Selbstständig machen als Make-up Artist

Selbstständig machen als Make-up Artist kann eine ‚schöne‘ Geschäftsidee für alle sein, die ihre Leidenschaft und ihren Hang zur Ästhetik zum Beruf machen wollen. Zudem handelt es sich um eine Geschäftsidee, die sehr viele kreative Freiräume eröffnet. Genau das ist eines der Hauptmotive für den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. In diesem Ratgeber sollen die wichtigsten Faktoren und Rahmenbedingungen für eine Existenzgründung als Make-up Artist praxis- sowie handlungsorientiert vorgestellt werden.
 

Was macht ein Make-up Artist?

Die Hauptaufgabe besteht darin, Kunden für einen bestimmten Anlass passend zu schminken. Hierfür können diverse Techniken und Mittel zum Einsatz kommen. Kennzeichnend ist das hohe Maß an kreativer Freiheit, was eine Abgrenzung zum Berufsbild Visagist*in darstellt. Der Fokus der Tätigkeit liegt ganz klar auf dem Gesicht, was ein bedeutender Unterschied zur Kosmetikerin ist: Hier kann der ganze Körper Behandlungsobjekt sein.
 

Kann man sich als Make-up Artist selbstständig machen?

Ja! Wer sich bewusst gegen die Festanstellung und ein hohes Maß an Weisungsgebundenheit entscheidet, hat in diesem Markt viele Möglichkeiten für den Weg in die Selbstständigkeit. Die Differenzierung kann über das Leistungsspektrum erfolgen, wodurch eine konkrete Zielgruppe angesprochen wird. Als Freelancer sind aber natürlich auch Aufträge bzw. Kooperationen mit Auftraggebern möglich. Bei Make-up Artists können das z. B. Fotografen, Modedesigner, Modellabels oder Filmproduktionen sein. Hier deutet sich schon an, dass der Bekanntheitsgrad für die eigenen geschäftlichen Chancen eine wichtige Rolle spielt.
 

Das Wichtigste in aller Kürze zur Existenzgründung als Make-up Artist:

  • Die Berufsbezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt, sodass sich jeder als Make-up Artist vermarkten kann.

  • Ob ein Gewerbe anzumelden ist oder es sich um eine freiberufliche Tätigkeit handelt, ist im Einzelfall zu prüfen (Kriterien folgen in diesem Ratgeber unter Voraussetzungen).

  • Beim Marketing spielen Reichweite und Bekanntheit eine Schlüsselrolle: Ohne das Internet wird eine Existenzgründung nicht möglich sein.

  • Die Erfahrungen anderer Make-up Artists zeigen, dass es ein längerer Weg zum Erfolg sein kann. Umso wichtiger erscheint die Ausarbeitung eines zielfokussierten Businessplans als Make-up Artist.


Voraussetzungen, um sich als Make-up Artist selbstständig zu machen?

Da diese Tätigkeit nicht rechtlich geschützt ist, kann sich jeder Gründer als Make-up Artist vermarkten. Ohne eine entsprechende Ausbildung und Berufserfahrungen wird es allerdings nicht funktionieren, denn Kunden und Auftraggeber werden die Qualität der Arbeit unmittelbar zu sehen bekommen. Um Make-up Artist werden zu können, gibt es diverse Aus- und Weiterbildungsangebote. In diesem Sinne ist es auch möglich, neben dem Beruf langfristig die Basis für die berufliche Selbstständigkeit zu legen. Erfahrungsberichte von selbstständigen Make-up Artists zeigen, dass es nicht nur auf das Lernen von Techniken ankommt. Wer sich als Make-up Artist selbstständig machen will, muss einen individuellen Stil finden oder kreieren. Dieser wird aus Kundensicht als Alleinstellungsmerkmal wahrgenommen werden können.
 

Gewerbe anmelden als Make-up Artist oder Freiberufler?

Auf diese Frage lässt sich keine pauschale Antwort geben. Jeder Gründer ist dazu aufgerufen, seine persönlichen Gründungsvoraussetzen genau zu beleuchten. Einige Hinweise lassen sich aber als Orientierung geben. Besonders interessant ist ein Urteil des Finanzgerichts Hamburg aus dem Jahr 1992 (vergleiche Aktenzeichen III 374/88). Demzufolge kann eine Visagistin eine freiberufliche bzw. künstlerische Tätigkeit ausüben. Durch die Nähe zum Make-up Artistik hat dieses Urteil auch für die hier vorgestellte Geschäftsidee eine rahmengebende Signalwirkung. Entscheidend für die Anerkennung als Freiberufler ist aber, dass es im Rahmen der Zusammenarbeit mit Auftraggebern bei einer eigenschöpferischen Leistung bleibt. Für eine freiberufliche Tätigkeit darf die Weisungsgebundenheit so gering wie nur möglich ausfallen: Make-up Artists müssen ihrem kreativen Können freien Lauf lassen dürfen.
 

Kann man als Make-up Artist ein Nebengewerbe anmelden?

Ja, diese Option bietet sich an, falls es sich zunächst nur um einen nebenberuflichen Einstieg handelt soll, um sich einen Kundenstamm aufzubauen bzw. die Geschäftsausrichtung am Markt zu testen. Wer zunächst nur in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen diese Tätigkeit ausüben will, kann über die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung nachdenken. Bleiben die Umsätze unter gewissen Grenzen, kann auf Rechnungen auf den Ausweis der Umsatzsteuer verzichtet werden. Gerade im Privatkundenbereich könnten sich so preisliche Anreize in der Startphase nutzen lassen.
 

Ausgangsanalyse: Warum selbstständig machen als Make-up Artist?

Durch Werbung werden Schönheitsideale präsentiert, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Kosmetikwerbung ist in Deutschland sehr präsent, und zwar nicht nur im Fernsehen, sondern auch im Internet und in Zeitschriften. Der Schein trügt nicht! Es handelt sich bei der Kosmetikbranche um einen sehr umsatzstarken Markt, wie ein Blick auf die Statistik zeigt: Bis zu Jahr 2019 ist der Umsatz an Kosmetikartikeln stetig gewachsen, zuletzt auf deutlich über 18 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2012 waren es nur knapp 13 Milliarden Euro. Zu diesem Boom tragen immer mehr auch YouTube-Kanäle bei, die sich mit Schminktipps und Schönheitstrends befassen. Weitere Untersuchungen zeigen, dass Frauen im Schnitt pro Jahr 300 Euro für Schönheitsprodukte oder Behandlungen ausgeben. Damit dürfte die Hauptzielgruppe vorgegeben sein, denn Männer geben pro Jahr deutlich weniger aus. Gerade zu besonderen Anlässen wie der Hochzeit ist die Ausgabebereitschaft sehr hoch: Hierin liegen die wirtschaftlichen Chancen dieser Geschäftsidee.
 

Standort- und Konkurrenzanalyse als Basis

Der Zielmarkt ist umsatzstark und seit Jahren im Wachstum. Insofern verwundert es nicht, dass viele Gründer in den letzten Jahren versucht haben, sich als Make-up Artist selbstständig zu machen. Daher ist es wichtig, mit dem Businessplan eine aussagekräftige Standort- und Konkurrenzanalyse durchzuführen. Welche Konkurrenten gibt es in einem definierten Aktionsradius? Wie unterscheidet sich deren Angebot vom eigenen Leistungsspektrum? Was soll Kunden dazu veranlassen, die professionellen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen? Mit welchen Partnern sind Kooperationen möglich? Sind Fotografen, Werbeagenturen oder Modellagenturen am Standort potenzielle Kooperationspartner?
 

Von den Erfahrungen anderer Make-up Artists profitieren

In den Quellen findet sich ein Erfahrungsbericht, der einen Einblick in die Existenzgründung als Make-up Artist gibt. So viel sei vorweg genommen: Der Weg kann durchaus steinig und lang sein. Ohne Bekanntheit und Referenzen wird es schwer, über den Standort hinaus bekannt zu werden. In jedem Fall aber wird professionelle Qualität samt Zuverlässigkeit in jeder Hinsicht entscheidend sein. Nur zufriedene Kunden werden eine persönliche Empfehlung aussprechen, die oft zu Folgeaufträgen und Neukunden führt.
 

Ein etwas anderer Start in diese Geschäftsidee?

Angesichts der hohen Affinität dieser Geschäftsidee zu Social-Media-Kanälen kann der Start dieser Geschäftsidee zunächst rein virtuell verlaufen. Mit einem YouTube-Kanal können Tipps für das Schminken präsentiert werden, wodurch ein unmittelbarer Eindruck des eigenen Könnens vermittelt wird. Wer einen Trend kreiert und sich professionell zu vermarkten weiß, wird bald eine steigende Abonnentenzahl feststellen. Das ist essentiell, um die eigene Bekanntheit zu steigern und von Kunden gebucht zu werden. Es versteht sich von selbst, dass die Qualität der Videos ansprechend sein muss, schließlich muss sie für die ästhetischen Ansprüche der Arbeit als Make-up Artist stehen.
 

Businessplan: Wie selbstständig machen als Make-up Artist?

Der Businessplan gibt einen strukturierten Rahmen vor, um alle Bereiche zielfokussiert und ganzheitlich zu planen. Vor allem der Umfang der Tätigkeit und die strategische Ausrichtung sollten im Businessplan deutlich werden. Der Finanzteil des Businessplans muss zeigen, ob sich der Weg in die berufliche Selbstständigkeit als Make-up Artist lohnt.
 

Unterschiede Make-up Artist Visagist*in: Leistungsspektrum ausarbeiten

Für Kunden wird das Leistungsspektrum den Mittelpunkt ausmachen. Es muss klar werden, was der Make-up Artist kann oder bereits geleistet hat. Alleinstellungsmerkmale oder eine besondere Qualifikation können entscheidende Gründe für die Buchung sein. Make-up Artists sollten hier am Puls der Zeit agieren und idealerweise ein gutes Gespür für Trends mitbringen. Bei der Vermarktung als Make-up Artist besteht die Chance, ein internationales Publikum anzusprechen. Insofern ist diese Geschäftsidee auch für alle prüfenswert, die mit einer Auswanderung bzw. einer Existenzgründung im Ausland liebäugeln.
 

Die Kunst, Kunden zu begeistern …

In der Berufsbezeichnung Make-up Artist steckt das Wort Kunst: Mit dieser Tätigkeit ist ein hohes Maß an Kreativität verbunden, was als Abgrenzung zur Visagist*in zu sehen ist. Visagisten agieren meistens eher normorientiert, während Make-up Artists sich ganz bewusst mit Blick auf Produkte und Techniken ausprobieren. Auch Make-up Artists arbeiten bei Fotoshootings nach Kundenvorgaben, können sich dabei aber meistens kreativer austoben. Insofern sollte das Leistungsspektrum selber kreativ und nicht geschlossen sein. Für jeden Kunden ist eine Lösung möglich, die in einem kreativen Prozess erarbeitet wird. Es wird und kann nicht darum gehen, ein Standard-Make-up zu verkaufen. Kunden buchen eine ästhetische Handwerkskunst mit erkennbarer Individualität!
 

Wo sollen die Dienstleistungen erbracht werden?

Die serviceorientierte Art dieser Dienstleistung sollte im Businessplan ebenfalls klar umrissen werden. Soll das Make-up bei Kunden daheim oder an einer Eventlocation flexibel erfolgen? Das hätte den Vorteil, dass ein selbstständiger Make-up Artist mit einer minimalen Kostenbelastung agieren könnte. Wer ein eigenes Studio eröffnen möchte, kann seine Dienstleistungen an einem festen Ort erbringen. Hierdurch entsteht eine monatliche Kostenbelastung und es ist die Frage zu erörtern, ob alle potenziellen Kunden in ein solches Studio kommen würden?
 

Marketing: Wie Kunden gewinnen als Make-up Artist?

Abgesehen von sehr häufigen Aktivitäten auf YouTube und Co. sollte eine suchmaschinenoptimierte Homepage als reichweitestarke Visitenkarte dienen. Das Können muss auf dieser Seite sichtbar werden. Zudem sollten Kunden eine direkte Beratungs- oder Buchungsmöglichkeit nutzen können. Mit einem stark frequentierten YouTube-Kanal lassen sich perspektivisch nicht nur Kunden gewinnen. Es winken auch Einnahmen.

Um die Einnahmebasis insgesamt noch breiter aufzustellen, bietet es sich an, über den Verkauf von Workshops nachzudenken. Diese könnten ortsunabhängig online oder auch live vor Ort durchgeführt werden.


Die Rolle von Hygienekonzepten vor und nach Corona

Ein hohes Maß an Hygiene sollte zur beruflichen Professionalität bei dieser Geschäftsidee zählen. Durch die Erfahrungen der Corona-Pandemie spielen Hygienekonzepte in Zukunft eine noch wichtigere Rolle. Angehende Gründer sollten die Erfahrungen der Coronakrise nutzen, um sich mit dieser körpernahen Dienstleistung krisenfester aufzustellen. Das Internet macht kontaktlose Formen der Vermarktung und des Verkaufs möglich. Für ein nachhaltiges Geschäftskonzept muss das Internet eine strategische Schlüsselrolle spielen.
 

Wie viel verdient man als Make-up Artist?

Diese Frage sollten angehende Make-up Artists im Businessplan so konkret und realistisch wie nur möglich beantworten können. Am Ende der Ausarbeitung des Businessplans muss Klarheit darüber herrschen, ob sich der Weg in die Selbstständigkeit als Make-up Artist finanziell lohnt?

In jedem Fall werden selbstständige Make-up Artists mehr verdienen können als angestellte Kollegen. Gelingt es, für ein Fotoshooting gebucht zu werden, können je nach Auftraggeber mehrere hundert Euro pro Tag als Verdienst winken. Das setzt allerdings einen gewissen Bekanntheitsgrad voraus. Aber selbst im Privatkundenbereich lassen sich mit einem Braut- oder Abend-Make-up attraktive Einnahmen erzielen, deren Höhe Selbstständige ganz in der eigenen Hand haben. Wer mit einer gewissen Anzahl an Aufträgen vor dem Hintergrund einer gut durchdachten (!) Preiskalkulation rechnet, wird eine belastbare Prognose für den Verdienst in einem Monat erhalten. Das eigene Können, Erfahrungen und der Auftraggeber bzw. Anlass sind die maßgebliche Faktoren, die über den Verdienst als Make-up Artist entscheiden.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Make-up Artist‘:

  1. Warum selbstständig machen als Make-up Artist?

Weil es sich um einen umsatzstarken Zielmarkt handelt, der von Schönheitsidealen immer wieder neu befeuert wird. Diese Geschäftsidee erlaubt es, sich kreativ zu verwirklichen und eigene Schwerpunkte bei der strategischen Positionierung zu setzen.

  1. Wer kann sich als Make-up Artist selbstständig machen?

Die Berufsberufsbezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt, sodass sich jeder als Make-up Artist selbstständig machen kann. Dieser Beitrag hat aber gezeigt, auf welche Faktoren es insbesondere ankommt. Wer sich einen Namen machen will, wird mit Bekanntheit und professioneller Qualität immer wieder neu überzeugen müssen.

  1. Wie viel verdient man als Make-up Artist?

Pauschale Antworten sind für angehende Selbstständige wenig zielführend, zumal die Schwerpunkte und Margen bei jedem Geschäftsmodell anders aussehen können. Im Idealfall gibt der Businessplan eine durchkalkulierte Antwort auf die Frage, wie viel man als selbstständiger Make-up Artist verdienen kann. Mit Workshops oder dem Verkauf von Ratgebern (z. B. als E-Book) lässt sich die Einnahmebasis noch breiter aufstellen.

Quellenangabe: 

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