Kautionsversicherung statt Bankbürgschaft - was ist günstiger?

Mit sowohl Bürgschaften als auch einer Kaution kommen die meisten Menschen mindestens einmal in ihrem Leben in Kontakt. Gewerbetreibende und Unternehmen sogar noch weitaus häufiger, da derartige Absicherungen nicht selten Bestandteil mittlerer und größerer Verträge sind. Für die Auftraggeber ist beides eine wichtige finanzielle Absicherung, wobei sich damit automatisch die Frage stellt, für welches der beiden Instrumente man sich entscheidet.
Was ist eine typische Bürgschaft und Bankbürgschaft?
Bürgen werden im Ernstfall in die Verantwortung genommen: Sie verpflichten sich gegenüber dem Auftraggeber einzuspringen, sofern der Auftragnehmer seinen Pflichten nicht nachkommt. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Bürgschaft für die erste Wohnung des eigenen Kindes, die viele Eltern unterschreiben müssen. Sollte der Nachwuchs die Miete nicht zahlen, kann der Vermieter diese dann also von den Eltern einfordern.
Im gewerblichen Umfeld gibt es eine ähnliche Variante in Form der Bankbürgschaft. In diesem Fall tritt die Bank als Bürge auf, die zuvor Sicherheiten und Bonität auf den Prüfstand stellt und eine etwaige Bürgschaft im Regelfall auf eine ausstehende Kreditlinie anrechnet. Das hat mehrere Auswirkungen: So reduziert sich die verfügbare Liquidität, des Weiteren müssen Sicherheiten hinterlegt werden und es kommt effektiv zu einer Belastung der Eigenkapitalquote. Direkt Geld fließt dabei aber nicht ab.
Die Kautionsversicherung als Alternative evaluieren
Kautionsversicherungen für Gewerbe funktionieren sehr ähnlich, aber es gibt einen großen Unterschied: Die Bürgschaft übernimmt nun keine Bank mehr, sondern eine Versicherung. Aus diesem Grund ist dafür auch keine Kreditlinie bei der Hausbank notwendig. Sofern diese existiert, wird sie durch Kautionsversicherungen immerhin nicht reduziert, was den finanziellen Spielraum von Gewerbetreibenden verbessert.
Von großer Wichtigkeit ist das allen voran dort, wo die Kreditlinie zugleich die nötige Liquidität sicherstellt, wie zum Beispiel bei sehr großen Lieferaufträgen, Projektgeschäften oder im Baugewerbe. Genau dort kam es zuletzt wieder zu einem merklichen Aufschwung, nicht nur in Deutschland, sondern sogar in weiten Teilen Europas.
Welche der beiden Optionen ist typischerweise günstiger?
Prinzipiell liegt es natürlich an den Gewerbetreibenden, beide Optionen gründlich und individuell zu prüfen beziehungsweise durchzurechnen. Eine mit hundertprozentiger Sicherheit geltende Aussage, welches der beiden Instrumente günstiger ist, lässt sich nicht pauschal treffen. Die grundlegenden Unterschiede sind aber zu bedenken: Bei einer Kautionsversicherung kommt es nicht zu einer klassischen Kreditbelastung, mögliche Zusatzkosten entstehen da normalerweise ebenfalls nicht, bei einer Bankbürgschaft sind sie hingegen nicht selten.
Der wirklich große Unterschied zeigt sich aber bei der Liquidität. Für viele Unternehmen, vor allem solche in Investitions- und Wachstumsphasen, ist die Liquidität ein Schlüsselkriterium - sie sichert den Investitionsspielraum und liefert finanzielle Flexibilität. Kreditlinien gehören dazu, liefern effektiv aber weniger Spielraum, wenn sie teilweise schon durch eine Bankbürgschaft beansprucht sind. Dahingehend hätte die Kautionsversicherung also einen signifikanten Vorteil.
Typischerweise wird die Kautionsversicherung präferiert, sofern ein regelmäßiger Bedarf nach solchen Absicherungen besteht und wenn sich das Unternehmen in einer Expansions- und Wachstumsphase befindet. Auch wenn die eigene Hausbank entlastet und die Kreditlinie geschont werden soll, könnte die Kautionsversicherung den Vorrang gegenüber der klassischen Bankbürgschaft erhalten.
Viele Selbstständige sind privat krankenversichert – warum eigentlich?
Viele Selbstständige wählen die private Krankenversicherung, weil sie in der Regel nicht an die gesetzliche Versicherungspflicht gebunden sind. Während sich die Beiträge in der GKV am Einkommen orientieren, werden sie in der PKV nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif kalkuliert. Abhängig von Ihrer persönlichen Situation können sich daraus deutliche Unterschiede bei Beitragshöhe und Leistungsumfang ergeben.









