Kosmetiker/in: 5 Tipps, wie Sie Ihren Umsatz steigern

Kosmetikartikel in Regalen

Wer ein Kosmetikstudio betreibt oder mobile Kosmetikbehandlungen anbietet, hat einen vielseitigen und abwechslungsreichen Beruf. Der Beautymarkt bringt immer neue Behandlungsmöglichkeiten und Pflegeprodukte hervor. Genauso vielfältig ist Ihre Kundschaft. Immer mehr Menschen – unabhängig von Alter oder Geschlecht - stehen Schönheitsbehandlungen offen und positiv gegenüber. Dennoch erweisen sich Geschäftseröffnungen im Kosmetikbereich meist nicht als Selbstläufer. In diesem Text erhalten Sie fünf Tipps zur Umsatzsteigerung.
 

1) Umsatzziele stecken

Die Erstellung einer Mindest-Umsatzberechnung ist unerlässlich, wenn Sie zielorientiert und mit Gewinn arbeiten wollen. Eine einfache Möglichkeit stellen wir Ihnen vor:

  1. Ermitteln Sie alle Kostenpositionen nach Art, Umfang und Häufigkeit. Das ist die Grundlage, auf der Sie die Mindestumsätze ermitteln, die Sie mit Ihrem Unternehmen erwirtschaften müssen, um kostendeckend zu arbeiten.

  2. Vergessen Sie bei der Kalkulation nicht, die "schlafenden" Kosten zu berücksichtigen, die nur alle paar Monate, nur jährlich oder gar nur alle paar Jahre anfallen. Gemeint sind zum Beispiel Steuern und Abgaben, Versicherungsbeiträge und Kosten, die für die Neuanschaffung Ihrer Betriebsausstattung (PC, Drucker, Pkw, Behandlungsgeräte etc.) nötig sind. Ebenfalls werden gerne die Marketingkosten vergessen. Berücksichtigen Sie ein gewisses Budget, Sie werden es brauchen.

  3. Natürlich gehört auch Ihr Gehalt - je nach Rechtsform wird das auch als Privatentnahme verbucht - mit zur Ermittlung der Umsatzziele. Sie sollten es unbedingt in realistischer Höhe einkalkulieren.

Die Einzelpositionen erfassen Sie zunächst mit Jahreswerten und geben in die nächste Spalte die monatliche Belastung ein. Wenn Sie alle Positionen sauber und vollständig erfasst haben, nehmen Sie einen Gewinnaufschlag. Das Ergebnis ist der Mindestbetrag, den Sie jährlich bzw. monatlich erwirtschaften müssen, um mit Gewinn zu arbeiten. Somit haben Sie jetzt eine ganz klare Zahl vor Augen, welches Mindest-Umsatzziel sie erreichen müssen.
 

Controlling: Berechnungen regelmäßig überprüfen und anpassen

Ob Ihre Kalkulation in der Realität greift, werden Sie nach einer gewissen Anlaufzeit feststellen. Haben Sie alle Kosten berücksichtigt oder müssen Sie etwas ergänzen? Haben sich einzelne Kostenfaktoren erhöht? Kommen neue hinzu? In der Praxis zeigt sich, dass Betriebe, die Ihre Umsätze und Kosten permanent im Auge behalten, erfolgreicher sind und ihre Ziele mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichen. Definieren Sie Ihre Umsatzziele in regelmäßigen Abständen neu und bleiben Sie realistisch. Konkrete Zahlen dienen Ihnen zur Orientierung und helfen Ihnen dabei, umgesetzte Marketingmaßnahmen und Verkaufsstrategien angemessen zu bewerten.
 

2) Kundenselektion

Um einen Überblick zu erhalten, welche Kundenbeziehungen für Sie besonders lohnend sind, führen Sie eine Kundenkartei. Hierin halten Sie die Terminhäufigkeit und –treue sowie den erwirtschafteten Umsatz pro Kunde fest. Anhand dieser Daten filtern Sie unwirtschaftliche Kundenbeziehungen heraus. Etwa, wenn vereinbarte Termine häufig nicht wahrgenommen wurden oder Ihre Kunden in Zahlungsverzug gekommen sind. Setzen Sie Kunden, die besonders regelmäßig zu Ihnen kommen, termintreu und umsatzstark sind, auf eine gesonderte Liste. Diesem Kundenstamm widmen Sie sich mit besonderer Aufmerksamkeit.

Übrigens: Ihr Steuerberater ist ebenfalls in der Lage, Ihnen eine ABC-Auswertung zu geben. So nennt sich die klassifizierte Kundendarstellung nämlich. Selbstbucherprogramme verfügen ebenfalls oft über diese Auswertungsmöglichkeit.
 

Bestandskunden besonders verwöhnen

Bieten Sie wiederkehrenden Stammkunden beispielsweise ein Bonusheft an. Sobald eine bestimmte Anzahl an Beautybehandlungen erreicht wurde, erhalten Ihre Kunden als Dankeschön ein gratis Pflegeprodukt oder ein anderes Geschenk. Alternativ gewähren Sie ihnen eine neuartige Schönheitsbehandlung oder Wellnessmassage zu einem Sonderpreis. Finden Ihre Kunden Gefallen daran, kommen Sie zukünftig noch häufiger zu Ihnen – oder empfehlen Ihr Angebot zumindest weiter.
 

Kunden-werben-Kunden

Auch für Weiterempfehlungen können Sie Ihre Kunden mit einem Treue-Bonus belohnen. Keine Werbung ist so effektiv, wie eine ausgesprochene, ehrliche Kundenempfehlung. Überlegen Sie sich ein kleines Dankeschön für Bestandskunden, die neue Kunden an Sie vermitteln.
 

Cross-Selling

Mit Cross-Selling steigern Sie Ihren Umsatz durch Verkauf verwandter Dienstleistungen oder Produkte. Als Kosmetikerin sind Sie Expertin in Sachen Schönheit und Wohlbefinden. Während einer Behandlung finden Sie fast beiläufig heraus, welche besonderen Bedürfnisse Ihre Kunden hegen. Scheuen Sie sich nicht, ihnen zum Abschied spezielle Beautyprodukte zu verkaufen. Damit geben Sie ihnen das Wellnessgefühl mit nach Hause. Vereinbaren Sie direkt einen oder mehrere Folgetermine für weiterführende Behandlungen. Wichtig ist, dass Sie aus der Rolle des passiven Dienstleisters in die des aktiven Verkäufers schlüpfen. Kunden sind oft dankbar für maßgeschneiderte Empfehlungen.

 

3) Gezielte Werbemaßnahmen

Um Kunden auf Ihr Geschäft aufmerksam zu machen, schalten Sie Werbung über verschiedene Kanäle. Doch dies ist oftmals mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Budgetieren Sie Ihre Ausgaben für Marketingaktionen und planen sie die Kosten von Anfang an in Ihre Umsatzkalkulation ein. Am besten überlegen Sie sich gezielte Anlässe, zu denen Sie Werbematerial in Umlauf bringen. Stimmen Sie dieses passend auf die Zielgruppe ab, die Sie erreichen möchten.
 

Beautywochen

Veranstalten Sie zum Beispiel Aktionswochen, in denen Sie Ihre Pflegeprodukte rabattiert verkaufen. Je umfangreicher Ihr Sortiment an Beautyprodukten ist, desto breiter ist auch die Zielgruppe, die Sie mit Ihrer Werbung ansprechen. Sie haben zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Aktionswochen zu bewerben. Rufen Sie beispielsweise eine Instagram-Kampagne ins Leben. Finden Sie ein neues Hashtag, unter dem Sie Ihre Beautywochen bewerben. Verlosen Sie Ihre Produkte unter allen Nutzern, die Ihre Beiträge liken und teilen oder selbst unter dem Hashtag Fotos posten. Je nach Budget wäre auch ein Einleger im Wochenblatt denkbar. Dieser gelangt durch die lokale Verteilung in fast jeden Haushalt.
 

Männerkosmetik

Für viele Männer sind Schönheitsbehandlungen längst gängige Praxis. Nutzen Sie die positive Einstellung und erweitern Sie Ihren Kundenstamm durch gezielte Werbung an diese Zielgruppe. Entspannende Massagen, Pediküre sowie Bart- und Körperpflegeprodukte lassen sich auch wunderbar verschenken. Gutscheine für eine spezielle Behandlung verpackt als Geschenk sind inzwischen recht beliebt.
 

4) Kooperationen eingehen

Im Beautybereich haben Sie viele Mitbewerber. Betrachten Sie diese nicht als Konkurrenten, sondern potenzielle Geschäftspartner. Mit Kooperationen steigern Sie Ihren Umsatz über verschiedene Wege. Zum einen helfen Kooperationspartner Ihnen durch Empfehlungen, Neukunden zu gewinnen. Umgekehrt erhalten Sie eine Provision, wenn ein Kunde Ihrer Empfehlung folgt und das Angebot eines Kooperationspartners in Anspruch nimmt.
 

Friseure, Nagelpflege, Sonnenstudio

Legen Sie Werbematerial von ortsansässigen Friseursalons, Nagel- oder Sonnenstudios aus oder führen diese bei mobilen Einsätzen mit sich. Vereinbaren Sie im Gegenzug eine Platzierung Ihrer Visitenkarten und Flyer bei den Kooperationspartnern. Eine andere Kooperationsmöglichkeit besteht darin, sich Geschäftsräume und damit die Mietausgaben zu teilen. Das senkt nicht nur die Kosten, sondern Sie profitieren auch von den Kundenbesuchen bei Ihrem Kooperationspartner. Besucher des gemeinsamen Geschäfts werden zwangsläufig auf Ihr Angebot aufmerksam.
 

Parfümerie

Viele Kosmetikstudios verkaufen auch Parfums. Hierdurch werden Sie nicht nur für terminierte Stammkunden, sondern auch für Laufkundschaft interessant. In Kooperation mit einer Parfümerie oder Drogerie können Sie Düfte auf Kommissionsbasis vertreiben. Sie erhalten für verkaufte Produkte eine Verkaufsprovision, ohne ein finanzielles Risiko einzugehen. Nicht verkaufte Ware geben Sie wieder zurück.
 

Kosmetikpartys

Gewähren Sie potenziellen Kunden einen Einblick in Ihre Produktpalette in entspannter und intimer Atmosphäre. Vorführpartys haben sich in Deutschland für viele Unternehmen bewährt. Dabei laden interessierte Gastgeber Sie direkt zu sich nach Hause ein, um Ihr Angebot kennenzulernen. Zur Kosmetikparty kommen noch weitere Freunde und Bekannte des Gastgebers, so dass gleich mehrere potenzielle Neukunden zusammenfinden. Sofern Sie nicht selbst Kosmetikpartys, suchen Sie auch hier nach Kooperationspartnern. Diese stellen in Ihrem Namen Ihre Leistungen vor, verkaufen Ihre Produkte oder vereinbaren Kundentermine direkt vor Ort auf Provisionsbasis.
 

5) Angebot ausweiten

Mit einer breiten Produkt- und Dienstleistungspalette sprechen Sie potenzielle Neukungen an. Verlieren Sie hierbei jedoch nicht Ihre gewünschte Zielgruppe aus den Augen. Auch für Kosmetikerinnen, die sich auf eine bestimmte Zielgruppe festgelegt haben, ergeben sich immer neue Möglichkeiten zur Kundenansprache.
 

Vom stationären zum mobilen Angebot

Wenn Sie Ihre Leistungen im eigenen Beautysalon anbieten, ist die Miete für Ihre Geschäftsräume eine erhebliche Ausgabe. Gerade in stark frequentierten Einkaufspassagen sind Verkaufsräume oftmals unerschwinglich. Wer sich aus Kostengründen für ein weniger attraktiv gelegenes Studio entscheiden muss läuft Gefahr, übersehen zu werden. Warum das Wohlfühlangebot nicht direkt zu den Kunden nach Hause bringen? Damit sprechen Sie Kunden an, die selbst nicht mobil sind. Bieten Sie mobilen Service beispielsweise an bestimmten Wochentagen oder zu definierten Tageszeiten an. Durch Aufschläge für An- und Abreise fangen Sie zusätzliche Ausgaben für die erweiterte Leistung auf.
 

Neue Angebote

Die Schönheitsbranche bringt immer neue Behandlungsmöglichkeiten und Trends hervor. Halten Sie sich auf dem Laufenden und bilden Sie sich regelmäßig fort. Bieten Sie Ihren Kunden auch außergewöhnliche Behandlungsmethoden an, allerdings dürfen Sie sich nicht verzetteln, denn sonst wirkt Ihr Angebot bald wie ein unsortierter Bauchladen. Bevor Sie voller Enthusiasmus immer wieder neue Fortbildungsmaßnahmen wahrnehmen, wägen Sie ab, ob diese wirklich zu Ihrem Profil passt.
 

Zusammenfassung: Umsatz steigern mit Bedacht

Es gibt zahlreiche Optionen, mit denen Sie Ihren Umsatz als Kosmetikerin steigern können. Dennoch sollten Sie nicht einfach loslegen. Prüfen Sie Kosten und Nutzen der Strategien, die Sie in Angriff nehmen möchten, sehr genau. In vielen Fällen gehen Sie mit Maßnahmen zur Umsatzsteigerung in finanzielle Vorleistung. Graben Sie sich nicht blind und ungeprüft das Wasser ab, sondern nutzen Sie Ihre anfangs erstellte Kalkulationstabelle, um die zukünftige Liquiditätsentwicklung zu ermitteln und die Mindestumsätze im Auge zu behalten.

Wer mehr über die Selbstständigkeit als Kosmetikerin erfahren möchte, findet weiterführende Informationen in diesem Artikel.

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