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So bereiten Sie sich als Arbeitgeber auf ein Vorstellungsgespräch vor

Zeichnung-Lupe-Bewerbungen

Bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch denken die meisten zunächst daran, dass sich der Bewerber vorbereiten muss. Doch auch Sie als Arbeitgeber sollten nicht unvorbereitet in ein Vorstellungsgespräch gehen. So stellen Sie sicher, dass das Gespräch flüssig verläuft, der Bewerber sich wohl fühlt und Sie darüber hinaus alle Informationen bekommen, die Sie brauchen, um die Bewerber am Ende zu beurteilen. Zur Vorbereitung gehört es auch, dass Sie sich Gedanken darüber machen, wo das Gespräch stattfindet oder wer alles daran teilnehmen soll.
 

Die persönliche Vorbereitung

Ein Interview mit einem Bewerber dauert in der Regel zwischen 45 und 90 Minuten. Ganz sicher kennen Sie das Bewerberprofil zur ausgeschriebenen Stelle und haben die Kriterien für sich definiert, die Sie als besonders wichtig erachten.
 

1. Bewerbungsunterlagen sichten

So können Sie schon im Vorfeld Unstimmigkeiten erkennen und den Bewerber im Gespräch ganz gezielt darauf ansprechen. Ist der Lebenslauf ohne Lücken? Ist die Argumentation schlüssig? Welche Kriterien aus dem Bewerberprofil erfüllt der Bewerber nicht? Welche Schwächen oder Defizite lässt die Bewerbung vermuten? Fehlen Zeugnisse oder andere Belege?
 

2. Inhalte des Vorstellungsgespräches

Die inhaltliche Planung erfordert nicht, dass Sie das Gespräch minutiös planen und einen Interviewleitfaden erarbeiten und danach vorgehen. Ein halb strukturierter Leitfaden hat sich in der Praxis sehr bewährt der die wichtigsten Themenfelder enthält. So entsteht ein Gespräch mit dem Bewerber, in dem Sie ganz flexibel alle wesentlichen Themenbereiche abarbeiten können. So bleibt noch genügend Spielraum, um bewerberspezifische Aspekte zu besprechen.
 

Die Phasen des Vorstellungsgesprächs

Bei einer Gesprächsdauer von 45 Minuten könnte Ihr Gesprächsleitfaden folgendermaßen aussehen:

PhaseDauerZielInhalte
15 MinutenAufwärmenDer Small Talk sollte mit einer herzlichen Begrüßung beginnen. Sprechen Sie den Bewerber mit Namen an, fragen Sie nach Details der Anreise. Sie sollten in dieser Phase vorbereitet wirken.
215 MinutenKennenlernenUm etwas mehr über den Bewerber zu erfahren, sollten Sie in dieser Phase offene Fragen stellen. Lassen Sie den Bewerber über sich selbst erzählen. Fragen Sie nach der Motivation für die Bewerbung, nach speziellen Fähigkeiten, die andere Bewerber eventuell nicht haben.
310 MinutenSelbstvorstellungJetzt ist es an Ihnen, sich selbst und das Unternehmen vorzustellen sowie die zu besetzende Stelle detaillierter zu beschreiben. Plaudern Sie über die Unternehmenskultur, die Unternehmensgeschichte hat der Bewerber bestimmt schon im Internet nachgelesen. Stellen Sie Arbeitsabläufe kurz vor und erläutern Sie die Anforderungen an den Job.
410 MinutenRückfragenJetzt hat der Bewerber die Gelegenheit, ein paar Fragen zu stellen. Es sollte zu einem echten Dialog kommen, der alle noch offenen Fragen klärt. Bleiben Sie in dieser Phase authentisch. Sie sollten weder lügen noch ausweichend antworten. Clevere Rückfragen sind ein Zeichen für einen smarten Bewerber, der ernsthaft an einer Mitarbeit bei Ihnen interessiert ist.
55 MinutenAbschlussIn der Abschussphase sollten Sie sich für den Besuch und das angenehme Gespräch bedanken. Anschließend folgt die förmliche Verabschiedung


Abschließend sollten Sie keinen Zweifel darüber lassen, wie es nach dem Gespräch weitergeht. Gibt es beispielsweise noch eine zweite Gesprächsrunde? Bis wann kann der Bewerber mit einer Antwort rechnen? Wer ist weiterhin der Ansprechpartner?


Die Nachbearbeitung des Vorstellungsgespräches

Ist die Vorstellungsrunde vorbei und Sie haben mit allen Bewerbern gesprochen, geht es an die Auswahl des richtigen Bewerbers. Dabei sollten nicht nur die Fakten in der Bewerbung ausschlaggebend sein, sondern auch die Informationen und Eindrücke, die Sie während des Gesprächs gewonnen haben, Berücksichtigung finden. Die Nachfragen der Bewerber lassen oft Rückschlüsse darauf zu, welche Prioritäten und Wünsche die Bewerber haben.
 

Fazit

Als Arbeitgeber sollten Sie nicht in Gutsherrenmanier die Bewerbergespräche führen. Denn nicht nur Sie gewinnen einen Eindruck vom Bewerber. Der Bewerber gewinnt ebenfalls einen Eindruck von Ihnen und Ihrem Unternehmen. Oft geben Bewerber anschließend eine Bewertung in Arbeitgeberbewertungsportalen ab oder schreiben etwas dazu in Social Media. Viel nachhaltiger als eine tolle Präsentation im Internet, ein hübscher Blog oder eine Facebook-Seite wirkt Ihr Auftreten während des Gesprächs. Deshalb sollten Sie sich unbedingt gut darauf vorbereiten und sich von Ihrer kommunikativen Seite zeigen.

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