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Private Altersvorsorge mit Bankprodukten

Bankerin berät Kunden bei der Altersvorsorge

Ein sicheres Rentenpolster mit verzinsten Anlagen bei der Bank aufbauen? Das klingt in Zeiten des absoluten Zinstiefs utopisch. Im Prinzip bleibt Ihnen kaum eine Wahl: Sie müssen früh anfangen, wenn Sie damit eine Altersabsicherung hinbekommen wollen. Zinsprodukte wie Tagesgeld, Banksparpläne, Festgelder oder Sparbriefe waren eine gute Entscheidung, als die Zinsen sich noch auf einem einträglichen Niveau bewegten.

Die Anlageformen sind recht einfach zu verstehen und auch deshalb beliebt. Sie haben die Wahl zwischen Einmalanlagen oder regelmäßigen Sparbeträgen. Gerade, wenn Sie eine Einmalanlage tätigen, sollten Sie unbedingt auf die Laufzeit achten. Denn für den Fall, dass Sie auf steigende Zinsen hoffen, müssen Sie schnell wieder Zugriff auf das Geld haben, um es in lukrativere Anlagen umzuschichten. Lesen Sie jetzt, welche Bankprodukte sich als Bausteine für Ihre persönliche Strategie für die private Altersvorsorge eignen.
 

Banksparpläne bieten Sicherheit und wenig Rendite

Deutsche Sparer sind sicherheitsorientiert, das lässt sich am Anlageverhalten im internationalen Vergleich feststellen. Gehören Sie dazu? Dann ist ein Banksparplan vielleicht ein passender Baustein für Sie. Mit einem solchen Produkt können Sie einen definierten Betrag zu einem vorher bestimmten Zeitpunkt ansparen. Ihre Vorteile: Der Zinssatz bleibt in der Regel über die Laufzeit bestehen, so dass Sie sich auf die (leider geringe) Rendite verlassen können. Dennoch – Sicherheit und Bequemlichkeit eines Banksparplans sind kaum zu toppen. Banksparpläne sind jedoch nicht leicht zu finden, viele Banken haben sie im Zinstief aus ihrem Portfolio gestrichen. Wenn Sie dennoch eine Bank finden wollen, die sie im Angebot hat, müssen Sie sich auf die Suche machen. Die beste Möglichkeit ist das Internet.

Unser Rat: Wenn Sie einen Banksparplan abschließen, bevorzugen Sie einen mit festen Zinsen oder mit stufenweise ansteigenden Zinsen. Achten Sie darauf, dass Sie flexibel bleiben, das heißt, dass die Laufzeit entweder nicht zu lang ausfällt (z. B. 3 bis 5 Jahre) oder dass Sie nach wenigen Jahren kostenfrei aus dem Vertrag wieder rauskommen.


Nachteilig sind Banksparpläne mit variablem Zinssatz. Dabei ist Ihnen nämlich nicht bekannt, wie viel Geld Sie am Ende der Laufzeit erhalten werden. Zwar bekommen Sie mindestens das angesparte Kapital wieder zurück, Sie können also keine Verluste machen. Aber in vielen Fällen werden sie nicht angemessen an Zinssteigerungen am Markt beteiligt. Die Vergangenheit zeigt, dass Banken bei steigenden Zinsen die sich ergebenden Vorteile nur sehr zögerlich an ihre Kunden weitergeben.

Wenn Sie dennoch die Chance wahrnehmen wollen, mit einem Banksparplan an steigenden Zinsen teilzuhaben, dann achten Sie auf ein ganz bestimmtes Detail in ihrem Vertrag: die Bezugsgröße. Diese ist zum Beispiel der Euribor. Das ist der Zinssatz, den Banken sich gegenseitig berechnen, wenn Sie sich untereinander Geld leihen. Fehlt eine feste Bezugsgröße, sind Sie der "Willkür der Bank" in Sachen Zinsanpassung ausgeliefert.
 

Tagesgeldkonten sind flexibel und bieten kaum Renditechancen

Ähnlich wie die Banksparpläne bieten Tagesgeldkonten einige Vorteile, doch sie haben einen entscheidenden Nachteil: Sie sind nicht lukrativ, weil die Zinssätze enorm niedrig sind. Der Zinssatz auf Tagesgeldkonten ist tendenziell niedriger, als bei Sparplänen. Dennoch kann ein Tagesgeldkonto in einer Anlagestrategie eine wichtige Funktion übernehmen, denn wenn Sie langfristig sparen und nichts besseres finden, liegt ihr Geld auf einem verzinsten Tagesgeldkonto allemal besser, als auf einem nicht verzinsten Giro- oder Sparkonto. Betrachten Sie ein Tagesgeldkonto in der aktuellen Niedrigzinsphase als Notlösung oder als Zwischenparkplatz zum Ansparen von Beträgen, die für größere, besser verzinste Angebote wie Sparbriefe genutzt werden sollen.
 

Festgeldanlagen: geringere Flexibilität und mäßig Rendite

Die dritte sichere Anlageform im Bund ist die Festgeldanlage. Im Vergleich zum Tagesgeld müssen Sie hier einen Mindestbetrag anlegen. Die Laufzeit liegt zwischen 1 Monat und 1 Jahr. Wenn Sie eine Festgeldanlage suchen, sollten Sie die Zinssätze bei unterschiedlichen Laufzeiten von Festgeldanlagen einer Bank vergleichen. Es gilt die Formel: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz. Banken, die davon abweichen und zum Beispiel gleichbleibende Zinssätze bei unterschiedlichen Laufzeiten bieten, können Sie getrost aussortieren, denn das kommt einem Kuhhandel gleich. Alternativ wählen Sie die kürzeste Laufzeit aus und schließen immer wieder neu ab, also zum Beispiel jeden Monat. Dann bleiben Sie flexibler, als wenn Sie direkt für ein Jahr bei gleichem Zins abschließen.

Langfristige Festgeldanlagen weisen eine Laufzeit ab 1 bis zu 10 Jahren auf. Der Zinssatz wird garantiert. Vergleichen Sie – wie übrigens grundsätzlich bei allen Bankprodukten – mehrere Angebote unterschiedlicher Banken miteinander. Oft bieten Festgeldanlagen ohne vorzeitige Kündigungsmöglichkeit bessere Konditionen. Wer vom Zinseszinseffekt profitieren möchte, entscheidet sich für eine Festgeldanlage, die die Zinsen dem Anlagekonto gutschreibt.

Wichtig: Prüfen Sie immer, welche Einlagensicherung eine Bank bietet. Die Sicherungsgrenze muss Ihr Investment abdecken. Banken, die mit einer deutschen Einlagensicherung versehen sind, weisen in der Regel eine Sicherungsgrenze von 100.000 Euro pro Kunde auf. Falls Sie mehr Geld anlegen, suchen Sie sich eine Bank, die höhere Summen absichert.


Festverzinsliche Wertpapiere: strategisch klug investieren

Sicherheit und Flexibilität bei kalkulierbarer Rendite – wie klingt das für Sie? Wenn das Musik in Ihren Ohren ist, könnten festverzinsliche Wertpapiere für Sie in Frage kommen. Strategisch klug können Sie zum Beispiel wie folgt verfahren:

Ausgehend davon, dass Ihnen eine größere Summe zur Investition zur Verfügung steht, teilen Sie diese in 5 bis 10 gleich große Teile auf. Davon kaufen Sie 5 bis 10 festverzinsliche Wertpapier-Chargen mit einem, zwei, drei, vier oder fünf Jahren Laufzeit bzw. bis zu 10 Jahren Laufzeit. Jedes Jahr wird nun ein Block der Wertpapiere fällig, den Sie erneut für eine Investition oder für eine geplante Anschaffung/Ausgabe einsetzen können. Wenn Sie den Rhythmus beibehalten, können Sie Jahr für Jahr mit freiwerdenden Geldern rechnen.
 

Fondsanteile kaufen: Chancen und Risiken abwägen

Einen Exkurs in die Welt der Fonds zu unternehmen ist in einem Rahmen wie unserer Beitragsserie nicht möglich. Anlagestrategien an der Börse gibt es viele und es ist eine echte Einzelfallentscheidung, welcher Fonds der richtige ist. Es spielen zu viele Kriterien eine Rolle, die eine allgemeingültige Behandlung des Themas verhindern.

Das Wesen eines Fonds ist, dass in ihm viele Papiere vereint sind. Sie kaufen mit einem Fondsanteil also immer ein winziges Stückchen jeder darin enthaltene Aktie oder Anleihe. Welche Papiere im Fonds sind, obliegt dem Fondsmanager. Es gibt ganz unterschiedlich ausgerichtete Fond, so dass Sie zwischen Immobilienfonds, Aktienfonds und anderen Formen wählen können.

Ein wichtiger Hinweis für alle, die an der Börse in Fonds investieren, um ihre Rente zu sichern: Je näher Sie dem Renteneintrittsalter kommen, desto sicherer sollten die Papiere sein. Es hängt sicherlich auch von ihrem persönlichen Risikoprofil ab, was Sie als sicher und was als unsicher empfinden.

Eine spannende Investitionsmöglichkeit, die Anlegern einige Vorteile bietet, liegt in den ETFs. Dabei handelt es sich um so genannte Exchange Traded Funds, die an der Börse gehandelt werden und die einen Index abbilden. Der Index könnte zum Beispiel der DAX oder der MSCI World Index sein. Alle hier notierten Papiere fließen in einen ETF ein. Vorteilhaft für Anleger ist, dass die Anteile günstig zu haben sind. Schon ab 25 Euro sind sie verfügbar. Zudem ist es nicht nötig, die Entwicklung ständig zu überprüfen, weil diese der allgemeinen Marktentwicklung folgt. Das gibt Sicherheit, weil Ihr Geld dabei nicht in den Händen eines einzelnen Fondsmanagers liegt.

Langzeitvergleiche zeigen, dass Anleger, die ihr Geld in ETFs stecken mittel- bis langfristig besser abschneiden, als Anleger, die aktiv gemanagte Fonds wählen. Bei beiden Anlagestrategien ist es ratsam, einen Anlagezeitraum von 10 Jahren anzustreben. Innerhalb dieser Zeit gleichen sich Verluste aus und Anleger profitieren von der langfristigen Aufwärtsbewegung des Fonds.
 

Wer renditeorientiert vorsorgen will, sollte ETFs unter die Lupe nehmen. Wer sicherheitsbezogen denkt, wählt festverzinsliche Wertpapiere

Banksparpläne sind sicher und wenig lukrativ, gleiches gilt für Tagesgeldkonten. Etwas besser schneiden Festgeldanlagen ab. Festverzinsliche Wertpapiere sind mit zunehmendem Alter eine wichtige Beimischung im Portfolio. Investitionen in ETFs stellen im Vergleich zu den anderen genannten Anlagemöglichkeiten die beste Option dar.

Achtung: Der Staat greift bei Ihren Zinsen noch einmal kräftig zu. Zwar gibt es Freibeträge, die pro Person bei 801 Euro pro Jahr liegen, bei Zusammenveranlagten steht der doppelte Betrag zur Verfügung. Wenn Ihre Rendite den Pauschbetrag übersteigt, was wir Ihnen wünschen, müssen Sie die Gewinne versteuern.

 

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