Selbstständig machen mit einer Lotto-Annahmestelle

Frau in Lotto Annahmestelle
Zuletzt aktualisiert: 26.11.2025

Viele Deutsche träumen vom großen Gewinn – und Millionen besuchen dafür jede Woche eine Lotto-Annahmestelle. Was viele dabei übersehen: Hinter dem Verkauf der Glücksscheine steckt ein stabiles Geschäft mit verlässlicher Nachfrage. Wer sich hier selbstständig macht, profitiert nicht nur von einem traditionsreichen Produkt mit hoher Laufkundschaft, sondern kann sich mit Zusatzangeboten wie Tabak, Presse oder Paketdiensten ein solides, vielseitiges Geschäftsmodell aufbauen. Entscheidend ist ein starker Standort, ein durchdachtes Konzept – und das Verständnis, dass Lotto nicht Glücksspiel für den Betreiber ist, sondern eine planbare Einnahmequelle.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine Lotto-Annahmestelle erfolgreich eröffnen, welche rechtlichen Voraussetzungen gelten und wie Sie Ihr Angebot so gestalten, dass es langfristig trägt.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen nur bei etwa 1 zu 139 Millionen liegt, so spielen insgesamt gut 20 Millionen Deutsche zumindest gelegentlich Lotto , viele Millionen davon regelmäßig. Im Jahr 2023 wurden rund 8,2 Milliarden Euro , im Jahr 2024 sogar über 8,5 Milliarden Euro für staatliche Lotterien ausgegeben.Insofern scheint es sich um ein sehr lukratives Geschäftsfeld zu handeln, das die Frage „Wie mache ich mich mit einer Lotto Annahmestelle erfolgreich selbstständig?“ als sehr berechtigt erscheinen lässt und gerade für Gründer im Einzelhandel eine spannende Option sein kann.

Die Wahrscheinlichkeit, mit einer solchen Geschäftsgründung zu reüssieren, ist jedoch deutlich (!) höher als 1:139 Millionen. Damit die geplante Geschäftsgründung aber nicht zu einer riskanten Lotterie wird, sollen im folgenden Beitrag alle wesentlichen Schlüsselfaktoren kompakt und zugleich praxisnah und aktuell beleuchtet werden. Wer sich von Beginn an mit einem Businessplan für eine Lotto-Annahmestelle konsequent mit allen strategischen Faktoren auseinandersetzt, die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt und einen guten Standort wählt, kann die Weichen für den persönlichen Berufs-Jackpot legen und sich ein stabiles zweites Standbein oder sogar die Haupterwerbsquelle aufbauen

 

Das Wichtigste in Kürze zur Eröffnung einer Lotto-Annahmestelle

  • Für die Eröffnung einer Lotto-Annahmestelle ist eine kostenpflichtige Lizenz (Konzession) notwendig. Diese wird durch die jeweilige Landeslotteriegesellschaft im Rahmen des Glücksspielrechts vergeben.
  • Die Bestimmungen weichen von Bundesland zu Bundesland ab, sodass in jeder Hinsicht eine gründliche Standort-, Rechts- und Marktanalyse vorzunehmen ist. Grundlage ist seit 2021 der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) , der von den Ländern durch Ausführungsgesetze konkretisiert wird.
  • Die Provisionen für die Annahme von Lottoscheinen sind überschaubar , sodass in vielen Annahmestellen weitere Produkte verkauft werden (z. B. Tabakwaren, Presse, Paketdienste, Geschenkartikel). Oft ist Lotto ein wichtiger Frequenzbringer, aber nicht die alleinige betriebliche Ertragsquelle.
  • Viele Millionen Deutsche spielen regelmäßig oder gelegentlich Lotto, die Anbieter machen Umsätze in Milliardenhöhe. Es handelt sich angesichts dessen um einen attraktiven, aber umkämpften Zielmarkt , in dem neben der Lotto-Lizenz vor allem Sortiment, Lage und Service über den Erfolg entscheiden.

 

Voraussetzungen, um eine Lottoannahmestelle eröffnen zu können

Um eine Lotto Annahmestelle eröffnen zu können, muss erst eine Lizenz (Glücksspiel-Konzession) her, die bei Lotto bzw. der regionalen Lottogesellschaft zu beantragen ist. Diese Erlaubnis unterliegt den Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags 2021 und den jeweiligen landesrechtlichen Ausführungsgesetzen. Je nach eigenem Standort kann an dieser Stelle das Vorhaben mit der Selbstständigkeit schon scheitern, denn die begehrten Lizenzen sind räumlich limitiert. Sind in einer Stadt in einem Radius von X Kilometern oder innerhalb eines definierten Einzugsbereiches schon viele Annahmestellen vorhanden, so dürfte es schwierig werden, noch eine zu erlangen. Es findet eine wirtschaftliche und spielerschutzorientierte Prüfung statt, ob eine weitere Annahmestelle sinnvoll erscheint.

Logisch ist, dass in Großstädten mehr Lizenzen vergeben werden als in kleinen Orten. Der Standort ist also gut zu analysieren, zumal man sich mit der direkten Konkurrenz vor der Tür ja auch langfristig gesehen keinen Gefallen tun würde. Frequenz, Laufkundschaft, Sichtbarkeit, Parkmöglichkeiten und Mietkosten spielen hier eine zentrale Rolle. Wer frühzeitig mit der zuständigen Landeslotteriegesellschaft in Kontakt tritt und sich beraten lässt, verschafft sich einen wertvollen Informationsvorsprung.

 

Wie lange dauert die "Lottoschulung"?

Wer eine begehrte Lottolizenz sein Eigen nennen möchte, muss einer ausführlichen Prüfung der zuständigen Lottogesellschaft standhalten. Hierfür sind im Regelfall rund 4 bis 8 Wochen einzuplanen, je nach Bundesland, Bearbeitungsstand und Terminverfügbarkeit. Früher war häufig von etwa 90 Tagen die Rede; durch digitalisierte Prozesse und standardisierte Schulungen kann die tatsächliche Dauer aber variieren. In dieser Zeit wird der zukünftige Inhaber auf seine Rolle als seriöser Glücksspielvermittler vorbereitet.

Im Zuge der Prüfung verpflichten sich Interessenten auch dazu, ein spezielles Seminar bei der zuständigen Lottogesellschaft zu absolvieren. Hierbei geht es darum, alle Arten von möglichen Glückspielen detailliert kennenzulernen und insbesondere die Teilnahmebedingungen und Spielregeln sicher zu beherrschen. Insgesamt soll es darum gehen, seriöse Verkäufer heranzuziehen, die verantwortungsvoll mit den Kunden umgehen und den Spielerschutz ernst nehmen. Auch die Abrechnung der Lizenzgebühren und die technische Abwicklung werden ein Thema sein, sodass ein Aspekt der notwendigen Buchhaltung direkt zu Beginn auf der Tagesordnung steht.

Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 sind zudem Schulungsteile zu Jugendschutz, Spielsuchtprävention und Dokumentationspflichten noch wichtiger geworden. Betreiber müssen wissen, wie sie problematisches Spielverhalten erkennen, Sperrvermerke beachten und ihre Pflichten gegenüber gefährdeten Spielern erfüllen.

 

Wie hoch sind die Lotto-Konzessionsgebühren?

Die Höhe der Konzessionsgebühren ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. In Nordrhein-Westfalen wurden zuletzt Gebühren von bis zu 1.250 Euro für eine 5-Jahres-Lizenz verlangt. Inzwischen gilt: Diese Kosten werden von WestLotto übernommen, sodass sie die Annahmestelleninhaber nicht mehr direkt belasten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Einstieg in das Geschäft kostenfrei wäre. Der durchschnittliche Monatsumsatz einer Lotto-Annahmestelle liegt in vielen Fällen bei einigen Tausend Euro an Lotto-Umsätzen, häufig im Bereich von 5.000 bis 10.000 Euro, je nach Lage und Kundschaft. Die Annahmestelle erhält daran eine Provisionsspanne von meist rund 4,8 bis 6 Prozent , in manchen Fällen etwas darüber oder darunter. Das entspricht bei 7.000 Euro Lotto-Umsatz beispielsweise einem Betrag von grob 350 bis 420 Euro. Zusammen mit Stückprovisionen und weiteren Spielangeboten (z. B. Eurojackpot, KENO, Zusatzlotterien) kann sich die Summe erhöhen, bleibt aber in der Regel im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat .

Damit wird deutlich, dass die Provision allein oft nicht ausreicht, um wirtschaftlich zu arbeiten. Ein ergänzendes Sortiment oder zusätzliche Dienstleistungen sind in der Regel notwendig. Hinzu kommen Investitionskosten für das Ladenlokal , mögliche Umbauten, Möblierung, Kassentheke, Sicherheitsvorkehrungen (z. B. Kameraanlagen, Tresore, Bargeldsicherung) und laufende Betriebskosten (Miete, Strom, Personal, Versicherungen). Existenzgründer sollten daher von Anfang an realistische Kalkulationen anstellen und prüfen, wie viele zusätzliche Umsätze mit anderen Warengruppen generiert werden müssen.

 

Weitere Gründungsvoraussetzungen für die Lotto-Annahmestelle

Zwingend notwendig sind ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag sowie eine einwandfreie Schufa-Auskunft. Diese Anforderungen stehen im Zusammenhang mit der Verantwortung im Umgang mit Bargeld , der Seriosität des Betreibers und dem Vertrauen, das die Lottogesellschaften setzen müssen. Zudem sollte auch ein gewisses Startkapital vorhanden sein, da natürlich die Eröffnung eines Ladenlokals mit Investitionskosten verbunden ist.

Darüber hinaus spielen heute Versicherungen eine wichtige Rolle: Eine Betriebshaftpflichtversicherung, eine Inhalts- oder Geschäftsversicherung (für Warenbestand, Einrichtung, Technik) sowie bei Bedarf eine Geld- und Valorenversicherung sind für viele Annahmestelleninhaber sinnvolle Bausteine. Auch an Sicherheitskonzepte – etwa Überfallprävention, Einbruchsschutz und sichere Bargeldlogistik – sollte von Anfang an gedacht werden. In manchen Bundesländern oder nach Vorgabe des Lotteriebetreibers können bestimmte Sicherheitsstandards sogar verbindlich vorgeschrieben sein.

 

Ausgangsanalyse: Warum selbstständig machen mit Lotto-Annahmestelle?

Die Statistik (siehe Quellenangabe) zeigt, dass mehr als 7 Millionen Deutsche regelmäßig Lotto spielen . Darüber hinaus geben über 20 Millionen Deutsche an, gelegentlich Lotto zu spielen oder zumindest in den letzten 12 Monaten einen Lottoschein abgegeben zu haben. Die wenigen Zahlen reichen bereits, um das Marktpotenzial einschätzen zu können. An einem gut frequentierten Standort ohne unmittelbare Konkurrenz scheint die Eröffnung einer Lotto-Annahmestelle nach wie vor gute Geschäfte zu ermöglichen.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der Online-Anteil am Glücksspielen seit Jahren steigt. Viele Spieler – insbesondere jüngere Zielgruppen – nutzen die digitalen Angebote der Landeslotterien und lizenzierter Online-Anbieter. Daher ist es wichtig, das eigene Geschäftsmodell so auszurichten, dass die Lotto-Annahmestelle nicht nur als „Abgabestelle“ für Scheine , sondern als Nahversorger mit Mehrwert wahrgenommen wird. Wer das schafft, kann sich trotz Online-Konkurrenz erfolgreich behaupten.
 

Warum spielen Menschen Lotto?

„6 aus 49“ erscheint als Motto sehr viel gewinnfreudiger als die mathematische Aussicht von 1:139 Millionen, den Jackpot knacken zu können. Menschen überschätzen die Gewinnwahrscheinlichkeit um ein Vielfaches, sodass sie immer wieder die Kosten für die Einreichung eines Lottoscheines tragen. Kleinere Gewinne zwischendurch mit 3 oder 4 richtigen Zahlen wirken sich stark motivierend aus und bestätigen die Spieler subjektiv darin, „auf dem richtigen Weg“ zu sein.

Viel wichtiger sind aber noch die Vorstellungen, was Lottospieler mit dem Gewinn machen würden. Oft sind hierbei Lebensträume verbunden – das abbezahlte Haus, der vorgezogene Ruhestand, die große Reise oder die Absicherung der Kinder –, was als unmittelbarer Antrieb für das Ausfüllen und Einreichen des Lottoscheins zu sehen ist. Für viele Menschen ist die wöchentliche Abgabe des Lottoscheines zur reinen Routine geworden, ein Ritual, das mit Hoffnung, Spannung und einer kurzen „Auszeit aus dem Alltag“ verbunden ist.

Gerade ältere Lottospieler nutzen ihre Annahmestelle nicht nur zum Spielen, sondern schätzen auch den persönlichen Kontakt und die vertraute Umgebung. Studien und Aussagen aus der Branche zeigen, dass das Durchschnittsalter der Lottospieler mittlerweile bei „Mitte 50“ liegt , Tendenz eher steigend. Für Betreiber bedeutet dies: Wer sein Geschäft freundlich, serviceorientiert und kundennah führt, kann sich eine treue Stammkundschaft aufbauen.


Businessplan: Wie selbstständig machen mit Lotto-Annahmestelle?

Um externe Geldgeber bzw. Banken zu überzeugen, sollte ein professioneller Businessplan für eine Lotto-Annahmestelle ausgearbeitet werden. Dieser hilft auch dabei, die Geschäftsstrategie zu fokussieren, Risiken sichtbar zu machen und realistische Umsatzziele zu formulieren. Es wird kaum reichen, nur Lottoscheine anzunehmen, wie ein späterer Blick auf das Provisionssystem zeigt. Nicht aus Zufall werden in einer Lotto Annahmestelle immer auch weitere Produkte verkauft.

Je nach Standort können sich Existenzgründer hier gezielt von der Konkurrenz abgrenzen und Produkte verkaufen, die die Umsätze steigern und den einen oder anderen zusätzlich zum Lottospielen anlocken können. Denkbar sind zum Beispiel Tabakwaren, Zeitschriften, Schreibwaren, Grußkarten, kleine Geschenkartikel, Getränke und Snacks oder auch die Integration eines Paketshops. Im Businessplan sollten die erwarteten Lotto-Provisionen, die Margen der Zusatzsortimente, die laufenden Kosten und das geplante Gehalt des Inhabers detailliert gegenübergestellt werden. So lässt sich erkennen, ab welchem Umsatzniveau sich das Geschäftsmodell lohnt und wie empfindlich es auf Frequenzrückgänge reagiert.

 

Wo sollte man die Lotto-Annahmestelle eröffnen?

Strategisch empfehlenswert ist eine Lotto-Annahmestelle im Eingangsbereich von großen Supermärkten oder Shoppingcentern, da so jeden Tag sehr viel spielwillige Laufkundschaft vorbeikommt. Ein isolierter Laden wird nicht funktionieren, wenn er abseits liegt und keine feste Kundschaft oder ergänzende Funktionen bietet. In stark frequentierten Innenstädten kann sich eine eigenständige Annahmestelle mit gutem Zusatzsortiment aber durchaus lohnen.

In Dörfern ist es möglich, dass eine Lotto Annahmestelle auch Zeitschriften, Bücher, Tabakwaren und Schreibwaren verkauft, sodass die Einnahmebasis insgesamt breit gehalten werden kann. Hier kann die Annahmestelle eine wichtige Versorgungsfunktion übernehmen – häufig kombiniert mit Postdienstleistungen oder einem Paketshop. Entscheidend sind in jedem Fall Lage, Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten und die Frage, ob es bereits eine konkurrierende Annahmestelle in unmittelbarer Nähe gibt . Eine sorgfältige Standortanalyse und Gespräche mit der zuständigen Lottogesellschaft sind daher unverzichtbar.

 

Gibt es auch eine Alternative „ohne“ neue Lotto-Lizenz?

Falls die oben genannten Schritte nicht zum gewünschten Erfolg führen — zum Beispiel weil die zuständige Lottogesellschaft keine neue Lizenz vergibt oder der Standort als zu dicht besiedelt gilt — besteht die Alternative darin, eine bestehende Annahmestelle inklusive Lizenz zu übernehmen . Dies kann über Kauf, Übernahme oder Pacht erfolgen. In diesem Fall werden meist das gesamte Inventar, die technische Ausstattung und häufig auch Stammkunden übernommen, sodass sofort auf einen laufenden Geschäftsbetrieb mit einem festen Kundenstamm zurückgegriffen werden kann.

Allerdings muss in dieser Variante unter Umständen auf eine hohe Investitionssumme zurückgegriffen werden , abhängig von Alter, Zustand und Ausstattung der Annahmestelle sowie von Lage und Kundenfrequenz. Andererseits kann der Vorteil darin liegen, dass ein vorhandener Kundenstamm, bestehende Prozesse und ggf. fest etablierte Zusatzprodukte sofort übernommen werden. Für viele Gründer ist dies daher eine realistische und oft attraktivere Alternative zur kompletten Neugründung – besonders, wenn sie schnell starten wollen oder wenn im gewünschten Gebiet keine neue Lizenz mehr erhältlich ist.

 

Nützliches Praxiswissen: Vorbereitung für die Lottoprüfung und Eröffnung

Am Ende der Schulung bzw. direkt vor der Eröffnung der Annahmestelle müssen angehende Existenzgründer eine Prüfung bestehen. Dazu gehört ein fundiertes Wissen über das gesamte Angebot der jeweiligen Landeslotterie:

  • Kenntnisse über die Spielregeln aller Lotterien, Zusatzlotterien und Zusatzspiele
  • Sicherer Umgang mit der Technologie: Kassensystem, Auszahlungsprozeduren, Abrechnung
  • Fähigkeit, Quoten und mögliche Gewinne korrekt zu erklären
  • Verantwortlicher Umgang mit Bargeld, Gewinnauszahlungen und Dokumentation
  • Jugendschutz — Kontrolle des Alters der Spieler, keine Abgabe an Minderjährige
  • Kenntnisse der Suchtprävention und Spielerschutzmaßnahmen , wie sie der GlüStV 2021 vorschreibt

Weiterhin gehört zur Vorbereitung auch die technische Prüfung des Ladenlokals — insbesondere wenn Bargeldverkehr, Kassen, Auszahlungsfunktion oder Paketshop-Dienstleistungen angeboten werden. Erst nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung und Erfüllung aller Auflagen wird die Annahmestelle offiziell genehmigt und kann eröffnet werden. Die nötige Technik und Abwicklung stellt in der Regel die Lottogesellschaft – Service und Wartung erfolgen oft durch sie oder durch zugelassene Dienstleister.

 

Wichtige Schritte nach der Ausarbeitung des Businessplans

Abgesehen von der Lizenz sollten aber auch weitere formale und organisatorische Schritte unternommen werden, um die Geschäftsgründung richtig voranzutreiben. Dazu zählen:

  1. Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbeamt.
  2. Steuerliche Registrierung beim Finanzamt — ggf. mit Option auf Kleinunternehmerregelung oder Umsatzsteuerpflicht.
  3. Entscheidung über die Krankenversicherung — Selbstständige können grundsätzlich zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen.
  4. Einrichtung einer professionellen Buchhaltung von Anfang an — inklusive Kassenbuch, Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz, je nach Geschäftsgröße.
  5. Abschluss notwendiger Versicherungen — Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, ggf. Geld- und Wertsachenversicherung, Absicherung bei Einbruch oder Raub.
  6. Organisation eines Sicherheitskonzepts — insbesondere für Bargeldhandling und mögliche Auszahlungen, ggf. Videoüberwachung oder Tresor.

    Sollten die eigenen Kenntnisse in Buchhaltung, Steuern oder Versicherungen gering sein, empfiehlt sich von Anfang an externe fachliche Hilfe (Steuerberater, Buchhalter, Versicherungsexperte). Ein solider Businessplan kombiniert mit sorgfältiger Vorbereitung erhöht die Erfolgschancen erheblich.

     

    Marketing & Kundenakquise: Wie kann eine Lotto-Annahmestelle Kunden gewinnen und binden?

    Eine Lotto-Annahmestelle sollte heute nicht nur als klassische „Abgabestelle für Lottoscheine“ gesehen werden. Vielmehr muss sie ein attraktives, kundenorientiertes Gesamtangebot bieten, um sich gegen den wachsenden Online-Wettbewerb zu behaupten. Praktische Maßnahmen können sein:

    • Online-Präsenz: eigene Website, Google-Maps–Eintrag, Social-Media-Profil — für viele Kunden die erste Anlaufstelle bei der Suche nach einer Annahmestelle.
    • Klare Information auf der Website: Öffnungszeiten, Zusatzleistungen (Tabak, Paketshop, Presse usw.), direkte Anfahrtsbeschreibung, evtl. Parkplatz-Hinweise.
    • Serviceorientierung: Paket- und Postdienstleistungen, Geschenkartikel, kleine Snacks oder Getränke, Zeitung / Zeitschriften, Schreibwaren etc.
    • Stammkundenpflege: Freundlicher persönlicher Service, Rabattaktionen, kleine Give-aways, Kundenkarte oder Bonus bei Kombikauf (z. B. Lottoschein + Zeitung)
    • Kooperationen mit benachbarten Geschäften oder Dienstleistern — z. B. Paketdienst, örtliche Post, Convenience-Angebote — um zusätzlichen Kundenverkehr zu erzeugen.

    Mit solchen Maßnahmen lässt sich eine moderne Nahversorgungs-Stelle mit Mehrwert etablieren, die nicht allein auf Lotto-Umsätze angewiesen ist und sich flexibel an veränderte Marktbedingungen anpassen kann.

     

    Wie viel zahlt eine Lotto-Annahmestelle aus?

    Die Summen, die eine Lotto-Annahmestelle pro Auszahlung leisten kann, sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt und hängen von verschiedenen Faktoren ab – z. B. Gewinnhöhe, Spielart, interner Auszahlungslimit der jeweiligen Lottogesellschaft. In manchen Bundesländern sind Auszahlungen bis zu 5.000 Euro direkt in der Annahmestelle möglich; in anderen liegen die Grenzen niedriger, so dass größere Gewinne zentral ausgezahlt werden müssen. Falls Kunden Fragen haben wie „Wie viel kostet ein komplett ausgefüllter Lottoschein?“ oder „Wie hoch ist die maximale Auszahlung hier?“, kann das durch transparente Informationen im digitalen Marketing (Website, Social Media) das Vertrauen erhöhen — und Neukunden anziehen.

     

    Wie viel verdient man mit einer Lotto-Annahmestelle?

    Insgesamt ist das System an Provisionen (unterschieden wird zwischen Stück- und Umsatzprovisionen) recht komplex, zumal sich je nach regionaler Lottogesellschaft Unterschiede ergeben können. Es ist also seriöserweise nicht möglich, exakte Gewinne für alle Annahmestellen zu prognostizieren. Daher sollen an dieser Stelle nur zwei Beispielrechnungen dienen, die eine realistische Größenordnung und Einschätzung der möglichen Einnahmen ermöglichen — unter Berücksichtigung der aktuellen Verhältnisse (2025):

    • Umsatzprovision: typischerweise zwischen 4,8 und 6,0 Prozent vom Spieleinsatz der Kunden
    • Stückprovision pro Lottoschein: etwa 20 Cent (je nach Anbieter und Spiel)

    Nehmen wir an, pro Tag werden Lottoeinsätze von 1.000 Euro generiert und die Annahmestelle ist 6 Tage pro Woche geöffnet. Das ergibt im Monat einen Spieleinsatz von rund 24.000 Euro. Bei einer Umsatzprovision von 5 Prozent würde das einem monatlichen Ertrag von ca. 1.200 Euro aus Lotto entsprechen. Dazu kämen Stückprovisionen und Zusatzlotterien — der zusätzliche Betrag kann je nach Kundenfrequenz und Sortiment variieren.

    Doch selbst mit dieser optimistischen Annahme zeigt sich: Die Einnahmen allein aus Lotto reichen oft nicht aus , um alle laufenden Kosten (Miete, Personal, Strom, Versicherungen, Sicherheit, ggf. Darlehensrückzahlung) zu decken und ein angemessenes Unternehmergehalt zu erzielen. Deshalb bleibt das ergänzende Sortiment und Service-Angebot entscheidend , um eine nachhaltige und wirtschaftlich stabile Grundlage zu schaffen

     

    Das alleine reicht nicht! Wie also die Einnahmebasis erhöhen?

    Üppig sind die Provisionen also nicht, wenn man bedenkt, dass jährlich mehrere Milliarden Euro umgesetzt werden. Ein Blick in Unternehmerforen und Berichte aktueller Annahmestellen zeigt, dass die Einnahmen aus Lottoscheinen in den meisten Fällen nicht ausreichen, um sich ein zufriedenstellendes Einkommen auszuzahlen und gleichzeitig Kosten, Miete und Investitionen zu decken. Wer aber Zeitungen, Postkarten, Tabakwaren, Geschenkartikel, Getränke, Snacks oder Post- bzw. Paketdienstleistungen in ein ganzheitliches Geschäftsmodell integriert, kann durchaus sehr erfolgreich sein − insbesondere mit Blick auf ein solides Nebeneinkommen oder ein unabhängiges Hauptgeschäft. Entscheidend bleibt dabei ein durchdachtes Sortiment, gute Lage, Kundenorientierung und Servicequalität.

     

    Digitales Lottospiel als langfristige Bedrohung für die Annahmestelle?

    Eine mögliche Gefahr, die sich aktuell noch in Grenzen hält, ist das Internet: So kann man heute Lotto vielfach online spielen — über die offiziellen Portale der Landeslotterien oder lizenzierte Anbieter. Damit erübrigt sich für viele Menschen der Weg in die Annahmestelle. Besonders jüngere Menschen nutzen diese bequeme Form des modernen Glücksspiels. Der Anteil der Online-Spieler wächst seit Jahren kontinuierlich, und wichtige Zielgruppen verlagern sich zunehmend ins Digitale.

    Für ältere Kunden ist es aber nach wie vor oft Tradition, den Lottoschein samstags persönlich in der Annahmestelle abzugeben – zumal so auch persönlicher Kontakt, Beratung und Vertrauen möglich sind. In einer alternden Gesellschaft wird der stationäre Verkauf vermutlich weiter Bestand haben, da gerade die ältere Generation den direkten Austausch, das Erlebnis und die Vertrautheit schätzt. Laut aktuellen Statistiken liegt das durchschnittliche Alter der Lottospieler derzeit bei etwa 51 bis 52 Jahren , mit steigender Tendenz. Für viele Annahmestellen kann das bedeuten: Wenn sie auf ältere Zielgruppen und stationären Service setzen, bleibt der analoge Verkauf eine realistische Option.

    Allerdings sollten Betreiber das wachsende Online-Angebot nicht ignorieren, sondern strategisch nutzen — z. B. durch zusätzliche Services wie Paketannahme, Postdienstleistungen, lokale Werbung oder Social-Media-Präsenz, um jüngere Zielgruppen anzusprechen und ihre Angebote attraktiv zu halten

     

    Fazit: Eigene Lotto-Annahmestelle als „Zusatzzahl“ für die berufliche Selbstständigkeit?

    Insgesamt ist es keineswegs einfach, eine begehrte Lotto-Lizenz zu erhalten — die Vergabe ist begrenzt, abhängig vom Standort und von der Prüfung durch die Landeslotteriegesellschaft. Wenn es jedoch gelingt, eine Lizenz zu bekommen und man ein durchdachtes Geschäftsmodell mit Zusatzangeboten und einem übersichtlichen Sortiment konzipiert, kann die Annahmestelle eine interessante Option für die Selbstständigkeit sein. Wichtig ist dabei, dass Lotto nicht als einzige Einnahmequelle angesehen wird . Die grundlegenden Ausführungen zu den Provisionen zeigen, dass diese nicht allzu hoch sind und allein kaum eine verlässliche Basis bieten.

    Deshalb sollte neben Lotto unbedingt noch ein breites Sortiment oder zusätzliche Dienstleistungen verkauft werden. Das muss nicht zwingend Zeitungen oder Tabak sein: Wer mit einer Lotto-Annahmestelle nachhaltig erfolgreich sein will, sollte ein attraktives, zeitgemäßes Geschäftsmodell mit Mehrwert für die Kunden entwickeln — etwa mit Paketshop, Postdienstleistungen, Convenience-Angeboten oder weiteren Produkten und Services, die Kunden anziehen und binden.

    Eine Lotto-Annahmestelle kann somit als „Zusatzzahl“ für die berufliche Selbstständigkeit dienen — nicht als Schnellball für den großen Gewinn, sondern als kontinuierlicher Geschäftsbetrieb mit Potenzial. Wer realistisch rechnet, vorbereitet handelt und den Markt kennt, kann mit dieser Geschäftsidee durchaus langfristig erfolgreich sein.

     

    Kompakter Faktencheck & To-do-Liste: Worauf sollten Gründer achten?

    • Der Lotto-Umsatz in Deutschland beträgt derzeit rund 8 bis 8,5 Milliarden Euro pro Jahr – das Marktvolumen ist hoch, aber durch Digitalisierung im Wandel.
    • Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ist maßgeblich für Lizenzierung, Spielerschutz, Jugendschutz und Regulierung – wichtige gesetzliche Grundlage für Betreiber.
    • Eine neue Lizenz wird nur selten und begrenzt vergeben , häufig abhängig von Standort, Wettbewerb und Bedarfsanalyse.
    • Die Provisionen für Lotto sind niedrig und reichen allein meist nicht aus , um den Lebensunterhalt zu sichern.
    • Startkapital und Investitionen sind erforderlich: Ladenlokal, Umbau, Kassentechnik, Sicherheitsmaßnahmen, Versicherungen.
    • Das Zusatzsortiment und Service – wie Tabak, Presse, Paketdienste, Snacks, Geschenkartikel – ist oft wirtschaftlich entscheidend.
    • Rechtliche und organisatorische Pflichten: polizeiliches Führungszeugnis, Schufa, Gewerbeanmeldung, Buchhaltung, Absicherung.
    • Sicherheits- und Versicherungsmaßnahmen sind unverzichtbar, insbesondere bei Bargeldhandling und Gewinnauszahlungen.
    • Online-Lotto wächst – eine realistische Einschätzung der Marktentwicklung und strategische Positionierung sind entscheidend.
    • Ein seriöser Businessplan mit realistischen Szenarien (Umsatz, Kosten, Sortiment, Zielgruppe) ist unumgänglich.

     

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