen als Holzbildhauer. Wie sieht es mit den Erfolgsaussichten in diesem traditionellen Handwerksberuf aus? Was ist bei der Planung für die Selbstständigkeit als Holzbildhauer zu beachten? Diese Fragen und zentrale Themen sollen im Folgenden praxisorientiert beleuchtet werden, damit es bei der anvisierten Existenzgründung keine groben Schnitzer gibt. Denn diese werden dem Erfolg als selbstständiger Holzbildhauer in jeder Hinsicht abträglich sein.

Ähnliche Geschäftsideen auf dem Bildschirm haben…

Wie noch deutlich wird, befindet sich dieses traditionelle Berufsbild im Wandel. Insofern kann Holz geschäftlich in vielerlei Hinsicht in ansprechende Formen gebracht werden. Wer alle Chancen im Vorfeld der Existenzgründung ganzheitlich ausloten möchte, kann sich auch mit der Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Holzspielzeugmacher‘ (https://www.selbststaendig.de/geschaeftsideen/holzspielzeugmacher) befassen.
 

Existenzgründung als Holzbildhauer: selbstständig machen und auf Holz klopfen!

  • Themen für die Bewertung der Ausgangslage

  • Zentrales für die strategische Geschäftsausrichtung

  • Vermarktung als selbstständiger Holzbildhauer

  • Voraussetzungen, um sich als Holzbildhauer selbstständig zu machen
     

Kreativität in gewinnorientierte Formen als selbstständiger Holzbildhauer bringen

Was für Laien nur ein Stück Holz ist, verkörpert für erfahrene Holzbildhauer die Basis für künstlerische Individualität. So schnitzen Holzbildhauer aus einem geeigneten Holzstück immer ein echtes Unikat, für das Liebhaber nicht selten hohe Summen ausgeben. Und genau hierin liegt die wirtschaftliche Chance, sich als Holzbildhauer selbstständig zu machen. Natürlich sei aber direkt darauf hingewiesen, dass die Zielgruppe eher klein und exklusiv, dafür aber umso solventer sein wird. Mit Sicherheit werden Erzeugnisse von selbstständigen Holzbildhauern nicht massentauglich sein. Daher ist Fingerspitzengefühl gerade im Vorfeld der Existenzgründung gefragt, wenn nachhaltiger Erfolg anvisiert werden soll. Grundsätzlich können Holzbildhauer alles Mögliche aus Holz machen: Neben Skulpturen werden klassischerweise Reliefs und Ornamente gefertigt, und zwar meistens nach Kundenwünschen. Selbstständige Holzbildhauer lernen schon in der Ausbildung, mit welchen Methoden und Werkzeugen aus einer Zeichnung auf Papier ein letztendliches Kunstwerk wird. Es spricht als Mehrwert natürlich auch nichts dagegen, wenn die Erzeugnisse neben der Optik eine gewisse Funktionalität aufweisen.
 

Was aus einem Holzklotz alles werden kann

Genau dieses Motto sollte das Leistungsspektrum eines selbstständigen Holzbildhauers widerspiegeln. Es gilt, auf Kundenwünsche einzugehen bzw. eine umfassende Fachberatung vorzunehmen. Grundsätzlich ist bei jedem Auftrag die Frage zu klären, welches Holz sich am besten eignet. Skizzen werden entweder selber angefertigt oder als Vorlage vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt.
 

Ein Berufsbild im Wandel?

Wer sich als Holzbildhauer selbstständig machen möchte, muss mit neuen strategischen Herausforderungen kämpfen. Das Angestelltendasein ist nach einer erforderlichen Ausbildung nicht wirklich eine Option, da es nur sehr wenige Stellen gibt. Wer sich für eine Ausbildung in diesem Bereich entscheidet, legt quasi automatisch die Basis für den Weg in die Selbstständigkeit. Branchenkenner weisen darauf hin, dass die Blütezeit von Holzbildhauern vorbei ist. Konkret lässt sich dies mit Blick auf die Auftragslage daran ablesen, dass immer weniger Architekten als potenzielle Zielgruppe Entwürfe bei Holzbildhauern bestellen. Insofern befindet sich dieser traditionelle Handwerksberuf aktuell im Wandel, was neue Betätigungsfelder eröffnet. Insofern ist es heute nicht mehr selten, dass sich Holzbildhauer auch mit der Fertigung bzw. Verzierung von Möbeln befassen und der Fokus nicht mehr nur als Plastiken liegt. Darüber hinaus ist es in strategischer Hinsicht denkbar, sich auf den Bereich Restauration zu spezialisieren, wodurch eine neue und vermeintlich größere Zielgruppe anvisiert werden kann.
 

Der Weg in die Selbstständigkeit kann hölzern sein…

Es sollte von Beginn an ehrliche Klarheit darüber herrschen, dass der Weg in die Selbstständigkeit als Holzbildhauer durchaus selbst hölzern dauern kann. Es wird eine Zeit dauern, sich als Künstler (!) einen Namen zu erarbeiten und so den Kundenstamm langfristig aufzubauen. Aussichtslos ist diese Geschäftsidee aber keineswegs, sofern mit den im Folgenden skizzierten Themen eine belastbare Geschäftsgrundlage gelegt wird.
 

Die Arbeitskraft: das wichtigste Gut von Selbstständigen

In langfristiger Hinsicht gilt es zu bedenken, dass dieser Beruf durchaus körperlicher Natur ist. Lärm und Schmutz werden zum Berufsalltag gehören. Insofern ist auch schon in der Startphase zu prüfen, mit welchen Mitteln die eigene Arbeitskraft bestmöglich versichert werden kann. Egal, ob eine freiwillige gesetzliche oder eine private Krankenversicherung besteht (beides ist denkbar), Einnahmeausfälle durch Krankheit sollten durch eine leistungsstarke Krankentagegeldversicherung kompensiert werden. Zur beruflichen Professionalität muss in diesem Kontext ebenfalls ein Arbeitsschutz gehören, der mögliche Verletzungen konsequent vermeidet.
 

  • Wissenswertes zur Ausbildungsmöglichkeit als Holzbildhauer:

Generell gibt es in Deutschland nur sehr wenige Betriebe in diesem Handwerksbereich, die (dual) ausbilden. Die staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim ist eine beliebte Fachadresse an der Rhön für alle, die die hier vorgestellte Geschäftsidee langfristig gesehen umsetzen wollen.
 

Konkurrenz, Standort, exklusive Zielgruppe: Themen für den Businessplan

Auch wenn selbstständige Holzbildhauer generell recht rar sind, so sollte am anvisierten Standort eine Konkurrenzanalyse durchgeführt werden. Wer nachhaltigen Erfolg mit der Existenzgründung als Holzbildhauer sucht, muss natürlich die Nachfrage möglichst faktenbasiert beurteilen: Gibt es Architekten, Einrichtungsbetriebe oder sonstige Vertriebsoptionen, um Erzeugnisse verkaufen zu können? Wie steht es im die Kaufkraft am Standort: Können sich Menschen diesen Luxus überhaupt leisten? Und wie kunstaffin sind die Menschen vor Ort? Dies lässt sich z.B. daran ablesen, wie breit das Angebot an Museen oder künstlerischen Workshops in der Nähe ist. Solche Workshops können im Übrigen in strategischer Hinsicht eine weitere Einnahmequelle sein bzw. für konstante Einnahmen sorgen. Zudem kann die Vermarktung so auf eine breitere Basis gestellt werden. Ist die Nachfragesituation vielversprechend und die Zielgruppe beschrieben, so kann das Leistungsspektrum näher umfasst werden. Es muss profilgebend vermarktet werden, in welchen Bereichen ein selbstständiger Holzbildhauer (jenseits der reinen Kunst!) Leistungen anbietet.
 

Individualität hat ihren (gut durchkalkulierten) Preis

Eventuell kommt eine Spezialisierung in Betracht, um sich mit einem Alleinstellungsmerkmal von der Konkurrenz abzuheben. Eine solche Spezialisierung kann auch auf einer besonderen Fähigkeit/Technik fußen. Generell wird es sich meistens um individuelle Auftragsarbeiten handeln, sodass das Leistungsspektrum nur einen groben Rahmen als Orientierung vorgibt. Sonderwünsche werden oft erfüllt werden mit dem Anspruch, echte Unikate mit hohem Wiedererkennungswert zu schaffen. Dieser legitimiert aus wahrnehmungspsychologischer Perspektive hohe Preise bzw. die Bereitschaft der ohnehin solventen Zielgruppe, diese zu bezahlen. Letztlich müssen die Preise aber auch kaufmännisch berechnet werden. Das verwendete Holz ist mitunter sehr kostspielig und der Faktor Zeit muss ansprechend gewürdigt werden. Für Skulpturen oder detailreiche Ornamente müssen nicht selten mehrere Arbeitstage aufgebracht werden. Dies zeigt erneut, dass ein selbstständiger Holzbildhauer mit sichtbaren Qualitätsansprüchen keine Massenfertigung anstreben kann. So wird aus wirtschaftlicher Sicht ein gewisser Druck erzeugt, mit einem Auftrag möglichst viel zu verdienen.
 

Der Businessplan sollte keineswegs hölzern sein

Auch wenn mit Holz gearbeitet wird und das Leistungsspektrum angesichts zu fertigender Individualität nicht vollkommen konkret sein kann, so muss der Businessplan in jeder Hinsicht überzeugen. Nur so wird er mögliche Geldgeber oder Banken überzeugen können, Geld in die erkennbaren Potenziale dieser Geschäftsidee zu investieren. Entscheidend ist der Businessplan aber auch für die interne Sichtweise: Nur wer alle Bereiche ganzheitlich plant und Chancen sowie Gefahren strategisch einbindet, wird mit diesem traditionellen Handwerksberuf auch in modernen Zeiten erfolgreich sein können. Mitunter hohe Kosten können für Umbaumaßnahmen und die Einrichtung des Ateliers entstehen. Auch wird das Atelier den größten Block im Bereich der Fixkosten ausmachen. Letztlich aber ist bei zu treffenden Entscheidungen immer die langfristige Perspektive anzulegen. Insofern kann ein guter Standort mit exzellenten Räumlichkeiten durchaus höhere Fixkosten rechtfertigen, wenn demgegenüber eine gute Auftragslage steht.
 

Holzbildhauer: selbstständig machen mit einem eigenen Atelier

Natürlich sind für die Arbeit als selbstständiger Holzbildhauer angemessene Werkstatträume mit funktionaler Ausstattung nötig. Was den Verkauf und die Vermarktung angeht, so werden hierfür ebenfalls ansprechende Räumlichkeiten für die Präsentation gebraucht. Es gilt, mit einer Ausstellung sein Können unter Beweis zu stellen. In dieser Hinsicht kann eine kleine Ausstellung, die entsprechend vermarktet wird, einen großen Beitrag für die Kundengewinnung leisten.
 

Atelier als selbstständiger Holzbildhauer für die Vermarktung nutzen

Es sollte genau überlegt werden, welche Erzeugnisse wie präsentiert werden, um das eigene Können ins beste Licht zu rücken. Natürlich sollte auch eine suchmaschinenoptimierte Homepage nicht fehlen, um das handwerkliche Können anzupreisen und einen Einblick in das Leistungsspektrum zu gewähren. Auch etwaige Workshops könnten auf einer Homepage vermarktet werden bzw. direkt buchbar sein. Annoncen in Printmedien sind ein zielfokussierter Weg, um die anvisierte Zielgruppe in das eigene Atelier zu locken. Wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen sind ein gangbarer Weg, um Kunden bei Laune zu halten bzw. neue Kunden für dieses Handwerk zu begeistern.
 

Sich nebenberuflich selbstständig als Holzbildhauer machen?

Diese Option kann generell geprüft werden, zumal sich auf diesem Wege mit geringerem Risiko ein zweites Standbein aufbauen lässt. Voraussetzung ist grundlegend, dass der zu informierende Chef einverstanden ist. Allerdings ist zu beachten, dass die Arbeiten in diesem Bereich sehr zeitaufwändig sind. Findet sich neben dem Vollzeitjob noch genügend Zeit, um Auftragsarbeiten in einer annehmbaren Frist fertigstellen zu können (welcher Kunde will schon Monate warten)? Vielmehr erscheint es so, dass die hauptberufliche Selbstständigkeit als Holzbildhauer volles Engagement verlangt, um sich trotz schwieriger Umfeldbedingungen zu behaupten. Bei der nebenberuflichen Option kommt es letztlich auch auf das Können und die Qualitätsansprüche an: Wer keine Ausbildung in diesem Bereich hat und mit seinem Hobby Geld hinzuverdienen möchte, wird dies sicher nebenbei bewerkstelligen können. Zu bedenken ist aber, dass eine nebenberufliche Tätigkeit ebenfalls steuerlich erfasst werden muss und beim Gewerbeamt anzumelden ist.
 

Voraussetzungen für die Selbstständigkeit als Holzbildhauer

Ein Blick in Anlage B der Handwerksordnung zeigt, dass es sich im ein zulassungsfreies Handwerksgewerbe handelt. In dieser Hinsicht ist für eine selbstständige Berufsausübung als Holzbildhauer kein Meistertitel nötig. Dieser kann allerdings einen deutlichen Vorteil bei der Vermarktung des eigenen Ateliers mit sich bringen (nach dem Motto ‚handwerkliche Qualität aus Meisterhand‘). Auch wenn es sich bei der Meisterprüfung nur um eine freiwillige Option handelt, so ist diese mit Sicherheit prüfenswert.
 

Gewerbe anmelden als Holzbildhauer

Bevor die selbstständige Tätigkeit aufgenommen bzw. das Atelier samt Werkstatt eröffnet wird, muss zwingend ein Gewerbe angemeldet werden. Der erhaltende Gewerbeschein ist die formale Erlaubnis, den Geschäftsbetrieb führen zu dürfen. Mit der Gewerbeanmeldung ist auch an die Pflicht der steuerlichen Erfassung der Tätigkeit und die Abführung von Gewerbsteuer jenseits des jährlichen Freibetrages zu denken. Mit der Gewerbeanmeldung ergibt sich automatisch eine Pflichtmitgliedschaft in der Handwerkskammer, deren Leistungsspektrum gezielt für die eigenen geschäftlichen Ziele genutzt werden kann.
 

Auf einen Blick: Kurzzusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Holzbildhauer‘

  1. Es handelt sich um einen traditionellen Handwerksberuf im Wandel, der durchaus neue Betätigungsfelder eröffnet

  2. Angesichts recht schwieriger Ausgangsbedingungen kommt einer umfassenden Planung eine erfolgskritische Bedeutung zu

  3. Herausforderung Kundengewinnung: Es wird eine gewisse Zeit dauern, sich einen Namen (als Künstler – je nach Leistungsspektrum) zu erarbeiten

  4. Mit einem Atelier kann die Vermarktung des handwerklichen Könnens sichtbare Züge annehmen

  5. Um die Einnahmebasis zu verbessern, sind alternative Angebote zu prüfen. In diesem Sinne könnten im eigenen Atelier Workshops für Interessenten organisiert werden. Auf diesem Weg lässt sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda auch die Bekanntheit deutlich erhöhen

  6. Es handelt sich um ein zulassungsfreies Handwerk. Insofern ist für die selbstständige Tätigkeit als Holzbildhauer kein Meistertitel nötig.

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