Festsetzung und Erhebung der Gewerbesteuer

Frau rechnet Gewerbesteuer aus

Für die Gemeinden ist die Gewerbesteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen. Es handelt sich dabei um eine Realsteuer, deren Grundlage der Gewerbeertrag eines Gewerbebetriebes ist. Wie hoch die Gewerbesteuer ausfällt, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden, da jede Gemeinde das Recht hat, diese selbstständig festzulegen. Das ist der Grund, warum die Gewerbesteuer für die Standortfrage wichtig ist.

Grundlage für die Berechnung des Gewerbeertrags ist der Gewinn nach Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuergesetz, dem Sie bestimmte Positionen hinzurechnen oder davon abziehen dürfen. Das Ergebnis dieser Berechnungen ist der Gewerbeertrag. Die Kürzungen, die den Gewerbeertrag mindern, sollen in erster Linie helfen, doppelte Belastungen durch bestimmte Steuern, wie beispielsweise die Grundsteuer, zu vermeiden.

Auf der Grundlage dieses Gewerbeertrages können Sie jetzt den Steuermessbetrag berechnen, indem Sie den Gewerbeertrag mit der Steuermesszahl multiplizieren. Die Steuermesszahl ist derzeit bundesweit auf 3,5 Prozent festgelegt. Anschließend multiplizieren Sie das Ergebnis mit dem Gewerbesteuer-Hebesatz der jeweiligen Gemeinde.
 

Festsetzung der Gewerbesteuer

Für die Festsetzung der Gewerbesteuer wenden die Behörden ein zweistufiges Verfahren an. Zunächst ermitteln die Finanzbehörden die Besteuerungsgrundlage: den Gewerbesteuermessbetrag. Den teilen die Behörden dem Steuerschuldner, also Ihnen als Gewerbetreibendem, in Form des Gewerbesteuermessbescheids mit. Der Gewerbesteuermessbetrag ergibt sich durch Anwendung der Steuermesszahl auf den Gewerbeertrag. Bei Gewerbebetrieben, die dem Einkommensteuergesetz unterliegen, wird der Gewerbeertrag auf volle hundert Euro abgerundet und um einen Freibetrag von 24.500 Euro gekürzt.

Der Gewerbesteuermessbescheid der Finanzbehörden ist Grundlage für den Gewerbesteuerbescheid. Dieser ergeht durch die Gemeinden. Dabei setzt die Behörde den von der Gemeinde festgelegte Hebesatz auf den Gewerbesteuermessbetrag an. Innerhalb einer Gemeinde ist der Hebesatz für alle Unternehmen gleich. Der Gesetzgeber hat dabei bestimmt, dass der Hebesatz nicht unter 200 Prozent liegen darf. Einen der höchsten Hebesätze in ganz Deutschland hat die Stadt München mit 480 Prozent.

Tipp: Was ergibt sich aus dem zweistufigen Verfahren?

Wenn Sie als Steuerschuldner Einwände gegen den Gewerbesteuermessbescheid haben, weil Sie beispielsweise die Höhe des festgestellten Gewinns in Zweifel ziehen, müssen Sie ein Rechtsbehelfsverfahren gegenüber dem Finanzamt einleiten.

Wollen sie hingegen den Erlass oder die Stundung der Gewerbesteuer beantragen, so müssen Sie sich mit diesem Anliegen an Ihre zuständige Gemeinde wenden.


Wer ist eigentlich der Steuerschuldner bei der Gewerbesteuer?

Bei der Gewerbesteuer sind Sie als Unternehmer der Steuerschuldner. Sie sind dann vor dem Gesetz Unternehmer, wenn sie gemäß § 5 Gewerbe-Steuergesetz ein Gewerbe auf Ihre Rechnung betreiben. Ist eine Personengesellschaft als Gewerbebetrieb tätig, zum Beispiel eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, so ist die Gesellschaft der Steuerschuldner.
 

Die Zerlegung der Gewerbesteuer

Wenn Sie einen Gewerbebetrieb mit Betriebsstätten in mehreren Gemeinden haben, wird die Behörde den einheitlichen Steuermessbetrag zerlegen. Die jeweiligen Anteile werden den einzelnen Gemeinden zugewiesen, wo sich die einzelnen Betriebsstätten befinden. Dieses Zerlegungsverfahren kommt auch dann zur Anwendung, wenn Sie Ihren Gewerbebetrieb innerhalb eines Veranlagungszeitraums in eine andere Gemeinde verlegt haben. Den Zerlegungsbescheid erlässt das Finanzamt. Maßstab für die Zerlegung ist das Verhältnis der Summen der Arbeitslöhne der verschiedenen Betriebsstätten untereinander.

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