Selbstständig machen als Friseur

Friseurin in Salon lächelt in Kamera
Zuletzt aktualisiert: 07.07.2026

Schneiden, frisieren, föhnen, stylen und immer ein offenes Ohr für ein persönliches Gespräch: Wer eine kreativ-kommunikative Ader mit Sinn für Ästhetik hat und den direkten Umgang mit Menschen liebt, kann sich mit einer fast schon klassischen Geschäftsidee auseinandersetzen – dem Selbstständigmachen als Friseur. Nicht zu vergessen: Es handelt sich um ein Handwerk, das viel Können und Fingerspitzengefühl mit scharfen Scheren voraussetzt. Die Arbeitsresultate müssen sich immer sehen lassen können, denn nur zufriedene Kunden kommen wieder und empfehlen einen Friseursalon weiter.

Ohne handwerkliches Geschick und kaufmännisches Knowhow wird sich diese Geschäftsidee nicht umsetzen lassen. Und angesichts der enormen Konkurrenz und tendenziell sinkender Friseurbesuche wird es bei der Existenzgründung zur Herausforderung, sich am Markt zu behaupten. Der folgende Beitrag zeigt, mit welchen Entscheidungen und Themen der Weg in die Selbstständigkeit als Friseur gelingen kann.

Analyse der Rahmenbedingungen

In Deutschland gibt es mittlerweile rund 80.000 Betriebe im Friseurhandwerk; ihre Zahl hat in den vergangenen Jahren leicht, aber stetig zugenommen. Der Branchenumsatz liegt inzwischen bei etwa 7,5 Milliarden Euro pro Jahr (Statistisches Bundesamt). Neben Filialen großer Ketten gibt es viele Meisterbetriebe, die oft in örtlich enger Konkurrenz agieren. Insgesamt präsentiert sich der Markt als gesättigt, wobei es durchaus Standorte mit einer anzustrebenden Angebotslücke geben kann. Es wird also deutlich, wie angespannt die Konkurrenzsituation ist. In der Frühphase der Existenzgründung kommt einer aussagekräftigen Standortanalyse als Basis der Geschäftsentwicklung daher große Bedeutung zu.

Jeder geht doch zum Friseur? Von wegen

Wer sich als Friseur selbstständig machen möchte, denkt womöglich rein nachfragebasiert, die Kunden würden von allein in den Salon strömen. Dem ist allein aufgrund der enormen Auswahlmöglichkeiten in Städten nicht so. Und was viele nicht bedenken: Ein spürbarer Teil der Menschen geht gar nicht regelmäßig zum Friseur. Ein Grund dafür liegt in einer Konkurrenz, die schwer fassbar, wirtschaftlich aber eine Bedrohung ist: die Schwarzarbeit. Viele lassen sich unter der Hand zuhause die Haare schneiden. Damit fallen nicht nur potenzielle Kunden weg – die Schwarzarbeit hat den ohnehin spürbaren Preisdruck in diesem traditionellen Handwerk verstärkt. Wer sich selbstständig machen will, sollte bei diesem Preiskampf von Beginn an nicht mitmachen. Mit Blick auf die Fixkosten und die Tatsache, dass es sich um ein Meisterhandwerk handelt, sollte ein gewisser preislicher Rahmen nicht unterboten werden. Letztlich ist der Preis auch ein Signal für Qualität.

Aktuelle Trends für die Geschäftsplanung

Was die Nachfrage angeht, ist der Trend zu beachten, dass die Zahl der Friseurbesuche tendenziell rückläufig ist. Zwischen den Geschlechtern gibt es dabei ein deutliches Preisgefälle: Männer zahlen im Schnitt spürbar weniger als Frauen, was in vielen Fällen durch den unterschiedlichen Arbeitszeitaufwand gerechtfertigt ist. Branchenexperten betonen, dass vor allem die Kunden vom enormen Wettbewerb profitieren – Preiserhöhungen seien kaum durchzusetzen. Daher müssen Existenzgründer genau überlegen und im Businessplan begründen, mit welchem Preisniveau sie starten; es muss attraktive Gewinnmargen ermöglichen.

Diese Entwicklungen prägen die Branche derzeit besonders und gehören in jede Geschäftsplanung:

  • Kundenbindung als Schlüssel: Wichtigstes Ziel ist es, zum Stammfriseur zu werden – wiederkehrende Kunden sichern den wirtschaftlichen Erfolg.
  • Online-Terminbuchung und Social Media: Sichtbarkeit auf Instagram, TikTok und über Bewertungsportale ersetzt zunehmend die klassische Werbung.
  • Barbershops und Spezialisierung: Herren-Segment und Nischenkonzepte (z. B. Naturfriseur, Coloration) heben vom austauschbaren Massenangebot ab.
  • Mietstuhl-Modell: Statt Angestellter mieten selbstständige Stylisten einen Stuhl im Salon – flexibel, aber rechtlich sauber zu gestalten (Scheinselbstständigkeit vermeiden).
  • Nachhaltigkeit: Ressourcenschonende Produkte und „grüne" Salons sprechen eine wachsende Zielgruppe an.

Gerade beim Mietstuhl-Modell ist die Abgrenzung zur Scheinselbstständigkeit heikel. Ein kurzer Selbsttest gibt eine erste Einschätzung:

Scheinselbstständigkeit prüfen (12 Fragen)

Das Klischee „Frauen gehen häufiger zum Friseur" hat in der Geschäftsplanung nichts zu suchen. Was einst stimmte, ist heute nicht mehr pauschal der Fall – es wäre strategisch riskant, sich einseitig auf Frauen als Zielgruppe zu fokussieren.

Voraussetzungen: Meisterpflicht im Friseurhandwerk

Wer sich als Friseur selbstständig machen will, muss aufgrund der handwerklichen Tätigkeit einen Blick in die Anlage A der Handwerksordnung werfen: Dort ist der Friseur genannt – es handelt sich also um ein zulassungspflichtiges Handwerk. Für die Eröffnung eines eigenen Salons ist daher ein Meistertitel nachzuweisen. Notwendig sind zudem die Eintragung in die Handwerksrolle sowie eine Gewerbeanmeldung. Erst wenn alle formalen Aspekte – auch die steuerliche Erfassung beim Finanzamt – erledigt sind und der Gewerbeschein vorliegt, darf der Salonbetrieb offiziell starten. Der Meistertitel bringt den Vorteil, sich als Meisterbetrieb qualitätsorientiert vermarkten und Nachwuchs ausbilden zu können – und die Chancen dafür stehen gut, denn der Beruf steht bei vielen Schulabsolventen weiterhin hoch im Kurs.

Friseur: Gewerbe, kein freier Beruf. Der Friseur ist ein Handwerk und damit eine gewerbliche Tätigkeit – nicht freiberuflich. Das gilt auch für den mobilen Friseur, der ohne festen Salon zu den Kunden fährt: Auch hier sind Handwerksrolle und Gewerbeanmeldung erforderlich. Freiberuflich ist die Tätigkeit selbst dann nicht, wenn sie allein und ohne Angestellte ausgeübt wird.

Selbstständig machen als Friseur ohne Meister?

Der Meisterzwang im Friseurhandwerk lässt sich nicht einfach umgehen. Es gibt aber alternative Wege zum eigenen Salon. Der einfachste (aber kostenintensive) besteht darin, einen Friseurmeister in leitender Position einzustellen. Alternativ kann geprüft werden, ob eine Ausübungsberechtigung über die Altgesellenregelung (§ 7b HwO) infrage kommt: Dafür ist eine mehrjährige Berufserfahrung nachzuweisen, davon ein Teil in leitender Funktion. Wie die Anmeldung anschließend konkret abläuft, zeigt unser Leitfaden zur Gewerbeanmeldung mit persönlicher Checkliste

Schritt für Schritt zum eigenen Salon

Die folgende Übersicht dient als unverbindliche Orientierung, nicht als rechtssicherer Leitfaden – Details klären Sie im Zweifel mit Ihrer Handwerkskammer.

  • Meistertitel prüfen – oder angestellten Meister bzw. Altgesellenregelung (§ 7b HwO) klären.
  • Geschäftskonzept festlegen: klassischer Salon, Barbershop, Naturfriseur oder mobiler Friseur.
  • Businessplan mit Standortanalyse, Preiskalkulation und Finanzplanung erstellen.
  • Ladenlokal mit passender Größe, Laufkundschaft und Wasseranschlüssen finden – oder bestehenden Salon mit Kundenstamm übernehmen.
  • Umbau, Einrichtung und Erstausstattung kalkulieren.
  • Eigenkapital ermitteln, Fördermöglichkeiten und Gründungskredite prüfen.
  • Liquiditätspuffer für die auftragsschwache Startphase einplanen.
  • Eintragung in die Handwerksrolle beantragen.
  • Gewerbe anmelden und steuerliche Erfassung beim Finanzamt über ELSTER.
  • Anmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft.
  • Betriebshaftpflicht abschließen; eigene Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung klären.
  • Website, Google-Unternehmensprofil und Social-Media-Auftritt aufsetzen, Online-Terminbuchung einrichten.

Standort, Räumlichkeiten und Organisation

Der Erfolg als selbstständiger Friseur steht und fällt mit einem guten Standort und funktionalen Räumlichkeiten. Es gilt, einen Standort mit wenig direkter Konkurrenz und möglichst viel Laufkundschaft zu finden. Das Ladenlokal muss eine passende Größe für den angestrebten Geschäftsumfang haben und die bautechnischen Voraussetzungen erfüllen (Stichwort Wasseranschlüsse). Auch die Erreichbarkeit samt Parkmöglichkeiten sollte eine Rolle spielen. Ein nachweislich guter Standort kann selbst dann sinnvoll sein, wenn er höhere Kosten verursacht als mögliche Alternativen. Ebenso lässt sich prüfen, ob ein vorhandener Salon übernommen werden kann – das hat den Vorteil, sofort auf einen Kundenstamm zurückzugreifen. Andernfalls muss dieser als wichtigste Aufgabe der Existenzgründung erst aufgebaut werden.

Finanzierung im Businessplan auf eine belastbare Basis stellen

Sofern gefundene Räumlichkeiten umgebaut werden, ist mit hohen Kosten zu rechnen. Gleiches gilt für die notwendige Ausstattung, die bei den Kunden einen professionellen Eindruck hinterlassen sollte. Wie bei allem im Leben gilt auch hier: Der erste Eindruck zählt. Wirkt der Salon von außen schon wenig einladend, so haben es potenzielle Kunden angesichts der Konkurrenz nicht weit zum nächsten Friseursalon. Gründer sind gut beraten, einen professionellen Businessplan auszuarbeiten, um externe Geldgeber von der Geschäftsidee zu überzeugen. Diese strategische Planung ist zugleich erforderlich, um den eigenen Salon von Beginn an auf die Erfolgsspur zu bringen. Abgesehen davon gilt es, alle Fördermöglichkeiten konsequent zu nutzen.

Beim Aufbau und der Bindung des Kundenstamms muss von Beginn an durchdacht und konsequent vorgegangen werden. Der Salon sollte in ein einladendes Licht getaucht werden, ein stimmiges Farbkonzept trägt zum Wohlfühlen bei. Eine professionelle Ausstattung und wechselnde Bilder moderner Frisurentrends können als optische Inspiration dienen. Getränke und Zeitungen während des Besuchs gelten mittlerweile als Standard – warum die Kunden also nicht auf andere Weise überraschen, etwa mit kleinen Snacks? Wichtig ist ein ruhiges Flair für entspannte Kunden, denn das legt die Basis für Zufriedenheit.

Reines Termingeschäft oder spontaner Service?

Zu überlegen ist, ob nur auf Termin gearbeitet wird oder auch ein spontaner Service möglich sein soll. In der Praxis ist eine Mischung aus beidem meist die beste Basis für eine hohe Auslastung. Wer Kunden einen spontanen Service anbieten möchte, muss entsprechende personelle Ressourcen bereitstellen. Der Faktor Personal erweist sich in der Startphase als größter fixer Kostenblock, sodass möglichst auf Flexibilität geachtet werden sollte. Wer auf sichtbare Qualität und Motivation setzen will, sollte angemessene Löhne zahlen. Letztlich haben Mitarbeiter durch ihr Können und eine freundliche Art die Chance, ihr Gehalt täglich durch Trinkgeld aufzubessern. Professionelle Freundlichkeit kann sich gerade im Friseursalon im wahrsten Wortsinn auszahlen.

Schönheitsorientierte Zusatzleistungen als Mehrwert

In einem Friseursalon dreht sich alles um Schönheit. Daher ist es nur logisch, dass viele Salons neben dem Frisieren weitere Dienstleistungen anbieten – etwa Make-up, kosmetische Behandlungen oder entspannende Kopfmassagen. Mit Blick auf die eigenen Qualifikationen und die der Mitarbeiter ist zu prüfen, welche Angebote jenseits von Schneiden und Färben ins Leistungsspektrum aufgenommen werden. So entsteht eine Win-win-Situation: Kunden genießen ein ganzheitliches „Schönheitsspektrum", und der Salon erhöht langfristig seine Einnahmebasis. Dabei ist stets kaufmännisch zu kalkulieren, welche Dienstleistungen welche Gewinnmargen erlauben.

Franchise als Alternative?

Wer sich als Friseur selbstständig machen will, kann Franchise-Lösungen großer Ketten als Option prüfen. Eine Onlinerecherche genügt, um verschiedene Angebote zu vergleichen. Vor- und Nachteile lassen sich nur individuell gewichten: Auf einen etablierten Namen und ein erprobtes System zurückzugreifen, hat in Form von Franchisegebühren und Umsatzbeteiligungen seinen Preis. Für viele Gründer wiegt zudem schwer, sich in ein festes System einzufügen und einen Teil der angestrebten Handlungsfreiheit aufzugeben.

Verdienst als selbstständiger Friseur

Dass angestellte Friseure nicht zu den höchsten Lohngruppen gehören, ist kein Geheimnis. Insofern kann es finanziell attraktiv sein, sich als gelernter Friseur selbstständig zu machen. Wie viel verdient nun ein selbstständiger Friseurmeister? Eine belastbare Orientierung für den Angestellten-Bereich liefert etwa gehalt.de mit einer Spanne von rund 1.700 bis 2.200 Euro brutto im Monat (im Schnitt also etwa 2.000 Euro), abhängig von Region und Qualifikation. Selbstständige Saloninhaber liegen häufig darüber: Je nach Salongröße, Standort, Auslastung und Zielgruppe sind Nettoeinkommen von grob 1.500 bis 3.500 Euro im Monat realistisch, nach oben hin offen. Die Gehaltschancen lassen sich mit durchdachter Preispolitik und hoher Auslastung deutlich steigern. Zur Wahrheit gehört aber, dass gerade die Startphase finanziell heikel ist und nur wenig Gewinn abwirft. Umso wichtiger ist es, die Existenzgründung auf eine möglichst breite (Förder-)Basis zu stellen.

Gerade Salonumbau und Erstausstattung lassen sich häufig über Zuschüsse und günstige Gründungskredite mitfinanzieren. Welche Programme für Ihr Vorhaben infrage kommen, prüfen Sie in zwei Minuten mit dem kostenlosen Fördermittelcheck

Was ein Gründungskredit für Umbau und Ausstattung monatlich kostet, überschlagen Sie mit dem Kreditrechner:

Kreditrate für die Salongründung berechnen

Und sobald Sie Personal beschäftigen: Was ein angestellter Stylist inklusive aller Lohnnebenkosten wirklich kostet, zeigt der Mitarbeiterkosten-Rechner:

Mitarbeiterkosten im Salon berechnen

Ob sich Ihr geplantes Preisniveau trägt, hängt davon ab, was eine Stunde Ihrer Arbeit im Salon kosten muss, damit Miete, Personal und Ihr Unternehmerlohn gedeckt sind. Das rechnen Sie am besten sauber durch:

Stundensatz-Rechner mit Branchenvergleich 2026

Wie viel müssen Sie wirklich pro Stunde verlangen?

Die meisten Stundensatz-Rechner kalkulieren mit 220 Arbeitstagen im Jahr – und liefern damit Sätze, die am echten Leben vorbeigehen. Dieser Rechner berücksichtigt die Wahrheit über abrechenbare Zeit, Verhandlungspuffer und realistische Branchenwerte – mit Live-Slidern zum Selbstprüfen.

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Ihr Einkommens-Ziel und Profil

Das gewünschte Netto-Monatseinkommen ist die Basis. Familienstand, Krankenversicherung und Branche fließen in die Berechnung ein.

Der Realitäts-Check

Die vier Werte, die in den meisten Rechnern geschönt werden. Spielen Sie mit den Reglern – die Berechnung passt sich live an.

Abrechenbare Tage pro Jahr
150 Tage
Realistischer Schnitt für Solo-Selbstständige. 220 wäre Vollauslastung ohne jede Pause.
Betriebskosten pro Monat
600
Miete, Software, Versicherungen, Weiterbildung, Steuerberater, Fahrzeug.
Rücklagen für Auftragslücken
15 %
15 % decken etwa 6 Wochen auftragsfreie Zeit pro Jahr ab.
Abrechenbare Stunden pro Arbeitstag
6 h
Nicht jede Stunde am Schreibtisch ist eine abrechenbare Stunde. 6 bis 7 Stunden sind realistisch.
Ihr realistischer Stundensatz
Stundensatz
0
netto, was Sie Ihrem Kunden in Rechnung stellen sollten
Tagessatz
0
Monatsumsatz-Ziel
0

Vergleich mit Ihrer Branche

Was Ihr Satz konkret bedeutet

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Bevor Sie den Satz Ihrem ersten Kunden nennen

    Wichtiger Hinweis: Dieser Rechner ist ein unverbindliches Kalkulations-Werkzeug. Die Ergebnisse basieren auf vereinfachten Steuerformeln (Grundtarif 2025) und allgemeinen Branchen-Richtwerten. Die tatsächliche Steuerlast und realistische Stundensätze hängen stark von Ihrer individuellen Situation, Region und Spezialisierung ab. Für konkrete Entscheidungen bitte Steuerberater oder Branchenverband konsultieren.

    Tücken und häufige Fehler bei der Salongründung

    • Preise zu niedrig kalkuliert: Wer aus Angst vor der Konkurrenz zu billig startet, deckt Miete, Personal und Materialkosten nicht – der häufigste Grund für das frühe Aus.
    • Standort unterschätzt: Ein günstiger Laden ohne Laufkundschaft ist teurer als eine gute Lage mit höherer Miete.
    • Personal als Kostenfalle: In der Startphase ist Personal der größte Fixkostenblock. Zu früh zu viel Personal kann die junge Kasse überfordern.
    • Kundenbindung vernachlässigt: Ohne Terminmanagement, Weiterempfehlung und Wiederkommer bleibt der Salon leer – Laufkundschaft allein trägt selten.
    • Mietstuhl rechtlich unsauber: Wer Stühle vermietet oder mietet, muss Scheinselbstständigkeit sicher ausschließen.

    Marketing: dem Handwerk ein Gesicht geben

    Insgesamt gilt es, sich am Standort einen Namen zu machen. Ist das durch zufriedene Kunden und Mund-zu-Mund-Propaganda erreicht, läuft der Salon idealerweise von allein. In der Startphase gilt es, die Werbetrommel zu rühren – heute vor allem mit einer suchmaschinenoptimierten Website und einem gepflegten Google-Unternehmensprofil. Sinnvoll sind zudem Social-Media-Aktivitäten, um Trends und das eigene Können zu zeigen. Kurze Videos ermöglichen einen lebendigen Einblick in den Salon und locken den einen oder anderen Kunden.

    Schon bei der Namenswahl ist Kreativität gefragt, um sich mit spitzer Schere von der Konkurrenz abzuheben und sich direkt im Bewusstsein festzusetzen. Ein professionelles Logo sorgt auf allen Kanälen und am Ladengeschäft für Wiedererkennung, und ein origineller Name tut sein Übriges für eine reichweitenstarke Vermarktung.

    Kurz zusammengefasst

    • Der Zielmarkt ist stark umkämpft und gesättigt (rund 80.000 Betriebe, Tendenz leicht steigend). Schwarzarbeit spielt eine spürbare Rolle, und ein erheblicher Teil der Menschen geht nicht regelmäßig zum Friseur.
    • Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist die sorgfältige Ausarbeitung des Businessplans erfolgskritisch.
    • Im Salon gilt es, ein wohlfühlorientiertes Flair zu schaffen, um sich als Stammfriseur zu etablieren – darauf sollten alle Marketingaktivitäten ausgerichtet sein.
    • Die Verdienstmöglichkeiten hängen vor allem von einem guten Standort und einer durchdachten Preiskalkulation ab.
    • Für die Selbstständigkeit ist ein Meistertitel zwingend; vor der Eröffnung müssen Handwerksrolleneintrag und Gewerbeanmeldung erledigt sein.

     

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