Selbstständig machen mit einer Spielhalle / Spielothek

Im Gegensatz zum späteren Kern des Geschäftsbetriebs sollte es keine reine Glückssache sein, sich selbstständig mit einer Spielhalle/Spielothek zu machen. Auch wenn der Markt mit Umsätzen in Milliardenhöhe und somit exzellenten Verdienstchancen lockt, handelt es sich bei der Gründung einer Spielhalle nicht um einen Selbstläufer.
Wer eine Existenzgründung mit einer Spielhalle plant, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Geschäftsidee sehr stark reglementiert und vergleichsweise kapitalintensiv ist. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 sind die Hürden noch einmal deutlich gestiegen. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschäftsideen sind die unternehmerischen Gestaltungsspielräume eingeschränkt. Dennoch ist es möglich, mit einem einzigartigen Konzept für die Eröffnung einer Spielothek erfolgreich zu sein. Auf diese Themen soll im folgenden Beitrag der Fokus gelegt werden:
- Voraussetzungen, um eine Spielhalle eröffnen zu können
- Gesetzliche Rahmenbedingungen für den Betrieb einer Spielhalle
- Themen für den Businessplan für eine Spielhalle
- Franchise als Alternative für die Eröffnung einer Spielhalle?
- Was verdient ein Spielhallenbesitzer?
Was ist unter einer Spielothek zu verstehen?
Da sich angehende Selbstständige bei dieser Geschäftsidee mit zahlreichen Gesetzen befassen müssen, ist zur Beantwortung dieser Frage ein Blick in die Gewerbeordnung sinnvoll. In § 33i GewO findet sich eine Definition. Demnach geht es um einen Betrieb mit speziellen Spielgeräten, die der Gewinnmöglichkeit dienen. Der primäre Geschäftszweck liegt also im Betrieb von Spielautomaten. In Kneipen können zwar auch Spielgeräte zu finden sein: Diese stellen aber nicht den geschäftlichen Hauptzweck dar. Insofern ist eine Spielhalle als Betrieb formal klar abzugrenzen.
Mit der Eröffnung einer Spielhalle tragen Betreiber nicht nur unternehmerische Verantwortung. Sie müssen auch Jugendliche konsequent schützen und sehr behutsam mit dem gesellschaftlich problematischen Thema der Spielsucht umgehen. Zu unterscheiden ist mit Blick auf eine Spielhalle generell zwischen Unterhaltungs- und Geldspielen. Bei ersteren handelt es sich um Klassiker wie Dart, Flipper und weitere. Hier steht der Spaßfaktor im Vordergrund, nicht der Gewinn. Das ist an typischen Spielautomaten der Fall, an denen sich der Einsatz mit Glück vervielfachen lässt. In jedem Fall wird ein individuelles Konzept als tragfähige Basis für die Existenzgründung zu erarbeiten sein.
Voraussetzungen, um sich mit einer Spielhalle selbstständig zu machen
Wer eine Spielothek eröffnen möchte, braucht heute in aller Regel zwei Genehmigungen: zum einen die gewerberechtliche Spielhallenerlaubnis (§ 33i GewO bzw. die entsprechende landesrechtliche Nachfolgeregelung), zum anderen eine glücksspielrechtliche Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021) in Verbindung mit dem Spielhallengesetz des jeweiligen Bundeslandes. Gründer müssen ihre persönliche und fachliche Eignung nachweisen. Der Betrieb einer Spielhalle ist mit hohen Auflagen verbunden, die zudem immer wieder kontrolliert werden können. Besonders der Jugendschutz ist von Betreibern einer Spielhalle strikt umzusetzen. Mögliche Versagensgründe können eine Ablehnung des Antrags bedeuten – in erster Linie sind Räumlichkeiten zu nennen, deren Lage und Beschaffenheit den Anforderungen nicht gerecht werden, sowie Zweifel an der Zuverlässigkeit des Antragstellers.
Wie Spielhalle eröffnen? Gesetzliche Rahmenbedingungen für Existenzgründer
Angehende Selbstständige müssen mit der Gewerbeanmeldung ihre persönliche und fachliche Eignung nachweisen. Das kann in Form einer steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung durch das Finanzamt, eines Auszugs aus dem Gewerbezentralregister, eines polizeilichen Führungszeugnisses und eines Nachweises über Kenntnisse des Jugendschutzgesetzes bzw. der Führung eines solchen erlaubnispflichtigen Gewerbebetriebes geschehen. Verlangt wird zudem ein Sozialkonzept: Betreiber müssen darlegen, wie sie problematischem Spielverhalten vorbeugen, und ihr Personal entsprechend schulen lassen. Je nach Geschäftskonzept, Standort und persönlichen Gründungsvoraussetzungen können weitere Nachweise für diese reglementierte Geschäftsidee erforderlich sein. Gründer sind gut beraten, möglichst frühzeitig Klarheit über die eigene Ausgangssituation zu erlangen.
Gewerbeanmeldung: persönlichen Schritt-für-Schritt-Plan erstellen
Das Spielhallengesetz des Bundeslandes konkretisiert die Ausgangsbedingungen
Zu beachten ist, dass die Voraussetzungen für eine Erlaubnis sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Jedes Bundesland hat ein eigenes Spielhallengesetz bzw. eigene Ausführungsregeln zum Glücksspielstaatsvertrag. Gründer sind daher gut beraten, Anforderungen frühzeitig zu prüfen und Kontakt mit den zuständigen Behörden für eine reibungslose Eröffnung einer Spielhalle zu suchen. Auch die erlaubten Öffnungszeiten regeln die Länder über Sperrzeiten. Erst wenn der Gewerbeschein samt behördlicher Erlaubnis vorliegt, darf der Betrieb in der Spielhalle offiziell aufgenommen werden.
Spielverordnung (SpielV): zentrales Regelwerk für den Gerätebetrieb
Um bereits die Planung der Spielhalle auf eine rechtsverbindliche Basis zu stellen, sollte die Spielverordnung von Beginn an konsequent berücksichtigt werden. In dieser Verordnung steht, wie viele Automaten mit welchen Abständen aufzustellen sind und wie eine Zulassung der Geräte durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) zu erwirken ist. In diesem Regelwerk wird zudem genau bestimmt, was als Höchsteinsatz und Höchstgewinn zulässig ist und wie lange ein Spiel zu dauern hat bzw. welche Pausen dazwischen notwendig sind.
Spielerschutz konkret: OASIS-Sperrsystem und Zugangskontrolle
Seit dem GlüStV 2021 müssen alle Spielhallen an das bundesweite Spielersperrsystem OASIS angeschlossen sein, das beim Regierungspräsidium Darmstadt geführt wird. In der Praxis bedeutet das: Jeder Gast muss vor dem Spielen per Ausweiskontrolle identifiziert und mit der Sperrdatei abgeglichen werden. Gesperrte Spieler – ob durch Selbstsperre oder Fremdsperre – dürfen nicht am Spiel teilnehmen. Ohne funktionierenden OASIS-Anschluss dürfen keine Geldspielgeräte betrieben werden; Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro geahndet werden. Neben der Hardware braucht es dafür eine stabile Internetverbindung im Lokal und eingespielte Abläufe beim Personal. Dieser Kontrollaufwand gehört heute fest zum Tagesgeschäft und sollte bei Personalplanung und Kosten von Beginn an berücksichtigt werden.
Ausgangslage: Warum selbstständig machen mit Spielhalle?
Deutschland gilt als größter Glücksspielmarkt in Europa. Die Umsätze bewegen sich in einem zweistelligen Milliardenbereich. Angesichts dessen wird deutlich, dass in der Eröffnung einer Spielhalle eine große wirtschaftliche Chance liegen kann. Zu beachten ist aber auch, dass ein nennenswerter Teil der Umsätze im illegalen bzw. unregulierten Spiel realisiert wird. Ein Teil der ‚Konkurrenz' ist somit nicht greifbar, was eine aussagekräftige Standortbestimmung schwieriger macht. Die Frage ‚Warum gibt es Spielhallen?' dürfte sich damit in betriebswirtschaftlicher Sicht beantwortet haben. Es handelt sich beim Glücksspiel um ein Phänomen, das Menschen seit Jahrhunderten magisch in den Bann zu ziehen scheint.
Wie viele Spielhallen gibt es in Deutschland?
Vor Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 gab es in Deutschland noch rund 9.000 Spielhallenstandorte mit etwa 13.700 Konzessionen (Stand 2018). Seither ist der Bestand deutlich geschrumpft: Abstandsgebote und das Verbot von Mehrfachkonzessionen haben vielerorts zu Schließungen geführt. In Berlin etwa sank die Zahl der Spielhallen von rund 500 (2016) auf etwa 120 (2024), in Nordrhein-Westfalen ging die Zahl der Standorte allein zwischen Anfang 2022 und Anfang 2024 um rund 8 % auf knapp 1.860 zurück. Für Gründer bedeutet das zweierlei: weniger legale Konkurrenz dort, wo Kapazitäten frei geworden sind – aber auch hohe Hürden, überhaupt einen genehmigungsfähigen Standort zu finden. Um die konkreten Chancen vor Ort bewerten zu können, ist eine fundierte Standort- und Konkurrenzanalyse als wichtiger Bestandteil des Businessplans durchzuführen.
Die Standortsuche kann zu einer reglementierten Herausforderung werden
Bei der Wahl eines Standortes sind für diese Geschäftsidee aber nicht nur betriebswirtschaftliche Variablen wie die Kaufkraft oder die Anbindung an die Infrastruktur zu beachten. Standorte für die Niederlassung von Spielhallen sind stark reglementiert, was die Handlungsoptionen einschränkt. In den meisten Bundesländern gilt ein Mindestabstand zu anderen Spielhallen sowie zu Schulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen – verbreitet sind 350 Meter Luftlinie, je nach Landesrecht können es auch mehr oder weniger sein. Hinzu kommt das Verbundverbot: Mehrere Spielhallen im selben Gebäude oder baulichen Verbund (Mehrfachkonzessionen) sind nicht mehr zulässig. Die Räumlichkeiten müssen zudem über eine gewisse Größe verfügen, da Spielautomaten nur mit einem definierten Abstand aufgestellt werden dürfen.
Welche Rechtsform für eine Spielhalle wählen?
Die Wahl der Rechtsform hat eine strategische Bedeutung mit Blick auf die Haftungs- und Handlungsmöglichkeiten. Viele Betreiber entscheiden sich für eine GmbH, um die Haftung auf das eingebrachte Kapital zu beschränken und sich gleichzeitig breit finanzieren zu können – die wichtigsten Schritte und Kosten dazu zeigt der Ratgeber zum Thema GmbH gründen. Da es sich um eine recht kapitalintensive Geschäftsidee handelt, sollte die Wahl der Rechtsform gut durchdacht sein.
Rechtsform-Finder: Welche Rechtsform passt zu Ihrem Vorhaben?
Businessplan/Finanzen für eine Spielhalle: Ohne Moos nix los?!
Für die Einrichtung des Geschäftsbetriebs kann schnell ein sechsstelliger Betrag anfallen, da im Schnitt mit rund 10.000 Euro Anschaffungskosten pro Spielautomat zu rechnen ist – hochwertige Neugeräte können auch darüber liegen. Alternativ zum Kauf kann die Zusammenarbeit mit einem Automatenaufsteller geprüft werden, der Geräte gegen eine Umsatzbeteiligung stellt – das senkt die Anfangsinvestition, schmälert aber die Marge. Hinzu kommen Umbau, Sicherheits- und Zugangstechnik (Stichwort OASIS), Kaution und Miete für geeignete Räumlichkeiten sowie laufende Personalkosten für die durchgehende Aufsicht. Brancheninsider raten Gründern dazu, für die Umsetzung der Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Spielhalle' eine ausreichende Decke an Eigenkapital mit einzubringen.
Kreditrechner: Finanzierungsraten für das Startkapital kalkulieren
Das Thema Gewinne und Verluste sollte im Finanzteil des Businessplans die Profitabilität des Geschäftsmodells erkennen lassen, um Geldgeber bzw. Investoren gewinnen zu können. Dieses Thema ist aber auch für den Betrieb der Spielhalle ein weiterer Faktor, der genau reglementiert ist. Gesetzliche Obergrenzen werden durch Kontrolleinrichtungen am Spielgerät zu jeder Zeit gewahrt: Pro Stunde ist ein Verlust von maximal 60 Euro erlaubt, der Gewinn darf 400 Euro pro Stunde nicht überschreiten. Diese Vorgaben geben konkrete Anhaltspunkte mit Blick auf den möglichen Verdienst mit einer Spielhalle vor.
Was der laufende Geschäftsbetrieb einer Spielhalle erfordert
Ist die Erlaubnis erteilt, stehen Betreiber einer Spielhalle dennoch weiter unter ständiger Beobachtung/Überprüfung. Auch hierüber sollte zu Beginn Klarheit herrschen. Alle 2 Jahre müssen alle Spielautomaten von einem Sachverständigen überprüft werden. Dieser muss öffentlich bestellt und vereidigt sein. In einer Spielhalle dürfen maximal 12 Automaten aufgestellt werden, wobei je Gerät 12 Quadratmeter Fläche vorzuhalten sind. Das zeigt, warum Räumlichkeiten für die Eröffnung einer Spielhalle eine gewisse Größe nicht unterschreiten können. Hinzu kommen die tägliche Ausweiskontrolle samt OASIS-Abgleich und die Einhaltung der Sperrzeiten.
Die folgende Checkliste dient als unverbindliche Orientierung, nicht als rechtssicherer Leitfaden – maßgeblich sind die Vorgaben der Behörden vor Ort.
- Spielhallengesetz und Ausführungsregeln des Bundeslandes beschaffen und lesen.
- Mindestabstände zu Spielhallen, Schulen und Jugendeinrichtungen für Wunschstandorte prüfen.
- Genehmigungsfähigkeit des Standorts VOR Abschluss des Mietvertrags mit der Behörde klären.
- Gewerberechtliche Spielhallenerlaubnis und glücksspielrechtliche Erlaubnis beantragen.
- Führungszeugnis, Gewerbezentralregisterauszug und steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung einholen.
- Sozialkonzept erstellen und Personalschulungen zum Spielerschutz organisieren.
- OASIS-Anschluss beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragen.
- Kapitalbedarf für Geräte, Umbau, Sicherheit, Kaution und Anlaufphase kalkulieren.
- Vergnügungssteuer der Standortkommune in die Kalkulation einrechnen.
- Finanzierung und Eigenkapitalanteil verbindlich klären.
- Geldspielgeräte mit PTB-Zulassung beschaffen (Kauf oder Aufsteller-Kooperation).
- Flächenaufteilung nach Spielverordnung planen (12 qm je Gerät).
- Zugangskontrolle, Videotechnik und Alarmanlage installieren.
- Personal für Aufsicht, Ausweiskontrolle und Spielerschutz einstellen und schulen.
- Sperrzeiten und Jugendschutz-Abläufe schriftlich festlegen.
- Turnus für die Sachverständigen-Prüfung der Geräte (alle 2 Jahre) terminieren.
Franchise als strategische Alternative für die Existenzgründung?
Angesichts hoher Kosten und eines nicht zu leugnenden unternehmerischen Risikos können Gründer das Franchiseangebot von großen Ketten prüfen. Als Franchisenehmer können Gründer auf das Logo, eine funktionierende Infrastruktur und praxiserprobte Einrichtungsgegenstände zurückgreifen. Gerade bei den komplexen Genehmigungsverfahren kann die Erfahrung eines etablierten Systempartners wertvoll sein. Allerdings hat diese Alternative in Form von Umsatzbeteiligungen und Franchisegebühren ihren Preis. Die Vor- und Nachteile der Eröffnung einer Franchise-Spielhalle muss jeder Existenzgründer für sich selbst gewichten.
Marketing/Kundengewinnung für Spielhalle: Das ist zu beachten!
Auch Marketingmaßnahmen sind reglementiert, sodass Rücksprache mit der zuständigen Behörde vor Ort zu halten ist. Der Glücksspielstaatsvertrag setzt der Werbung für Glücksspiel enge Grenzen; sehr auffällige Außenwerbung wird sich in den allermeisten Gemeinden nicht umsetzen lassen. Gründer sollten vor Ort genau klären, welche Maßnahmen zulässig sind (damit auch nicht unnötig Geld für verbotene Werbemittel ausgegeben wird). Da viele Kunden online nach einer solchen Anlaufstelle suchen werden, sind entsprechende Maßnahmen auch in diesem Bereich sorgfältig im Rahmen des Möglichen zu planen, um die eigene Reichweite zu erhöhen.
Das Ambiente sollte eine einladende Visitenkarte sein
Ein großer Teil der Kundengewinnung bzw. Werbung in eigener Sache wird durch Mund-zu-Mund-Propaganda erfolgen. Daher ist auf das Ambiente in der Spielhalle größter Wert zu legen. Sauberkeit und ansprechendes Mobiliar sowie kleine Snacks sind sicher gute Instrumente, um Kunden zum Verweilen zu bewegen. Durch ausgewählte Musik im Hintergrund lässt sich eine entspannte Stimmung kreieren. Nicht erlaubt in Spielhallen ist allerdings der Verkauf von alkoholischen Getränken! Manche Spielhallen setzen auf ein Konzept mit einem VIP-Bereich. Hieraus kann durchaus ein Alleinstellungsmerkmal werden, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Verdienst mit eigener Spielhalle/Spielothek?
Wie viel Gewinn wirft eine Spielhalle ab? Diese Frage ist mit Sicherheit für viele Gründer ganz am Anfang der Planung entscheidend. Sie können und müssen diese Frage selber beantworten können, und zwar im Finanzteil des Businessplans. Der Verdienst mit einer Spielhalle wird mit der Auslastung und der Kostenstruktur stehen oder fallen. Wenn sich nur wenige Kunden am Tag in die Spielhalle verirren, wird kaum mehr als eine Kostendeckung möglich sein. Gelingt es jedoch, jeden Tag eine bestimmte Anzahl an Kunden mit einem gewissen Einsatz in die Spielhalle zu locken, so dürfte der Betrieb profitabel sein und einen ansprechenden Gewinn ermöglichen. Die gesetzlichen Vorgaben zu maximalen Verlusten und Gewinnen zeigen, dass den Umsätzen für dieses Geschäftsmodell Grenzen gesetzt sind. Insofern ist es nicht möglich, mit einem legalen (!) Geschäftsmodell den Gewinn ins Unermessliche steigen zu lassen.
Welcher Umsatz nötig ist, um Miete, Personal, Vergnügungssteuer und den eigenen Unternehmerlohn zu decken, lässt sich hier direkt überschlagen:
Abgabenlast: steuerliche Besonderheit bei dieser Geschäftsidee
Was die Gewinnsituation mit einer Spielhalle angeht, so ist mit der Vergnügungssteuer eine kommunale Sondersteuer für Betreiber von Spielhallen zu berücksichtigen. In vielen größeren Kommunen sind 10 bis 13 % des Einspielergebnisses üblich, je nach Satzung der Gemeinde kann die Steuer aber auch deutlich höher ausfallen; maßgeblich sind immer Berechnungsmaßstab und Steuersatz am Geschäftssitz. Insofern ist beim Betrieb einer Spielhalle auf der Kostenseite mit einer großen Abgabenlast zu rechnen, was sich gewinnmindernd auswirkt.
Tücken und häufige Fehler
Kaum eine Geschäftsidee ist so stark von Regulierung geprägt wie diese. Entsprechend liegen die typischen Fehler weniger im Tagesgeschäft als in der Planung:
- Mietvertrag vor der Erlaubnis unterschrieben: Wer langfristige Mietverträge abschließt, bevor die glücksspielrechtliche Genehmigungsfähigkeit des Standorts geklärt ist, sitzt im schlimmsten Fall auf jahrelangen Zahlungsverpflichtungen ohne Betrieb.
- Befristung der Erlaubnis übersehen: Glücksspielrechtliche Erlaubnisse werden regelmäßig nur befristet erteilt. Investitionen müssen sich innerhalb dieses Zeitraums rechnen – ein Punkt, den Banken kritisch prüfen.
- Vergnügungssteuer unterschätzt: Die kommunale Steuer auf das Einspielergebnis ist neben Personal und Miete einer der größten Kostenblöcke und wird in Businessplänen häufig zu niedrig angesetzt.
- Spielerschutz als Nebensache behandelt: Fehler bei Ausweiskontrolle und OASIS-Abgleich sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährden mit hohen Bußgeldern und dem Entzug der Erlaubnis die gesamte Existenz.
- Personalkosten kleingerechnet: Eine Spielhalle braucht während der gesamten Öffnungszeit geschulte Aufsicht – bei langen Öffnungszeiten summiert sich das schnell auf mehrere Vollzeitstellen.
- Regulatorische Entwicklung ignoriert: Wer gründet, sollte die politische Diskussion im eigenen Bundesland verfolgen. Verschärfungen von Abständen oder Sperrzeiten können ein Geschäftsmodell nachträglich kippen.
Trends: Herausforderungen für die Zukunft der Spielhalle
- Konsolidierung der Branche: Die Zahl der Spielhallen sinkt seit Jahren – wer bleibt, betreibt tendenziell größere, professionellere Standorte mit klarem Qualitätsanspruch.
- Legales Online-Automatenspiel als Konkurrenz: Seit dem GlüStV 2021 (1. Juli 2021) sind virtuelle Automatenspiele mit deutscher Lizenz erlaubt. Die stationäre Spielhalle punktet dagegen mit realem Spielerlebnis und sozialer Interaktion – im Businessplan sollte erkennbar sein, wie dieser Vorteil ausgespielt wird.
- Qualitäts- statt Mengenwettbewerb: Gepflegtes Ambiente, Service und geschultes Personal werden zum Unterscheidungsmerkmal, da Gerätezahl und Werbung reguliert sind.
- Technische Aufrüstung: Automatisierte Zugangskontrollen für den OASIS-Abgleich verbreiten sich und senken auf Dauer den Personalaufwand an der Tür.
- Kampf gegen den Schwarzmarkt: Behörden gehen verstärkt gegen illegale Spielstätten vor – für legale Betreiber ist jede geschlossene illegale Halle ein Stück zurückgewonnener Markt.
Zusammenfassung/FAQ für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Spielhalle'
Voraussetzungen: Wie kann ich eine Spielhalle eröffnen?
Es handelt sich um eine stark reglementierte Geschäftsidee bzw. einen erlaubnispflichtigen Gewerbebetrieb. Erforderlich sind heute regelmäßig zwei Erlaubnisse: die gewerberechtliche Spielhallenerlaubnis (§ 33i GewO bzw. Landesrecht) und die glücksspielrechtliche Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Verbindung mit dem Spielhallengesetz des Bundeslandes. Abgesehen davon haben Betreiber einer Spielhalle vor allem die Spielverordnung, das Jugendschutzgesetz und die Anforderungen des Spielerschutzes (OASIS, Sozialkonzept) zu wahren.
Ist es schwer, einen Standort für eine Spielhalle zu finden?
Die Suche kann sich als schwierig erweisen, da laut Gesetz in einem bestimmten Umkreis (verbreitet 350 Meter, je nach Bundesland abweichend) weder andere Spielotheken noch Jugendeinrichtungen wie Schulen oder Kitas zu finden sein dürfen. Hinzu kommt das Verbundverbot: mehrere Spielhallen in einem Gebäude sind nicht mehr zulässig.
Gibt es bei der Besteuerung von Spielhallen eine Besonderheit?
Ja, abgesehen von der Gewerbesteuer ist für ein solches Geschäftsmodell eine Vergnügungssteuer abzuführen, die in vielen Kommunen zwischen 10 und 13 % des Einspielergebnisses liegt, teils auch darüber (maßgeblich sind immer die Bestimmungen am Standort/Betriebssitz).
Was verdient ein Spielhallenbesitzer?
Eine seriöse Pauschalzahl gibt es nicht. Der Gewinn hängt von Auslastung, Standort, Personalkosten und der kommunalen Vergnügungssteuer ab. Die Spielverordnung deckelt den durchschnittlichen Kassenzufluss je Gerät, sodass sich der maximale Umsatz einer Halle mit 12 Geräten grob abschätzen lässt – bei guter Auslastung sind auskömmliche Gewinne möglich, ein Selbstläufer ist der Betrieb angesichts der Abgaben- und Personallast aber nicht.
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