Selbstständig machen. Wo bekomme ich Hilfe oder Beratung?

Zugegeben, es ist ein riskantes Unterfangen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, doch die meisten werden sagen: Das ist es wert! Um das Risiko zu minimieren und gut vorbereitet in die Selbstständigkeit zu starten, ist es wichtig und sinnvoll sich im Vorfeld umfassend zu informieren. Welche Möglichkeiten es gibt, Hilfe und Beratung zu bekommen, verrät dieser Beitrag.
Staatliche Hilfe und Beratung
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie betreibt ein Existenzgründungsportal. Hierunter gibt es klassisches Informations- und Ratgebermaterial sowie Tipps zum Thema Finanzierung, Rechtsform, etc. Die transparente Gliederung ermöglicht Einblicke für Selbstständige vor der Gründung, zur Unternehmensführung sowie zu Spezialthemen. Vielerorts gibt es eine Gründerberatung, die die kommunale Verwaltung oder Institutionen wie IHK, HWK und Arbeitsagentur veranstalten.
Diese beratenden Institutionen sollten direkt zu Beginn der Unternehmensplanung konsultiert werden. Hier gibt es vor allem rechtliche und organisatorische Informationen, die einen guten Ausgangspunkt für die Detailplanung bilden. Checklisten und Nachschlagewerke helfen, haben aber häufig keine allzu lange Haltwertzeit. Anstatt haufenweise Literatur anzusammeln, ist es ratsam, ausgewählte Newsletter zu konsumieren.
Fünf kurze Fragen – danach wissen Sie, welchen Umsatz Sie brauchen, damit am Monatsende Ihr Wunschbetrag übrig bleibt. Gemeint ist der Betrag, der nach allen Steuern und Beiträgen auf Ihrem privaten Konto ankommt – so wie das Nettogehalt bei Angestellten. Bitte einen Betrag zwischen 500 und 20.000 € eingeben. Das ist nach der Steuer Ihr größter Posten – und der einzige, der sich je nach Antwort um mehrere Hundert Euro im Monat unterscheidet. Wenn Sie den Beitrag nicht kennen: 550 € sind ein üblicher Wert für Selbstständige mittleren Alters. Beides wirkt sich aus: Verheiratete zahlen weniger Steuern, und mit Kindern sinkt der Pflegebeitrag – dazu kommt das Kindergeld. Keine Kinder? Dann lassen Sie die 0 stehen. Der Unterschied kostet Geld: Auf Gewerbe fällt zusätzlich Gewerbesteuer an. Freie Berufe sind zum Beispiel Ärzte, Anwälte, Architekten, Journalisten, Dolmetscher, Programmierer und beratende Ingenieure. Ein Monat hat rund 20 Arbeitstage. Davon geht Zeit ab für Angebote schreiben, Buchhaltung, Kundensuche und Leerlauf. Schätzen Sie, wie viele Tage übrig bleiben, für die Sie tatsächlich Geld bekommen. Pro Jahr ca. – Tagessatz ca. – Stundensatz ca. –
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Nur zur Orientierung. Die Zahlen beruhen auf Pauschalen und Durchschnittswerten – Ihre tatsächlichen Betriebskosten, Ihr Krankenkassenbeitrag und Ihre Steuerlast weichen davon ab. Rechnen Sie mit einem Spielraum nach oben und lassen Sie Ihre Kalkulation fachlich prüfen, bevor Sie Preise festlegen.
Ihre Angaben Kosten, Rücklagen und Vorsorge Büro, Software, Fahrten, Versicherungen, Steuerberatung. Urlaub, Krankheit, auftragsschwache Monate. Ohne Pflichtversicherung sorgen Sie selbst vor. 15 % des Gewinns gelten als realistischer Mindestwert – der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt bei 18,6 %. Arbeitszeit Ändert nur Tages- und Stundensatz – der nötige Umsatz bleibt gleich, denn Ihre Kosten sinken ja nicht. Vom Umsatz zum Netto – pro Monat Unverbindliches Rechenbeispiel – keine Steuer- oder Rechtsberatung. Gerechnet wird mit Pauschalen und dem Rechtsstand 2026: ESt-Tarif nach § 32a EStG, GKV zum ermäßigten Satz (14,0 % + 2,9 % Zusatzbeitrag, ohne Krankengeld), Pflege 3,6 bzw. 4,2 %, Kindergeld 259 €, bei Gewerbe 400 % Hebesatz. Nicht enthalten: Kirchensteuer, Soli, weitere Einkünfte, Einkünfte des Partners und Kinderfreibeträge. Rücklagen mindern die Steuer nicht. Zurückgelegtes Geld bleibt steuerpflichtiger Gewinn – deshalb fällt der nötige Umsatz höher aus, als viele erwarten. Für Ihre konkrete Situation fragen Sie bitte eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Die größte freie Sammlung an Tools und Rechnern für Selbstständige. Kostenlos. Ohne Anmeldung. © selbststaendig.de · Stand: September 2026Wie viel Umsatz brauchen Sie wirklich?
Was soll Ihnen monatlich zum Leben bleiben?
Wie sind Sie krankenversichert?
Wie sieht Ihre Familiensituation aus?
Sind Sie freiberuflich oder gewerblich tätig?
Wie viele Tage im Monat können Sie Ihren Kunden in Rechnung stellen?
Mentor gefällig?
Wer den Grundstein bereits in Eigenregie und nach eigenen Recherchen gelegt hat, könnte im Rahmen eines Mentorensystems eine hilfreiche Unterstützung erfahren. Der Mentor kann dabei ein sogenannter Business Angel sein, der
- den Selbstständigen in der Anfangsphase finanziell unterstützt
- und mit Know-how und einem Netzwerk dem Selbstständigen inhaltlich zur Seite steht.
Auch gibt es Agenturen, die sich auf die Begleitung von Selbstständigen spezialisiert haben. Sie verkürzen Schritt 1 – die Recherche beim Bundesministerium, bei HWK, IHK und anderen Institutionen – und bieten häufig ein Komplettpaket für den Selbstständigen. Der Nachteil hier: Der Selbstständige muss diese Leistung natürlich bezahlen – und das ohne Einkommen.
Branchenspezifische Hilfe und Beratung
Wer sich selbstständig machen möchte, muss Profi seines Metiers sein. Die Konkurrenz ist in den meisten Branchen extrem groß und so könnte es mitunter auch schwierig werden, valide, branchenspezifische Hilfe und Beratung zu bekommen. Messen, Events und Weiterbildungsangebote sollten Selbstständige nutzen, um Kontakte zu knüpfen und die eigene Profession zu optimieren. Auch die regelmäßige Lektüre des Blogs oder Newsletters eines Kollegen hilft dabei, Brancheninformationen zu erhalten und vor allem Praxiskenntnisse zu erfahren.
Netzwerken vor der Gründung sinnvoll!
Idealerweise baut sich der Selbstständige ein Netzwerk auf, das er bereits vor der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit aktiv gepflegt hat. Ein Netzwerk „nützt“ niemandem von heute auf morgen. Ein Netzwerk wird wertiger, je mehr Vertrauen im Spiel ist. Auch ist es in aller Regel so, dass kein Netzwerk einfach nur als Ratgeber fungiert, ohne eine Gegenleistung zu erfahren. Jeder Selbstständige sollte sich überlegen, welche Tipps er weitergeben kann und will. Tipps zu nützlichen Programmen und Tools sowie zu einschlägiger und hilfreicher Literatur sind hilfreich und in jedem Fall „teilenswert“.
Fazit: Informieren ist gut, starten ist wichtig
Es gibt zwei Möglichkeiten, um in die Selbstständigkeit zu starten:
- Wer vorsichtig starten möchte, wird versuchen, alle Informationen zur Selbstständigkeit und zur Branche zu bekommen und zu verinnerlichen. Anschließend erfolgt die Suche nach Fehlern, die anderen passiert sind – natürlich mit dem Ziel, eben diese Fehler nicht zu machen. Wer den gesammelten Input auf das eigene Unternehmen anwendet, bevor dieses startet, läuft Gefahr, dass die Idee der Selbstständigkeit niemals wahr wird.
- Variante 2 hat einen deutlich höheren Risikofaktor, denn dabei geht der Selbstständige nicht davon aus, sich alles anlesen zu können, sondern weiß um das Try-and-error-Prinzip. Das Grundgerüst an Informationen ist vorhanden, dann erfolgt der Start in die Selbstständigkeit. Unter der Prämisse des kalkulierten Risikos werden die ersten unternehmerischen Schritte gegangen.
Welcher Weg der Richtige für den Selbstständigen ist, ist mitunter Typsache. Der Perfektionist neigt dazu, sich alle Informationen im Vorfeld zu beschaffen. Diejenigen, die praktischer veranlagt sind, setzen ihre Ideen um – auch wenn noch nicht alles niet- und nagelfest ist.









