Wieviel verdient man als Personal Trainer?

Personal Training im Park

Beim Personal Trainer handelt es sich zweifelsohne um einen gefragten Trendberuf. Immer mehr Menschen möchten sich in Bestform bringen und dazu die professionellen Hilfestellungen eines fachlich versierten Personal Trainers nutzen. Wer sportliche Aussichten genießen und aus seiner Leidenschaft einen Beruf machten will, kann sich mit der Option befassen, sich als Personal Trainer selbstständig zu machen. Doch wie viel verdient ein Personal Trainer? Wo liegen die Unterschiede zwischen einem Angestelltenverhältnis und einer selbstständigen Tätigkeit? Diesen Fragen und folgenden Themen soll in diesem Beitrag nachgegangen werden:
 

Was verdient man als Personal Trainer: Themen im Überblick

  • Gehaltsdaten zur Orientierung

  • übliche Stundensätze für selbstständige Personal Trainer

  • Wie lässt sich der Verdienst als Personal Trainer steigern?

  • Womit lassen sich als Personal Trainer weitere Einnahmen erzielen?

     

Verdienst eines ausgebildeten Personaltrainers im Angestelltenverhältnis

Individualfitness mit persönlicher Fachbetreuung liegt im Trend. Das lässt sich daran ablesen, dass immer mehr Fitnessstudios oder sonstige Gesundheitseinrichtungen mit Personal Trainern als Fachpersonal werben. Was wäre ein exzellent eingerichtetes Fitnessstudio ohne eine fachlich versierte Anleitung? Grundlegend für den Verdienst als Personal Trainer ist natürlich die Ausbildung bzw. die Lizenz, die erworben wurde. Das gilt für angestellte und selbstständige Personal Trainer gleichermaßen. Wer eine Ausbildung bei einem dubiosen Institut ohne jedes Renommee absolviert hat, dürfte es rein formal schwer haben, zahlungskräftige Kunden für sich zu gewinnen.
 

Der Verdienst als Personal Trainer steigt mit der fachlichen Qualifikation

Je spezifischer respektive gefragter die Qualifikation ist, desto höher ist der potenzielle Verdienst als Personal Trainer. Denn wer am Markt eine begehrte Nische besetzen kann, wird dafür hohe Preise verlangen dürfen, solange sich die Konkurrenz in überschaubaren Grenzen hält. Mit zunehmender Berufserfahrung steigen natürlich auch die Verdienstmöglichkeiten als Personal Trainer. Insofern ist es zu Beginn ganz normal, dass der Verdienst als Personal Trainer geringer ausfällt, als er es potenziell könnte. Selbstständige Personal Trainer sind in Bezug auf diesen Aspekt im Vorteil, denn sie haben ihre Verdienstchancen zu 100 % selbst in der Hand.
 

Orientierung: Spannbreite beim Verdienst als Personal Trainer

Glaubt man aktuellen Zahlen, so wird für angestellte Personal Trainer ein monatlicher Durchschnittslohn von etwa 2.500 bis 2.600 Euro (Vollzeit) angegeben. Interessant ist aber die mögliche Spanne beim Verdienst als Personal Trainer: Diese wird mit etwa 2.500 bis 10.000 Euro pro Monat als möglichem Spitzenverdienst angegeben. Im Angestelltenbereich wird neben dem Arbeitgeber vor allem die Verantwortung entscheidend sein, die ein Personal Trainer für Kunden und auch andere Mitarbeiter übernimmt.

Selbstständige Personal Trainer, die ein fünfstelliges Spitzengehalt ansteuern, werden sich auf sehr zahlungskräftige Kunden fokussieren müssen. Wer es schafft, Prominente für sich zu gewinnen (ggf. auch ‚nur‘ mit lokaler Bekanntheit), wird neben guten Einkünften dadurch wirksame Marketingeffekte nutzen können (nach dem Motto: Wenn der oder die auf diesen Personal Trainer setzt, dann muss er gut bzw. sein Geld wert sein).
 

Rückwärts betrachtet: Was kostet ein Personal Trainer für Kunden?

Die mögliche Spannbreite bei den Verdienstmöglichkeiten als Personal Trainer ist groß. Daher lohnt es sich, den Verdienst vom Kunden her zu betrachten. Wer sich selbstständig machen will, muss diese Perspektive ohnehin im Businessplan durchrechnen. Nur so lässt sich abschätzen, wie viel als Personal Trainer verdient werden kann bzw. wie viele Kunden mit wie vielen Stunden es im Monat braucht, um ein gewisses Einkommensniveau zu erreichen.
 

Offizielle Empfehlungen für den Verdienst als Personal Trainer?

Der Verdienst, den Personal Trainer pro Trainingstunde bekommen, hängt natürlich im Wesentlichen vom Aufwand bzw. den angebotenen Leistungen ab. Ein Blick auf den Markt zeigt, dass sich Stundenhonorare meistens zwischen 50 und 100 Euro bewegen. Mit einer größeren Bekanntheit und vielen Jahren Berufserfahrung können aber auch Stundensätze deutlich über 100 Euro möglich sein. 1999 wurde der Bundesverband Personal Training (BDPT) ins Leben gerufen. Dieser macht sich seit längerem für einen Mindestpreis von 75 Euro pro angebotener Stunde stark. Grundsätzlich haben selbstständige Personal Trainer die Höhe des Verdienst selbst in der Hand. Wer allerdings pro Stunde 150 Euro oder mehr verlangt, muss…

  1. am Standort eine entsprechend zahlungskräftige Zielgruppe vorfinden

und

  1. Kunden wirklich bewegende Mehrwerte bieten, die sich zudem sicht- und spürbar auf den Körper auswirken

Leere Versprechungen und ein Personal Training, dessen Resultate sich in Grenzen halten, sind definitiv nicht dazu geeignet, Kunden lange zu halten.
 

Kosten: Warum eine gewisse Verdienstgrenze nicht unterboten werden sollte

Wer sich selbstständig als Personal Trainer macht, könnte für die Kundengewinnung eine aggressive Preisstrategie fahren. Damit schaden sich Personal Trainer aber nur selbst, denn sie entziehen sich von Beginn an ihre Einkommensgrundlage. Enorme Preissteigerungen sind zu einem späteren Zeitpunkt nur sehr schwer durchzusetzen und was sollen potenzielle Kunden von einem Personal Trainer denken, der nur die Hälfte kostet? Letztlich ist der Preis ein wichtiger Indikator für Qualität und Erfolg in diesem Bereich. Und wer einen Personal Trainer engagieren will, kann ihn sich auch leisten. Viel wichtiger ist, welche wahrlich bewegenden Leistungen der Personal Trainer zu bieten hat und welche Erfolgsgeschichte(n) er schon vorweisen kann. Und letztlich muss die Tätigkeit als selbstständiger Personal Trainer natürlich mehr als kostendeckend sein, damit am Monatsende ein attraktiver Verdienst auf dem Kontoauszug erscheint. Bei der Kalkulation von Stundensätzen als Personal Trainer ist u.a. explizit an die folgenden Kosten zu denken:

  • Kosten für Gewerbeschein

  • Weiterbildungsmaßnahmen

  • Versicherungen (Berufshaftpflicht, ggf. Rechtsschutz)

  • Kosten für eigene Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)

  • Kosten für die Altersvorsorge

  • Kosten für die professionelle Ausrüstung (je nach Schwerpunkt bzw. Laufschuhe, Hanteln, Pulsuhr und weiteres funktionales Equipment)

  • Kosten für An- und Anfahrten zu Kunden (je nach Aktionsradius)

  • ggf. Kosten für Büroräume (falls weitere Beratungsdienstleistungen oder Seminare geplant sind)

Zu bedenken in Bezug auf den Verdienst als Personal Trainer ist, dass die genannten Kosten auch anfallen, wenn kein Geld verdient wird. Eine gute Auslastung ist somit das A&O für attraktive Verdienstmöglichkeiten als Personal Trainer. Da sich Engpässe vor allem im Winter saisonbedingt nicht immer vermeiden lassen, sollten unbedingt finanzielle Rücklagen für diese Zeit gebildet werden. Auch wenn Personal Trainer von Natur aus gesund und fit sein müssen, so können sie von Krankheiten oder Verletzungen durchaus für einen längeren Zeitraum ausgebremst werden. Auch in dieser Hinsicht gilt es, z.B. mittels Krankentagegeld mögliche Verdienstausfälle als Personal Trainer kompensieren zu können.
 

Was tun, um als selbstständiger Personal Trainer mehr zu verdienen?

Wer als Personal Trainer gut verdienen will, braucht viele Kunden. Für möglichst hohe Stundensätze kommt es auf eine gute Kaufkraft an. Solche Daten können im Vorfeld sehr gut für den Standort nachvollzogen werden. Grundsätzlich muss das Marketing direkt zu Beginn ordentlich Fahrt aufnehmen. Es gilt, die eigene Bekanntheit konsequent zu erhöhen. Neben einer Homepage erweisen sich vor allem langfristige Kundenbindungen als wertvoll. Zufriedene Kunden sind die beste Werbung, denn persönliche Weiterempfehlungen im Freundes- oder Bekanntenkreis sorgen dafür, dass ein Personal Trainer immer wieder neue Kunden gewinnen kann. Auf einer Homepage könnte ein E-Book mit Tipps für ein gesünderes Leben ein Köder für neue Kunden sein.
 

Personal Trainer Verdienst: Rechenbeispiel für den Businessplan

Nehmen wir als Stundensatz den empfohlenen und als realistisch anzusehenden Stundensatz von 75 Euro an. Wer mehrere Kunden am Tag hat, wird kaum mehr als 4 Stunden schaffen. Das wären pro Tag Einnahmen in Höhe von 300 Euro. Gehen wir davon aus, dass dies an sechs Tagen in der Woche möglich ist, so ergäben sich Einnahmen pro Monat in Höhe von 7.200 Euro. Das sind die Einnahmen und noch kein Gewinn bzw. Lohn! Hierfür müssen Steuern und alle oben genannten Kosten noch abgezogen werden. Geht man von Abzügen in Höhe von 50 % aus, so bliebe ein reiner Verdienst von ca. 3.600 Euro. Wer mehr Stunden am Tag anbieten oder aber den Stundensatz anheben kann, wird den möglichen Verdienst deutlich nach oben bewegen können.
 

Attraktive Zusatzverdienste als Personal Trainer

Wer geschäftstüchtig ist, kann den Verdienst als Personal Trainer auch auf anderem Wege steigern. Zu überlegen ist, wie sich mit dem eigenen Wissen weitere Einnahmequellen erschließen lassen, um den Verdienst als Personal Trainer insgesamt auf eine breitere Basis zu stellen. Zu denken ist in diesem Kontext etwa an eine begleitende Ernährungsberatung oder Seminare im Coachingbereich (z.B. Steigerung der Motivation zur Zielerreichung oder ähnliches). Lukrative Ansatzpunkte hierzu können sich direkt aus der Tätigkeit ergeben: Welche Bedürfnisse äußern Kunden in den Trainingseinheiten? Woran würden sie gerne noch arbeiten und wie lässt sich dies mit dem eigenen Fachwissen gewerblich nutzen?
 

Zusammenfassung zu den Verdienstmöglichkeiten als Personal Trainer

  1. Für angestellte Personal Trainer wird ein durchschnittliches Monatsgehalt von etwa 2.600 Euro angegeben. Spitzenverdienste können weitaus höher liegen

  2. Der Verdienst als selbstständiger Personal Trainer sollte vom Kunden bzw. Stundensatz her berechnet werden. Als gängige Spanne pro Stunde sind 50 bis 100 Euro anzusehen

  3. Der relevante Fachverband für Personal Trainer empfiehlt, für den Stundensatz die Grenze von 75 Euro nicht zu unterschreiten

  4. Je mehr Erfahrungen ein Personal Trainer vorweisen kann und je spezifischer bzw. gefragter seine fachliche Qualifikation ist, desto höher kann der Verdienst ausfallen

  5. Verdienst als Personal Trainer erhöhen durch zusätzliche Angebote wie Ernährungsberatung oder spezielle Coachingangebote.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

 

Fitnesstrainer

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