Selbstständig machen mit einem Kostümverleih

Kostüme im Geschäft

Kleider machen Leute! Ausgehend von diesem bekannten Sprichwort soll hier eine Geschäftsidee vorgestellt werden, die sich mit besonderen Outfits für außergewöhnliche Anlässe befasst: selbstständig machen mit einem Kostümverleih. Wer einen Fabel für Kostüme bzw. Kleidung hat und eventuell selbst designen und herstellen kann, wird sich mit dieser interessanten Geschäftsidee mit Sicherheit kreativ selbstverwirklichen können. Doch es scheint in der Natur dieses Geschäftsmodells zu liegen, dass Kostüme nur zu bestimmten Anlässen getragen werden. Saisonale Schwankungen gehören somit zu einer der Herausforderungen, die mit einer intelligenten Geschäftsausrichtung zu meistern sind. In diesem Beitrag werden die wichtigsten Themen und Rahmenbedingungen skizziert, um sich selbstständig mit einem Kostümverleih machen zu können.
 

Handelt es sich nur um ein saisonales Geschäft?

Aufgrund des angesprochenen saisonalen Aspektes gilt es, diese Geschäftsidee von Beginn an nicht zu eng fassen. Denn letztlich bringt ein Kostümverleih kein Geld ein, wenn kein Kundenstamm vorhanden ist. In diesem Szenario würden die vorhandenen Kostüme nur Kosten verursachen. Daher sollte die Geschäftsidee sich nicht nur auf die Hochsaison des Karnevals mit Blick auf den Kostümverleih fokussieren. Der Begriff Kostüm kann auch eher klassisch im Sinne von Hochzeits- oder Abendbekleidung definiert werden. Letztlich spielen der eigene Hintergrund des Gründers und die Möglichkeiten am auserkorenen Standort natürlich eine zentrale Rolle. Im Businessplan muss angesichts dessen unmissverständlich und vor allem potenzialorientiert deutlich werden, wie der Kostümverleih über das ganze Geschäftsjahr gesehen ausgerichtet werden soll. Generell handelt es sich auch um eine prüfenswerte Geschäftsidee für Modedesigner, die sich in einem bestimmten Segment selbstständig machen wollen.
 

Existenzgründung mit Kostümverleih: selbstständig machen mit extravaganten Roben

  • Analyse der Ausgangslage

  • Businessplan für einen Kostümverleih

  • Herausforderungen für diese Geschäftsidee

  • Kunden gewinnen für einen Kostümverleih?

  • Kostümverleih eröffnen: Voraussetzungen

  • Verdienst mit einem eigenen Kostümverleih?


Analyse der Ausgangslage

Wer sich erfolgreich mit einem Kostümverleih selbstständig machen möchte, sollte ein Gespür für Trends mitbringen. Denn das, was aktuell gefragt ist, wird sich erfahrungsgemäß leichter verkaufen bzw. besser gesagt vermieten lassen. Glaubt man Kostümverleihern, so liegen aktuell so genannte Charleston-Kostüme aus den goldenen 20er Jahren im Trend. Darüber hinaus sind Lizenzkostüme ein Dauerbrenner, mit denen Träger in die Rolle von diversen Superhelden aus bekannten Blockbustern schlüpfen können. In rein geschäftlicher Hinsicht ist zu betonen, dass es bei dieser Geschäftsidee nicht nur um das Verleihen gehen muss: Sofern für Nachschub gesorgt ist und die Gewinnmargen stimmen, ist auch über den Verkauf von Kostümen nachzudenken. Kalkulationen sollten zeigen, mit welcher Variante sich langfristig höhere Umsätze erzielen lassen. Hierauf sollte dann logischerweise der strategische Fokus gelegt werden.

In jedem Fall handelt es sich um einen attraktiven Zielmarkt: Alleine in der Karnevalssaison 2015/16 wurden etwa 300 Millionen Euro für Kostüme und Co. ausgegeben. Knapp 30 Millionen entfallen auf Halloween, das in den letzten Jahren eine immer größere Rolle im Kostümverleih spielt. Es macht also Sinn, Karneval und Halloween geschäftlich als Saisonhöhepunkt zu nutzen. Das alleine wird aber nicht reichen, um über das ganze Jahr ausreichende Umsätze zu erzielen, zumal es mittlerweile in jedem Supermarkt günstige Konkurrenzprodukte gibt. Auch rein praktisch ist es ein Risiko, sich nur auf das Geschäft mit Karnevals- oder Halloweenkostümen zu fokussieren: Im Fall der Verleihs würde ein Kostüm im Zweifel nur von einem Kunden ausgeliehen und dann wieder für ein Jahr ungenutzt im Lager hängen. Für einen Kostümverleih wird es aber nötig sein, dass Kostüme sehr regelmäßig vermietet werden. Insofern macht es für saisonale Höhepunkte eher Sinn, auf den Verkauf von Kostümen zu setzen. Der Verleih bietet sich nur für außergewöhnliche Kostüme an, mit denen sich hohe Umsätze erzielen lassen, wenn sie etwa über mehrere Tage gebucht werden.
 

Planung ist für Erfolg alles

In jedem Fall muss das saisonale Geschäft langfristig vorbereitet und gut geplant werden, damit die zweifelsohne vorhandene Nachfrage dann auch bedient werden kann. In den letzten Jahren hat sich herauskristallisiert, dass Karneval hierzulande zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden ist. Alleine in den Hochburgen Mainz, Köln und Düsseldorf werden Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe eingefahren. Das zeigt, dass dem Standort für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Kostümverleih‘ eine erfolgskritische Rolle zukommen wird. Es ist davon auszugehen, dass besonders in den Karnevalshochburgen mit einer enormen Konkurrenz zu rechnen ist.
 

Businessplan für einen Kostümverleih

Eine umfassende und belastbare Standortanalyse muss daher Klarheit in Bezug auf den wirtschaftlichen Aktionsradius herbeiführen. Auch die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten wird zu einer Herausforderungen: Nötig ist ein ausreichend großes Lager, um den Bestand an Kostümen aufbewahren zu können. Und dann müssen Kostüme auch noch je nach Saison/Anlass im Schaufenster wirkungsvoll präsentiert werden. Umkleiden und Platz für eine individuelle Beratung sind ebenfalls wünschenswert. Ideal ist ein Standort in einer belebten Einkaufsstraße, der jeden Tag viel Laufkundschaft anziehen kann.

Wer einen Kostümverleih eröffnen möchte, sollte die anfallenden Kosten nicht unterschätzen. Für den Umbau- und Ausbau eines Ladenlokals und Lagerräume können hohe Kosten anfallen. Zudem ist für das Füllen des Lagers mit Kostümen in Vorkasse zu gehen. Dies gilt auch, wenn die Kostüme nicht eingekauft, sondern selber designt und hergestellt werden. Üblicherweise wird es so sein, dass ein Kostüm in mehreren Größen vorhanden sein muss. Und schließlich müssen die Kostüme regelmäßig gereinigt und ggf. repariert werden. Auch hierfür entstehen Kosten bzw. muss die dafür notwendige Infrastruktur geplant werden.
 

Herausforderungen für diese Geschäftsidee

Die Finanzierung der Selbstständigkeit mit einem Kostümverleih kann als größte und auch essentielle Herausforderung gesehen werden. Gerade der Finanzteil im Businessplan sollte daher sehr genau und realistisch ausgearbeitet werden, um die gesamte Unternehmung auf eine belastbare Basis zu stellen. Externe Geldgeber (Banken, Investoren und Geschäftspartner) werden sich erfahrungsgemäß nur gewinnen lassen, wenn der Businessplan überzeugt bzw. langfristige Potenziale erkennen lässt.

Mit Blick auf notwendige Lagerräume ist zu prüfen, ob teils wertvolle Kostüme dort trocken gelagert werden können. Jede Form von Feuchtigkeit oder potenzieller Verschmutzung ist auszuschließen. Im Bedarfsfalls sollten Kostüme in einwandfreiem Zustand griffbereit sein. Es macht Sinn, das Lager direkt in das Ladenlokal zu integrieren. Daraus kann sich die Schwierigkeit ergeben, geeignete Räumlichkeiten zu finden, da eine gewisse Größe notwendig ist. Und letztlich müssen die Räumlichkeiten bezahlbar sein, damit sie gerade in der einnahmeschwachen Startphase nicht zu einer immensen Belastung für die Liquidität bzw. Solidität der gesamten Geschäftsidee werden.

 

Nachfrage: Wer kommt als Zielgruppe in Betracht?

Wer sich nicht nur auf Karneval und Halloween ausrichten möchte, muss Klarheit über die Zielgruppe bzw. die Anlässe für den Kostümverleih erlangen. Schnell werden Junggesellenabschiede oder Feiern in den Fokus geraten, die unter einem bestimmten Motto stehen. Kostüme müssen nicht zwangsläufig als Verkleidung im engeren Sinne getragen werden, sodass durchaus auch Hochzeitsbekleidung verliehen werden kann. Und letztlich kommen auch Kinder als Zielgruppe in Betracht, denn bei einer heiteren Geburtstagparty kann ein aufregendes Kostüm für eine besondere Stimmung sorgen.
 

Abgesehen von Privatkunden ist mit Blick auf die Geschäftsausrichtung zu prüfen, inwiefern Geschäftskunden bzw. andere Partner in Frage kommen: Zu denken ist etwa an Theater oder Schauspielhäuser, die ggf. abgesehen vom eigenen Fundus nach flexiblen Lösungen suchen. Und auch im Bereich Film/Fernsehen gibt es für diverse Produktionen erfahrungsgemäß eine hohe Nachfrage in puncto originelle Kostüme. Wenn z.B. ein Film im Mittelalter spielt, dann müssen alle Akteure entsprechend gekleidet sein. Hier wird schon deutlich, dass bereits ein lukrativer Auftrag für hohe Einnahmen sorgen kann. In diesem Kontext ist zu prüfen, ob eine Spezialisierung bzw. Nischenstrategie Sinn macht, indem etwa Kostüme aus einer besondere Zeit/Epoche angeboten oder auch Kundenwunsch individuell hergestellt werden.
 

Die Preiskalkulation als betriebswirtschaftliches A&O

Wer mit einem Kostümverleih gut verdienen möchte, muss die Preise durchdacht kalkulieren. Konkurrenzangebote zeigen, was als marktüblicher Preis anzusehen ist, wobei es je nach Qualität und Exklusivität des Kostüms durchaus zu Aufschlägen kommen kann. Die Preise müsse nicht nur alle Kosten für das Lager, die Reinigung etc. decken, sondern am Ende einen Gewinn ermöglichen.
 

Verdienst mit einem Kostümverleih?

Ohne Erfahrungswerte und kaufmännisches Geschick wird es sehr schwer, diese Geschäftsidee auf eine profitable Basis zu stellen. Es macht Sinn, von den Kosten auszugehen und diese für eine angenommene Anzahl an Vermietungen zu berücksichtigen. Auf diese Kosten pro Kostüm ist dann die gewünschte Marge aufzuschlagen und der Preis steht. Er muss natürlich konkurrenzfähig sein und von Kunden akzeptiert werden. Wie bereits eingangs erwähnt, spricht nichts gegen den Verkauf von Kostümen (besonders von gebrauchten, die auf anderem Wege nicht mehr gewinnbringend veräußert werden könnten). Pauschale Angaben für den Verdienst mit einem Kostümverleih nicht wenig zielführend, zumal das Geschäft je nach Standort und Ausrichtung eine deutlich andere, nicht direkt vergleichbare Struktur annehmen kann. Ohne möglichst geringe Fixkosten, eine gute Auftragslage und möglichst hohe Preise wird sich kein hoher Gewinn mit einem Kostümverleih einstellen können. Und letztlich stellt sich gerade in der Phase der Existenzgründung die Frage, wie viel Gewinn als Lohn ausgezahlt werden soll/kann? Gründer, die einen nachhaltigen Wachstumskurs anstreben, werden nicht selten Gewinne sofort wieder in das Geschäft reinvestieren.
 

Leistungsspektrum als Einnahmebasis

Mit dem Internet als Vertriebsweg böte sich die Option, die Reichweite über den Standort hinaus zu erhöhen. Der Verleih von Kostümen auf diesem Wege wäre aber eher umständlich, zumal die meisten Kunden die Roben sicher anprobieren wollen. Für den Verkauf bietet sich das Internet schon eher an, wenn er strategisch nicht den Fokus bildet. Ein persönlicher Beratungs- und Änderungsservice kann bei einem Kostümverleih aus Kundensicht ein wichtiger Mehrwert sein. Schließlich soll das Kostüm je nach Anlass perfekt passen, damit sich der Träger wohl in seiner Haut fühlt. Je nach handwerklichen Möglichkeiten bzw. personellen Ressourcen kann die Option geprüft werden, individuelle Kostüme nach Kundenwunsch zu designen. Durch eine solche eher hochpreisige Strategie wird ein wenig der wirtschaftliche Druck gesenkt, immer möglichst viele Kostüme zu gleichen Zeit zu verleihen.
 

Marketing: Kunden gewinnen für Kostümverleih

Idealerweise sorgt ein zentral gelegenes Ladenlokal mit ansprechender Werbung für einen nachhaltigen Kundengewinnungseffekt. Darüber hinaus gilt es in Zeiten des omnipräsenten Internets, für potenzielle Kunden auffindbar zu sein. Googelt ein Kunde nach ‚Kostümverleih in XX‘, so sollte die eigene optimierte Homepage möglichst an erster Stelle erscheinen. Maßnahmen im Local SEO Bereich sind in dieser Hinsicht sehr reichweitenstark und somit potenzialreich. Gerade beim Thema Kostümverleih will der visuelle Sinn bedient werden: Fotos und Videos können Kostüme lebendig erscheinen lassen und so einen Besuch von Kunden wahrscheinlicher machen. Videos und Bilder eignen sich wunderbar, um auf Instagram eine Story zu erzählen und Kunden die neuesten Trends zugänglich zu machen. Durch das Teilen von Beiträgen lässt sich in Social Media eine enorme Reichweite nutzen, sodass die eigene Bekanntheit nachhaltig erhöht wird. Das ist auch die Voraussetzung, um ggf. eine eigene Marke erfolgreich zu kreieren.
 

Prozesse und Logistik für hohe Kundenzufriedenheit

Ein Kostümverleih wird vor allem von Stammkunden bzw. Folgeaufträgen leben. Deshalb müssen Qualität und Service für ein zufriedenstellendes Kundenerlebnis stimmen. Alle Prozesse rund um den Verleih müssen sorgfältig geplant werden, sodass ein Kostüm zu den vereinbarten Zeiten in bestem Zustand am richtigen Ort ist. Nach der Rückgabe muss das Kostüm überprüft und ggf. gereinigt werden, sodass es wieder makellos an den nächsten Kunden verliehen werden kann. Im Businessplan sollten in diesem Sinne alle erfolgskritischen Prozesse aus Sicht der Kundenzufriedenheit skizziert werden.
 

Kostümverleih eröffnen: Voraussetzungen

Besondere Anforderungen an die Qualifikation des Gründers werden nicht gestellt, wobei kaufmännisches Wissen und Erfahrungen in dieser Branche als unabdingbar gelten können. Wer einen Kostümverleih eröffnen möchte, muss ein Gewerbe anmelden. Auf dem Gewerbeschein ist das Leistungsspektrum vollumfänglich und detailliert zu schildern. Hieraus können sich in Einzelfällen weitere Nachweispflichten ergeben. Es empfiehlt sich, Skizzen für die Räumlichkeiten einzureichen. Die Tätigkeit ist beim Finanzamt steuerlich zu erfassen und ab einem Freibetrag von 24.500 Euro pro Jahr entsteht die Pflicht, Gewerbesteuer abzuführen. Wer Mitarbeiter einstellen will, sollte sich hier auf selbststaendig.de mit den wichtigsten Informationen und auch Pflichten vertraut machen.
 

Vertragliche Details regeln

Für jeden Kostümverleih ist ein Vertrag als Basis aufzusetzen, der alle Details regelt. Insbesondere der Zeitpunkt der Rückgabe spielt für den Preis und die weitere Planung eine wichtige Rolle. Zu klären ist vertraglich, was im Falle einer Beschädigung am Kostüm passieren soll. Nicht unüblich ist es, dass Kunden mit einer gewissen Summe an der anstehenden Reparatur beteiligt werden. Denkbar ist es auch, eine gewisse Kaution für ein hochpreisiges Kostüm zu verlangen, um sich vor Diebstahl zu schützen.
 

Wie sieht es mit Versicherungsschutz aus?

Für das oben genannte Diebstahlrisiko sind Versicherungslösungen im gewerblichen Bereich zu prüfen. Mit Blick auf eine finanzielle Risikominimierung kommt auch eine Inventarversicherung in Betracht, denn die gelagerten Kostüme können einen immensen Wert annehmen, der im Falle von Diebstahl oder Feuer verloren ginge. Da hieraus ein existenzielles Risiko ableitbar ist, sollten Versicherungslösungen im eigenen Interesse geprüft werden.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Kostümverleih‘

  1. Karneval hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Im Businessplan muss deutlich werden, welche Art von Kostümen zu welchen Konditionen für welche Zielgruppe angedacht ist

  2. Der Verkauf von Kostümen oder das Designen nach Kundenwünschen sind weitere Möglichkeiten, um diese Geschäftsidee kreativ voranzutreiben

  3. Um der Gefahr von saisonalen Schwankungen zu entgehen, sollte nicht nur auf Karneval oder Halloween gesetzt werden

  4. Um beim Marketing auf Reichweite zu setzen, bieten sich Kampagnen auf Instagram mit Videos oder professionellen Bildern von Kostümen an

  5. Um die Kundenzufriedenheit für eine langfristige Bindung zu erhöhen, sind sämtliche Prozesse qualitätsorientiert zu planen und konsequent umzusetzen

  6. Bevor der Kostümverleih eröffnet werden kann, ist ein Gewerbe anzumelden

  7. Jeder Kostümverleih sollte aus Gründen der Sicherheit und Planbarkeit schriftlich fixiert werden.

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